5. Frank Böhmert: Die PSI-Fabrik

Der POSBI-Krieg Band 5Startac Schroeder und Tamra Cantu verlassen Terra Incognita über den Dimensionstunnel. Sie erreichen Pakuri im Zentrum Ambriadors, ohne zu wissen, dass dieser Ort für den Sieg über die Hassschaltung extrem wichtig werden wird. Sie verlieren durch Strangeness-Effekte im Inneren des Tunnels das Bewußtsein und werden von den Bewohnern des dortigen Planeten in Sicherheit gebracht. Startac liegt wochenlang im Koma, während Tamra Cantu sehr schnell wieder zu sich kommt. Sie darf sich frei bewegen und gewinnt so einige Erkenntnisse.

Posbis, Kelosker und Ueeba leben auf Pakuri friedlich nebeneinander. Der Planet wird von einem geheimnisvollen Objekt umkreist, das die Ueeba Schleierstern nennen. Die Ueeba sind insektoide Intelligenzwesen, die wie Hundertfüßler aussehen. Am Tag verbergen sie sich, unter anderem in großen Palästen, die sie für die Überreste von Behausungen ihrer Ahnen oder eines verschwundenen Volkes halten. Die Posbis werden dort Alles-für-euch genannt und umsorgen die Ueeba beständig, die so ein Leben führen, in dem sie kaum Verantwortung haben. Es sind allerdings nur Frauen, die dort auf dem Planeten leben, die Männer sind in der Psi-Fabrik und begeben sich dort nur zu bestimmten Gelegenheiten hinaus.

Die Begabung, psi-materielle Objekte zu erstellen, haben nur die Männchen, die allerdings aus den Weibchen entstehen. So lange sie noch Weibchen sind, erzeugen sie mit ihrer Begabung leuchtende Sphären um sich herum, so genannte Larven. Unter bestimmten Bedingungen, können sie ihr Geschlecht wechseln und werden dann zu Männern. Die Frauen geraten immer wieder in Hitze. Wenn das passiert, verlassen die Männer ihre Fabrik und sorgen auf diese Weise für Nachwuchs. Wahre Liebe aber kann es in dieser Gesellschaft nur zwischen Frauen geben, Männer und Frauen treffen sich lediglich zur Paarung.

Die Aufgabe der Ueeba ist von den Keloskern vorgegeben. Sie betätigen sich als Imago-Forscher und sind in der Psi-Farbik damit beschäftigt, für die Kelosker Artefakt-Komponenten herzustellen. Diesen verleihen sie psionische Stempel, nur so können sie verwendet werden. Insgesamt 37 müssen sie hinbekommen, aber das letzte gelingt ihnen einfach nicht, obwohl es von der Form her gesehen das einfachste ist. Nur der psionische Stempel ist ungeheuer kompliziert und so gelang es in den letzten 1000 Jahren nicht, das letzte Artefakt zu liefern. Dabei muß jeder Jungforscher sich zuerst an den schon bestehenden Artefakten versuchen und alle, die schon geschaffen wurden, neuerlich schaffen. So qualifiziert er sich dann dafür, irgendwann an der 37 zu arbeiten.

Die "Alles-für-euch" sind für den Fortbestand der Ueeba ebenfalls wichtig. Sie erfüllen unter anderem die Aufgabe von Ammen und versorgen den Nachwuchs. Außerdem arbeiten sie aber auch für die Kelosker. Auf Pakuri sind die Posbis friedlich, obwohl sie demselben Volk angehören, das in der Galaxis für Angst und Schrecken sorgt. Sie wohnen im Tal der Dimensionen, in einer Maschinenstadt, die von einem merkwürdigen Nebel umflossen ist. Dieser scheinbare Nebel, erlaubt es den psionisch begabten Ueeba nicht, in das Tal der Dimensionen zu gehen. Dort wird die Fähre hergestellt, in der nicht nur die Artefakte der Ueeba Verwendung finden, sondern ebenso auch die Hochenergie-Maschinen der Laren, für die damals Verduto-Cruz die Posbis besuchte. Durch die von diesem Fahrzeug erzeugte Verzerrung der Raumzeit, erscheint das Tal bodenlos. Nur die Kelosker können sich dort orientieren.

69 Kelosker leben auf dem Planeten, in einer primitiven Siedlung, die nur aus einfachen Hütten besteht. Der Name der Siedlung lautet Siebenkopf. Ihr Anführer ist der Rechenmeister Crykom. Seit vielen Jahrtausenden schon wollen sie den Schleierstern erreichen, dessen wahrer Name TRAGTDORON lautet. Die Kelosker wissen nichts von dem fürchterlichen Posbi-Krieg, der in Ambriador ausgebrochen ist. Die Posbis der Achtzigsonnenwelt haben ihre Arbeiten an den Aggregaten der Kelosker niemals eingestellt und für etwas anderes interessieren sich die etwas weltfremden, siebendimensional denkenden Wesen nicht. TRAGTDORON ist, so vermuten die Kelosker, ein Instrument der Kosmokraten. Was es aber genau ist und warum es über Pakuri gestrandet scheint, das wollen sie herausfinden.

Tawe tla Mouuach ist eine Ueeba, die zusammen mit den anderen Frauen auf Pakuri lebt. Ihre große Liebe ist Adilai tla Dadié. Etwa zwei Jahre, bevor Startac und Tamra auf Pakuri eintreffen wird Tawe in die Psi-Fabrik gerufen. Dort wird sie geradezu gezwungen, sich in einen Mann zu verwandeln. Es gibt nur männliche Imago-Forscher. Tibala ist ein weiterer Jungforscher, der schon etwas länger in der Psi-Fabrik ist. Tawe wird Zeuge, wie sich die anderen Forscher zu ihrem Vergnügen während einer der Hitzen der Frauen ausgerechnet Adilai tla Dadié in die Fabrik holen. In einem Raum, der heute nicht mehr verwendet wird, vergnügen sie sich unter Führung von Lamrié, einem der Räte unter den Forschern, mit der jungen Frau. Tawe wird fast wahnsinnig, während er das beobachtet. Er holt den obersten Rat Pokou und zeigt ihm, was die anderen dort treiben. Es kommt zum Kampf zwischen Pokou und Lamrié, in deren Verlauf Pokou nur überlebt, weil es Tawe im entscheidenden Augenblick gelingt, Lamrié zu töten. Er schafft das, indem er eine Artefakt-Komponente erschafft, was er eigentlich noch gar nicht können dürfte. Aber so erfahren alle von der besonderen Begabung des jungen Ueeba.

Er wird dabei schwer verletzt. Nur mühsam gelingt es ihm, sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren und nachdem ihm verboten wird, mit seiner Freundin Kontakte zu pflegen, ja die Fabrik überhaupt zu verlassen, sogar während der Hitze der Frauen, will er an den Artefakt-Komponenten gar nicht mehr arbeiten. Erst eine Begegnung mit den 7D-Denkern in der Siedlung Siebenkopf, erweckt das Interesse wieder in ihm. Er arbeitet sich immer näher an die magische 37, während er aber gleichzeitig auch alte Aufzeichnungen studiert und Zweifel bekommt, ob die Geschichten über sein Volk wirklich alle so wahr sind. Wahrscheinlich sollen sie eher davon abhalten, sich allzu viele Gedanken über die Vergangenheit zu machen.

Tawe ist der Ueeba, der die beiden Menschen am Dimensionstunnel rettet, während Tibala sich besonders um sie kümmert und ihnen so auch wertvolle Informationen über die Situation auf Pakuri gibt. Tawe trifft seine geliebte Adilai immer wieder, die sich auch mit anderen Männern gepaart und mit ihnen Nachwuchs gezeugt hat. Für sie ist das nicht so wichtig, denn sie glaubt ohnehin, dass es wahre Liebe nur zwischen Frauen gibt. Aber Tawe sieht das nicht so. Er beschließt, die 37 zu erschaffen und damit endlich die Verpflichtungen der Ueeba zu erfüllen. Erst dann wird sein Volk wirklich frei sein und er kann zu Adilai zurückkehren.

Auch Startac und Tamra haben ihre Zweifel, was die Vergangenheit der Ueeba angeht. Alles erscheint viel zu perfekt organisiert, um natürlich zu sein. Sie wollen von Pakuri flüchten, während ein Verband aus 13 Fragmentraumern auf dem Planeten landet. Er bringt ein weiteres Hochenergie-Aggregat für die Fähre. Eines der Schiffe ist dasjenige, das von Perry Rhodan als trojanisches Pferd verwendet wurde. Auch die Neuankömmlinge dürfen sich uneingeschränkt auf dem Planeten umsehen. Crykom erkennt, dass der Terraner über die Aura eines Ritters der Tiefe verfügt. Er rechnet eine Weile und kommt zu dem Schluß, dass dies ganz neue Möglichkeiten hinsichtlich der 37 eröffent. Er modifiziert so den psionischen Stempel, der für die 37 gebraucht wird, dass nur der passende Schlüssel noch fehlt - und dieser besteht aus Rhodan und seiner Aura.

Tawe schaut sich das an und stellt fest, dass die 37 so machbar ist. Er erschafft zunächst die Form, eine einfache Röhre, dann den Stempel. anfangs scheitert er noch daran. Aber dann gelingt die Erschaffung. Sofort lässt er die Artefakt-Komponente wieder in sich zusammenfallen, während alle anderen Forscher andächtig schweigend beobachten, was der mittlerweile schon fast legendäre Artgenosse geschafft hat. Er macht Crykom klar, dass er für die Erschaffung etwas will, nämlich Freiheit für sein Volk und Informationen über die Vergangenheit.

Schließlich erhält er diese auch. Crykom gibt Tawe alles, was er will und der Ueeba erschafft die 37. Die wahre Geschichte erfährt er aus Aufzeichnungen, die es auf Pakuri schon lange gibt. Von den Keloskern vorbereitet, existieren sie schon lange in einer der verfallenen Anlagen auf dem Planeten. Startac kann diese Information bestätigen. Er und Tamra finden die Aufzeichnungen, woraufhin Tawe die 37 erschafft.

Perry Rhodan, seine Begleiter und sämtliche Kelosker verlassen daraufhin Pakuri. am 4. Juni 1343 NGZ, brechen sie mit der Fähre auf. Tawe und Adilai verlassen gemeinsam die Fabrik und wollen künftig zusammen auf Pakuri leben. Tawe hat mit Crykom außerdem noch eine Vereinbarung getroffen. Künftig wird jeden Tag einer der Posbis von Pakuri deaktiviert werden, so dass die Ueeba allmählich selbständig werden müssen und ohne Bevormundung leben können. Nur so, glaubt Tawe, kann sich sein Volk wahrhaftig in Freiheit entwickeln.

Kritik von Ralf König

Der fünfte Band wird von Frank Böhmert beigesteuert, einem Berliner Autor, der schon mehrere Beiträge zu Taschenbuchreihen wie Andromeda oder Odyssee beigesteuert hat. Außerdem steht ein Perry Rhodan Roman als Gastautor auf der Haben-Seite des Autors.

Derzeit arbeitet er daran, zusammen mit anderen den Sternenozean-Zyklus der Perry Rhodan Serie komplett als Hörspielreihe zu vertonen. Zwischendurch hat er mit diesem Roman einen der Schlüsselbände der kurzen Reihe beigesteuert.

Einige Rätsel werden aufgelöst, so erfahren wir in dem Roman, was Siebenkopf eigentlich ist und was sich somit auch hinter der Siebenkopf-Schaltung verbirgt. Diese soll nämlich eigentlich die Hassschaltung neutralisieren. dass dies nicht mehr funktioniert, haben die Kelosker gar nicht bemerkt. Auf den Hinweis Perry Rhodans hin, wird ihnen klar, dass sie sich ihrer Verantwortung gegenüber der Galaxis stellen müssen. Aber sie können das erst tun, wenn sich die Verhältnisse im Zentrum der Galaxis wieder beruhigt haben, denn es gibt nur alle paar Wochen ein Fenster aus dem Zentrum nach draußen, in der Zwischenzeit erlauben die Verhältnisse keinen Durchflug.

Einzig der Einsatz auf TRAGTDORON könnte daran etwas ändern.

Was TRAGTDORON ist, das ist allerdings ein neuerliches Rätsel, wie überhaupt eigentlich jeder Band etwas auflöste, um gleichzeitig etwas neues zu erschaffen.

An Frank Böhmerts Roman gibt es viele gute Dinge. Besonders gefallen, hat mir die Charakterisierung der Figuren, die den Roman mit ihrer interessanten Art mit Leben erfüllen. Frank Böhmert versteht, es eine farbenprächtige, fast psychedelische Welt zu schildern, die ungeheuer reich zu sein scheint. Mit wenigen Worten kann er so mehr Atmosphäre erzeugen, als so mancher andere Autor. Das ist eine der Stärken seiner Romane und deswegen sind seine Ausflüge ins Reich Perry Rhodans von mir persönlich auch sehr gerne gesehen.

Fazit

Die Bühne ist bereitet, der Abschluss eines wirklich spannenden Zyklus steht vor der Tür. Uwe Anton will uns im letzten Band etwas über ?Die Schöpfungsmaschine? erzählen. Sicher werden wir dort erfahren, was TRAGTDORON eigentlich ist und wie der Konflikt aufgelöst werden kann. Interessant wird auch noch, wie das Problem mit Startac und Tamra Cantu gelöst werden kann, denn wenn sie wirklich zusammenbleiben wollen, nachdem sie sich auf Pakuri ja nun endgültig verliebt haben, dann muss entweder Startac in Ambriador bleiben, oder einer der anderen. Eventuell wird es ja einen der Posbis treffen.

Frank Böhmerts Leistung war jedenfalls ausgezeichnet. Ein SEHR GUTer Roman. Der Zyklus kann schon jetzt fast mit Lemuria mithalten, wenn es da doch allerdings noch einen kleinen Unterschied gibt.

PR - Der Posbi-Krieg

1. Das gestrandete Imperium
2. Stern der Laren
3. Friedhof der Raumschiffe
4. Der Milliardenmörder
5. Die PSI-Fabrik
6. Die Schöpfungs-Maschine


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