11. "Die Spinnen-Seuche" von K.U. Burgdorf

Raven 11Ein harmloser Familienvater wandert auf Stonehenge zu, das im Zuge einer Mordserie unheilige Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erregt hat. Er wird allerdings Stonehenge selbst niemals erreichen. Bereits kurz zuvor, wird er von einem merkwürdigen Gefühl abgelenkt, das ihn zu einem pulsierenden Ei führt. Das Ei öffnet sich in seiner Hand und aus dem Ei fallen sieben kleine, winzige, spinnenähnliche Tierchen auf seine Handfläche. Er beobachtet seine Hand mit den Tierchen wie einen Fremdkörper, kann sich nicht wehren. Auch sonst hilft ihm niemand. Die sieben Tierchen wandern über seine Handfläche und verschwinden in einem Loch in seinem Körper. Sie erreichen sein Gehirn und übernehmen seinen Verstand.

Vier Wochen sind seit den Ereignissen von Stonehenge vergangen. Target ist längst wieder in den USA unterwegs. An der Westküste bewegt er seinen Wagen über eine staubige, kerzengerade Landstrasse, die irgendwo in der Nähe von Las Vegas verläuft. Er hat gerade wieder einmal seinen unnachahmlichen Sinn für Stories unter Beweis gestellt. Die Kollegen vermuteten schon, daß er ihm abhanden gekommen sein könnte, nachdem er aus dem Urlaub aus England ohne einen Bericht wiedergekommen ist. Diesmal ist es ihm gelungen, einen Entführungsfall aufzuklären, indem er einen Zeugen befragte, den die Polizei nicht gefunden hat. Dementsprechend fühlt er sich hervorragend.

Und hungrig.

An einem Schild, auf dem eine Imbissbude beworben wird, verlangsamt er. Ein riesiger Pfeil an der riesigen Werbetafel verkündet, daß direkt hier eine Mahlzeit zu bekommen ist. Er stellt fest, daß das Gebäude eine winzige Bude mitten in der Wüste ist, die wirklich direkt hinter dem riesigen Schild versteckt ist. Er steigt aus und will sich erst einmal einen Burger genehmigen. Er hofft noch, daß das kleine Gebäude wenigstens eine Klimaanlage hat. Aber natürlich hat es, ist ja durchaus normal in den Staaten. Und die Anlage ist wirklich megaeiskalt.

Dafür scheint niemand da zu sein. Aber als er sich mit einem Räuspern bemerkbar macht, bemerkt er, daß direkt hinter der Theke jemand zu sein scheint. Und wirklich, da kniet eine junge, blonde Frau und sortiert gerade die Dosen in den Kühlschrank. Natürlich kann Target einen Burger kriegen und ebenso natürlich ist es kein Problem, ein kühles Bier zu kriegen. Das Mädchen, das sie als Eddie vorstellt (eigentlich Edda, sie ist Deutsche), erweist sich als ungewöhnlich schlagfertig und so muß Target bald die Antwort auf ihre Anmerkungen verweigern. Ihm fällt nichts mehr ein.

Sie erzählt ihm, daß sie eigentlich als Au Pair in dieses Land gekommen ist. Sie ist ungewöhnlich groß, jung und schön, wie Target durchaus auffällt. Und das fiel wohl auch ihrem damaligen Arbeitgeber auf, der nicht so wirklich begreifen wollte, daß sie deutsche ist und sich lieber "französich" mit ihr unterhalten wollte. Sie hat ihm daraufhin eine geknallt und ließ ihn stehen. Den Job in dieser Bude nahm sie nur an, weil niemand nach einer Arbeitserlaubnis fragte.

Raven trifft inzwischen Sir Anthony wieder. Er muß davon überzeugt werden, daß sieben fürchterliche Monster ausgebrochen sind und daß man eine Art weltweites Frühwarnsystem entwickeln sollte, um rechtzeitig zu erfahren, wenn etwas passiert. Sir Anthony will zunächst nicht, bekennt dann aber, daß ihm das alles Angst macht und verspricht seine Hilfe. Als er Sir Anthony schließlich verlässt, weißt er noch seinen Butler und Leibwächter darauf hin, daß er doch bitte genau auf seinen Chef aufpassen soll. Das verspricht dieser. Und RAven trifft Hillary, die ihn doch dringend sprechen will. Es geht um die Ereignisse in der U-Bahn und merkwürdige Träume, verrät sie ihm noch. Dann macht sie mit ihm ein Date in einer In-Diskothek aus und bittet ihn, auch wirklich zu kommen. Er verspricht dies.

Janice Land erhält Besuch von einer Frau namens Marjorie McDermott. Diese stellt sich als neue Klientin vor und will unbedingt vorgelassen werden. Janice telefoniert schnell noch mit Raven, der gerade anruft, um ihr mitzuteilen, daß er noch Hillary in einer Diskothek treffen muß. Dann verabschiedet er sich und sie stellt sich der neuen Kundin vor. Kurz vor dem Händedruck sieht sie noch das Loch in ihrer Handfläche, hält es aber für einen Leberfleck.

Target freundet sich sehr schnell mit Eddie an und futtert genüßlich seinen Hamburger, als plötzlich ein fürchterliches Getöse vor dem Imbiss losgeht. Er wirft einen Blick über die Schulter und sieht als erstes einen riesigen Reo Speedwagon. Vor oder besser unter diesem gewaltigen Truck, sieht er einen metallenen Trümmerberg, der einmal ein Motorrad gewesen war. Und direkt vor der Scheibe, die sie von der Hitze dieser Wüste schützt, sieht er einen Motorradfahrer, der direkt auf sie zugeflogen kommt. Er reagiert sofort, als ehemaliger Footballspieler ist er stark und reaktionsschnell. Blitzschnell hechtet er über die Theke, schnappt sich nebenbei noch Eddi und landet auf der großgewachsenen Blondine, die zunächst etwas empört scheint, aber dann aufschreit, als der Donnerschlag des Einschlags zu hören ist. Das Fenster zersplittert, der Motorradfahrer landet direkt an der Theke und alles ist plötzlich voller Glassplitter. Target und das Mädchen stellen schnell fest, daß der Mann noch nicht tot ist. Er steht einfach wieder auf, gehalten von einer Art Stützskelett, das seinen gesamten Körper durchzieht und aus dem merkwürdige Kügelchen mit Beinen herausfallen. Sie versuchen, zu verschwinden, aber der Untote verfolgt sie. Und der Trucker ist geschockt. Aber noch schlimmer ist es für ihn, als der vermeintlich tote Motorradfahrer aus dem Imbiss kommt. Da rennt er einfach davon.

Target sieht nur noch eine Möglichkeit. Er wirft ein brennendes Streichholz in das Benzin, durch das der Untote gerade läuft und rennt mit der blonden neuerlich davon, zu seinem Auto diesmal. Die Explosion, als das Feuer den Benzintank des Truck erreicht, kriegt er noch in Form der Druckwelle ab, der Fahrer des Motorrades kommt aus dem Feuerball gelaufen und stirbt dann aber doch endlich. Mit Eddie zusammen fährt er schleunigst nach Las Vegas und bucht einen Flug nach England. Er ruft Card vom Flughafen an und kündigt an, daß er mit Eddie zusammen erscheinen wird. Er verkündet den Angriff des Monsters, das wohl mit den sieben Monstern zusammenhängt, die in Band 11 plötzlich Thul Saduum heißen, nicht mehr Thul Saduun. Auf jeden Fall kündigt Card an, sie vom Flughafen abzuholen.

Raven erfährt von Hillaries Träumen und merkt reichlich schnell, worauf das hinausläuft. Plötzlich ist auch er auf der Flucht. Und gemeinsam entkommen sie mit knapper Not aus der Disko, die plötzlich voller befallener ist, die von der Spinnenseuche infiziert wurden. Auch er wendet sich an Card und kündigt seine Übernachtung bei Sir Anthony an. Dorthin begibt er sich mit Hillary und gemeinsam schlafen sie, bis am anderen Tag Target eintrifft. Raven hat im Traum die rettende Idee. Er ruft nach Boraas, dem Dämon aus dem dritten und vierten Band, der ihnen seinen Namen verraten hat.

Target kommt am Flughafen an, muß aber erkennen, daß sowohl Card, als auch Janice bereits befallen sind. Sie kriegen Eddie, er kann gerade noch so entkommen. Über den Zaun verlässt er den Flughafen, wird aber von McDermott und Janice aufgegriffen. Danach ist auch er befallen. Als Raven schließlich aus dem Bett klettert und in den Wohnraum kommt, ist außer ihm jeder in der Hand des Feindes. Zum Glück kommt Boraas, genau in dem Moment, in dem ihn die anderen übernehmen wollen.

Der Dämon bringt ihn in das Reich des Bösen, das sich der stärkste dieser Thul Saduun geschaffen hat. Dort erzählt er ihm das Geheimnis. Außer dem einen, sind noch lange nicht alle von ihnen so mächtig, wie sie sein könnten. Deshalb haben sie sich auch entschlossen, zunächst Rache an Raven und Target zu nehmen und ihnen so noch etwas Zeit gegeben. Und eine Chance. Es genügt, den einen zu besiegen und alle sieben sind vernichtet. Raven akzeptiert und bittet Boraas, das Monster zu erlegen. Der tut es weil er muß, aber nicht unbedingt weil er will. Und so stirbt am Ende das Monster. Aber auch Boraas, der seinen besten Kampf ausgefochten hat. Dadurch, daß alle Fäden, die das Monster gesponnen hat, zerreisen, ist alles so, wie es einmal gewesen ist. Die Befallenen sind alle frei. Und damit sind alle elf bisher erschienen Romane zu Ende.

Fazit

Nun fehlt also nur noch einer, der die Geschichte zu einem Abschluß bringen will. Außer der Tatsache, daß die Thul Saduun plötzlich durchgehend als Thul Saduum bezeichnet werden, ist die Geschichte sehr gelungen und schließt den Komplex würdig ab. Der nächste Band ist ein vollkommen neuer, geschrieben von Hohlbein zusammen mit Frank Rehfeld und nach einigen Ideen von K.U. Burgdorf. Und so, wie das Geschriebene klingt, ist durchaus nicht klar, ob die Reihe bereits endet mit der nächsten Nummer, oder ob wir von Raven noch etwas hören werden.

Raven

1. Schattenreiter
2. Das Schwert des Bösen
3. Die Rache der Schattenreiter
4. Horrortrip ins Schattenland
5. Merlins böses Ich
6. Das Phantom der U-Bahn
7. Der Kristallschädel
8. Der Magier von Maronar
9. Der Turm der Lebenden Toten
10. Das Stonehenge-Monster
11. Die Spinnen-Seuche
12. Die Schatten-Chronik

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