5. Invasion! - Frank Thys

Mission Mars 5Nachdem sie in der letzten Woche in die Schleuse der Station eingedrungen sind, wollen Sharice und Michael nun auch in die Station selbst hinein. Das Ergebnis ist allerdings nicht sehr spektakulär – wenn man außer Acht lässt, dass die Station mit Sauerstoff geflutet ist. Spekulationen, ob das nun erst durch ihre Ankunft passiert ist oder die ganze Zeit Sauerstoff in der Station war, sind allerdings müßig. Sie müssen weitere Informationen sammeln.

Das tun sie auch. Und in dem langen Gang ist das auch sehr einfach. Er ist leer und die angrenzenden Räumlichkeiten soweit auch.

Sharice macht allerdings eine interessante Entdeckung. Ein Schrank enthält etwas, was sie erst auf den zweiten Blick so richtig zuordnen kann, denn auf dem Mars gibt es keine Waffen. Es sind Gewehre, Lasergewehre sogar, die wohl von den Alten im Schrank zurück gelassen wurden.

Michael ist nicht sehr erfreut, dass sie mit dem Feuer spielt. Aber Sharice testet eines der Gewehre und schießt damit ein Loch in die Schranktür, was eine sofortige Reaktion auslöst. Zwei Roboter erscheinen und schneiden ihnen jeglichen Fluchtweg ab.

Sie haben es aber nur auf die Schranktür abgesehen. Die wird von ihnen sauber repariert, so dass nichts an den Vorfall erinnert. Zitternd stellt Sharice das Gewehr wieder in den Schrank. Ein Vorfall wie dieser kann sie schnell das Leben kosten – entweder weil die Waffe anders funktioniert, als gedacht, oder weil die Reaktionen tödlich sind.

Also lassen sie lieber die Finger von weiteren Erfindungen. Michael überlegt sich bereits, wie er die Existenz der Waffen gegenüber den eigenen Leuten unterschlagen kann, denn natürlich erkennt auch er das Gefahrenpotential dahinter.

Unterdessen tritt für die Mars-Kolonie eine neue Situation ein, die zumindest ungewöhnlich ist. Wenn nicht gar eine Sensation. Zunächst hat der diensthabende Wachposten in der Zentrale Probleme mit der Technik, die einfach ausfällt. Als er gerade die Techniker holen will, funktioniert die Technik plötzlich wieder. Er lässt die Techniker trotzdem kommen. Aber es kann keine Ursache gefunden werden.

Dafür erhält er plötzlich einen Funkspruch, der eindeutig nicht vom Mars stammt, dazu ist die Sendeanlage zu stark. Genau genommen gibt es nur eine Sendeanlage mit dieser Stärke auf dem Mars – die ehemalige Anlage der BRADBURY.

Ein Schiff der Erde meldet sich, aber der Kommandant ist nicht sehr freundlich. Weil nicht sofort geantwortet wird, lässt er in der Nähe der Station einen Sprengsatz detonieren. Was nicht ungefährlich ist auf einer atmosphärelosen Welt. Das ist dem Kommandanten des ankommenden Schiffes aber denkbar egal. Und es wirkt auch, denn die herbeigerufenen Ratsmitglieder unterhalten sich nun mit dem Ankömmling, der eine Gruppe seiner Astronauten auf den Mars begleiten will, nicht einmal sagt, wann das wirklich sein wird und die Gastfreundschaft des Mars regelrecht einfordert.

Michael und Sharice haben inzwischen einen Aufzug entdeckt. Sie nehmen aber trotzdem die Nottreppe, die ebenfalls installiert ist und sie direkt in eine Art Observatorium führt. Da finden sie nicht nur den Sternenhimmel über dem Mars wieder, sondern auch einen Raumkörper, der wohl fremden Ursprungs ist. Sie können sich aber nicht vorstellen, dass ein Raumschiff angekommen ist. Und so vergessen sie die Anzeige für den Moment, finden eine Schleuse und können so die Station verlassen.

Frei. Und Michael enttarnt auch noch den Öffnungsmechanismus, der in der Felsentarnung integriert ist. So steht einer späteren Rückkehr nichts mehr im Wege.

Der Rest ihrer Rettung ist zwar nicht sonderlich angenehm, immerhin sind sie erschöpft und der Weg um den Berg herum erweist sich als ziemlich lang. Dafür erreichen sie aber wohlbehalten das Lager, das dem Ausgang fast genau gegenüber liegt. Dort werden sie von den Suchtrupps erfreut in die Arme geschlossen. Vor allem Akiro ist begeistert davon, Sharice wieder zu sehen.

Sie machen sich mit Natasha und Ben auf den Weg zurück. Die beiden Ratsmitglieder erzählen ihnen auf dem Weg von der neuen Entwicklung mit den Ankömmlingen von der Erde, was gemischte Gefühle in ihnen auslöst. Michael misstraut dieser Entwicklung und hofft nur, dass die Ankömmlinge ihnen ihre Freiheit lassen.

Als sie die Stadt erreichen, sehen sie sehr schnell, dass die Besucher von der Erde nicht unbedingt mit offenen Karten spielen. Sie kommen mit mehrere Landungsbooten viel zu früh, setzen in der Nähe der Station auf und der Kommandant bringt insgesamt dreißig Soldaten mit. Es sieht fast eher nach einer Invasion aus, als nach einem Besuch. Aber noch halten sich die Ankömmlinge zurück. Sie fragen nur nach Unterkunft und Nahrung – was angesichts der begrenzten Ressourcen der Menschen durchaus eine horrende Forderung ist.

Aber sie wird zunächst gewährt.

Am nächsten Tag will der Kommandant zu den Menschen in der Station sprechen. Dafür bittet er alle in die Gemeinschaftskantine, wo seine Soldaten bereits an den Wänden aufgereiht stehen. Als er kommt, lässt er die Katze schnell aus dem Sack. Er schildert die Entwicklung auf der Erde, erzählt ihnen, dass nach ihrem Abflug ein Krieg ausgebrochen sei, der die Ressourcen so sehr gebunden habe, dass man nicht nach dem Mars schauen konnte. Erst jetzt seien sie weit genug entwickelt, um wieder eine Expedition zu starten. Das neue Schiff ist allerdings um einiges größer, als die BRADBURY und offensichtlich sogar bewaffnet, was immerhin ungewöhnlich ist.

Er erklärt den Mars praktisch zu einer Kolonie der Erde und bestätigt somit eigentlich die Ängste von Michael, der damit ja schon gerechnet hatte. Er verspricht ihnen, dass sie soweit frei weiterleben können, natürlich die Möglichkeit haben, auf die Erde zurückzukehren, dass sie aber nun wieder zur Erde gehören.

Was vielen der Anwesenden nicht behagt. Akiro ist da allerdings eine Ausnahme. Er hört das sehr gerne.

Als die Sprache dann auch noch auf die Artefakte kommt, kann sich Akiro nicht beherrschen. Er erklärt, dass offensichtlich eine Station der Alten gefunden wurde und Michael und Sharice sie hinführen könnten, denn es muss da ja noch einen Eingang geben. Die beiden Genannten hören das nicht gerne, denn sie wollen eigentlich gar nichts darüber erzählten. Vor allem die Waffen machen Michael sorgen. Und so reagiert er schnell und unerwartet, indem er mit Sharice zusammen die Flucht antritt. Akiro will Sharice zurückhalten, aber sie wehrt sich und so kommen sie doch aus dem Raum, in dem die vielen Menschen den Soldaten zunächst einmal Paroli bieten können. Ohne Waffen allerdings nicht sehr lange.

In der Station können sie sich zwar zunächst verbergen, sie ist immerhin nicht gerade klein. Auf Dauer ist das aber keine Lösung und so will Michael die Waffen aus der Station der Alten holen. Dazu will er die eigene Zentrale aufsuchen, die Anlagen soweit lahm legen, dass es nicht mehr so einfach ist, sie zu finden und dann die Flucht antreten.

Zumindest bis zur Zentrale läuft soweit alles Planmäßig. Aber dann treffen sie auf Natasha, die Mitglied im Rat ist und danach auf den Kommandanten. Michael greift an und schafft es, die Soldaten zu überraschen. So kommt er in den Besitz von Schusswaffen und zu dritt treten sie die Flucht an. Ihr Plan ist, über den Teil der Station, der gerade neu gebaut wird, nach draußen zu gehen, von außen in eine der anderen Schleusen eindringen und sich den dort geparkten Rover zu holen. So können sie dann zur Station fahren.

Allerdings ist das nicht ungefährlich, denn draußen droht sich ein Sandsturm an.

Und dazu noch werden sie auf ihrer Flucht gestellt.

Natasha bindet die Angreifer, indem sie den Zugang in den Baustellenbereich überwacht. Michael hilft dabei, Sharice wird auf die Reise geschickt. Sie bekommt die Schleuse aber nicht auf, weil die Anlagen nicht mehr funktionieren, muss sie das von Hand machen und das Tor ist einfach zu schwer. Also geht sie zurück und holt Michael, der unterdessen einen der Angreifer angeschossen hat.

Sie greifen jetzt massiv an, was Natasha dazu bringt, Sprengstoff einzusetzen. Michael ist entsetzt, weil sie immerhin in einer Kuppel sind, hinter der nicht atembare Atmosphäre lauert. Aber Natasha beruhigt ihn – die Sprengstoffmenge ist berechnet, so dass die Kuppel nicht zerstört wird.

Michael und Sharice fliehen gemeinsam, während Natasha mit dem Sprengstoff weiterhin Widerstand leistet – bis sie getroffen wird, von der Kugel aus einer der gegnerischen Waffen. Sie zieht ihre Konsequenz, zündet den nächsten Sprengstoff, als die Angreifer in ihrer Nähe sind und damit auch gleich den Rest des Stoffes mit. Die Kuppel übersteht das nicht – aber die Angreifer auch nicht. Mit einem „Freiheit für den Mars“ auf den Lippen stirbt sie.

Michael und Sharice kommen gerade noch in die Raumanzüge und können die Kuppel verlassen. Aber draußen tobt der Sturm …

Kritik von Ralf König

Irgendwie erwartet man, dass da noch was nachkommt. Die Invasoren sind jedenfalls irgendwie nicht echt und der Grünstich, den die beiden Protagonisten immer wieder zu sehen kriegen ein mehr als deutlicher Hinweis.

Vermutlich sind beide noch in der Station und werden dort irgendwie getestet. Zu welchem Zweck auch immer und von wem auch immer, das wird sicher noch aufgeklärt werden.

Die Erkundung der Station und die Kämpfe in der Siedlung sind handwerklich durchaus sauber dargestellt, allerdings ist es trotzdem nicht gerade ein Page Turner, wie das noch in der ersten Trilogie der Fall war.

Der Roman ist allerdings auch kein Langweiler. NICHT ÜBEL.

Mission Mars

1. Die Ankunft
2. Gestrandet
3. Überleben
4. Artefakte
5. Invasion!
6. Der Vorstoß
7. Die Brut
8. Inferno
9. Bruderkrieg
10. Aufbruch
11. Die Basis
12. Rückkehr



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