4. Artefakte - Frank Thys
Deswegen gibt es auch kein schweres Räumgerät, was die Suche nach den Artefakten der "Alten" erschwert. Gegraben wird allenfalls mit Schaufeln und Spitzhacken und auch das nur, wenn es unbedenklich erscheint. In dieser Situation treffen wir auf einen Nachfahren des Hauses Tsuyoshi und eine Nachfahrin des Hauses der deutschen Wissenschaftlerin Marianne Angelis. Michael und Sharice verstehen sich eigentlich ganz gut. Als die junge Frau in die Mensa der Station kommt, sitzt Michael dort und träumt von der Erde. Er fürchtet eine Invasion der Menschen, die möglicherweise eine Expedition schicken könnten, die Anspruch auf den Mars erhebt und ihnen ihre neue Heimat wegnimmt. Auf die Erde wollen sie jedenfalls nicht mehr zurück, zumindest Michael will das nicht mehr. Akiro, der ein Nachfahre von Kang und Braxton ist, sieht das hingegen ganz anders. Er glaubt, dass sie der Erde gehorsam schulden und im Bedarfsfall alles machen müssen, was ihnen befohlen wird. Bradbury wird von einem Rat regiert. Außerdem gab es auch schon eine Präsidentin, ob der Rat auch aktuell noch ein Oberhaupt hat, wird nicht so ganz klar. Auf jeden Fall macht eine Gruppe um Akiro, der zu MIchaels bedauern auch Sharice angehört, eine Entdeckung. Eine Art Stele finden sie, die den Alten zugerechnet werden kann. In der Umgebung um die Fundstelle suchen sie weiter und finden noch weitere Stelen, schließlich entdeckt Michael gar einen Tunnel, der in die Tiefe führt, aber vor einer Tür endet. Das Metall der Tür ist ziemlich beeindruckend, es erlaubt ihnen nämlich nicht, weiter in die Tiefe vorzudringen und erweist sich als sehr stabil. Michael wird in den Rat geladen und darf zusammen mit José und Akiro, die die beiden archäologischen Trupps anführen und seit dem Fund zusammenarbeiten, als Finder des Tunnels über die Möglichkeiten beraten, die ihnen nun bleiben. Es erweist sich als schwierig, die Tür zu öffnen, denn das Gestein erlaubt ihnen kaum andere Möglichkeiten, als genau durch diese Tür hindurch zu gehen. Ein umgehen ist kaum möglich. Deshalb erhält Michael den Auftrag, sich mit dem Problem näher zu befassen. Und weil er ohnehin eifersüchtig auf Akiro ist, der eindeutig ebenfalls an Sharice interessiert ist - obwohl sie viel jünger ist, als er - macht er sich mit Feuereifer an die Arbeit. Sharice findet das wiederum ungeheuer anziehend. Er stützt mit Kim zusammen, der sich mit Statik ganz gut auszukennen scheint, den Tunnel ab und macht sich dann an die Arbeit. Das Schott selbst kriegen sie nicht auf, also versuchen sie es mit den Felsen drumherum. Das erweist sich als schwierig, aber nicht unmöglich. Leider können sie ihre Arbeit nicht fortsetzen, denn ein Erdbeben sorgt für einen Einsturz .Sharice wollte sie zwar noch warnen, kam aber ein wenig zu spät. Kim stirbt, von einem Felsbrocken erschlagen, kann aber vorher noch mit einem Stoß Sharice und Michael aus der Gefahrenzone bringen, so dass beide unverletzt sind, wenn auch eingeschlossen auf der falschen Seite des Einsturzes. Die Tür im Rücken und gewaltige Felsbrocken vor sich, müssen sie erkennen, dass sie nicht mehr lange zu leben haben, wenn keine Hilfe von außen kommt. Sich durch den Einsturtz zu wühlen, erweist sich als unmöglich. Akiro ist auf der anderen Seite und verzweifelt bemüht, sich durch das Gestein zu arbeiten. Aber er schafft es nicht, auch nicht mit Unterstützung des Rates, von dem sich immerhin zwei Mitglieder des Problems annehmen. Einer davon ist Jeffrey Saintdemar, der wohl auch einen guten Grund hat, anwesend zu sein, denn er ist der oberste Chef der Archäologenteams. Aber die Anwesenheit der jungen Rätin Natasha Angelis will Akiro so gar nicht gefallen. Sie ist sicher nur da, weil sie ihn für nicht fähig genug hält, eine Tatsache, die auf eine Äußerung von ihm in der Besprechung zurückzuführen ist. Ein Risiko müssen sie eingehen, um in die Station der alten zu kommen, hatte Akiro gesagt. Allerdings hätte das Risiko einige das Leben kosten können. Michael ist eingesperrt mit Sharice und nicht glücklich darüber, dass auch sie in Gefahr ist. Zwar rechnet er sich kaum noch Chancen aus bei ihr, weil sie eindeutig mehr Interesse an Akiro gezeigt hat, aber er kann sich noch gut an ihre gemeinsame Zeit an jenem Abend im Garten erinnern. Die Kuppel war fast transparent und der Sternenhimmel wunderschön. Dann kam allerdings der Meteoritenschauer, ein gewaltiger Brocken traf dabei die Forschungsstation, direkt neben dem Garten. Sie waren kurzzeitig eingeschlossen, als die Sicherheitsautomatik alle Schotten verriegelte. Aber José Gonzales konnte sie im letzten Augenblick retten, er war der einzige, der wusste, wo sie sich aufhielten. So versteckten sie sich im Bunker der Forschungsstation und hatten viel Glück. Einerseits dass die Station in der sie sich verbargen nicht ernsthaft beschädigt wurde und sie somit noch mehr in Gefahr brachte, andererseits aber auch, weil die Brocken die Kuppel des Gartens nur knapp verfehlt hatten. Die Pflanzen zu verlieren, wäre fast ihrem Ende gleich gekommen. Aber so gerne denkt er nicht daran zurück, denn Sharice war alles andere als erfreut über ihre unfreiwillige Gefangenschaft gewesen. Nur damals war noch rechtzeitig Hilfe gekommen. Jetzt schien dem nicht so zu sein. Und trotzdem kommen sich beide in den Stunden der Gefahr näher, was Akiro wohl kaum schmecken dürfte. Als Sharice sich Nachschub an Sauerstoff holen will - eine der beiden Reserveflaschen, die sie noch haben - entdeckt sie, dass neben dem Schott ein Spalt klafft. Durch diesen könnten sie eventuell in die Station eindringen, aber weil das kaum eine Rettung verspricht, will Michael nicht so ganz. Seine Versuche, sich um die Brocken herum zu graben, schlagen aber fehl und so bleibt ihnen kaum noch etwas anderes übrig. Sie versuchen, in die Station zu kommen und stellen erleichtert fest, dass aus dem Spalt atembare Luft strömt. So brauchen sie wenigstens die Helme nicht mehr. Anscheinend funktionieren noch Anlagen hinter dem Schott, die ein Gemisch erzeugen, das auch Menschen atmen können. Als sie in den Raum hinter dem Schott eingedrungen sind, merken sie, dass es sich um eine Schleuse zu handeln scheint. Es gibt noch eine Tür und einen Knopf, mit dem man sie öffnen kann. Sie betätigen den Knopf und schauen zu, wie die Tür beiseite gleitet … Kritik von Ralf KönigDer Autor Frank Thys ist eigentlich besser bekannt als Frank Rehfeld. Als solcher hat er schon bei mehreren Projekten mit Wolfgang Hohlbein zusammengearbeitet, wie z.B. auch bei der kurzlebigen Serie Dino-Land, die allerdings auch nur als Kurzserie geplant war. Außerdem hat er auch an anderen Serien wie Die Abenteurer oder Fantasy mitgeschrieben, die ebenfalls bei Bastei erschienen. Bei Mission Mars arbeiten die beiden Autoren nun also wiederum zusammen und Frank Thys darf eine Trilogie besteuern, Band 4 bis 6 werden von ihm kommen. Der erste der drei Bände ist auch dementsprechend eher auf die neuerliche Vorstellung der Protagonisten ausgerichtet, führt aber auch bereits in eine Situation ein, die nahtlos an die erste Trilogie anschließt. Nicht ganz nahtlos genau genommen, liegen doch immerhin etwa 80 Jahre dazwischen. Nachkommen der ursprünglichen Marskolonie sind die Protagonisten. Es gibt schon viel mehr Menschen auf dem Mars, eine richtige kleine Stadt, die sich auf dem roten Planeten ausbreitet, in der sich die Menschen heimisch zu fühlen beginnen. Nichtsdestotrotz gibt es immer noch gefahren wie Erdbeben oder Meteoriteneinschläge, die auf dem Mars mit seiner eher dünnen Atmosphäre konsequenterweise gefährlicher sind, als auf der Erde. Außerdem gibt es Hinterlassenschaften der "Alten", einem Volk, das schon vor langer Zeit da gewesen sein muss. Erste Anlagen sind gefunden. Mehr darüber wird es sicher in den nächsten Romanen geben und so endet der Roman mit einem fiesen Cliffhanger. Ebenfalls erstaunlich ist, dass auf dem Titelbild die Protagonisten bereits ohne Helm und nur mit Atemmaske zu sehen sind. Das passt nicht ganz zum Roman, wird von Mission Mike (Michael Schoenenbroecher) aber auf der LKS aufgeklärt. Künstlerische Freiheit, das kann man akzeptieren. Immerhin ist die Optik der Serie ansonsten alles andere als schlecht. Konsequent wird die Serie fortgesetzt und ist immer noch interessant. Der Auftakt zur neuen Trilogie war sicher nicht so temporeich, wie die drei Vorgänger, aber immer noch recht unterhaltsam. GUT. |
Mission Mars
1. Die Ankunft |

Die Nachkommen der ursprünglich auf dem Mars gelandeten Siedler leben nach wie vor in Bradbury, einer Stadt, die sich weiterentwickelt hat. Immer mehr Menschen leben dort, insofern gibt es neben drei ungemein wichtigen botanischen Modulen an drei verschiedenen Enden der Stadt und Forschungstrakten auch einen umfangreichen Wohnbereich. In der Mitte gibt es einen weitgehend freien Bereich, auf dem sich immer noch das Wrack der alten BRADBURY befindet, wie ein Mahnmal, allerdings weitgehend ausgeschlachtet. Das ist auch verständlich, immerhin sind die Siedler auf alles angewiesen, was sie aus dem Schiff bekommen könnten, angefangen bei den Computern. Selbst herstellen ist bisher nicht möglich und der wichtigste Rohstoff, Eisen, muss mühsam abgebaut und verhüttet werden. Bäume gibt es natürlich nicht.