4. Timothy Stahl - Der Kerker der Wölfe

Woelfe 4Brandon Hunt hat Träume, die ihn zu Rowenna und in seine Kindheit führen. Als Kind ist er in einen zugefrorenen See eingebrochen, konnte sich im letzten Augenblick dank der Hilfe von Rowenna daraus retten und diesen Traum träumt er nun immer wieder, allerdings auch vermengt mit anderen Träumen, die ihm nicht so ganz klar sind, die er nicht versteht.

Langsam werden diese Träume aber von anderen Träumen abgelöst, die nach und nach zu Erinnerungen werden. Anscheinend wird der New One geistig manipuliert.

Wir machen die Bekanntschaft von Doktor Ardley Lazarus, der den „Patienten“ Brandon Hunt einige Zeit nach den Ereignissen aus Band 3 behandelt. Drei Monate sind seither vergangen, in denen er den Wolf offensichtlich mit neuen Erinnerungen gefüttert hat und er überprüft nun in langen Gesprächen, wie weit der Patient inzwischen ist. Darüber hinaus gibt es einen Beobachter hinter einem Spiegel. Den Ardley Lazarus benutzt, um sein Gesicht zu begutachten, das wiederum Erinnerungen in ihm hochsteigen lässt, die ihm aber nicht sehr zu gefallen scheinen. Ardley Lazarus hatte offensichtlich einen Unfall, der sein Gesicht verbrannte. Aber „die Regierung“ hat ihm ein neues gegeben, ausgezeichnete Chirurgen haben seine Eigenhaut dafür verwendet, ihm ein neues Gesicht zu geben, das kaum Narben enthält, nur feine Linien, die man sehr gut auch für etwas merkwürdig geformte Falten halten könnte.

Alt ist er geworden in der Zeit, die er nun schon mit der Forschung an Wölfen verbringt. Anscheinend sucht er nach einer Möglichkeit, der Alterung Einhalt zu gebieten, was er mit den Wölfen vorhat, wird allerdings nicht wirklich klar. In einer Rückblende kehren wir an den Anfang der drei Monate zurück. Brandon Hunt steckt in einer Zwangsjacke, etwas lässt den Wolf in ihm tief schlafen. Lazarus denkt über diesen Umstand nacht, klar wird, dass er offensichtlich mit seinen Forschungen schon so weit gekommen ist, den Wolf bändigen zu können. Aber er will offensichtlich noch mehr, eine Art eigener Wolfsrasse züchten und Hunt könnte ihm dabei sehr nützlich sein .Schnell merkt Lazarus, dass Hunt ein ungewöhnlicher Wolf ist, und das in mehrfacher Hinsicht. Er ist stark, er ist ungewöhnlich kräftig und wesentlich größer, als andere seiner Art. Er scheint eine Art neuen Typs darzustellen, Evolution, die er unter den Wölfen bisher noch nicht beobachtet hat.

Und er hat einen Helfer. Odell, wird ihm klar, als er nach einem Zweikampf mit einem anderen Wolf und der anschließenden Betäubung wieder zu sich kommt. Wissen, von dem er nicht weiß, wie er es erworben hat. Er wehrt sich nicht, als Odell ihm Blut abnimmt und einen Zettel in die Hand legt. Erst als ihn Odell verlassen hat, liest er den Zettel, der ihm verrät, dass er hier Freunde hat, von denen er nichts weiß. Und vor allem Lazarus nichts weiß. Und Odell erweist sich als eine Art Kopie des echten Odell, der in Wahrheit ein Wolf der besonderen Art ist. Ein Skinwalker oder Shapeshifter, ein Wolf, der jegliche Menschengestalt annehmen kann, ohne in Wahrheit Mensch zu sein. Und so nimmt er die Gestalt Odells an, aber bei Nacht geht er als weißer Wolf auf die Jagd.

Und auch eine junge Frau ist im Sanatorium des Doktors angekommen, freiwillig beworben hat sie sich sogar. Sie stellt sich sehr geschickt an im Umgang mit den Lykomanen, die Lazarus ebenfalls behandelt. Er beabsichtigt, sie eventuell in den „Kerker“ zu übernehmen. Auch gegen ihren Willen.

In dem nahegelegenen Ort weiß niemand, was in diesem merkwürdigen Kasten vor sich geht. Aber alle vermuten, daß dort Experimente durchgeführt werden. Natürlich würde niemand das ernsthaft vermuten. Die Bewohner des Dorfes ahnen aber trotzdem nicht, wie nahe sie der Wahrheit mit ihren Vermutungen kommen.

Und plötzlich verschwinden Menschen aus dem kleinen Ort. Das ist schon zuvor passiert. Unter den Verschwundenen ist eine junge Frau, Tochter eines Einwohners, und außerdem ein Päärchen der besonderen Art. Ein Fotograf und sein Freund, die nächtlicherweise ein ganz besonderes Motiv gesucht haben. Und dieses Motiv ist ein Wolf. Eine verwischte Aufnahme eines Wolfes war dem Fotograf bereits gelungen und als er sich in dieser Nacht auf die Lauer legt, um den Wolf wirklich vor die Linse zu bekommen, ahnt er noch nicht, daß sie im Gegenteil ihn bekommen werden.

Er stirbt, nicht aber ohne den Auslöser zu drücken. Und jemand anders bekommt das Foto.

Der weiße Wolf ist nur einer, der während der Nacht seinen Auslauf braucht. Die anderen Einwohner des Sanatoriums gehören ebenfalls dazu. Zumindest die Wölfischen. Sie erhalten in dieser Nacht eine besondere Art von Freilauf. Eine der Lykomanen wird als Opfer in den Wald geschickt und die Wölfe müssen sie verfolgen. Alle, bis auf Brandon, der diesmal schlafen gelegt wird, damit er nichts davon mitbekommt, was in dieser Nacht vor sich geht. Er schläft aber nicht und bekommt alles mit. Er ruft in der Sprache der wölfischen in die Nacht, kann das Verbrechen an der jungen Frau aber nicht verhindern. Als die Wölfe die Frau erreicht haben, erteilt Lazarus einen Befehl und die Meisten gehorchen. Aber nicht alle. Diejenigen, die nicht gehorchen, werden von der Frau getrennt, aber es kommt jede Hilfe zu spät. Was Lazarus nicht wirklich stört. Opfer gibt es immer auf dem Weg zum perfekten wölfischen Soldaten. Immerhin ist er schon sehr weit gekommen.

Der weiße Wolf, der Odell darstellt, kann verhindern, daß Brandon aus seinem Zimmer rennt. Der New One hat auf dem Gang eine Gestalt gesehen, die er für Rowena hält. Eine rothaarige Frau, und da er immer noch die Träume hat, hält Lazarus einen solchen Traum auch nicht für ungewöhnlich, auch wenn es in diesem Fall ein Tagtraum war. Vermutlich hat er nur die neue gesehen, die hat ebenfalls rote Haare. Wie auch immer, Odell kann ihn bändigen und schlafen legen. Und geht nachts hinaus, um sich mit anderen wölfischen zu treffen, die seine Freunde sind. Eine davon ist seine Freundin. Bevor er sie aber erreichen kann, wir er angeschossen. Und noch bevor die wölfischen Kräfte ihre magische Wirkung tun und ihn heilen können, erhalten seine Freunde Besuch. Morgan hat endlich in die Gegend gefunden und er will diese Wölfe daran hindern, ihre Taten weiterzuführen. Sie wollen Brandon helfen, weil sie an eine veränderte Bestimmung der Wölfe glauben. Sie nennen sich den Orden der Weisen Wölfe und ihre Zielsetzungen sind andere. Sie wollen friedlich mit den Menschen zusammenleben und wollen Hunt auch deshalb helfen, weil er möglicherweise ähnlich denkt. Aber sie werden von Morgan in einem alten Haus eingesperrt, auf eine sehr besondere Weise, indem er nämlich einen magischen Kreis der alten Schrift um das Haus schließt. Und damit macht er sich auf den Weg, um Brandon wieder zu sich zu holen.

In dem Sanatorium werden alle Wölfe freigelassen, von einem Fremden, der in die kleine Stadt kam und die Bewohner gegen das Sanatorium aufhetzte. Sie griffen gemeinsam an und als sie im Inneren ankommen, öffnen die Wachen dort die Käfige der Wölfe. Eine gewaltige Schlacht entbrennt und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als Brandon und der Doktor mit ihrer Besprechung zum Ende kommen. Brandon hält den Zeitpunkt für einen Angriff für gekommen und greift auch an, aber die anderen Wölfe und die Angreifer aus dem Dorf kommen ihm quasi zuvor. Er kann aber zumindest den Doktor noch verletzen und damit zu einem Wolf machen. Warum? Weil er so eine Motivation hat, sich was einfallen zu lassen, um ein Gegenmittel zu finden ... Eigentlich eine gute Idee, aber da eine ganze Menge wütender Wölfe in dem Sanatorium nun frei herumlaufen, scheinbar frei zumindest, könnte sie auch danebengehen. Wir erfahren es nicht so genau, nur daß der Fremde die Wölfe unter seine Kontrolle nimmt, Lazarus mit der Möglichkeit seines bevorstehenden Todes konfrontiert und Hunt verschwindet, weil Odell und damit Lenno, der letzte des Ordens der Weisen Wölfe, sich in die Schußbahn einer Kugel wirft, die er mit dem Kopf auffängt. Das überleben auch die Selbstheilungskräfte der Wölfe nicht.

Hunt verschwindet mit einer plötzlich aufgetauchten jungen Frau. Ruby, die neue Pflegerin, die eine unglaubliche Ähnlichkeit mit Rowena hat. Nein, genau genommen sogar Rowena ist. Und mit Morgan, der sie im Auto mitnimmt...

Fazit

Eigentlich war ich ja schon nach Band 3 versucht, so etwas ähnliches zu schreiben wie: Wir sollten uns nicht wundern, wenn Rowena plötzlich wieder autaucht. Und schon ist sie wieder da. Überraschend ist das nicht, im ersten Band hat ja nur ihre Hand im Schlafzimmer ihres neuen Freundes gelegen. Und der Rest ihres Körpers war so wohl vom Wolfskeim verseucht, der ihr die Hand auch wiedergegeben hat.

Wie auch immer. Im vierten Band erfahren wir von Plänen eines skrupellosen Menschen, der aus Wölfen Soldaten machen will, die er jederzeit unter Kontrolle halten kann. Das gelingt zwar nicht so richtig, aber er ist auf einem guten Weg. Letztendlich scheitert er aber, weil er sich mit Brandon einen Wolf geholt hat, hinter dem einfach zu viele her sind. Außer Morgan ist da noch der Orden der weisen Wölfe, den es nun aber nicht mehr gibt und der Fremde, der die Dorfbewohner aufhetzte. Morgan zumindest weiß über die Zukunft recht genau Bescheid, weil er mittlerweile beide Augen des First One hat und mit ihnen die Zukunft gesehen hat. Aber was hat der Fremde? Und wer ist er überhaupt? Was motiviert ihn?

Im nächsten Band werden wir sicher näheres erfahren. Der Titel „Friedhof der Wölfe“ legt schon nahe, daß es wohl um die Ankunft dort gehen wird. Mehr wohl nicht, denn wenn der finale Endkampf schon im vorletzten Band der Reihe stattfinden würde, was wäre das dann für eine Serie? Brandon wird wohl dort landen, wo er nach allem, was er bisher weiß, nicht hin will. Und was wird das für ihn bedeuten?

Wir erfahren es wohl erst, wenn der Zyklus abgeschlossen ist.

Wölfe

1. Der Fluch des Wolfes
2. Der Bund der Wölfe
3. Die Jagd des Wolfes
4. Der Kerker der Wölfe
5. Friedhof der Wölfe
6. Der Herr der Wölfe

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