1. Timothy Stahl - Der Fluch des Wolfes
Dave Allred und sein Partner Brandon Hunt gingen einem Hinweis auf das Tier von San Francisco nach. Der Serienkiller hatte schon mehrfach zugeschlagen und die Hinweise aus der Bevölkerung sich bisher immer als Sackgasse erwiesen. Aber der Instinkt sagte Brandon, daß sie diesmal recht hatten. Und sein Instinkt war offensichtlich nicht so schlecht. Sie näherten sich der Wohnung, in der der Verdächtige sich versteckte und wollten schon klopfen, als sie aus dem Inneren ein unterdrücktes Stöhnen hörten. Sie klopften an die Tür und machten sich bemerkbar. Die Tür ging auf und bevor irgendjemand reagieren konnte, lag auch schon der Kopf Allreds vor den Füßen Brandons. Und sein Körper folgte nach. Hinter dem Körper, den Brandon gerade so noch auffangen konnte, erkannte er eine Gestalt, die einfach unmöglich möglich sein konnte. Er schleuderte die Gestalt des einstigen Kollegen gegen den Wolf, der sie mühelos zurückschleuderte. Und wollte auf die Gestalt schießen, traf auch, aber der Wolf war zu schnell und zu stark. Er fiel über ihn her, biß ihn in die Schulter und Brandon konnte ihn kaum noch zurückhalten, als sich die Kiefer auf seinen Hals zu bewegten. Wenn nicht eine weitere Gestalt, ebenfalls wölfisch, gekommen wäre, dann wäre seine Geschichte hier bereits zu Ende gewesen. Aber sie sollte hier ja erst beginnen. Und so wurde der Wolf von dem Neuankömmling getötet. Der sich sofort Brandon zuwandte, aber zögerte, als er dessen Witterung aufnahm. Mit dem toten Wolf, der nun wieder ein Mensch war, verschwand er über die Feuerleiter. Brandon blieb verletzt zurück. Der Neuankömmling war Morgan, ein Mann, der zusammen mit dem "Last One" auf der Erde unterwegs war. Dabei war der "Last One" der letzte der "Old Ones", einer alteingesessenen Werwolfrasse, die sich auf oder neben der Erde eine Bleibe schaffen wollte. Die neuen Werwölfe aber waren anders. In der Bay Area gab es einige von ihnen, wie Morgan feststellen mußte. Im Gegensatz zu den Alten, unterdrückten sie ihr Wolfsein und benutzten es, um Karriere in der Welt zu machen. In Jacobsons Geländewagen fuhren sie zu dem Schauplatz, an dem die Seelenbefreiung aus Talbots Körper stattfinden sollte. Der ziemlich tot auf dem Rücksitz saß. Viele der Wölfe aus der Bay Area fanden sich ein, neben dem Polizisten Jacobson auch eine Staatsanwältin, die er dienstlich kannte. Aber der "Last One" befahl, nicht zu reden und ließ sie in einen uralten Wohnanhänger einsteigen, der von den magischen Zeichen in einen Zugang in jene mystische Welt neben der Welt verwandelt wurde. Und bei der Zeremonie erlebten die Wölfe mit, wie die wölfische Seele aus dem Körper des abtrünnigen Menschen gerettet wurde. Der Körper mußte aufgegeben werden, aber die Seele reihte sich bei den anderen Seelen mit ein, die in dieser Jenseitswelt lebten. Udn Morgan wollte dem "Last One" von der merkwürdigen Witterung erzählen, der ihm aber zuvorkommt. Die magischen Zeichen haben sich etwas verändert und verraten ihm alles. Und so zeigt er ihm ein Stück Fell, offensichtlich von einem Wolf stammend, das dieselbe Witterung aufweist. Und er bezeichnet das Stück Fell als zu dem "New One" gehörend, einer Art Messias für die Wölfe. Brandon wundert sich über die Kraft seines Körpers, den Biß zu heilen, aber ahnt noch nicht, was ihn erwartet. Nur daß der Fall eingestellt wurde, teilt ihm McGee mit, sein väterlicher Freund und Vorgesetzter, der bald in Ruhestand gehen wird. Brandon wird wütend, kann aber gegen die Entscheidung von Jacobson, dem Stellvertreter des Polizeichefs und der Staatsanwältin Freeman nichts machen. Und so findet er sich damit ab, wird von dem alten Chief zu seiner Verabschiedung eingeladen, die in Moores Inn stattfinden soll und bei der ihn eine Überraschung erwarten soll. Brandon ahnt noch nichts davon. Dafür passieren dem "Last One" schlimme Dinge. Er fährt mit Morgan im Wagen mit dem Wohnanhänger die Strasse entlang und trifft auf ein Pannenfahrzeug. Er will, daß Morgan dem Mann hilft und weiß offensichtlich sehr genau, was nun passieren wird. Morgan geht hin und wird von dem grauhaarigen Mann, der wie ein harmloser Salesman aussieht, erschossen. Und dann kommt der Mann auf den uralten Werwolf zu, der wie ein zeitlos wirkender, aber schon älterer Indianer aussieht. Und sich nicht gegen den Angriff des Salesman wehrt. Er erkennt den Tomahawk, mit dem er ermordet werden soll, als magische Waffe wieder. Aus seinen eigenen Gebeinen wird sie vom Knochenmann in der Zukunft hergestellt werden und nur mit dieser Waffe sind die Angehörigen der "Old Ones" überhaupt zu töten. Nun ist seine Stunde gekommen und wie er aus dem eigenen Blick in die Zukunft weiß, aus dem er auch den Fetzen vom Fell des "New One" mitgebracht hat, sollte er sich nicht gegen die Entwicklungen wehren. Aber er darf nicht gleich sterben, deshalb taucht er nur leicht weg, so daß ihn der Tomahawk mit den magischen Symbolen in die Brust trifft. Gerade so kann er sich in den Wohnwagen und über ihn in die Jenseitswelt retten, wo er stirbt. Und der Salesman wundert sich, weil der Tote einfach so verschwunden ist. Zusammen mit dem Tomahawk, den er eigentlich dem Auftraggeber wiederbringen soll. Aber der belohnt ihn auch so dafür, daß er den Mord zuverlässig ausgeführt hat. Indem er ihn tötet. Brandon lernt eine alte Jugendfreundin kennen, als er auf der Verabschiedungsparty von McGee ist, nämlich Rowana, die Tochter seines väterlichen Freundes. Früher waren sie Nachbarn gewesen und haben sich immer sehr gut verstanden. Aus dem schönen Mädchen ist eine wunderschöne Frau geworden, wie Brandon feststellen muß und er verliebt sich in sie. Früher war er immer bei den Nachbarn, weil sein Vater für ihn kaum ein Maßstab sein konnte. Er war starker Alkoholiker, starb schließlich an der Sucht und seine Mutter starb später an Krebs. Rowana hatte ihre eigene Mutter bei einem Autounfall verloren und so verband sie beide ein schlimmes Schicksal. Sie war mittlerweile in Yale gewesen, wo sie als Herzchirurgin studiert hatte. Und nun sahen sie sich nach vielen Jahren wieder. Auch sie verliebte sich. Und gemeinsam landeten sie in seiner Wohnung. Beim ersten Kuss wurden sie gestört, durch einen Schuß, der auf der Strasse fiel. Und Brandon ging hinaus, um dem Opfer zu helfen, wurde aber selbst ein Opfer des Wolfes in sich, der ihn zum ersten Mal übernahm und mit ihm zurückging in sein Haus. Als Brandon wieder zu sich kommt, ist von Rowana nur noch eine Hand mit einem Ring, den er kannte, übrig geblieben und er kann es kaum fassen, legt sich eine Geschichte zurecht, die ihn entlasten würde, aber muß erkennen, daß er sich damit nur selbst belügen würde. Er hat seine Freundin ermordet, bevor sie sich richtig ineinander verlieben konnten. Und die Tochter seines besten Freundes noch dazu. Trotzdem geht er zu ihm hin, erhofft sich Hilfe von ihm, wir aber von den Polizisten gestellt und verhaftet. Aber als er wieder zu sich kommt, kann er die Handschellen mit schier übermenschlichen Kräften zerreisen. Mitten auf der Golden Gate Bridge verursacht er einen Unfall und bevor ihn die Polizisten erschießen können, springt er über das Geländer und fällt über sechzig Meter tief in das Wasser der San Francisco Bay. Morgan hat die Schüsse auf ihn irgendwie überlebt, die Selbstheilungskräfte der Wölfe haben ihm geholfen. Und nun muß er seinem Volk die Nachricht vom Tod des Letzten überbringen. Der inzwischen in der Jenseitswelt angekommen ist, wo ihn der Knochenmann bereits erwartet, um aus den Gebeinen seines toten Körpers den Tomahawk zu fertigen, den er dann dem Strom der Zeit übergibt ... FazitTimothy Stahl hat zu diesem ersten Band auf der Homepage bei Bastei ein Tagebuch veröffentlicht. Als Schlußwort stellt er fest, daß die Geschichte zwar kein absoluter Kracher, aber zumindest spannende Unterhaltung geworden ist. Selbstkritisch ist er und recht hat er damit auch. Der Roman ist wirklich eine spannende Geschichte und macht Neugier auf mehr. Die Figuren werden überzeugend eingeführt und wecken sofort Sympathien. Als Brandon in sein eigenes Haus kommt, um Rowana als Wolf gegenüberzutreten, ist man als Leser schon reichlich verzweifelt. Aber ändern kann man es nicht. Und so kann man nur abwarten, was aus der Geschichte noch werden soll, wenn gleich am Anfang eine sympathische Erscheinung wie Rowana sterben muß. Die Grundidee erinnert sehr an Vampira, als die Vampire auch ein Volk der Nacht auf der Erde stellten, wie es in "Wölfe" die Werwölfe tun. Und auch wie in Vampira wird mit Brandon ein Werwolf geboren, der nicht ganz der typische Vertreter seiner Rasse ist. Sich vielleicht sogar gegen sie stellen wird? Zumindest scheint er mit seiner Rolle nicht sehr zufrieden zu sein, wie die Vorankündigung verrät. Mal sehen, wohin die Geschichte führt. Die Idee mit der jenseitigen Welt der Werwölfe, die mit dem Tod eines jeden der Old Ones immer materieller wird und sich mit dem Tod des "Last One" zu materialisieren scheint, ist jedenfalls richtig gut. Und was Brandon für die Werwölfe noch bedeuten wird, wird man abwarten müssen. |
Wölfe1. Der Fluch des Wolfes2. Der Bund der Wölfe 3. Die Jagd des Wolfes 4. Der Kerker der Wölfe 5. Friedhof der Wölfe 6. Der Herr der Wölfe |

Leon Talbot ist ein Werwolf. Und er mag dieses Gefühl ganz und gar nicht. Am Anfang wußte er es noch nicht einmal. Auf einer Reise nach Kanada war er nachts von einem Wolf überfallen worden und hatte sich gegen ihn verteidigen können. Der Wolf hatte ihn aber verletzt. Und so war aus Talbot unmerklich ein Wolf geworden. Als er sein erstes Opfer tötete, die Praktikantin in der Firma war, in der er gearbeitet hatte, war er sich seiner Rolle in dieser Geschichte noch nicht bewußt gewesen. Erst nach dem zweiten Opfer war ihm langsam klar geworden, daß er sehr wohl damit zu tun hatte. Und er konnte diesen Gedanken nicht länger ertragen. Er war untergetaucht. Und in einem schäbigen Motelzimmer war er nun dabei, sich die Waffe in den Mund zu stecken. Und sich zu fragen, ob man für einen Werwolf wirklich eine Silberkugel benötigte. Er sollte es nicht sofort herausfinden, denn ein Geräusch störte ihn. Offensichtlich waren sie ihm bereits auf den Versen.