4. "Horrortrip ins Schattenland" von Wolfgang Hohlbein

Raven 4Raven ist auf der anderen Seite angekommen. Dort erwartet ihn bereits ein merkwürdiger Käfer, eine Art überdimensionale Küchenschabe, die sich nicht nur als extrem widerstandsfähig erweist, sondern auch noch als ziemlich übellauniges, fressgieriges Monster, das ihn als Delikatesse zu betrachten scheint. Aber schlimmer, als der Gerichtsvollzieher, kann das Vieh nun auch wieder nicht sein. Er kann sich sc hließlich retten, indem er dem Vieh die Fühler ausreist. Sie wachsen aber nach. Schnell macht er sich vom Acker, und bemerkt, daß er in einer erstarrten Basaltlandschaft ist, in einer Höhle, die wohl ganz gerne auch mal von Lava überflutet ist. Und wirklich, der Blick in eine Erdspalte bringt das Magma zu Tage, das der Urheber der schlimmen Dinge ist. Ein Ausbruch steht unmittelbar bevor, was auch das Küchenschabenmonster merkt. Es verschwindet blitzschnell durch eine Öffnung in der Wand, die es kurz zuvor nicht gegeben hat. Als Raven ihm im letzten Augenblick folgen kann, trifft er auf den ersten Schattenreiter ...

Seine Freundin hat da weniger Glück. Sie wird von den Schattenreitern vor einen merkwürdigen Kerl geschleppt, der einen starken, kräftigen Körper hat, obwohl er ein uraltes Gesicht besitzt. Der Alte vom Berg macht ihr ein Angebot. Entweder mit ihm, oder sie wird es bereuen. Sie zieht das Bereuen vor und wird in eine Kammer gesperrt und an die Wand gekettet. Dann warten die Schattenreiter und ihr Boss auf Raven.

Auf der Isle of Man ist inzwischen ein neuer Inspektor angekommen, Card vom Yard, obwohl er eigentlich gar keine Befugnisse dort hat. Aber da er sich mit Schattenkriegern schon auskennt, konnte er seine Vorgesetzten überzeugen. Kemmler, ein junger Sergeant, erwartet ihn schon und erweist sich als überraschend helles Köpfchen, dem es schnell gelingt, den Inspektor aus der Fassung zu bringen.

Was diesen maßlos überrascht.

Aber der Inspektor macht sich sofort an die Arbeit und folgt den Spuren, die es gibt. Wie er den Sergeant überzeugen soll, weiß er zwar noch nicht. Aber ein Besuch bei der Pension, in der sich Raven und seine Partnerin befunden haben, erweist sich als gute Idee. Er geht alleine, der Kollege bleibt im Wagen. Und Card wird fündig. Pferde, die genau den alptraumhaften Reittieren der Schatten entsprechen, erwarten ihn bereits. Er schleicht an ihnen vorbei und dringt in die Pension ein, trifft auf drei der Gesellen und schießt auf einen davon, der ein deutlich blutendes Loch in der Schulter hat. Er ist verwundbar und sterblich! Die anderen beiden rennen wie die Hasenfüße und hätten doch fast den Inspektor noch erwischt. Er verliert das Bewußtsein und wacht erst wieder auf, als sich Kemmler über ihn beugt. Der Kollege im Auto konnte allein durch sein Erscheinen bewirken, daß die Reiter flohen, was zeigt, daß sie einer Panik nahe sind. Plötzliche Sterblichkeit für so lange Zeit Unsterbliche, ist für sie wohl denkbar erschreckend.

Kemmler konnte einen der Reiter dingfest machen, der offensichtlich von den Reitern absichtlich zurück gelassen wurde, um falsche Spuren zu legen. Die beiden anderen sind bereits mit dem Schiff unterwegs, um möglicherweise auf dem Seeweg wieder in den Irak zu kommen. Aber der gefangene Dämon wird zum Verräter. Er nennt Card seinen Namen, und da er nun den Namen eines Dämons kennt, beherrscht er ihn auch. Und er schlägt ihm einen Deal vor. Er weiß nämlich, was der Alte vom Berg vorhat. Er will die verbliebenen Schattenkrieger loswerden. Dies kann er, indem er in seinem ureigensten Felsenlabyrinth dafür sorgt, daß Raven die vier verbliebenen Schattenreiter tötet. Dadurch gehen ihre Kräfte auf ihn über und er wird selbst ein Dämon, der dem Alten absolut hörig ist. Und dieser erlangt dadurch ungeheure Macht. Da die Schattenkrieger dann überflüssig sind, hat er keine Skrupel, seinen ehemaligen Herrn zu verraten.

Und Card geht darauf ein.

Sie verfolgen gemeinsam die beiden Fliehenden auf dem Meer.

Raven indessen kämpft auf einer schmalen, geländerlosen Felsbrücke gegen einen der Schattenkrieger und verliert. Im letzten Augenblick rettet ihn der Schatten und schleppt ihn doch noch zum Alten vom Berg. Seine reizende Freundin hingegen wacht in einem Raum, an die Wand gekettet, auf und muß erkennen, daß sie wohl dort ist, wo die echten Körper der Schattenkrieger in Särgen aufbewahrt werden. Einer von ihnen erhebt sich und kommt auf sie zu, will sich offensichtlich mit ihr näher beschäftigen. Das gefällt ihr nicht und der Alte erklärt ihr lachend, daß es ganz in ihrer Macht liegt, die Schrecken zu beenden. Sie muß ihm bloß helfen, Raven zu schnappen. Und ganz nebenbei - möglichst freiwillig - seine Braut werden, wie er ihr nach ihrer zögernden Zustimmung in einem Raum klar macht, in dem ein bedrohlich großes Bett steht. Auf diesem will er sich mit ihr vereinen und sie hat nur noch wenig Zeit. Vier Stunden, genau die vier Stunden, die er auch Raven gibt. Um vor den Schatten davonzulaufen, sich in dem Labyrinth zu verstecken, in dem er sich eigentlich gar nicht verstecken kann, weil alle Schatten seine Gedanken lesen und ihn somit genau lokalisieren können. Und dann würden ihn die Schatten töten.

Natürlich kommt es anders. Die Schatten fallen Raven zum Opfer, weil dieser, von dem Alten gelenkt, plötzlich zu einem Kämpfer wird, der sich blitzschnell bewegen kann. Und die Kräfte der Getöteten absorbiert. Janice stimmt schließlich zu, die Braut dieses Kerls zu werden und wird triumphierend vor den Dämonen Raven geführt, der nun ganz im Bann des Alten steht.

Und dann tauchen plötzlich drei Gestalten vor ihnen auf.

Card erwischt beinahe das Schiff mit den zwei Dämonen, das daraufhin umdreht und nun seinerseits versucht, das Polizeiboot zu rammen. Im letzten Moment weichen sie aus und der Dämon Boraas wechselt auf das andere Schiff über. Card, der denkt, daß der Dämon ihn soeben verraten hat, verfolgt wütend das Schiff und erreicht es auch. Als er das Deck betritt, findet er einen der Dämonen offensichtlich tot in einem Frachtraum des Schiffes, die anderen beiden befinden sich in den Kabinen des Schiffes, einer davon verletzt. Der andere wird von Kemmler erschossen. Der Verletzte ist nicht schwer verletzt und erweist sich als Boraas, der nur versuchen wollte, die beiden zur Vernunft zu bringen. Er schlägt den beiden Polizisten einen neuerlichen Deal vor. Drei Personen sind nötig, um den Durchgang in das Höhlensystem des Alten vom Berg zu erschaffen und er bietet ihnen an, die beiden anderen zu sein. Sie gehen darauf ein und materialisieren vor Raven, dem Alten und der veränderten Janice.

Raven greift sofort an, aber Boraas macht das einzige, was noch bleibt, er attackiert den Alten. Im letzten Augenblick erwischt er dessen Krone, in der sich seine ganze Macht konzentriert. Und zwingt ihn so, sowohl Janice als auch Raven wieder aus seiner Macht zu entlassen. Schließlich stimmt der Alte notgedrungen zu und Boraas zerstört die Krone trotzdem, nachdem die beiden Menschen befreit sind. Das bekommt dem Assassinen, dem Alten vom Berg, nicht. Er wird von der Krone nur gestreift, die allerdings darauf zerschellt und regelrecht explodiert. Beide lösen sich regelrecht in Rauch auf, als der Feuerball sie verschlingt. Das einzige was noch vorher getan werden konnte, war den Ausgang aus dem unterirdischen Höhlensystem zu öffnen.

Und Boraas hält sein Versprechen und verschwindet.

Während Raven, die beiden Polizisten und Janice Land sich inmitten der Wüste wiederfinden ...

Fazit

Ja, nicht mal schlecht. Temporeich und spannend beschreibt Hohlbein den zweiten Teil der Vernichtung der Schattenreiter. Trotzdem hat die Geschichte irgendwie an Kraft verloren. Aber in den nächsten Romanen tauchen neuerliche und auch altbekannte Gegner auf, im fünften zum Beispiel erfahren wir, daß der Spruch, den der Bibliothekar im zweiten Band vorgelesen hat und der scheinbar folgenlos blieb doch nicht so ganz ohne Folgen abgegangen ist. Die Geschichte bleibt also spannend und macht nach wie vor Spaß. Solche Kurzzyklen sollte Bastei öfter auf den Markt bringen.

Tun sie auch, wie inzwischen zu erfahren war. Die nächste Geschichte kommt schon im Februar und wird eine Werwolfgeschichte in sechs Bänden sein, die Timothy Stahl fabulierte. Das kann ja nur ein Highlight werden...

Diese kurzen abenteuerlichen Geschichten aus dem Gespensterkrimi sind wirklich nicht schlecht ...

Raven

1. Schattenreiter
2. Das Schwert des Bösen
3. Die Rache der Schattenreiter
4. Horrortrip ins Schattenland
5. Merlins böses Ich
6. Das Phantom der U-Bahn
7. Der Kristallschädel
8. Der Magier von Maronar
9. Der Turm der Lebenden Toten
10. Das Stonehenge-Monster
11. Die Spinnen-Seuche
12. Die Schatten-Chronik

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