3. Überleben - Susan Schwartz
Marianne ist mit ihrer Tochter auf dem Planeten unterwegs und macht einen Spaziergang außerhalb der Kuppel. Sie erlebt dabei den Planeten als etwas besonderes, immerhin gehört sie zu den ersten Menschen, die den Mars erleben, dort sogar Leben dürfen - oder in diesem Fall doch eher müssen. Für ihre Tochter Leonie hingegen ist das schon etwas anderes. Der Mars beginnt, eine Heimat für die Nachkommen der Menschen zu werden. Aber diese Heimat müssen sie sich erst erarbeiten, das wird ihnen schnell klar. Auf dem Spaziergang geraten sie in ein Feld voller Treibsand, aus dem sie gerade noch herauskommen. Marianne begibt sich daraufhin zurück zur Station. Kurz davor stürzt ihre Tochter, aber der Anzug bleibt glücklicherweise heil. Im Inneren der Station angekommen, lässt Marianne das Kind doch besser untersuchen. Am Arm hat sie eine kleine Verletzung, die wie ein Einstich aussieht. Aber Leonie ist ungeduldig und Madeleine Saintdemar lässt sie deshalb schnell wieder zu den anderen Kindern. Ein Fehler, wie sich herausstellt, denn Leonie hat den Ausflug leider nicht so unbeschadet überstanden, wie man vermutet hatte. Sie beginnt am Abend zu fiebern und wird von Marianne deshalb wieder zu Madeleine gebracht. Saintdemar untersucht sie, kann aber nichts feststellen. Unterdessen wird das Fieber immer schlimmer, bis schließlich Leonie in eine Art Koma fällt. Sie versuchen alles, um Leonie zu helfen, aber es scheint nichts wirken zu wollen. Eine Ursache lässt sich auch nicht feststellen, und so bleibt ihnen bald nichts anderes mehr, als mit dem Schlimmsten zu rechnen, eine kleine Katastrophe für die Gruppe, die es sich kaum erlauben kann, Mitglieder zu verlieren, dazu sind sie bisher einfach zu wenige. Plötzlich geht es Leonie wieder besser und sie kann als geheilt entlassen werden. Was wirklich mit ihr los war, lässt sich nicht sagen. Aber Marianne entdeckt noch am gleichen Tag am Arm eine Schwellung. Und sie fackelt nicht lange, sondern bringt die sich wehrende Tochter sofort wieder zur Ärztin, der sie das neu entdeckte Problem zeigt. Es erweist sich als sehr schwerwiegend, denn in der Wunde bewegt sich etwas. Eine Art Parasit hat Leonie befallen. Vermutlich hat sie sich den beim Sturz eingefangen und durch die Schleuse mit hereingebracht - eine Dekontamination gab es jedenfalls bisher nicht. Das Fieber kommt von mehreren Würmern, die sich in die Haut ihrer Opfer bohren und dann eine Substanz absondern, die den Zustand der Patienten auslöst. Das Problem ist nur, dass die Substanz für den menschlichen Körper schwerwiegende Folgen hat. Und man kann nicht sicher sein, ob es nicht noch mehr dieser Würmer in der Station gibt, die auch schon andere Menschen befallen hat. Aber genau das ist das Problem. Neben dem Ingenieur Pramjhib Khalid, ist auch die Frau von John Carter, Akina Tsuyoshi, betroffen. Und Leonie wird das erste Opfer des Marslebewesens. Kang und Braxton suchen unterdessen nach der Population, die es von den Würmern geben muss. Und sie wollen auch den Wirt finden, von dem die Tiere sonst leben. Irgendwie muss der ja gegen die Wesen immun sein, das wäre immerhin eine Chance auf Rettung. Aber sie finden nichts und der Zustand vor allem der Japanerin wird immer schlimmer. Tsuyoshi droht zu sterben, wenn nicht ein Wunder geschieht. Eine Tatsache, die Madeleine gegenüber John zynisch kommentiert. Nun weiß er also, wie sie sich fühlte, als es um Bergmann ging. Nichts passiert, bis Kang mit einer Hiobsbotschaft aus der Wüste zurückkommt. Er hat eine Aufnahme gemacht und John erkennt sofort, um was es sich handelt. Das bisher gefangene Modul hat sich aus der Umlaufbahn gelöst. Und es kommt auf den Mars zu. Vielleicht sogar auf ihre Basis, wenn die Koordinaten von der Station empfangen wurden. Aber wenigstens das ist nicht der Fall, denn am nächsten Tag leben sie noch und das Modul ist viel weiter weg heruntergegangen. Auch die Bomben sind nicht explodiert und weil das nicht so bleiben kann, beschließen Kang, Braxton und Carter, die Bomben zu entschärfen. Sonst brauchen sie sich über die Würmer keine Gedanken mehr zu machen. Also verabschiedet sich Carter von Tsuyoshi, die natürlich dagegen ist. Aber einsehen muss, dass ihm kaum etwas anderes übrig bleibt. Außerdem kann er nicht ertragen, sie sterben zu sehen, also läuft er lieber weg. Sogar mit Madeleine versöhnt er sich noch, bevor sie aufbrechen. Dann machen sie sich auf den Weg. Währenddessen hat Marianne, die ebenfalls in der Wüste gesucht hat, endlich Erfolg. Sie hat eine Kolonie der Würmer gefunden - und gleich auch noch den Wirt dazu. Es wird knapp, aber im letzten Augenblick können sie den Wirkstoff synthetisieren. Und ihn Tsuyoshi verabreichen, für die es beinahe schon zu spät ist. Es gelingt und die Kranken können wenigstens gerettet werden. Für Carter und seine Begleiter ist es schlimmer, denn angesichts der Strahlenbelastung in dem Gebiet, in das sie fahren wollen, haben sie kaum Chancen, ihren Ausflug heil zu überstehen. Am Rande des Bereiches mit der schlimmsten Verseuchung machen sie eine Pause. Erschöpft schlafen sie ein. Am nächsten Morgen ist John ohne Kang und Braxton aufgebrochen. Er will sich opfern, weil er der Meinung ist, dass er am ehesten entbehrlich ist. Kang und Braxton sind nicht begeistert, aber sie wünschen ihm alles Gute. Etwas anderes bleibt ihnen ja auch kaum übrig. Die dreißig Bomben zu entschärfen erweist sich als gefährliche Arbeit. Vor allem, wenn die Strahlenbelastung stärker wird und man langsam bemerkt, wie sie einen auffrisst. John arbeitet bis zur Erschöpfung, bis er von seiner Umgebung fast nichts mehr mitbekommt. Er arbeitet fehlerlos. Bis er bei der letzten Bombe angekommen ist. Da passiert es … "Und es ward Licht". Tsuyoshi sieht den Atompilz, die Wolken und den Regen, den sie hervorbringen und sie weiß, dass sie Carter nie wieder sehen wird. Sein Vermächtnis ist aber ungeheuer wertvoll. Er hat sich als Archivar betätigt und so findet sie in seinen persönlichen Dingen vieles von der Erde, viele Informationen und auch die Berichte über die Eroberung des Mars, die Carter aufgehoben hat. So schrecklich es auch sein mag. Sie haben wieder eine Zukunft. Kritik von Ralf KönigEin Breitbandantibiotikum für den Mars können sie aus dem Tier gewinnen, das Marianne zusammen mit den Würmern findet. Ein glücklicher Umstand. Abgesehen davon haben sie weniger Glück, zumindest einige aus der Gruppe, die in dem Roman doch arg dezimiert wird. Das Ende der kleine Leonie ist schrecklich, aber wirklich schlimm ist das Ende von John Carter. Sie werden zwar alle nicht mehr auftreten in den weiteren Romanen, aber der Abschied von dieser überzeugenden Gruppe fällt doch schwer. Insgesamt können sie wenigstens ihre Art erhalten und ihnen bleibt ohnehin kaum ein Ausweg, als einfach weiter zu machen. Dass die neue Umwelt, der sie sich ausgesetzt sehen, ihnen feindlich gegenübersteht, ist letztendlich nur konsequent. Schön beschreibt Susan Schwartz auch das Verhältnis zwischen den Erwachsenen und den heranwachsenden Kindern, eine Stärke, die sie auch schon in Perry Rhodan ausspielte. Auch der dritte Band ist so durchaus lesenswert und vor allem im letzten Drittel auch ungeheuer spannend und temporeich. Ein GUTer Roman. |
Mission Mars
1. Die Ankunft |

Einige Jahre später sind einige der Kinder, die ganz zu Anfang geboren wurden, schon ein wenig älter. Sie können immerhin schon mit den Erwachsenen die schützende Welt der Siedlung Bradbury verlassen. Und sie können auch schon für kleinere Projekte selbst die Verantwortung übernehmen - wie zum Beispiel die Tochter der deutschen Marianne Angelis. Leonie kümmert sich um einen Baum, der irgendwann einmal außerhalb der schützenden Kuppeln stehen soll. So lange sind die Pflanzen aber wichtig für die Umwelt, die sich die einstigen Besatzungsmitglieder der BRADBURY auf dem Planeten Mars geschaffen haben. Sie stehen in speziellen Kuppeln, erzeugen dort dringend benötigten Sauerstoff und sichern so ihr Überleben.