5. Frank Borsch - Das strahlende Imperium

Odyssee 5Der Clan der Mongaal bewegt sich auf die Hauptstadt des Reiches zu und nähert sich langsam Kion. Die Lieblingsenkelin der Vorreiterin des Clans hat Respekt vor der großen Stadt und freut sich nicht sehr darauf, sie kennen zu lernen. Das traditionelle Leben der Nodronen hat wenig mit dem zu tun, was heutzutage auf ihrem Heimatplaneten passiert. Insofern ist es nicht verwunderlich, daß keiner aus dem Clan in die Stadt will. Und trotzdem müssen sie dorthin, nachdem sie den halben Planeten auf ihren Reittieren umrundet haben.

Die Vorreiterin wird vom Stamm teilweise mit Mißtrauen beäugt, obwohl niemand ihre Autorität in Frage stellen würde. Aber die Tatsache, daß sie an einem merkwürdigen Menschenbild arbeitet, das niemand so wirklich versteht, läßt Zweifel an ihrer Fähigkeit aufkommen, mit dem Leben in dieser Zeit klarzukommen. Als der Bote der Zwillingsgötzen eintrifft, ist es die Enkelin, die zu ihrer Großmutter geschickt wird, in der Hoffnung, daß der Anblick der Lieblingsenkelin die Großmutter möglicherweise milde stimmen würde. Denn der Auftritt des Boten ist nichts als eine Provokation. Sie lässt ihn leben, gibt ihm aber auch ein Geschenk mit, das von den Götzen als Beleidigung aufgefasst werden muß.

Perry Rhodan geht zusammen mit Errek Mookmher auf die Heimatwelt der Nodronen. Außerdem begleitet ihn eigentlich jeder, außer Reginald Bull, der ja in den Traumsphären »mit einem anderen Auftrag« zurückgeblieben ist. Und natürlich zögert unser verkanntes Genie Quart Homphé auch nicht, Perry Rhodan wieder einmal in Probleme zu bringen. Er treibt ihn regelrecht in die Arme eines Soldaten der nodronischen Armee, der allen zeigt, wie in dieser Gesellschaft mit Frauen verfahren wird. Der Stärkere hat immer recht.

Genau genommen ist es die einzige Chance für Perry Rhodan,sich selbst in Gefahr zu bringen, wenn er Quart Homphé aus der Gefahr befreien will, in die er sich mutwillig begeben hat.

Er besiegt den Soldaten mit Kreativität und Mut und rennt mit der Frau davon, die nun quasi zu seiner Beute geworden ist. Die Freunde lässt er zurück, um sie nicht in Gefahr zu bringen. Er ahnt nicht, daß er dabei von einer jungen Nodronin beobachtet wird, die gerade dabei ist, die fremde Welt zu erkunden, die für sie die Hauptstadt der Nodronen darstellt.

Er landet in einem Stundenhotel, in dem er sich vor den Verfolgern, die er ohne Zweifel erwartet, verstecken will. Das klappt auch sehr gut, vor allem, als seine Beute anfängt, sich zitternd zu entkleiden und ihm klarmacht, daß sie nun sein Eigentum ist und er machen kann, was er will. Dumm nur, daß die Häscher, die plötzlich vor ihnen stehen, das gar nicht witzig finden. Sie verhaften den Terraner kurzerhand und schleppen ihn vor die Gerichtsbarkeit des Viertels. Rhodan wagt den offenen Widerspruch und pocht auf sein Recht, die Beute aus dem Zweikampf für sich zu beanspruchen. Nur um dafür erst recht zum Tode verurteil zu werden, denn eigentlich wollen die Zwillingsgötzen weg von den alten Traditionen und neue, moderne Gesetze einführen. Ein Traditionalist hat da keinen Platz.

Die Peitsche erwartet den Terraner.

Mittlerweile erkundet Argha-Cha vom Clan der Mongaal Kion und lernt die Sitten und Gebräuche kennen, die nun dort herrschen und denen sie sich künftig ebenfalls unterwerfen sollen. Sie tut dies im Auftrag ihrer Großmutter und zusammen mit einem jungen Geschichtenerzähler, der ihr eigentlich nicht unsympathisch ist, auch weil er so anders ist, als die jungen Krieger, die auch nicht zögern würden, ihr Gewalt anzutun, wenn sie Gelegenheit dazu erhalten würden. Und das in Übereinstimmung mit den Traditionen. Sie erkennt, daß diese Welt nicht nur schlechte Seiten hat, wie sie dachte. Die Zelte zum Beispiel sind in Wahrheit feste Häuser, die nur von Planen umweht werden. Dafür gibt es aber wunderbare Parks, in denen die Natur machen kann, was sie will. Sie trifft auch Rhodan bei seinem heldenhaften Zweikampf, hält ihn gleichzeitig für mutig und dumm, genauso wie seinen Gegner. Und erzählt alles ihrer Großmutter. Auch den Ausflug zu den Götzen. Sie durfte nicht hinein, spürt aber immer mehr, daß die Götzen recht haben. Und wird dafür von ihrer Großmutter bedauert, ohne das jedoch zu verstehen.

Bully sammelt gleichzeitig die Überreste der nodronischen Flotten, die Traumsphären, die fliegen können und außerdem eine Flotte von Quochten, um in Richtung des Heimatsystems der Nodronen zu fliegen. Er erreicht dieses auch, greift an und muß erleben, daß die Nodronen gnadenlos sind. Und die Traumwesen können sich nicht gegen die Angreifer durchsetzen. Anfangs zumindest. Die Quochten meutern bereits, als doch noch eine Wende eintritt und die nodronischen Kämpfer plötzlich jeglichen Antrieb vermissen lassen. Er kann die Quochten gerade noch daran hindern, ein fürchterliches Gemetzel unter den gelähmten Nodronen anzurichten und verdonnert sie dazu, die Schiffe nur manövrierunfähig zu schießen. Er fliegt daraufhin nach Nodro, um nach seinem Freund Perry zu sehen, der es noch nicht geschafft hat, in das Hauptquartier zu kommen. Er ist ja auch noch anderweitig beschäftigt.

Nämlich mit seiner eigenen Hinrichtung. Pratton Algame will ihn mit Gewalt befreien, aber er wird ausgerechnet von Homphé daran gehindert. Der hat nämlich eine tolle Idee. Und setzt diese auch effektvoll um. Er errichtet nämlich eine Installation holografischer Projektionen, mit deren Hilfe er die Richterin irreführt, die daraufhin mit der Peitsche danebenhaut. Und damit ist Perry frei. Gerade rechtzeitig, denn plötzlich sind die Nodronen wie gelähmt und Bully kommt mit einem Kampfgleiter. Ziel: Zwillingsgötzen, denn die Terraner sind die einzigen, die den suggestiven Impulsen widerstehen können.

Argha-Cha begleitet die Großmutter und Vorreiterin inzwischen zu den Götzen, die ihren Willen durchsetzen und die Aufgabe des Clans befehlen. Die Vorreiterin gehorcht, weil sie den Clan nicht gefährden will, fällt aber auf eine ungeheure Provokation der Götzen herein. Sie sind ein Paar, wie geschaffen für diese Aufgabe, aber fürchterlichen Charakters. Er ein vollkommen entstellter Nodrone, der im Kampf schwer verletzt wurde und seine Schwester von überirdischer Schönheit. Und sie töten die Vorreiterin, die das Mädchen, den Trauergesang singend, durch die Straßen der Stadt in das eigene Lager zurückbringt. Dort will man sie nicht ernst nehmen, aber sie kündigt an, den Atem der Großmutter zu schöpfen und lässt sich lebendig mit ihr begraben. Sie schöpft ihren letzten Atem und hat einen merkwürdigen Traum, in dessen Verlauf ihr von der Großmutter etwas übergeben wird, das sie zur neuen Anführerin des Clans macht.

An der Spitze ihrer Truppen, einer sogenannten Dreizehnerschafft, reitet sie zu den Götzen.

Aber Perry und Bully sind schneller. Sie kämpfen den Weg frei und erreichen die Götzen. Es ist leichter als gedacht, er stirbt an einer Explosion, die sich niemand so recht erklären kann und die einen fünfdimensionalen Impuls abstrahlt. Die überirdisch schöne Zwillingsschwester kann Perry Rhodan beinahe verzaubern. Aber nicht Bully, der sie im rechten Augenblick töten kann und damit eine zweite Welle auslöst. Aber das ist noch nicht alles, da gibt es noch mehr. Und so suchen sie, bis sie die Überreste einer kobaltblauen Walze finden. Und den Kopf eines Roboters aus der Cairol-Serie. Cairol den 404ten, Cairol den Verräter, der ihnen seine phaszinierende Geschichte erzählt. Er ist die treibende Kraft hinter allem, hat die Tambu mit seinen Geschichten zum Schwarmbau animiert. Und ganz nebenbei dafür gesorgt, daß neben den Schwarmvölkern auch noch die scheinbar unwichtigen Nodronen geklont wurden. Als die Tambu bemerkten, daß die Nodronen keinen wirklichen Nutzen hatten, sondern im Gegenteil gefährlich waren, verbannten sie sie in die Wüste ihrer Heimat, in der Hoffnung, sie für immer loszuwerden. Aber das Gegenteil geschah. Sie wurden sehr stark. Und kamen zurück aus der Wüste, vertrieben die Tambu von ihrer Welt. Und übernahmen sie selbst.

Außerdem wurden sie von Cairol dazu animiert, den Schwarm zu unterwandern und schließlich zu übernehmen. In seinem Auftrag sollten sie das Universum bereisen und erobern. Er wählte die Götzen persönlich aus und verlieh ihnen Zellaktivatoren, die er an Bord der Walze hatte. Und bietet Perry und Bully an, in seine Fußstapfen zu treten. Aber sie lehnen ab. Und eröffnen das Feuer, bis die Dreizehnerschaft der neuen Vorreitern erscheint. Und sie daran hindert, den Mord an dem Kopf zu vollenden. Sie nimmt den Kopf mit und schickt Perry und Bully weg. Der Kopf findet einen neuen Platz auf den Schultern des Wesens, das ihre Großmutter geformt hat. Und erweckt es zu merkwürdigem Leben. Reuevoll begleitet der ehemalige Cairol-Roboter den Clan, der sich wieder mit den Tieren auf den Weg macht, um den Planeten zu umrunden und ihren Weg fortzusetzen.

Währenddessen übernimmt Errek Mokmehr die Herrschaft über die Nodronen.

Und Lizget On Pash findet heraus, wo die Heimat der Tambu liegt.

Aber der Schwarm ist fest in der Hand des Axx Cokroide. Und so lange er nicht in der Hand der Menschen ist, ist eine Rückkehr in die eigene Zeit mehr als fraglich. Cokroide überwindet den Schock erschreckend schnell und handelt eiskalt. Er gibt den Wesen an seiner Seite eine Perspektive und bewahrt das Andenken an die Götzen. Er befiehlt den Schwarm zu aktivieren.

Perry und Lizgeth On Pash haben nur wenige Stunden, um den Schwarm noch zu erreichen. Bevor der Schirm steht. Sie brechen sofort mit der gesamten terranischen Gruppe auf.

Fazit

Toller Roman von Frank Borsch, der den Clan wundervoll beschreibt und damit die Nodronen sehr lebendig werden lässt. Mögen muß man sie nicht, aber sie sind doch ein interessantes Volk, das in dem ihnen gegebenen Kontext nachvollziehbar handelt. Der Sieg gegen die Götzen erscheint hingegen allzu leicht und man fragt sich, was Perry und seine Begleiter eigentlich auf der Welt der Nodronen machen, wenn doch die Kavalerie bereits unterwegs ist. War das wirklich nötig? Hätte man nicht eher auf die anderen warten sollen oder noch besser gleich mit ihnen fliegen?

Wie auch immer, die Leistung des Autors ist absolut überzeugend, aber die Konzeption immer noch nicht wirklich. Trotzdem ist der Roman sehr lesenswert und gehört zu den Highlights des kurzen Zyklus.

PR - Odyssee

1. Die Kolonisten der Zukunft
2. Der geheime Krieg
3. Das Energie-Riff
4. Die Traumkapseln
5. Das strahlende Imperium
6. Die Lebensboten


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