1. Michael Marcus Thurner: Das gestrandete Imperium
Perry Rhodan erhält neben seinen beiden Begleitern Mondra Diamond und Startac Schroeder auch noch zwei Posbis und einen Matten-Willy an die Seite gestellt. Gemeinsam steigen sie in eine der Silberkugeln, das selbe Modell, mit dem sie von Lotho auch bereits in den Sternenozean gebracht wurden. Da der Terraner eher schlechte Erinnerungen an dieses Kapitel hat, ist ihm dabei nicht wohl. Trotzdem lässt er sich auf die Reise ein. Eine Kapsel für die Rückreise erhält er ebenfalls noch, aber er erhält nur eine Chance, um das Problem zu lösen. Wenn er ohne Lösung zurückkehrt, dann wird es keine weitere Reise geben. Eigentlich hat der Terraner ja ein Sternenreich zu regieren und dementsprechend ohnehin keine Zeit. Aber er fliegt los, lernt dabei die drei unbekannten Begleiter näher kennen und stellt sich dem Unbekannten. Gleichzeitig blendet der Autor in die Vergangenheit um und stellt den Kampf der Kolonisten dar. Anstatt im Zentrum der Galaxis, werden sie von einem Tryortan-Schlund in eine damals ungeheuer weit entfernte Galaxie voller hyperräumlicher Verrücktheiten gezogen. Gerade noch können sich elf der Schiffe auf einen Planeten retten und dort eine Zivilisation gründen. In der Folge stellen ausgewählte Personen aus der Historie des Planeten diese Zivilisation und ihre Entwicklung vor. Nachdem Chinesen offensichtlich die Besatzung des Schiffes gestellt haben, entwickelt sich eine Art Führungsgruppe, die sich die Han nennen. Ihnen entgegen stehen die Anderen, die so zu einer Art Klassenkampf aufrufen. Es entwickelt sich ein Krieg zwischen den beiden Gruppen, der letzten Endes nicht einmal zu Ende geführt wird. Die mittlerweile müde gewordenen Parteien, stellen den Kampf einfach ein und versuchen, sich irgendwie mit der gefährlicher werdenden Umwelt zu arrangieren. Dabei stellen immer wieder andere Personen aus der Familie der Donnings, jeweils aus ihrer eigenen, subjektiven Sicht, verschiedene Abschnitte der über 2500-jährigen Geschichte Alteras, wie der Ableger Terras von den Siedlern genannt wird, vor. Die Gegensätzliche Entwicklung, hält die Alteraner lange auf ihrem neuen Planeten. Die Verhältnisse in der Galaxis sind ausgesprochen schwierig, so dass viele Elemente der Raumfahrt neu erfunden werden müssen und gewisse andere gar nicht erst entwickelt werden können, wie z.B. Syntroniken, die bei den Verhältnissen kaum funktionieren. So sind die Auswirkungen der Hyperimpedanz auf die Alteraner auch lange nicht so schlimm. Nach langen Jahren, in denen sie erst einmal ihr Verhältnis untereinander neu definieren müssen und in denen sie außerdem die Raumfahrt fast neu erfinden müssen, gibt es endlich wieder Raumfahrt in der Umgebung Alteras und die Menschen bauen ein Imperium auf. Dieses stößt schnell an Grenzen. Sie stoßen auf andere Machtgruppen, vor allem Laren und Posbis, aber auch Maahks und sogar Karthanin sollen sich dort befinden. Zunächst ist das Verhältnis zu den Nachbarn aber friedlich, im Falle der Laren eher unterkühlt, da diese mit den Menschen nichts zu tun haben wollen. Das Verhältnis zu den Posbis ändert sich aber etwa 36 Jahre bevor der Terraner in Altera erscheint. Perry Rhodan selbst wurde über die Jahre zu einer gottgleichen Figur aufgebaut, da die Alteraner Helden für die Eroberung des Weltraums benötigen. Eine Gesellschaft entwickelt sich so, die einerseits durchaus demokratisch ist. Aber vor allem als der Posbi-Krieg ausbricht, nimmt sie Züge an, die einen teilweise schon bedenklich stimmen. Der Terraner erfährt daraus aus den Aufzeichnungen der Familie Donning, die ihm von einem ihrer letzten Vertreter übergeben wurden. Bevor er das alles aber erfährt, muss er sich zunächst einmal gegen die Widerstände einiger Alteraner durchsetzen. Startac Schroeder trennt sich von der Gruppe, als er bemerkt, dass es zu einer Gefangennahme durch die Alteraner kommen könnte. Perry Rhodan und Mondra müssen zunächst ihre posbischen Begleiter überzeugen, dass die Angreifer Freunde sind. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die Gefährten erst einmal festgesetzt werden. Weit weniger normal ist aber, wie der Unsterbliche behandelt wird und wie die Reaktionen der Alteraner sind. Lester Donning und Li Yuang, die beiden Alteraner, die Perry Rhodan und seine Begleiter bei ihrer Ankunft entdeckt haben, werden ebenso, wie alle anderen, die eventuell etwas mitbekommen haben, von der Legion Alter-X festgesetzt. Dieser Geheimdienst residiert in einer Festung, die in einer der Kugelschalen aufgebaut wurde, aus denen Neo-Tera besteht. Die Hauptstadt des Reiches, wurde quasi auf den Überresten der gestrandeten Raumschiffe aufgebaut, und so sind es fast zwanzig Kugelschalen, die als stabiles Fundament für das neue Reich benutzt werden. Perry Rhodan lernt zunächst Laertes Michou kennen, dem er wenig Sympathie entgegen bringt. Der Terraner ist ein absoluter Kommiskopf, ein Soldat, der mit reichlich merkwürdigen Ansichten und einer kalkulierten Brutaliltät an die neue Situation herangeht. Er glaubt dem Terraner zunächst nicht, dass er der Unsterbliche ist. Also will er herausfinden, ob Perry Rhodan wirklich über Kräfte eines ZA verfügt. In Ermangelung anderer Möglichkeiten, flutet er die Zelle des Terraners mit einem Giftgas. Sollte er diese Behandlung überstehen, wären weitere Gespräche vielleicht möglich, stellt er dem röchelnden Residenten in Aussicht. Rhodan ist wütend und wenig begeistert, kann aber kaum etwas dagegen machen. Er besteht den Test und einen weiteren, bei dem er in englischer Sprache angesprochen wird. Und so kann er Laertes Michou davon überzeugen, wenigstens Mondra freizulassen. Die beiden Posbis und der Matten-Willy bleiben aber in Gewahrsam. Maschinenteufel laufen in Neo-Tera nicht frei herum. Selbst bei dem gemäßigten Regierungschef beißt Perry Rhodan da auf Granit. Anton Ismael ist eher der visionär, der noch an das Gute im Menschen glaubt. Im Posbi hingegen wohl eher nicht mehr, was nach 36 Jahren Kriege gegen die Teufel wohl auch verständlich ist. Altera scheint weitgehend isoliert, die anderen wollen sich nicht mit den Menschen verbünden. Die Laren sind wegen der Hyperkristalle, um die es immer wieder Kämpfe gibt, auch weitgehend gegen die Terraner und die anderen sind auch zu weit entfernt. So bleibt nur, selbst gegen die Posbis zu kämpfen, bei denen scheinbar vor 36 Jahren wieder die Hassschaltung aktiviert wurde. Und so fragen sie nun wieder: ?Seid ihr wahres Leben??. Perry Rhodan begleitet den Regierungschef nach Fort Kanton, wo immer weniger Menschen gegen die Übermacht bestehen müssen. Der Terraner muss lernen, dass er hier immer noch als ?der Großadministrator? gilt und die alte terranische Zeitrechnung auch noch aktiv ist. Mangels Alternativen, haben sich die Alteraner ihre Leitbilder geschaffen, die bei so der Erhaltung des jungen Imperiums geholfen haben. Aber das ist auch schwierig, denn der sehr liberale Terraner, kann so den Erwartungen oft auch nicht gerecht werden. So auch, als er versucht, mit bloßen Worten die Posbis aufzuhalten. Das gelingt nicht, dafür bringt er den einen oder anderen Alteraner gegen sich auf. Bei den Kämpfen wird zu allem Überfluss auch noch Anton Ismael schwer verletzt. So übernimmt Laertes Michou die Regierungsgewalt und lässt Perry Rhodan und Mondra Diamond an seiner Seite kämpfen. Was Perry Rhodan erst nach seiner Rückkehr von dem leider gefallenen Fort Kanton erfährt ist, dass Michou Startac Schroeder gefangen setzen ließ. Da es auf Altera keine Mutanten gibt, wollte er den Teleporter ?umdrehen?, ihn so lange foltern, bis er mehr oder weniger freiwillig die Seiten wechseln würde. Das gelang aber nicht, während eines Angriffes der Posbis auf die Festung konnte Schroeder eine kurzfristige Schwankung in den Schutzschirmen zur Fluchtteleportation nutzen. Er erzählt Perry Rhodan alles, der nicht unbedingt freundlich darauf reagiert. Außerdem verbrüdert sch der Terraner mit Lester Donning und seiner Freundin, von denen er alles über die Vergangenheit der Alteraner erfährt. Letztendlich ist die Situation schon einigermaßen verfahren. Michou hat die Macht übernommen, die Menschen von Altera benötigen auch einen starken Mann in dieser Situation an der Spitze, weswegen der Terraner den Regierungschef auf kaum in Misskredit bringen kann. Und das führt dazu, dass Perry gegen die Behandlung Schroeders nichts unternehmen kann. Er muss das böse Spiel des Regierungschefs mitspielen. Wenigstens eines kommt ihm dabei zu Gute: Der Regierungschef handelt nicht aufgrund persönlicher Eitelkeit, sondern will wirklich das Beste für seine Welt erreichen. Und das kann er auch nur mit Perry Rhodan an seiner Seite. So erreichen sie ein Patt. Als sie aber in den Weltraum fliegen, um sich den neuerlich angreifenden Posbis in den Weg zu werfen, erkennt Perry Rhodan, dass er ein Problem hat. Michou hat sich mehr oder weniger bereits aufgegeben und will zum Märtyrer werden. Es sind zwar viele Forts bereits mit der Geheimwaffe Tiger ausgerüstet, die nichts anderes als eine an die besonderen Verhältnisse angepasste Transformkanone ist, aber es sind eben nicht genug Forts damit ausgestattet. Und so können sie zwar genug Abschüsse erzielen, aber gegen die Übermacht doch leider nicht ausreichend. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand, als eines der Forts nach dem anderen vernichtet wird. Perry Rhodan bleibt es schließlich vorbehalten, das Problem zu lösen. Er hat eine Idee, bei der er sich unberechtigt Zugang zu den Funkanlagen verschafft. Er nutzt dazu schamlos seine Position als Gott aus und kann so mit Mondra reden. Die verspricht, seine Wahnsinns-Idee umzusetzen. Mit Hilfe von Startac und Lester, kommt sie in die Festung der Legion Alter-X, wo sie die Posbis befreit. Der Posbi Nano, der auch Posbi-Historiker ist, kennt noch uralte Flottencodes, die er dazu benutzt hat, um die Posbis zu verwirren. Die biologischen Komponenten der Roboter, konnten sich nicht schnell genug umstellen. Plötzlich verliert die bisher kompakt angreifende Flotte der Maschinenteufel ihre Geschlossenheit. Und so können sie abgeschossen werden, einer nach dem anderen. Im letzten Moment wird Altera gerettet. Selbst Laertes Michou muss erkennen, dass sie ihre Rettung Perry Rhodan zu verdanken haben. Und da die Öffentlichkeit das inzwischen auch weiß, bleibt ihm nichts anderes, als Zugeständnisse zu machen. So dürfen sich die beiden befreundeten Posbis und ihr Matten-Willy künftig frei bewegen. Außerdem werden Lester und Li nicht bestraft, sondern im Gegenteil befördert. Auch Michou ist klar, dass er es sich nicht leisten kann, auf Helden so einfach zu verzichten. Eines aber versagt er den Terranern. Die Silberkugel behält er vorläufig unter Verschluss, obwohl im klar ist, dass Perry Rhodan ihn durchaus unter Druck setzen kann. Aber der Terraner akzeptiert das, denn auch ihm ist daran gelegen, den Konflikt erst zu lösen, bevor er wieder zurückkehrt. Kritik von Ralf KönigDer Auftakt der neuen Taschenbuchserie des Heyne Verlags liegt nun also vor. Der erste Band der Reihe ?Posbi-Krieg?, die wie die vorherigen Geschichten als Ableger der Perry Rhodan Serie behandelt wird, in der die Hauptfigur der Serie Abenteuer abseits der eigentlichen Serie erlebt, leitet über in eine weitere Runde der Taschenbücher. Als Autor des ersten Bandes, schreibt Michael Marcus Thurner zum ersten Mal einen längeren Roman zur Serie. Es geht diesmal um ein Kapitel, das zwischen dem Ende des vorherigen Zyklus und des neuen Terranova-Zyklus angesiedelt ist. Perry Rhodan hat das Problem, dass er möglichst schnell an einen anderen Schauplatz gebracht werden muss. Mehr als 5 Millionen Lichtjahre sind zu überbrücken, und das ist nicht so einfach, denn es herrscht ja Hyperimpedanz. Deswegen wird zu einem Konstrukt gegriffen, das wir bereits im vorherigen Zyklus kennen lernten. Eine Silberkugel bringt den terranischen Residenten zusammen mit einem sehr überschaubaren Kreis in den Schauplatz, der eigens für die Reihe entworfen wurde, so scheint ist. Der Schauplatz wurde bereitet, um sechs Romane mit hoffentlich spannenden Geschichte zu füllen. Soweit ist das auch ganz gut gelungen, auch wenn es sicher immer schwieriger wird, diese Reisen im Zeitalter der Hyperimpedanz zu rechtfertigen. Der neue Schauplatz kann auch überzeugen, was vor allem der Tatsache zu verdanken ist, dass Michael Marcus Thurner ihn mit authentischem Leben erfüllen kann. Eine abgestürzte Flotte, gestrandet in einem Teil des Universums, den die Menschen noch nicht kennen und den sie sich erst erarbeiten müssen. Menschen, die mit ihren gesamten Schwächen, ihren Eitelkeiten und ihrer Abhängigkeit von einer funktionierenden Zentralmacht ausgestattet, in einem Bereich gestrandet sind, der sie vor gänzlich neue Herausforderungen stellt. Sie müssen sich in dieser Situation erst einmal beweisen und tun das auch. Obwohl es Probleme, sogar Kriege zwischen verschiedenen Gruppen gibt, raufen sie sich zusammen und lernen, nicht nur miteinander zu leben, sondern gemeinsam Ziele zu erreichen, auch wenn die Methoden manchmal fragwürdig sind. Aber sie kommen zu einem Ergebnis. Und dieses ist durchaus interessant. Neo-Tera ist eine Stadt, die nicht nur eine bloße Kopie der Siedlungen auf der Erde ist, sondern aus den Umständen heraus aufgebaut wurde. Obwohl es Konstrukte wie ?Imperium Omega? gibt und die alte Zeitrechnung noch gilt, obwohl sich gesiezt wird und die Menschen Perry Rhodan immer noch als Großadministrator wie einen Gott verehren, ist es doch eine recht konsequente Extrapolation einer Situation in die Zukunft, geschickt verknüpft mit Anspielungen auf die Zeit des Krieges gegen die Meister der Insel. Perry Rhodan erinnert sich durchaus an Brazo Surfat und einen seiner Mitstreiter, der heute als Vorfahr von Lester Donning mit zu den Gründern der neuen Kolonie gehört und quasi eine Dynastie ins Leben gerufen hat. Das ist eine gelungene Verknüpfung mit der Serienvergangenheit. Ebenso gelungen ist der zweite Teil der Geschichte, der die jetzige Situation in Ambriador beschreibt und Perry Rhodans schwierigen Kampf um Anerkennung in dem von Terra abgespaltenen, so lange Zeit verschollenen Imperium. Gegen innere Widerstände muss er sich durchsetzen, was ihm auch nicht immer gelingt, aber am Ende ist die Situation stabil genug, man kann darauf aufbauen. Absolut überzeugend ist die Art und Weise, wie der Terraner agiert. Man nimmt dem Unsterblichen ab, was er tut. In manchen Bereichen etwas eingefahren, weil seit scheinbar unendlich vielen Jahren routiniert, kann er sich doch auf viele neue Situationen blitzschnell einstellen. Er glänzt durch Kompetenz und konsequentes Handeln, was er in der Heftserie ab und an ja durchaus vermissen lässt. Und er agiert mit dem Team, versucht die neuen Mitglieder zu integrieren, was anfangs nur sehr zögerlich gelingt. Thurner erzeugt so eine Stimmung, die den Roman zu einem lesbaren Vergnügen macht, stellt Schauplatz und handelnde Personen vor und stimmt so auf die sechs zu erwartenden Bände ein, ohne zu langweilen. FazitDer Auftakt in die neue Serie ist so absolut gelungen, macht neugierig auf mehr und selbst wenn Harald Evers nicht an der Serie beteiligt sein wird, macht die weitere Auswahl der Autoren Hoffnung darauf, dass es so spannend weitergehen wird. Bereits im nächsten Band wird ein weiterer Autor aus Wien übernehmen. Leo Lukas stellt uns dann die Laren vor, wie der Titel des Romans vermuten lässt. Der Anfang ist jedenfalls gemacht, unterhaltsam und spannend. SEHR GUT. Davon darf gerne mehr kommen. |
PR - Der Posbi-Krieg1. Das gestrandete Imperium2. Stern der Laren 3. Friedhof der Raumschiffe 4. Der Milliardenmörder 5. Die PSI-Fabrik 6. Die Schöpfungs-Maschine |

Perry Rhodan begibt sich am 5. April 1343 NGZ auf eine Welt der Posbis, um dort eine diplomatische Mission durchzuführen. Dabei trifft er aber auf eine Person, die er sehr gut kennt und die dort nicht zu erwarten war. Lotho Keraete erklärt, dass Perrys Hilfe dringend benötigt wird. Außer Perry Rhodan käme für die Mission sonst niemand in Frage. Ein Imperium der Menschheit, von dem der Terraner bislang nichts weiß, ist in Gefahr, angegriffen durch Posbis.