"Apokalypse" von Jo Zybell
Maddrax ist
vielleicht eine der interessantesten Serien, die im Augenblick erscheinen, und
das liegt überwiegend an den Autoren, die neue Ideen auf eine erfrischende Art
transportieren.
Mit Apokalypse liegt die Vorgeschichte als Roman in sehr guter Ausstattung
vor.
Was passierte eigentlich auf der Welt vor dem 8. Februar 2012, der ja als der
Tag in die Maddrax-Geschichte einging, an dem Chrisopher-Floyd auf dem Planeten
einschlug?
Jo Zybell entführt uns in eine nahe Zukunft, die nicht einmal so unwahrscheinlich erscheint und erschafft phaszinierende Charaktere, die das Interesse an diesem Roman von der ersten bis zur letzten Seite hoch halten.
Es treten nicht nur bekannte Figuren wie Commander Matthew Drax oder Smythe, der Astronom, in dem Roman auf, oder auch seine Fliegerstaffel, sondern auch Menschen, die vollkommen unbekannt in der Zukunft der Serie sind. Aus ihrer Sicht wird die herannahende Katastrophe geschildert, Schlaglichtartig werden die letzten Monate der Menschheit beleuchtet.
Dabei dürfen natürlich einige bekannte Mythen nicht fehlen, zum Beispiel auch, dass ja nach dem Kalender der Maya das Jahr 2012 ein durchaus katastrophales für die Erde darstellen soll. Und auch der steirische Akzent des amtierenden amerikanischen Präsidenten regt zum Schmunzeln an.
Besonders gut gelingt es dem Autor, die Gleichgültigkeit zu
vermitteln, mit der die Menschen am Anfang der Gefahr begegnen. Sie wird nicht wirklich ernst genommen.
Ein Komet soll kommen? Wer kann das schon wirklich sagen. Uns betrifft das ja
ohnehin nicht. Und genauso leben diese Menschen, besonders schön dargestellt am
Moderator einer Talkshow namens Moontalk, die genauso gut aus unserer Zeit
stammen könnte. Der Moderator könnten Stefan Raab sein, auch er nimmt die Welt
nicht ernst und versucht, möglichst alles für seine Einschaltquoten
auszuschlachten. Dafür eignet sich sowohl der Komet, als auch die Menschen, die
sich mit dem Kometen auseinandersetzen müssen.
Was würdest Du tun, wenn Du erfahren würdest, dass die Welt bald untergeht? Auch dieser Frage stellen sich die Protagonisten. Herbert Fuchs überfällt zum Beispiel noch mal eine Bank und lebt von dem Geld bis der Komet eintrifft ziemlich sorgenfrei. Christopher, einer der Entdecker, heiratet eine Freundin, die er gerade kennenlernte, als sie den Kometen entdeckten. Sein Freund Floyd würde gerne noch einmal mit einer Frau schlafen, die nicht die seine ist. Das geht dann allerdings schief, die Schauspielerin, bei der er durchaus schon einmal Chancen hatte, entscheidet sich dazu, einer Sekte beizutreten und will nichts mehr von ihm wissen. Am Tag als der Komet kommt, entscheidet sich Floyd für den Freitod mit Insulin.
Die Regisseurin des Moontalk entscheidet sich zum Selbstmord in der vorletzten Sendung des Moontalk.
Zwischen den Einwohnern der Ghettos New Yorks und den Stadtoberen entwickelt
sich eine Auseinandersetzung, als die unterprivilegierten bemerken, dass sich
die Stadtoberen einige Bunker schaffen wollen, um möglicherweise überleben zu
können. In einem unbeschreiblichen Kampf wollen sie möglichst viele der freien
Plätze erobern. Was einem Freund von Matthew Drax und seiner Familie beinahe das
Leben kostet. Und auch Matthews Exfrau Liz Drax, die mit der Familie Burt
Cassidys unterwegs ist, muss beinahe durch den großen Weltenvernichter
sterben. Ihre Geschichte wird in Band 2 der Serie aber noch näher beleuchtet
werden. Ihr großer Widersacher Washington Roots und seine Freunde jedenfalls
sind so etwas, wie die Gewinner, denn sie können zwei der Bunker an sich
bringen. Nur einer der drei Bunker wird in der Folge von den auserwählten
Familien besiedelt.
Immer wieder tauchen Schlaglichtartig Gesichter aus der Anonymität der Masse auf, werden Menschen, vielleicht nur einen Wimpernschlag lang, aus der Anonymität gerissen, wird ihnen ein Gesicht und ein Profil verliehen.
Als der Komet dann wirklich kommt, gilt es Abschied nehmen von den vertrauten Gestalten, die einen so viele Seiten lang begleitet haben. Bewegend schildert Zybell ihr Ende, bringt die Geschichten zu einem würdigen Abschluß. Er lässt aber auch einige Fäden offen, was Hoffnung auf die Fortsetzung macht.
Unter der furiosen Handlungsebene der letzten Monate vor Christopher-Floyd geht die zweite fast gänzlich unter, in der die Kindheit und Jugend der Barbarin Aruula geschildert wird. Wie ist sie überhaupt zu den Nomaden gekommen? Woher stammt sie ursprünglich, wie kam sie zu ihrer Körperbemalung, welches Schicksal steht eigentlich hinter der Kriegerin? Auch diese Ebene weiß zu begeistern, verblasst aber etwas neben der Geschichte der letzten Tage der Menschheit.
Immerhin gibt sie einem die Gewissheit, dass es auch nach Christopher-Floyd irgendwie weitergeht.
Aber am Ende des Romans steht der Komet, der alles vernichtet. Zumindest fast alles, und nebenbei Matthew Drax und seine Kameraden in die Zukunft schleudert.
Fazit
Apokalypse ist ein wunderbares Abenteuer, dessen Ausgang sicher
niemanden überraschen wird. Seine Spannung zieht der Roman aber nicht aus dem
Ausgang, sondern aus der Geschichte selbst, aus den lebendigen und interessanten
Charakteren, die der Autor erschafft. Der Roman ist faszinierend und bewegend
zugleich und zeigt deutlich die Fähigkeit des Autors, aufrührende und packende
Geschichten zu schreiben.
Jo Zybell wurde bereits als Autor des Jahres von Phantastik.de
und seinem Publikumspreis ausgezeichnet. Die Serie Maddrax erhielt dieselbe
Auszeichnung bereits mehrfach. Maddrax verspricht auch in Buchform, ein
Hochgenuss zu werden.
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Taschenbücher
1. Die
dunkle Zukunft der Erde
2. Die
Kinder des Kometen
3.
Odyssee der Verlorenen
4. Die
Erben der Menschheit
5. Reise
in die neue Welt
6. In den
Fängen des Weltrates
Zaubermond - HC
1.
Apokalypse
2.
Genesis
3. Der
schwarze Feind
4. Brot
und Spiele
5. Der
Weg des Blutes
6. Die
Hüter der Quelle
7. Dämon
aus der Tiefe
8.
Expedition ins Unbekannte
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