10. "Das Stonehenge-Monster" von Hohlbein/ Burgdorf

Raven 10Ein neuer Klient taucht auf und der ständig klamme Privatdetektiv Raven lässt sich von Jeff Target engagieren, der die Empfehlung von den Devlins aus Band 9 hat. Der Reporter legt ein Paar Scheinchen extra drauf und erkauft sich so die Möglichkeit, den Maserati des Detektivs persönlich steuern zu dürfen. Er scheint ein durchaus guter oder besser draufgängerischer Fahrer zu sein, an die Geschwindigkeitsbegrenzungen jedenfalls scheint er sich nur ungern zu halten.

Target hat eine Schwester. Ihr Name ist Betty Malloy und sie hat vor längerer Zeit geheiratet, eine Hochzeit, die sie nach England führte. Heute macht sie Führungen nach Stonehenge und der Mann, der ihr Geld dafür bezahlt, ihn nachts zu dem Mahnmal zu führen, kommt ihr etwas merkwürdig vor. Aber da der Deal in einem Wirtshaus gemacht wurde, wo sehr viele Menschen von dem Ereignis etwas mitbekommen haben, geht sie eigentlich davon aus, daß der merkwürdige Fremde sie wohl nicht vergewaltigen wird. Oder so.

Über das "Oder so" hätte sie wohl besser noch genauer nachgedacht. Denn plötzlich verändert sich der vermeintliche Barry Lamb und wird zu Barlaam, einem Wesen, das sie wohl an das Monster aus Band 6 erinnert hätte - wenn sie denn Band 6 gelesen hätte. Barlaam ist so eine Art Helfer der Thul Saduun. Er ist ein ehemaliges Mitglied der Magier, der sich für die Seite der Thul Saduun entschieden hat und von ihnen als eine Art Halbwesen sozusagen adoptiert wurde. Heute ist er eine Art Hüter von Stonehenge und als solcher kennt er das Geheimnis dieser uralten Anlage natürlich sehr genau. Das weiß Betty allerdings nicht. Sie wird lediglich das erste Opfer des Barlaam, landet auf einem blankpolierten Opferstein und wird von einem ungeheuren Blitzschlag bis auf die Knochen verbrannt. Der Tod kommt schnell.

Und der Reporter, der ihr Bruder ist, auch. Er rast in das kleine Städtchen Karghill hinein und bremst ziemlich stürmisch direkt vor dem Polizeirevier. Er macht einen richtigen Wirbel, wie man es einem anständigen Amerikaner auch ohne zu zögern unterstellen würde und bestätigt so eigentlich jedes Klischee, das man gegenüber einem Amerikaner haben könnte. Oder ist er nur unsicher, trauernd um eine Verwandte? Er stürmt in die Amtsstube und erfährt, daß die Stadt einen Bürgermeister hat, aber keinen Polizeichef. Und diesen sucht er auf. Der kann ihm aber nicht helfen. Er bittet den Reporter um Geduld und macht ihm klar, daß sie eigentlich nur natürliche Ursachen für ihren Tod feststellen konnten.

Raven und Target quartieren sich im lokalen Gasthof ein und machen sich auf die Suche nach Berichten über das Geschehen. Dabei macht Target Raven auch klar, daß er ihn eigentlich nur deshalb engagiert hat, weil er eine Waffe tragen darf, was ihm als Amerikaner in England leider verboten ist, was er doch so gar nicht verstehen kann. Raven ist also nur eine gemietete Waffe für den Reporter, was den Detektiv nicht gering frustriert. Aber was soll er schon machen? Das Geld braucht er jedenfalls. Und so macht er sich auf, einige Einheimische Abzufüllen, um näheres von ihnen zu erfahren. Immerhin erhält er Informationen über ihren nächtlichen Ausflug nach Stonehenge und darüber, daß Barry Lamb, der von den anderen Gästen im Gasthof durchaus identifiziert wurde, für den Mord ein Motiv hätte, wenn es denn ein Mord war.

Raven geht aus dem Haus und macht sich mit dem Maserati auf den Weg nach Stonehenge. Nächtlicherweise schaut er sich das uralte Bauwerk an und macht sich Gedanken, um was es sich eigentlich handeln könnte. Schließlich irritiert ihn das nächtliche Leuchten und er findet ein Wesen, das er nun wiederum tatsächlich aus Band 6 kennt, von dem Auftrag in der U-Bahn von London in jedem Fall. Er macht sich schleunigst vom Acker und kommt gerade so davon, was sein Glück ist, das Wesen braucht nämlich noch mehr Opfer, die es töten muß. Und es findet auch einige Opfer. Unter anderem ein Liebespaar, der Mann wird von ihm getötet, die Frau verschont er aber. Er nimmt sie mit in uralte Anlagen unterhalb von Stonehenge.

Weitere Opfer findet das Monster in einem Bauernhaus außerhalb von Karghill.

Target macht sich schließlich auf den Weg, um nach Spuren zu suchen. Und zwar mit dem Fahrzeug von Raven. Zumindest hat er das vor. Raven geht so lange zur Polizei, um sich mit denen über das Alibi von Lamb zu unterhalten. Genau dieser läuft allerdings Target über den Weg und stoppt den Reporter. Er will mit ihm reden und bittet ihn darum, mit ihm zu kommen. In einem Wohnhaus in der Nähe, will er sich mit ihm unterhalten. Nähe erweist sich als sehr relativ, das Wohnhaus ist viel weiter weg, als gedacht. Target wird doch reichlich mulmig. Er folgt Lamb zwar, aber nicht mehr so wirklich bereitwillig. Schließlich erreichen sie das Haus und Lamb geht ins Innere, während sich Target noch schnell die Waffe schnappt, die Raven für alle Fälle unter dem Armaturenbrett befestigt hat. Das Monster kriegt das aber mit und konfrontiert den Reporter sofort mit seinem Wissen. Target legt die Waffe vor sich und will von Lamb wissen, was das alles bedeutet und was er mit ihm vor hat.

Target erfährt, wer Barlaam ist und was er von ihm will. Schon vor vielen Jahren, als Druide noch, lernte Barlaam einen Menschen kennen, in dem das Erbe der Magier von Maronar schlummerte. Dieses ist nämlich unbedingte Voraussetzung, um das Siegel unterhalb von Stonehenge zu lösen. Die Anlage wurde von den Magiern geschaffen, um die Thul Saduun für immer unterhalb von Stonehenge zu internieren. Und einen Magier oder zumindest einen Nachfahren derselben benötigt man dafür. Ursprünglich war das Volk der Magier, die Menschen nämlich, nichts weiter als ein Volk von Sklaven, die aber ihre eigenen Vorstellungen entwickelt haben. Und damit haben sie sich dann langsam aber sicher zu den Herren der Erde entwickelt. Aber wenn die Thul Saduun nun übernehmen, dann werden sie die Menschen wieder auf den ihnen angemessenen Platz verweisen.

Target ist natürlich genau so ein Nachfahre der Magier und soll den Thul Saduun die Herrschaft über die Erde zurückgeben. Er weigert sich natürlich. Barlaam wird wütend, aber Target stoppt ihn, indem er ihn genüßlich mit seinem Verdacht konfrontiert: Daß er damals den besonders befähigten Menschen in seiner Wut getötet hat und deshalb viele Jahre warten mußte, bis wieder jemand kam, der ihm zur Verfügung stehen kann. Und daß er sicher nicht den gleichen Fehler noch einmal machen wird. Mit diesen Worten verlässt er das Haus und springt in den Wagen. Unter den wütenden Feuerstößen, die ihm das Wesen dann trotzdem hinterherschickt, wird der Wagen von Raven schwer beschädigt. Target entkommt und kann seine Geschichte nicht nur Raven, sondern auch dem inzwischen eingetroffenen Card erzählen.

Und damit bereiten sich alle auf den Endkampf vor. Sie dürfen nicht erlauben, daß das Siegel geöffnet wird. Deshallb gehen sie auch genau dahin, wo die bösen sind. Inzwischen hat Barlaam noch einmal getötet, den Liebhaber des Mädchens nämlich, und kurz bevor es passiert, tötet er noch ein letztes mal, das Mädchen selbst, das er auf das Siegel wirft und die daraufhin sofort tot ist.

Das nächste Opfer wäre dann Target. Aber der Reporter will immer noch nicht so, wie Barlaam gerne würde und wehrt sich heftig gegen die Beeinflussung durch das Monster. Das Siegel ist schon sehr dünn geworden und plötzlich ersteht das alte Stonehenge neu. Es erweist sich als durchaus einem altertümlichen Planetarium ähnlich, gewisse Sternkonstellationen sind durch die noch sichtbaren Lücken deutlich zu erkennen. Und Target erkennt ziemlich deutlich, wozu Stonehenge wirklich dient. Er widersteht dem Zwang, das Siegel zu lösen, bis zum letzten Augenblick, dann kann er nicht mehr widerstehen und öffnet es. Nur für Sekundenbruchteile. Denn sofort erneuert sich das Siegel und erstrahlt noch wesentlich heller, als zuvor. Die wimmelden Thul Saduun sind und bleiben eingesperrt.

Barlaam macht sich sofort davon und verschwindet, aber Target weiß natürlich genau, wo er sich versteckt. In dem Haus, in dem er schon einmal war, finden sie ihn. Raven ist keine große Hilfe, weil er schon zuvor eine auf den Kopf bekommen hat und deshalb erst einmal mit seiner Gehirnerschütterung fertigwerden muß. Dafür geht Target hinein, nur mit einer Maschinenpistole bewaffnet, die er von Card erhält. Natürlich wird auch er nicht mit dem Monster fertig. Jedenfalls, bis er eine gute Idee hat. Er postiert sich direkt vor einem Spiegel und als das Monster wieder einmal einen Blitz verschießt, duckt er sich blitzschnell. Der Blitz wird zurückgeschleudert und verletzt das Monster schwer, das nun im Sterben liegt und Target als einzig würdigen Gegner seines Lebens bezeichnet. Im Sterben verrät er ihm noch ein Geheimnis. Sieben der mächtigsten Thul Saduun waren bereits direkt unter dem Siegel und in dem sekundenbruchteil, den das Siegel geöffnet war, können sie das Gefängnis verlassen. Sie sind also immer noch eine Gefahr. Einer von ihnen kann bereits die Herrschaft über die Erde übernehmen. Und nun sind sieben von ihnen dort unterwegs.

Unsere Helden sind machtlos und können eigentlich nichts anderes machen, als auf das Aktivwerden der Thul Saduun zu warten.

Fazit

Eine neue Figur erscheint in der Serie und laut den Informationen, die auch diesem Roman wieder in Form einer Art Leserseite beigefügt sind, erfahren wir, daß der Reporter Jeff Target eine Erfindung von Wolfgang Hohlbein ist. Eigentlich sollte auch dieser Reporter in der Serie Gespenster Krimi des Bastei Verlages auftauchen. Allerdings wurde dieses Manuskript aus "heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen" abgelehnt und verschwand in einer Schublade des Autors. Für die Reihe Raven hat Wolfgang das Manuskript wieder ausgegraben und es K.U. Burgdorf zur Verfügung gestellt. Der hat es umgeschrieben, den Geisterdetektiv mit eingearbeitet und so einen gemeinsamen Roman der Autoren für die Reihe erstellt.

Das Ergebnis ist durchaus gelungen, der Reporter eine absolut nicht uninteressante Figur. Allerdings mutet sie etwas übertrieben an, in dem Nachfolgeroman, den K.U. Burgdorf allein geschrieben hat, ist er irgendwie nachvollziehbarer geschildert. Aber das kann den Genuß des Romans nicht wirklich trüben, auch die Nummer 10 ist durchaus gelungen.

Raven

1. Schattenreiter
2. Das Schwert des Bösen
3. Die Rache der Schattenreiter
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5. Merlins böses Ich
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7. Der Kristallschädel
8. Der Magier von Maronar
9. Der Turm der Lebenden Toten
10. Das Stonehenge-Monster
11. Die Spinnen-Seuche
12. Die Schatten-Chronik

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