8. "Der Magier von Maronar" von K.U. Burgdorf

Raven 8Träume sind nicht gut für den junden Schweden Sören Andersson. In diesen Träumen erlebt er immer wieder, wie die Seele des Meistermagiers von einem Thul Saduun aus seinem Schädel geholt und in einen Kristallschädel verpflanzt wurde. Und damit er nicht so einsam weiterexistieren muß, hat er gleich noch drei von seinen Gehilfen ebenfalls in einen Schädel verpflanzt. Er will sie Milliarden Jahre in die Zukunft bringen, wo er sich gerne mit seinen drei Freunden wieder vereinen kann. Wenn ihm dies gelingt, kann er sich von dort die Erde untertan machen, die in dieser Vergangenheit Maronar heißt und von den Magiern beherrscht wird. Sie führen ein erschreckendes Regime auf der Erde und greifen nun auch nach unserer Gegenwart.

Sören erkennt schnell, daß seine Eltern nicht seine wahren Eltern sind. Sondern ein Magier aus einer fernen Vergangenheit. Und er möchte die Träume los werden, so schnell es geht. Aber er kann es nicht und so stiehlt er sich eines Nachts aus dem Haus, nur mit einem Messer bewaffnet, greift sich eine Katze und schlachtet sie regelrecht ab. Töten ist nicht so einfach, wie er feststellen muß. Er lässt die Katze ausbluten und malt seinen nackten Körper mit dem Blut des Tieres an, zeichnet magische Symbole auf seine Haut und ruft nach seine Meister.

Der Meister erscheint im Blutspiegel, den das Blut des Tieres bildet und gibt sich als der Meister aller Magier zu erkennen. Er macht dem Jungen klar, daß er nach dem Angriff des Thul Saduun den unbeseelten Körper des Magiers entdeckt hat. Er hat daraufhin den Körper genommen und aus seiner vitalen Energie, die noch übrig war, einen Samen geformt, den er in die Mutter des jungen Sören gelegt hatte. Und somit ist Sören die Reinkarnation des Meistermagiers von Maronar.

Er kann die Träume nur loswerden, wenn er die vier Schädel findet und ihm, dem Obermagier, den Weg in die Zukunft ebnet, damit das Reich der Magier wieder neu erstehen kann. Sören willigt ein. Es dauert lange Jahre, mehr als dreißig, bis er die Schädel schließlich in seine Macht bekommt. In dieser Zeit dient er dem Syndikat als sehr effektiver Mörder, denn seine Opfer kommen niemals wieder. Sie verschwinden alle im Abgrund der Zeit, als er sie dem Herren aller Magier widmet. Und schließlich ist er der Chef, der oberste des Syndikats. Harald Münzschläger und das Frettchen Roscoe Smith sind seine Mitarbeiter. Sie sind auf dem Weg zu ihm, verlassen das Land mit Hilfe der Schädel und fliegen nach Schweden. Mit dem Boot, gelenkt von Schären-Ole, einem Mitarbeiter des Chefs, erreichen sie schließlich die Schäre Godsby.

Währenddessen sitzen Raven und Melissa getrennt voneinander im Hauptquartier der französischen Polizei, die sie ununterbrochen verhört. Sie erkennen zwar ziemlich schnell, daß die Geschichte der beiden nicht ganz falsch ist. Mörder sind sie jedenfalls nicht. Aber da beide natürlich kaum von den übersinnlichen Phänomenen berichten können, gibt es in den Aussagen unterschiede, die sich der Inspektor nicht erklären kann. Also verhört er sie immer weiter, Stundenlang, bis Raven nicht mehr wirklich klar im Kopf ist, weil er immer müder wird und die Orientierung verliert und dann sitzt plötzlich dieser Polizist namens Savignac vor ihm, der nicht freundlich ist, wie die anderen, sondern ein regelrechter Sadist. Und der versucht dann in der Tat, Raven umzubringen. Als es fast schon aussichtslos ist, kommt Inspektor lePierot im letzten Augenblick und kann Raven retten. Der Geisterdetektiv erfährt, daß der Inspektor Card vom Card reichlich gut kennt um nicht zu sagen, mit ihm befreundet ist. Und somit bleibt kaum was anderes, als Raven endlich raus zu lassen. Die einzige Spur, die ihm auch noch von Janice bestätigt werden kann, führt nach Schweden. Wo der Schädel mit den beiden Verbrechern inzwischen angekommen ist. Zu einem Mann namens Sören Andersson. Und zu einem Syndikat. Le Pierot kann ihm noch einen Kollegen in Schweden empfehlen, einen Mann namens Stig Lundgren. Auch er kennt sowohl Card als auch le Pierot und wartet auf den Detektiv, der zusammen mit Melissa im Polizeiboot zu der Schäre Godsby fährt, auf der Andersson wohnt.

In dem Haus passieren inzwischen merkwürdige und schreckliche Dinge. Die Schädel haben sich vereinigt und keine Zeit damit verloren, das Haus magisch abzusichern. Niemand kommt mehr hinaus und die anwesenden Personen sind wichtig für das Ritual, das der Herr aller Magier benötigt, um auf die Erde zu kommen. Niemand kann das nun noch verhindern. Außer Andersson selbst, dem plötzlich reichlich klar wird, daß er nur ein Werkzeug ist. In Wahrheit ist er zum Tode verurteilt, weil nur durch sein Ende sich der Schädel mit ihm vereinen kann. Er will fliehen, wird aber von den Schädeln bezwungen. Da er aber der Nukleus ist, den die anderen benötigen, um auf der Erde manifestieren zu können, hat er noch eine Chance. Zumindest dann, wenn die erwarteten Retter sich als fähig erweisen.

Der Obermagier stellt fest, daß fünf Personen als Katalysator nicht ausreichen. Er braucht mehr davon. Und da gerade ein Menge kommen, wollen sie auf diese noch warten. Raven erkundet zusammen mit Lundgren das Schiff MARONAR, mit dem die letzten beiden Schädel auf die Insel gebracht wurden. Und ist damit schneller fertig, als der Kommissar, der noch in den Kajüten unten ist. Er betritt das Festland und wird in diesem Augenblick abgestrahlt.

Schären-Ole war das erste wirkliche Opfer der Schädel, als er durch das Fenster hindurch, das den Abgrund von Maronar zeigt, in den Raum gezogen wurde. Zwei Glassplitter haben seine Augäpfel durchbohrt, er selbst blutete aus und bildete den Blutspiegel, durch den der Magier kommen will. Raven sieht das Loch im Boden, das der Blutspiegel bildet, und den Rauch, der daraus empor kreiselt. Er erhält unheiliges Wissen von dem Nukleus übertragen und erkennt ziemlich schnell, wie er mit dem unheimlichen fertigwerden kann. Da gibt es nur ein Problem. Er braucht die Hilfe des deutschen Harald Münzschläger, um die Instrumente auf die Frequenz von kosmischem Wasserstoff auszurichten. Und da er gerade vom Frettchen angegriffen wird, schnappt er sich den Kerl und macht ihm klar, was er von Harald will. Der kann das auch irgendwie noch weitergeben und Harald macht sich ans Werk. Mit verheerenden Folgen für die Magier. Das Haus fliegt regelrecht in die Luft und bei Raven gehen die Lichter aus.

Als er wieder zu sich kommt, ist von den Kristallschädeln nichts mehr übrig, sie sind regelrecht zu Kristallstaub zerfallen. Und die Gefahr scheint beseitigt. Der einzige, der das alles überstanden zu haben scheint, ist Sören, der allerdings nur noch unartikuliert am Brüllen ist. Ein Brüllen, das Raven auch schon hörte, kurz bevor er das Bewußtsein verlor.

Und Sören kommt in eine Nervenheilanstalt. Allerdings wird er von niemandem geröntgt, wie es normalerweise der Fall wäre. Alle vergessen das. Was auch besser für den Schädel in Sören ist, der inzwischen vollständig aus Kristall ist ...

Fazit

Gut aufgebaute Handlung, die allerdings bei den Verhören etwas in die Länge gezogen erscheint. Stellenweise fragt man sich, ob bei den Franzosen noch nichts von einer Genfer Konvention angekommen ist und ob Raven nicht vielleicht auch mal auf die Idee kommen könnte, nach seiner Botschaft oder einem Anwalt zu fragen. Aber Savignac dreht durch, weil er am Flughafen nach den Fliehenden suchen sollte und sie auch gefunden hat. So erklärt sich, daß er sich vollkommen abnormal verhält. Und lePierot wird ja dann auch vernünftig. Das sind aber auch die einzigen Gesichtspunkte, es gilt weiterhin, daß Burgdorf reichlich interessant zu erzählen versteht und durchaus faszinierende Orte beschreibt und Menschen charakterisiert. Raven bleibt ein spannendes Abenteuer und es sind nur noch vier Romane übrig, davon ein neuer Abschlußband.

Raven

1. Schattenreiter
2. Das Schwert des Bösen
3. Die Rache der Schattenreiter
4. Horrortrip ins Schattenland
5. Merlins böses Ich
6. Das Phantom der U-Bahn
7. Der Kristallschädel
8. Der Magier von Maronar
9. Der Turm der Lebenden Toten
10. Das Stonehenge-Monster
11. Die Spinnen-Seuche
12. Die Schatten-Chronik

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