1. Die Ankunft - Wolfgang HohlbeinZusammenfassung von Stefan Friedrich
An Bord der BRADBURY befindet sich als Mitglied der zehnköpfigen Besatzung auch der Journalist John Carter, aus dessen Perspektive die Handlung geschildert wird. Das Schiff befindet sich im Anflug auf den Mars und die Crew ist gerade aus dem Tiefschlaf erwacht. Der Einzige, der die neun Monate wach erlebte, Enrico Bergmann, liegt körperlich stark verändert in der Krankenstation. Madelaine Saintdemar, die Bordärztin, kümmert sich um ihn. Neben der BRADBURY wurden auch sechs unbemannte Frachtschiffe mit Ausrüstung zum Mars geschickt. In einem neunmonatigen Aufenthalt soll die Besatzung der BRADBURY die Grundlage für ein Terraforming und eine spätere Besiedlung des roten Planeten legen. Während des Flugs ist bereits eines der Transportschiffe verloren gegangen und nun hängt seltsamerweise ein weiteres Frachtmodul im Orbit um den Mars fest. Der Chinese Dr. Kang, der Kommandant der Expedition, beschließt mit der BRADBURY einen Umweg zu machen und das Modul anzufliegen. Durch die Nachwirkungen der Stasis leidet Carter unter eine Schreibblockade und kann keinen vernünftigen Text zu Papier bringen. Die Ärztin Madelaine Saintdemar freundet sich mit ihm an, denn sie braucht jemanden zum reden. Sie verkraftet die Erkrankung Bergmanns nicht, mit dem sie eine Beziehung hatte. Gemeinsam gehen sie die Videoaufzeichnungen der letzten neun Monate durch. Um die geistige Gesundheit Bergmanns als ‚Wachhabendem‘ zu erhalten, wurden mit einer Zombie-Droge seine Gehirnfunktionen reduziert. Bei der Durchsicht der Aufzeichnungen machen Carter und Saintdemar eine überraschende Entdeckung. Eines Tages erscheint Bergmann in der Zentrale plötzlich doppelt vorhanden zu sein. Gleichzeitig ist auf dem Bildschirm ein Strahl mit Wasser-Effekt im Weltraum zu beobachten. Als der Strahl erlischt, verschwindet auch der zweite Bergmann und der Körper des Wachhabenden befindet sich in dem schrecklichen Zustand in dem ihn die übrige Besatzung nach dem Erwachen aus dem Tiefschlaf vorgefunden hat. Als die BRADBURY beim Frachtmodul IV ankommt, gellt der Alarm durch das Schiff. Durch unerklärliche und massiv auftretende Materialermüdung, die sich auf die linke Seite des Schiffs beschränkt, kommt es zu umfangreichen Ausfällen an Bord. Auch die Fähre LEM ist beschädigt. Was die Besatzung der BRADBURY im Weltraum beobachtet, ist ebenfalls sehr beunruhigend. Das Frachtmodul wird von einem bläulichen Strahl, der vom Mars ausgeht, durchbohrt und festgehalten. Es tritt wieder der seltsame Wasser- Effekt auf, wie bei der 'Bergmann- Aufzeichnung'. Aufgrund der Ausfälle am Antrieb treibt die BRADBURY auf den Mars zu. Die Besatzung begibt sich in die Raumanzüge und versucht noch einen Notruf zur Erde abzusetzen. Aber der Raumer, der eigentlich nicht für eine Landung konzipiert ist, stürzt auf dem Mars ab ... Kritik von Ralf KönigÜber Wolfgang Hohlbein viel zu erzählen, ist kaum nötig. Der Autor ist vor allem im Bereich der Fantasy einem großen Publikum durchaus nicht unbekannt, vor allem mit Romanen wie Märchenmond oder Das Druidentor hat er nicht nur die Leser überzeugen können. Trotz seiner Erfolge blieb er aber dem Heftroman, mit dem er ursprünglich angefangen hat, immer treu und so erschienen auch in den letzten Jahren immer wieder Romane aus der Feder des Autors bei Bastei, einem Verlag, für den er sogar schon eine eigene Serie namens "Der Hexer" gestaltet hat. Dass dieser Name natürlich auch ein Zugpferd für eine solche Spinoff-Serie ist, ist andererseits natürlich auch klar. Im vorliegenden Fall ist Hohlbein nicht nur der Autor des ersten Bandes, sondern hat offensichtlich den Zyklus von 12 Romanen auch konzipiert, der nach Band 12 in die Haupthandlung seiner Mutterserie Maddrax münden soll - ab Band 150 wird auch dort die Existenz einer Kolonie auf dem Mars eine Rolle spielen. Wie es zu dieser Kolonie kam, sollen die 12 Romane erzählen. Und im ersten Band brechen unsere Helden an Bord eines Raumschiffes auf, um den Mars zu erreichen. Dort warten bereits fünf andere Schiffe mit der dringend benötigten Ausrüstung auf sie, die sie dann dazu verwenden sollen, auf dem Nachbarplaneten der Erde ein Terraforming zu initiieren, mit dessen Hilfe der Mars urbar gemacht werden soll, um einmal besiedelt werden zu können. An Bord des Schiffes ist eine bunt gemischte Besatzung aus vielen verschiedenen Ländern, denn die USA unter ihrem prominenten Präsidenten - keinem geringeren als Arnold Schwarzenegger - hat schnell erkannt, dass sich diese Expedition kaum alleine realisieren lässt. Und so kommt es, dass neben vielen anderen Nationen auch die private Wirtschaft im übertragenen Sinne mit an Bord ist. Die meiste Zeit des Fluges verbringen die Besatzungsmitglieder in einem Tiefschlaf, so bekommen sie kaum etwas von der langen Reisezeit mit. Nur einer ist wach. Er befindet sich in einer Art Wachkoma, das künstlich herbeigeführt wurde. Sein Unterbewusstsein ist dabei konditioniert, so dass er alles machen kann, was nötig ist, um das Schiff an sein Ziel zu bringen und im Falle von Gefahren richtig zu reagieren - aber auch nicht mehr. Als sie schließlich wieder aus dem Tiefschlaf erwachen, müssen sie aber feststellen, dass ihr Wächter sich in einem erschreckenden Zustand befindet. Er sieht aus wie ein Geist, wie ein Gerippe und reagiert auf gar nichts mehr, er verbleibt in seinem merkwürdigen Zustand und es ist deutlich, dass etwas schreckliches passiert ist. Was auch immer es ist, lässt sich so einfach nicht feststellen. Dr. Madeleine Saintdemar, die Ärztin und die Lebensgefährtin von Lieutenant Enrico Bergmann ist, kümmert sich um ihn. Und dann ist da noch John Carter, der von Rupert Murdochs Medienorganisation im Auftrag von Schwarzenegger an Bord gehievt wurde und dementsprechend dem Kommandanten durchaus ein Dorn im Auge ist. Seine Aufgabe ist die des Chronisten. Nach ihrer Rückkehr sollen die Abenteuer der Mission verfilmt werden und da Carter Schriftsteller ist, ist er für diese Aufgabe natürlich wie geschaffen. Aus seinem Blickwinkel wird die Geschichte auch erzählt. Als sie den Mars fast erreicht haben, treten die Probleme auf. Saintdemar und Carter finden auch eine Spur. Während seiner Wache aktivierte Bergmann die Bildschirme, obwohl das seine Programmierung gar nicht vorsah. Als ein Strahl an der Seite des Raumschiffes vorbeihuschte, kam er irgendwie zu sich, allerdings war er in dieser Zeit doppelt vorhanden, einmal sitzend in seinem Sessel und immer noch schlafend, dann aber auch wach, durch den Raum laufend. Und dieses Ereignis ist wohl auch für seinen Zustand verantwortlich. Die Probleme im Schiff scheinen ebenfalls von diesem Strahl zu kommen, der für eine Materialermüdung gesorgt hat, die für sie an Bord lebensgefährlich zu werden droht. Als sie abbiegen, um sich eines der fünf Versorgungsschiffe anzuschauen, kommen sie so ernsthaft in Gefahr. Kurz vor der Notlandung sehen sie noch das Versorgungsschiff, das von einem Strahl durchbohrt zu sein scheint und so eingefroren und wie zerschnitten im All hängt. Die Notlandung überstehen sie nur knapp, aber das wird am Ende des ersten Romans eigentlich nur klar, wenn man den Vorschautext für Band 2 genauer durchliest. Hohlbein löst die Aufgabe der Vorstellung seiner Protagonisten hervorragend. Die Charakterisierung der Besatzung aus Sicht des Schriftstellers ist gelungen und interessant umgesetzt, die Situation an Bord wird spannend geschildert. Der Roman gewinnt mehr und mehr an Fahrt und am Schluss kann man die Geschichte kaum noch aus den Händen legen, bis man den Roman fertig gelesen hat. Die Geschichte hat ein ungeheures Tempo und obwohl so viel eigentlich gar nicht passiert, ist das Ergebnis trotzdem rundherum gelungen. Die neue SF-Serie, auch wenn sie nur auf 12 Bände geplant ist, weckt so bereits im ersten Band die Neugier auf den Rest der Serie. SEHR GUT. |
Mission Mars
1. Die Ankunft |

Die Kurzserie schildert die Geschichte der ersten Mars-Expedition, die im Jahr 2009 startet, drei Jahre vor der Katastrophe durch den Kometen Christopher-Floyd, der die Erde in die Barbarei zurückwarf (bzw. werden wird). Die internationale, teilweise privat finanzierte Mars-Expedition wurde nach Amtsantritt des neuen amerikanischen Präsidenten Arnold Schwarzenegger zehn Jahre vor der ursprünglichen Planung durchgeführt.