2. Timothy Stahl - Der Bund der Wölfe

Woelfe 2Finch ist ein alter Mann, der schon lange in der Nähe des Diner lebt. An diesem Abend verirren sich zwei Menschen in den Diner und überraschen damit nicht nur den alten Mann, sondern auch Kitty Larkin, die Bedienung des Diners, die schon lange nicht mehr so viele Fremde gleichzeitig bewirten durfte. Von allen Einrichtungen der Zivilisation mindestens 50 Meilen entfernt, bietet die Tankstelle mit dem angeschlossenen Imbiss eine der wenigen Möglichkeiten, an dringend benötigte Waren zu kommen und so hat sie trotz allem ihr Auskommen.

Während sie sich mit Finch unterhält, der ein Stammgast in ihrem Lokal ist, wird im Fernseher das Bild eines Mannes gezeigt, der ihr bekannt vorkommt. Und nicht nur ihr, auch Finch reagiert sofort. Es ist einer der zwei Besucher des Diner. Er wird als Mörder beschrieben, der mehrere Menschen auf dem Gewissen hat und in einer spektakulären Flucht von der Golden Gate Bridge sprang. Aber er soll angeblich tot sein und das lässt die beiden doch zögern.

Diese Erfahrung macht auch McGee. Er hört vom Tod seines ehemaligen Kollegen und Freundes und geht in die Leichenhalle, um sich den toten Körper anzuschauen. Er ist vollkommen überrascht, als er den Toten sieht, der so gar nichts mit dem Freund gemeinsam hat. Aber er wurde anscheinend identifiziert, und zwar von keinem geringeren als Jacobson, was McGee durchaus irritiert.

Der stellvertretende Polizeichef bestellt ihn zu sich, weil er von seinen Freunden auf das Risiko aufmerksam gemacht wird, das McGee darzustellen beginnt. Er will sich mit ihm treffen. McGee willigt ein, ist aber von dem Ort doch einigermaßen überrascht. Über der Stadt, an einem Ort, an dem sich normalerweise junge Liebespaare treffen und der einigermaßen einsam liegt, will Jacobson ihn sehen.

Währenddessen trifft Brandon Hunt eine Entscheidung. Er verlässt das Diner, nachdem er aus den Gesprächen der beiden an der Bar schließen konnte, dass er im Fernseher zu sehen war, durch das Fenster der Toilette und will in den Wald verschwinden. Er hat ein Ziel vor Augen, das er aber zunächst einmal nicht erreicht, denn ein Mann steht plötzlich hinter ihm, der ihn mit einer Waffe bedroht. Er erweist sich ebenfalls als Wolf, greift Brandon aber nicht an, sondern bittet ihn, in seinen Wagen einzusteigen. In dem Pick Up, der immer noch den alten Anhänger mit sich führt, fahren sie los. Brandon hat viele Fragen. Morgan beantwortet diese geduldig, denn um ihn handelt es sich, den ehemaligen Vertrauten des Last One, der den New One auftragsgemäß unter seine Fittiche nehmen will. Er will sie zu Lucy bringen, einer Wölfin mit besonderen Fähigkeiten, um über seine Zukunft Informationen zu erhalten und auch Hunt hat dieses Ziel.

McGee erwartet Jacobson an dem Ort, den der Polizeichef als Treffpunkt angegeben hat. Er wundert sich schon darüber, dass der Polizist die Einsamkeit sucht, aber irgendetwas hat er immerhin zu verbergen, sonst hätte er sicher nicht einen Unbekannten anstelle von Hunt für tot erklärt. Er ist durchaus gespannt, aber seine Neugier wird nicht befriedigt, denn gerade als Jacobson zu einer Erklärung ansetzen will, fällt der berühmte Schuss. Jacobson geht getroffen zu Boden und McGee gleich mit ihm, quasi Sekundenbruchteile bevor ein weiterer Schuss fällt. McGee bringt sich in der Deckung seines eigenen Wagens in Sicherheit.

Jacobson scheint den Treffer überraschend gut überstanden zu haben. Er scheint kaum verletzt, als er plötzlich hochkommt und er verändert sich auf erschreckende Weise. In einen Wolf! Aber McGee hat keine Zeit, zu erschrecken. Ein zweiter Wolf kommt aus dem Dickicht und stürzt sich auf Jacobson, ein wütender Kampf entbrennt, den der stellvertretende Polizeichef nicht wirklich übersteht.

Und McGee erkennt, dass auch er eher ein Problem hat. Denn als Jacobson besiegt ist, wendet sich der Wolf ihm zu. Im letzten Augenblick kann sich McGee in den Wagen retten und den Wolf quasi überfahren. Mit seiner Waffe feuert er mehrfach auf das Tier und schleudert es mit dem Wagen schließlich über die Böschung. Er macht sich davon, so schnell er kann, begibt sich nach Hause und hört den Anrufbeantworter ab. Ein Kollege informiert ihn, dass Hunt gesichtet wurde, und zwar in einem gewissen Diner mitten in der Einöde. Anscheinend hat Kitty Larkin sich doch noch entschlossen, die Polizei in San Francisco zu alarmieren. McGee packt einige Sachen und macht sich auf den Weg, getrieben von einer merkwürdigen Mischung aus Fragen, die er an den ehemaligen Freund und Kollegen hat, und dem Hass auf den Mörder seiner Tochter.

Im Diner treffen noch zwei Gäste ein und Kitty Larkin ist drauf und dran, den Tag rot im Kalender anzustreichen. Die beiden jungen Männer wollen Wölfe jagen, und Finch horcht auf. Einer von ihnen ähnelt einem jungen Mann, der vor längerer Zeit in die Gegend kam und dann spurlos verschwand, Minuten zuvor hatte er sich noch mit der Kitty darüber unterhalten. Er bietet sich als Führer an und führt die beiden jungen Männer quasi direkt in die Falle, denn er hat einen wirklich guten Draht zu den Wölfen, auch wenn er keiner ist. Lucy, die eine wichtige Rolle unter den Wölfen spielt, ist nämlich seine Freundin und die will er unbedingt schützen.

Aber auch in Hunt brechen merkwürdige Beschützerinstinkte durch. Er springt aus dem fahrenden Wagen und rennt als Wolf in den Wald, direkt an die Stelle, die Morgan ohnehin ansteuerte. Aber nun muss er den Wagen mit Anhänger stehen lassen. Er wirft die Kleidung ab und folgt den Spuren des Wolfes, der Brandon Hunt nun ist, nachdem er selbst zum Wolf wurde. Im rechten Augenblick erreicht er ihn, um zu verhindern, dass er Artgenossen angreift. Mit einem Stein schlägt er ihn nieder. Sie sind an einem Bach im Wald, dem sie nun einige Schritte weit folgen. Der Bach hat eine magische Komponente und so führen sie die vierzehn Schritte, ausgehend von einem bestimmten Punkt, den sie unbedingt genau treffen müssen, einige Minuten in die Vergangenheit. Dort werden sie bereits von Lucy erwartet.

Die alte Wölfin, in die Morgen unsterblich verliebt ist, erzählt ihm von dem Blick in die Zukunft, den sie mit einem magischen Auge getan hat. Sie erzählt vom Ende der Wölfe als solche und gibt Hunt die Schuld daran. Das ist sein Todesurteil. Aber auch die beiden unvorsichtigen Sucher, die den Bruder und Freund gefunden haben, sind in Schwierigkeiten. Um nichts zu verraten, sollen sie ebenfalls zu Wölfen gemacht werden. Natürlich wollen sie das nicht. Zusammen mit Brandon werden sie angebunden, der noch zusätzlich mit magischen Runensymbolen gebändigt werden soll. Das Opferritual funktioniert aber nicht, und so hat sich Hunt plötzlich befreit. Morgen bezieht nun ebenfalls Stellung und bedroht Finch, der noch ein Mensch mit begrenzter Lebensspanne ist, damit, ihn zum Wolf zu machen - oder zu töten, wenn sie den New One nicht gehen lassen. Lucy, die ihn wohl nicht unsympathisch fand, weshalb sich Morgan auch Chancen ausrechnete, wenn Finch dereinst tot wäre, macht ihm sofort deutlich, dass seine Chancen damit für immer dahin sind. Aber der New One ist wichtiger. Und so verhilft ihm Morgan zu Flucht, auch den beiden Menschen, um die er sich aber persönlich doch noch kümmern will. Das immerhin verspricht er Lucy. Die Wölfin kann aber nicht verhindern, dass doch einer aus der Gruppe den Angriff wagt. Er verfehlt aber Morgan und trifft dafür Finch, der sofort tot ist. Morgan ergreift daraufhin die Flucht. Er hat noch ein Versprechen zu erfüllen und muss den New One schützen. Zurück bleibt eine trauernde Lucy, die schon einen Vorgeschmack auf das erhalten hat, was die Prophezeiung verkündete.

Hunt findet den Ausgang, auch wenn das angesichts einer solch versteckten Vorrichtung wie des Stroms der Zeit durchaus überraschen mag. Er verlässt mit den beiden Geretteten den Fluss und lässt sie gehen. Er vertraut Morgan, was sich eventuell als Fehler erweisen könnte, denn der Wolf hat ja versprochen, die beiden zu töten. Aber zunächst hat Hunt andere Probleme. Er erreicht den Pick Up und da ihm Morgan den Schlüssel überlassen hat, bereitet es ihm kein Problem, damit zu fliehen. Das ist aber nicht so einfach, wenn plötzlich ein Mann auftaucht, den er sehr gut kennt. Ed McGee hat ihn gefunden. Und er bedroht ihn mit der Waffe, will Erklärungen, die Hunt ihm doch nicht geben kann. Verzweifelt versucht er, seine Verwandlung in einen Wolf zu verhindern, das wäre der Tod des Freundes gewesen. Aber er merkt, dass er es nicht schafft und als der Schuss fällt, glaubt er schon, der Freund habe geschossen.

Aber das hat er nicht, als Hunt wieder zur Besinnung kommt, liegt Ed tot auf der Erde. Der Schuß kam aus einer anderen Richtung, wie Hunt sofort riecht. Er findet auch das Gewehr, mit dem geschossen wurde, aber nicht die Schützen. Die scheinen ebenfalls Wölfe zu sein. Ein Mann und eine Frau. Eine andere Partei, die plötzlich auftauchte.

Und als Hunt schließlich losfährt, bemerkt er den Zettel an der Windschutzscheibe. Als er die Worte entziffert, ist er erschüttert ...

Fazit

Hunt ist in Schwierigkeiten, und das nicht nur bei seinem eigenen Volk, sondern auch bei den Wölfen, die seine neue Heimat sein sollen. Die Rolle als New One scheint ihn nicht in einen unantastbaren Status zu erheben, im Gegenteil, er ist gefährlich für das Volk der Wölfe. Die Prophezeiung von Lucy zumindest legt das nahe. Wer aber sind die beiden Werwölfe, die Ed erschossen haben? Sie scheinen auf seiner Seite zu stehen. Die Geschichte bleibt geheimnisvoll und gespannt greifen wir nach Band 3 der Serie ...

Wölfe

1. Der Fluch des Wolfes
2. Der Bund der Wölfe
3. Die Jagd des Wolfes
4. Der Kerker der Wölfe
5. Friedhof der Wölfe
6. Der Herr der Wölfe

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