6. Hubert Haensel - Die längste Nacht

Lemuria 6Gorbas IV nachdem der Zeittransmitter vernichtet wurde: Perry Rhodan und seine Begleiter auf der einen Seite stehen Levian Paronn auf der anderen Seite gegenüber. Der Lemurer verfügt über eine Waffe, mit der er zuvor den Mutanten Boryk schwer verwundet hat. Er bedroht die anderen Anwesenden, auch Perry Rhodan, und ist sichtlich verzweifelt, denn der Weg in die Vergangenheit ist ihm nun versperrt. Ausgerechnet der Haluter hat sich gegen ihn gestellt, denkt Paronn, ohne zu bedenken, dass auch er sich gegen den Haluter gestellt hat.

Aber Levian zögert nicht lange. Er nimmt den Transmitter, der auf sein Flaggschiff ausgerichtet ist, und begibt sich an Bord seiner Einheit. Seine Begleiter, die er nur benutzen wollte, lässt er auf dem Planeten zurück.

In seinem Schiff angekommen, lässt er sofort eine Verbindung zum Kommandanten der LAS-TOÓR herstellen. Er will ihm befehlen, zusammen mit ihm das System zu verlassen. Der aber weigert sich, weil er als Kommandant eines Forschungsschiffes keinen militärischen Auftrag hat und somit auch nicht dem Befehl des Maphan untersteht. Außerdem ist da noch ein Besatzungsmitglied, nämlich Solina Tormas, die sich auf dem Planeten befindet. Er wird sie nicht im Stich lassen, das macht er dem Maphan klar. Wütend verlässt Paronn den Orbit und macht sich auf den Weg nach Akon, denn ihm ist klar, dass diese Welt genauso, wie viele andere einstmals lemurische Welten Ziele für die neu erwachte Gefahr der Bestien sein wird.

Auf dem Flug überwältigen ihn die Erinnerungen an seine Frau und sein einziges Kind. Plötzlich und trotz der allgegenwärtigen Gefahr fast unerwartet, griffen die Bestien an und legten den Planeten in Schutt und Asche. Sie gaben sich auch nicht damit zufrieden, den Lemurern nur eine Niederlage beizubringen. Als der Gegner besiegt war, begannen sie damit, systematisch die Wohngebäude zu vernichten. Paronn rettete sich verletzt aus dem Zimmer, in dem er sich aufgehalten hatte, während seine Frau versuchte, das Kind zu bergen. Aber da waren die Feinde schon heran und gerade, als das Gebäude am einstürzen war, zog Paronn seine Frau aus dem Kinderzimmer, als sie den Sohn schon fast befreit hatte. Er rettete sich mit ihr durch einen Aufzugschacht und verließ das Bauwerk. So bewahrten sie ihr Leben, aber nicht ihr Kind. Und seine Frau wandte sich daraufhin von ihm ab.

Paronn verlor über diese Vision das Bewusstsein, und als er wieder zu sich kommt, findet er sich nackt im medizinischen Sektor des Schiffes wieder. Zwei Besatzungsmitglieder sind anwesend und ihm wird erschreckt bewusst, dass beide nun seinen Zellaktivator sehen können. Nicht nur das, sie erkennen auch genau, was er da verbirgt.

Also erzählt er die Wahrheit - dass er Lemurer sei, eine Waffe gegen die Bestien habe und dringend mit dem Rat der Akonen reden müsse. Er befiehlt, mit dem Schiff nach Akon zu fliegen. Nach kurzem Zögern, gehorchen die beiden Soldaten.

Unterdessen begibt sich Sharita Coho mit einer Landetruppe, abgesichert durch die LAS-TOÓR, auf den Planeten Gorbas-IV. Sie können den Spuren von Rhodans Gruppe folgen, können auch enträtseln, was sich in etwa zugetragen hat. Aber sie können nicht feststellen, dass die Gruppe um Rhodan sich nicht mehr auf der Planetenoberfläche aufhält, sondern in die Anlagen der Haluter eingedrungen ist. Dafür finden sie aber einen Haluter, der tot zu sein scheint. Leider täuscht die Annahme, denn der Haluter ist gar nicht tot, sondern nur betäubt. Und außerdem ist er auch gar kein Haluter, sondern eine Bestie. Und so rennen Sharita und ihre Begleiter vor dem Monster davon, durch eine plötzlich üppig wuchernde, pervertierte Natur, die ihre Bewegungen verlangsamt, ja sogar behindert. Coho wird klar, dass sie eigentlich keine Chance haben, als einer ihrer Begleiter von der Bestie eingeholt wird, auf sie feuert und sie schwer verletzt. Das Monster lässt sich aber einfach auf den Terraner fallen, erdrückt ihn und verhärtet dabei seine Molekularstruktur. So gestählt, verfolgt es wiederum die Kommandantin, die sich im letzten Augenblick in die Space-Jet retten kann, die der ältere Icho Tolot im Ichest-System an sich genommen und neben dem Zeittransmitter geparkt hat. Die Flucht erweist sich als Problem, denn sie kommen zwar von dem Planeten weg, nachdem die Bestie eine der Landestützen beinahe zerstört hat, aber die Bestie ist keineswegs abgeschüttelt, das Wesen hat sich einfach an die Außenhaut gehängt. Ein Haluter kann mehrere Stunden im Vakuum des Weltraums überleben und sie können ihn bereits hören, wie er sich an der Schleuse zu schaffen macht. Doch plötzlich scheint er verschwunden. Die Schleuse ist zwar beschädigt, aber mehr hat der Koloss nicht mehr geschafft. Wohin er verschwunden ist, lässt sich nicht feststellen.

Dafür schlagen die Bestien an anderer Stelle zu. In einem anderen System, weit von Gorbas-IV entfernt, erwacht eine weitere Gruppe der Bestien und erweckt gleichzeitig auch noch eine Gruppe neu geklonter Krieger der Zeitgerechten. Sie wollen den Kampf gegen die Lemurer wieder aufnehmen und sie haben es geschafft, in diese Zeit zu gelangen, weil sie sich an die Raumschiffe des Lemurers Levian Paronn gehängt haben. Ähnlich wie Tolot, konnten sie die Fluchtkurse der Generationenschiffe bestimmen. Anstatt sie zu zerstören, integrierten sie Hyperfunksender, die im Falle der Auffindung der Sonden ein Signal absetzen und die Kriegsmaschinerie der Haluter neuerlich zum Laufen bringen sollten. Raumschiffe standen genauso zur Verfügung, wie eine erste Klonarmee - die sich aber als nicht lebensfähig erweist, jedenfalls zu einem großen Teil. Die erste Armee besteht nur aus wenigen Individuen, aber eine zweite Gruppe neuer Klone wird sofort produziert, mit speziellen Beschleunigern, die sie von den Lemurern gestohlen haben. Und ein Schiff des Feindes wird gestellt, schwer beschädigt, mehrere Menschen gefangen genommen und außerdem eine der Transformkanonen erbeutet. Beim Verhör erfahren die Bestien näheres über die neue Menschheit, die aus den Nachfahren der Lemurer entstanden ist. Und sie haben den Beweis, dass die Menschen immer noch Zeitverbrecher sind, weil sie einen Zeittransmitter aus der Vergangenheit mit in die Gegenwart gebracht haben, der auch benutzt wurde.

Aber mit dieser Argumentation ist nicht jede der neu gezüchteten Bestien so ohne weiteres zufrieden zu stellen. Da der Transmitter von den Zeitgerechten selbst nach Gorbas IV gebracht wurde und somit in die Reichweite der Nachfahren der Lemurer gelangen konnte, sind sie der Meinung, dass ohne die Bestien ein solches Verbrechen gar nicht möglich gewesen wäre. Aber darauf lassen sich die alten Bestien natürlich nicht ein. Sie wollen eine weitere Gruppe von Gefangenen überstellt haben, die auf Gorbas IV festsitzt und bei der sich auch einer der abtrünnigen Haluter befinden soll. Deshalb schicken sie eine Anfrage nach Gorbas IV, die aber zunächst nicht beantwortet wird.

Unterdessen muss Paronn feststellen, dass Takhan Mechtan von Taklir, für ihn offensichtlich nicht mehr erreichbar ist. Das System der Sonne Akon ist außerdem abgeschottet und kann von niemandem mehr angeflogen werden. Oder besser, es darf von niemandem mehr angeflogen werden. Da Paronn immer noch das Gefühl hat, dass er dringend aktiv werden muss, fliegt er einfach trotzdem ein und behauptet, dass er eine Waffe gegen die Bestie in Händen halten würde. Er landet in einer Art Gefängnis, in dem er zunächst verhört wird. Er gesteht fast alles und behauptet, mit seiner Waffe deshalb in die Vergangenheit reisen zu wollen, um zu verhindern, dass die Bestien jemals den Weg in die Gegenwart finden. Aber man glaubt ihm nicht. Der Takhan und eine weitere Akonin, die entweder dem Rat oder dem Energiekommando anzugehören scheint, sind sich offensichtlich darin einig, dass ein solches Zeitexperiment unbedingt verhindert werden muss. Das sehen sie insofern ähnlich wie Rhodan, was Paronn nicht gefällt. Er bittet darum, andere Möglichkeiten nutzen zu dürfen, wie zum Beispiel den Nullzeitdeformator, der ja bereits eingesetzt wurde. Aber auch das wird ihm verweigert. Dafür macht ihm der Takhan klar, dass Paronn falsch liegt. Die Bestien sind ihnen nicht überlegen sondern verfügen immer noch über die Waffen der Vergangenheit, die einer Transformkanone weit unterlegen sind. Der Maphan muss zugeben, dass die Vernichtung von drei Schiffen nur möglich war, weil ihn die Bestien überrascht hatten. Und Mechtan von Taklir wird dazu bestimmt, auf Paronn aufzupassen, ihn mit zur Flotte zu nehmen und gemeinsam mit ihm den Planeten Gorbas IV anzufliegen. Immerhin befinden sich dort neben akonischen Staatsbürgern auch Perry Rhodan und seine Crew. Vielleicht kann das Schlimmste ja verhindert werden, auch um politische Verwicklungen zu vermeiden.

Auch die Arkoniden sind bereits aufgeschreckt und die Terraner sollten ebenfalls ein Interesse haben, sich gegen den neuen Feind zu stellen. Man ist sich insofern sicher, dass man die Bestien besiegen kann. Der Maphan, dem sein Rang bei den Akonen aber sofort aberkannt wird, fügt sich zähneknirschend, es bleibt ihm auch gar nichts anderes mehr übrig.

Perry Rhodan entdeckt inzwischen die vielen Behälter, in denen die genetisch gezüchteten Bestien heranreifen. Auch wenn viele dieser Behälter keine lebensfähigen Bestien enthalten, bleiben doch genug übrig, um eine ausgewachsene Bedrohung zu sein. Ein Funkgerät zu finden, erweist sich als schwierig, weshalb auch Hilfe von außerhalb nicht gerufen werden kann. Als Alternative bietet sich allenfalls ein Transmitter an, den sie aber erst einmal erreichen müssen. Außerdem denkt der Unsterbliche immer wieder über eine Absicherung nach, die er zusammen mit Bully vereinbart hat.

Zunächst hilft das aber wenig, denn die Bestien erwachen. Und der geraffte Funkspruch, den der Terraner aussendet, findet keine Erwiderung. Tolot überlegt sich eine Strategie und als die ersten Bestien erscheinen, stellt er sich schützend vor die Terraner und bezeichnet sie als seine Gefangenen.

Die LAS-TOÓR und die PALENQUE treffen sich mittlerweile im Orbit und müssen erkennen, dass die Natur des Planeten entartet ist. Aber das ist nicht ihr einziges Problem, denn plötzlich öffnen sich die Hangare der unterirdischen Station und die Raumschiffe der Bestien erscheinen. Mit Hilfe der Transformkanonen, können sie die ersten Schiffe der Bestien noch vernichten, aber es werden immer mehr und bald bleibt nur noch die Flucht - oder aber ein letztes verzweifeltes Manöver. Und Sharita Coho befiehlt es - den Angriff auf die Hangaröffnungen, den gezielten Beschuss durch die Transformwaffen. Wohl wissend, dass dies das Ende für Perry Rhodan und ihre eigene Besatzung sein kann. Aber die Wahl zwischen dem Wohl von Millionen und dem von einer kleinen Gruppe erscheint klar, obwohl sie so schwierig ist, wie eine Wahl nur sein kann.

Sharita Coho entscheidet sich schnell und riskiert alles, um die Hangaröffnungen zu verschließen. Was auch bedingt gelingt. Ohne die Ankunft von Raumschiffen wären aber sowohl die PALENQUE als auch die LAS-TOÓR wohl verloren gewesen. Die terranischen Schiffe kommen im rechten Augenblick und können viele der Bestienschiffe vernichten. Doch Rhodan und seine Begleiter finden sie nicht mehr auf der Welt.

Tolot ist von den Bestien entlarvt worden, sein Name offensichtlich bekannt. Ohne die Hilfe Boryks hätten sie keine Chance gehabt. Auf der Flucht schlagen sie den Weg zum ermittelten Transmitter ein und treffen drei weitere Bestien. Tolot gibt einen falschen Namen and und bezeichnet sich als Fancan Teik. Die drei Ankömmlinge glauben ihm zunächst und nehmen in mit in eine andere Bestienstation. Im letzten Moment können sie Gorbas IV verlassen, was Rhodan und seinen Freunden aber gar nicht so recht ist. Der Transmitterimpuls, mit dem sie sich absetzen, kann aber ebenso wie das Ziel des Sprunges angemessen werden.

Die Flotte der Terraner fliegt deshalb los in den ermittelten Sektor, wo sie sich mit den Akonen stillschweigend zu einer gemeinsamen Flotte vereinen. Der degradierte Maphan Levian Paronn erbittet Gelegenheit, gegen die Bestien direkt kämpfen zu dürfen, was ihm der Takhan erlaubt. Er ermöglicht ihm, mit einer Kampfjet an den Angriffen teilzunehmen. Und Paronn kommt so nicht nur auf den Planeten, sondern in die Station.

Dort laufen bereits die Kämpfe. Rhodan und die Seinen wurden zu den schon gefangenen Terranern gesteckt. Außerdem wurde Tolot schnell von den alten Bestien entlarvt, die ihn bereits aus der Vergangenheit als Verräter kennen. Sie setzen ihn Schachmatt und sperren ihn ein - wo er von einer Gruppe von drei Bestien befreit wird. Eine der Bestien ist neugierig geworden und glaubt ohnehin nicht mehr an die Version der alten. Darin wird er bestärkt, weil ihm klar geworden ist, dass die alten Bestien Nachwuchs auf Vorrat gezüchtet haben. Vielleicht schon seit Jahrhunderten. Und ohne das Eintreffen des Impulses, wären sie nun ebenso tot und verfault, wie viele der anderen Bestien in den Behältern, in denen angeblich etwas schief gegangen ist. Deshalb stellen sich drei der neu geklonten Bestien gegen ihre Vorfahren und erweisen sich mehr und mehr als Helfer der Menschen, die den Halutern nicht nur in ihrer unstillbaren Neugier sehr ähnlich sind.

Beim Kampf um die Station rettet Issos deshalb auch Paronn das Leben und besiegt mit dessen Mithilfe die aus der Vergangenheit stammende Bestie.

Die Station ist befreit, die Bestien sind besiegt. Letzte Einheiten werden aufgerieben. Und Rhodan bekennt endlich, dass es außer den fünf Bestienstationen, die man geortet hat und von denen mehrere auch von den Arkoniden vernichtet worden sind, auch noch eine sechste gefunden hat, die nicht mehr funktionierte. Nur deshalb war der Terraner in der Gegend. Des weiteren wird auch das Geheimnis im Ichod-System gelüftet. Dort gab es nämlich eine akonische Station, die aber aus der Zeit der Lemurer stammt. Die Akonen waren schon damals Kolonie der Lemurer und eine der wenigen Tamanien, die fast unbeschadet den großen Krieg gegen die Bestien überstanden haben. Die drei abtrünnigen Bestien stellen sich als schiefgegangenes Klonexperiment heraus. Sie vermuten selbst, dass sie von der Strahlung der letzten Waffe der Lemurer erfasst worden sind und deshalb ihren freien Willen behalten haben. Zusammen mit Paronn, machen sie sich fortan auf, um die übrigen Sternenarchen zu finden und den Lemurern an Bord eine neue Heimat zu suchen.

Fazit

Ein munterer Roman, der eine gelungene Reihe zu einem würdigen Abschluss bringt. Hubert Haensel, der das Expose ausgearbeitet hat, erklärt die letzten noch offenen Geheimnisse. Die Bestien sind also in die Gegenwart gekommen, weil sie herausgefunden haben, dass Paronn ein Zeitexperiment plant, das schlecht für sie sein kann. Sie haben die Archen gefunden und mit Peilsendern versehen, die so beschaffen sind, dass ihre Stationen die Produktion von Schiffen und Klonen aufnehmen, wenn sie einen Impuls von den Schiffen erhalten. So wird auch die Anwesenheit der Hypersender in den Schiffen erklärt, die solche eigentlich gar nicht an Bord haben dürften.

Interessant auch die Unterhaltung zwischen Mechtan von Taklir und Levian Paronn, in der der Lemurer versucht, seinen Standpunkt, dass dem Universum der Menschen nichts passieren würde, wenn er die Vergangenheit manipuliert, zu beweisen. Es würde einfach eine losgelöste, neue Variante einer Zukunft in einem neuen Universum entstehen und er würde in seinem eigenen weiterleben können. Aber Taklir beweist ihm, dass dieses neue Gebilde sehr instabil ist und lehnt deshalb auch weiterhin jegliches Zeitexperiment ab. Widerstrebend fügt sich der Lemurer, aber er erkennt doch, dass er sich von der eigenen Vergangenheit schon viel zu weit entfernt hat.

Er würde gerne Tolot mitnehmen, um die anderen Archen zu finden, aber der Haluter lehnt ab. Die plötzlich zu Freunden gewordenen Bestien erscheinen auch als bessere Begleiter. Schön, daß das "es geschieht, weil es geschah" hier einmal nicht zum Edikt erhoben wurde, sondern auch eine Veränderung der Vergangenheit als möglich bezeichnet wird.

Der Roman ist sehr spannend geraten und hat über weite Strecken ein hohes Tempo. Er verknüpft die letzten noch losen Fäden und rundet die Geschichte ab, allerdings nicht ohne einige Rätsel zu hinterlassen. Nicht nur die übrigen Archen der Lemurer verschwinden so in der Zeit, sondern auch der Unsterbliche selbst, der später in der Serie - jedenfalls bisher - nicht mehr auftauchte. Außerdem werden seine Aktivatoren, die er ja angeblich selbst bauen kann, als eher zweifelhaftes Geschenk angesehen, da sie ja nur eine sehr bedingte Unsterblichkeit mit gewaltigen Nachteilen hinterlassen. Und zu guter Letzt wird die Tatsache, dass die Aktivatoren nicht explodierten, als die Laren ihr Destruktionsfeld erzeugten, damit erklärt, dass sie "wohl anders sein müssen". Nun ja, etwas dünn, aber letztendlich ein Geheimnis, das vielleicht noch einmal aufgegriffen wird. Einziger Kritikpunkt ist allenfalls die Tatsache, dass die Bestien von Anfang an unterlegen sind und deshalb eigentlich nie zu einer wirklichen Gefahr werden können. Aber letztendlich war das auch nicht mehr zu erwarten, wenn man bedenkt, dass nur noch ein Roman übrig war.

Auch der Titel erwies sich als gelungen. Die längste Nacht ist die Zeit, die vergangen ist, seit Paronn aus der tiefen Vergangenheit in das Heute aufgebrochen ist. Wie eine sehr, sehr lange Nacht ist ihm diese Zeit vorgekommen. Und nun ist sie vorbei und er muss sich fragen, ob er alles richtig gemacht hat. Sicher hat er das nicht, wie der schwer verletzte Boryk beweist, aber man lässt es ihm durchgehen. Und das ist eine Eigenheit, die man in der Serie öfter antrifft. Paronn kommt sich fremd in dieser neuen Welt vor, die er nur langsam als seine neue Heimat akzeptiert. Aber immerhin nimmt er die Aufgabe an, die er vom Schicksal angeboten bekommt.

Die Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart, die Einbringung der Lemurer und der Transport dieser uralten Gefahr in die Gegenwart der Handlung waren jedenfalls rundum gelungen. In fast jedem Roman wurden wichtige Geheimnisse geklärt, ohne das große Ganze allzu sehr zu enthüllen. Erst am Schluss kam die Auflösung und trotzdem war fast jeder Band für sich befriedigend. Auch die Auswahl der Autoren war fast durchgängig ein Glücksfall.

Und auch der Abschlussband hält das allgemein hohe Niveau der Vorgänger. Hubert Haensel hat eine SEHR GUTe Leistung geboten. So macht Perry Rhodan Spaß. Davon darf gerne mehr kommen.

PR - Lemuria

1. Die Sternenarche
2. Der Schläfer der Zeiten
3. Exodus der Generationen
4. Der erste Unsterbliche
5. Die letzten Tage Lemurias
6. Die längste Nacht


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