7. "Der Kristallschädel" von K.U. Burgdorf

Raven 7Nick Jerome und sein Freund und Kollege Jeff Kurtz haben einen Auftrag, den sie zusammen mit Josè Hernandez und dem Schiff LAURA erfüllen wollen. Sie haben den Auftrag, einen Schatz aus einem Schiff zu bergen. Und das Schiff zumindest haben sie bereits gefunden. Es handelt sich um die ESPERANZA, ein Schiff, das der Entdecker Hernando Cortez vor vielen hundert Jahren in Richtung der alten Welt ausschickte, um Schätze zu seinem König zu bringen und sich somit dessen wohwollen zu erkaufen. Das Schiff kam nie dort an und Cortez fiel auch alsbald in Ungnade.

Sie tauchen auf den Meeresboden und entdecken tatsächlich das Wrack genau an der bezeichneten Stelle. Nick ist zwar nicht hunderprozentig zufrieden, weil er anhand der Dokumente erkennen konnte, daß seine Auftraggeber ihm nicht alle Informationen übergeben haben.

Wie auch immer, das Schiff liegt vor ihnen und wenn sie schon mal da sind und außerdem auch noch eine Luke finden, dann gehen sie auch rein. Selbst wenn der Sauerstoff nur noch für ungefähr zehn Minuten reicht.

Sie finden auch sehr schnell, was sie suchen. Ein Kästchen, das reich verziert ist und mit Siegeln und heiligen Symbolen geradezu überzogen ist. Was Nick auch prompt stört. Er hat das Messer noch in der Hand und kratzt all die heiligen Symbole auf den Siegeln wütend von dem Kästchen. Die Skelette, die sie gesehen haben, hat er schon wieder vergessen. Eines davon hatte sogar noch zwei Dolche in den ansonsten leeren Augenhöhlen stecken. Aber jetzt sind sie zu Staub zerfallen, weil er sehr rücksichtslos in das Schiff eingedrungen ist.

Als die Symbol entfernt sind, fragt er sich für einen Augenblick, was er da eigentlich tut. Aber der Augenblick ist schnell vergangen und er wendet sich seinem Kollegen zu, das Messer immer noch in der Faust. Der begreift nicht, hat auch wenig Gelegenheit, darüber nachzudenken, was hier vorgeht. Er ist vollauf damit beschäftigt, dem zustoßenden Messer auszuweichen. Aber das schafft er nur einmal. Beim zweiten Mal hat er das Messer im Oberschenkel und beim dritten Mal in der Kehle. Ein Rest von Verstand läßt Nick sich entschuldigen, aber dann nimmt er das Kästchen und schwimmt nach oben. Schließlich ist da auch noch José, der sein zweites Opfer werden soll.

Aber nicht das letzte Opfer des Schädels. Und auch nicht das erste. Am Anfang steht die Geschichte eines grausamen heidnischen Rituals, bei dem der fürchterliche Prinz Montezuma innerhalb von drei Tagen fünfzigtausend gefangene Huaxteken opfern lässt. Getrieben von einem schrecklichen Gott in einer Kiste, der aus einem kristallenen Schädel zu ihm spricht. Demselben, den Cortez nach Spanien schicken wollte. Und den Nick nun gefunden hat.

Im Auftrag einer absolut gut aussehenden jungen Dame vom britischen Museum, wie Raven erkennt, als besagte Dame bei ihm landet. In einem Moment, in dem es ihm nicht wirklich gut ging. Als er sich schon ausrechnen konnte, wann der Gerichtsvollzieher das nächste Mal erscheinen würde. Oder vielleicht auch nicht. Denn diesmal würden sie ihn vermutlich gleich rausschmeißen, die Kollegen von der Wohnungsbaugesellschaft. Da kommt sie wie gerufen, denn das Janice so schnell einen Job findet, der sie retten könnte, ist wohl nicht zu erwarten.

Sie sieht unheimlich gut aus, die liebe Melissa McMurray. Mit einem Koffer voller Dokumente, weist sie ihn knapp und präzise in die Problematik ein. Es gibt neben dem Schädel in der ESPERANZA noch drei weitere, einer in New York, einer in London, im britischen Museum und einer in Paris. Der in New York ist in den Katakomben verschollen, zumindest wurde er noch nicht gestohlen gemeldet. Der in London ist definitiv gestohlen und der in Paris ist noch da, er soll bei einer Ausstellung im Centre George Pompidou präsentiert werden.

Also reist Raven nach Paris, weil er sich was anderes nicht leisten kann. Guter Grund. Und genau richtig, denn Nick landet ebenfalls dort. Er ist aber nicht der einzige, da gibt es noch mehr, die an dem Schädel wohl interesse haben. Das weiß Raven allerdings noch nicht.

Dafür erlebt er mit, wie ein Mann Amok läuft, nachdem er dem Schädel zu tief in die Augen gesehen hat. Er kann ihn nicht aufhalten, auch andere können das nicht, aber er kann ihn zumindest daran hindern, Melissa umzubringen, die plötzlich auftaucht, weil sie offensichtlich wegen einer Besprechung nach Paris mußte. Zwei andere Figuren, die deutsch miteinander reden, werden von dem Amokläufer verletzt und fallen ansonsten nicht weiter auf. Und der Leiter der Ausstellung ist nicht sehr glücklich. Auch und vor allem nicht, als er erfahren muß, daß Melisse sich nicht von ihm nach Hause fahren lassen will und lieber mit dem Taxi und Raven in dessen Hotel fährt, das angeblich auch das ihre ist. Ist es nicht, aber sie braucht "einen Freund" und will "nicht alleine sein". Wie auch immer, er lässt es zu und landet mit ihr im Bett. Ohne an die Konsequenzen zu denken, die ihm am nächsten Tag klar werden. Auch wird ihm klar, daß sie alles andere als unbeleckt in dieser Hinsicht ist. Sowohl Sir Anthony als auch Nick waren wohl ebenso schon in ihrem Bett. Wie er dann später erkennen muß. Dafür wird ihm klar, daß ihm Janice wichtiger ist. Etwas zu spät, er schämt sich. Er geht dann allerdings zusammen mit ihr zurück in die Ausstellung, weil ihm klar wird, daß der Schädel wohl bald gestohlen werden wird.

Und wirklich, genau als sie ankommen geht es auch schon los. Ein Wächter ist da, der den Schädel nun besonders bewacht. Und die beiden von gestern, der deutsch sprechende Hüne und das kleine Frettchen. Das Frettchen will den Wächter und Raven mit Begleiterin ablenken, das merkt Raven deutlich. Inzwischen scheint sich der andere Kollege recht deutlich um den Schädel zu kümmern. Und plötzlich wird auch der Wächter aufmerksam, er will den Hünen vom Schädel wegholen, geht auf ihn zu oder besser fließt um irgend etwas herum. Das Frettchen langt nach der Waffe und erschrickt ziemlich, erschießt den Wächter und erschießt den plötzlich auftauchenden Nick Jerome. Und die beiden Schädel schnappen sich die beiden Männer und verschwinden mit ihnen. Da wird auch Raven klar, daß es noch eine andere Macht gibt, die an den Schädeln interessiert ist. Und nun hat irgendjemand offensichtlich alle vier Schädel in seiner Macht, zumindest wenn die beiden mit den beiden anderen zusammengebracht wurden.

Aber bevor das passieren kann, wird Raven noch von dem bereits erschossenen Nick Jerome aufgehalten, der seine Hand plötzlich auf seine Schulter legt und darum bittet, ihn zu rächen. Er gibt noch den Hinweis, daß die Schädel mit dem kosmischen Kreis aufzuhalten sind. Dann fällt er um und die Geschichte ist aus. Allerdings wird sie im nächsten Band fortgesetzt.

Fazit

Nun wird Raven also erstmals von einem andern Autor beschrieben. Wie der interessante Text in der Mitte erzählt, hat Burgdorf damals von Hohlbein übernommen, weil dieser mit anderen Projekten einigermaßen ausgelastet war (vermutlich dem Hexer, der ja ebenfalls im Geisterkrimi entstanden ist) und damit nicht mehr sonderlich viel Zeit für den Geisterdetektiv übriggeblieben ist. Und Burgdorf war ein bekannter oder eher sogar Freund des Autoren, den dieser aus dem Umfeld der Kölner Fanszene kannte (die ja auch heute noch sehr aktiv ist). Burgdorf übernahm die Weiterentwicklung nach Ideen von Hohlbein und hat somit seine ersten Sporen mit dem Geisterdetektiv verdient. Er macht das auch absolut nicht schlecht, sein Stil ist anders, nicht ganz so flüssig, aber sehr lesenswert und er vermittelt, daß er sehr genau weiß, wovon er schreibt, wesentlich intensiver recherchiert, um den Hintergrund noch wesentlich glaubwürdiger zu beschreiben. So macht Raven auf jeden Fall auch noch für die letzten sechs Romane Spaß.

Raven

1. Schattenreiter
2. Das Schwert des Bösen
3. Die Rache der Schattenreiter
4. Horrortrip ins Schattenland
5. Merlins böses Ich
6. Das Phantom der U-Bahn
7. Der Kristallschädel
8. Der Magier von Maronar
9. Der Turm der Lebenden Toten
10. Das Stonehenge-Monster
11. Die Spinnen-Seuche
12. Die Schatten-Chronik

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