3. Andreas Brandhorst - Exodus der Generationen

Lemuria 3Perry Rhodan besichtigt die Arbeiten an den Speicherchips, die aus den lemurischen Generationenschiffen geborgen wurden. Er stellt dabei fest, dass es eine merkwürdige energetische Spannung gibt, die zwischen den Chips und ihm selbst zu bestehen scheinen. Bevor er dieser auf den Grund gehen kann, werden die energetischen Spannungen stärker. Der erste Resident verliert das Bewusstsein. Sein Körper befindet sich fortan in einem schlafähnlichen Zustand, sein Geist scheint mit den Strömungen des Chips in Verbindung zu stehen. Eigentlich sollte das unmöglich sein, denn die Energieversorgung ist längst unterbrochen. Aber trotzdem träumt der Terraner. In diesem Augenblick trifft Tolot ein, den Perry Rhodan angefordert hat, um mit ihm das Auftauchen eines Haluters zu besprechen, der wie ein Zwilling von Tolot wirkte.

Sharita Coho lässt unterdessen das Sonnensystem der gestrandeten zweiten Arche, in dem sie sich immer noch aufhalten, näher untersuchen. Dabei entdecken die damit beauftragten Kriecher, dass sich in dem Asteroidengürtel dieses Systems eventuell mehr befinden könnte, als nur kaltes Gestein. Tatsächlich, als sie den vermeintlichen Anlagen näher kommen, werden sie von Transmittern erfasst und verschwinden spurlos. Als Icho Tolot im System erscheint, kann er die Transmitter anmessen und macht sich sofort ebenfalls auf den Weg, aber auch der Haluter kann wenig ausrichten, er verschwindet ebenfalls.

Sharita Coho rüstet deshalb eine Rettungsexpedition. Zusammen mit dem ersten Offizier der LÁAS-TOR und Denetree, sowie der akonischen Historikerin und einigen weiteren Begleitern, machen sie sich auf den Weg. Ohne Antrieb, in freiem Fall, sozusagen in Schleichfahrt, nähern sie sich dem Asteroiden, der mittlerweile als Urheber allen Übels entlarvt werden konnte. Sie erreichen ihn, ohne von den Transmittern erfasst zu werden und dringen durch die Schleuse in die Anlage vor. Dort befinden sich auch die Besatzungen der Kriecher. Als die Rettungsexpedition die Schleuse durchquert hat, werden sie von einem Stasefeld gefesselt, während sich eine Energiewand auf sie zu bewegt. Eine ähnliche Wand ist unterdessen dabei, sich auch den weiteren Gefangenen zu nähern. Die Wand entpuppt sich als Feld, das zur Identifizierung benutzt wird. Differenziert wird zwischen Erbauern und „dem Rest.“. Sharita und ihre Begleiter sind froh, zu den Erbauern zu gehören. Aber bei der anderen Gruppe befinden sich auch zwei Blues und ein Gurrad. Und diese werden als Sicherheitsrisiko bezeichnet. Sie sollen eliminiert werden. Aber der Rest der Gruppe, die „Erbauer“, wehren sich heftig dagegen.

Sharita und ihre Begleiter werden unterdessen von einem Roboter abgeholt, der sie zu den anderen bringen soll. Dort will sie das Missverständnis nach Möglichkeit aufklären. Wenn da nur nicht der Hangar wäre, in dem sich das schwarze Raumschiff mit den abgeplatteten Polen befindet. Ein Schiff der Haluter, in dem sich ohne Zweifel Tolot befand. Sharita ändert sofort ihre Planung und will zu dem Haluter gebracht werden. In einer offensichtlich lemurischen Station ist das aber ein großer Fehler. Sofort ändert der Rechner seine Meinung. Kollaborateure, nennt er sie nun, Kollaborateure mit dem größten Feind, den es geben kann. Als er sie töten will, setzen sie sich zur Wehr. Sofort entbrennt ein gewaltiger Kampf zwischen den Eindringlingen und den Ressourcen der Station.

Parallel zu den Geschehnissen, erfahren wir näheres aus der Vergangenheit. Vor über 50.000 Jahren lebten auf der Erde die Lemurer. Nur auf einem Kontinent, der weitgehend Eisfrei war und Lemuria genannt wurde. Dazu existierten noch eine Reihe von Forschungsstationen in den vereisten Gebieten. In der Hauptstadt Lemurias, lebt Deshan Apian. Er ist ein junger Mann, der sich gerade in Ausbildung befindet. Er will Chronist werden. Um dies zu erreichen, lernt er bestimmte mnemonische Techniken. Im Volk der Lemurer, erreicht man nur etwas, wenn man sich Verdienste um das Große Solidar, also das Gemeinwohl, erwirbt. Apian wurde aufgrund seiner Verdienste während des Studiums und seinem bevorstehenden Abschluss dazu eingeladen, am Start des ersten Raumschiffes der Lemurer teilzunehmen. Er will darüber einen Bericht erstellen.

Als der Start beendet ist, fällt ihm ein Fremder vor die Füße. Der Mann hat keinerlei Verdienstabzeichen. Er ist etwas verwirrt und nennt sich Levan Paronn. Er behauptet, beim Raumfahrtsolidar zu arbeiten. Apian denkt nicht weiter darüber nach, er hilft ihm nur, von der Plattform nach unten zu kommen. Erst Jahre später sieht er Paronn wieder. Er ist inzwischen fertig mit seiner Ausbildung und ein ausgezeichneter Chronist. Außerdem ist er verheiratet. Paronn ernennt ihn zu seinem persönlichen Chronisten. Und so erlebt Paronn in seinem Leben den Aufstieg der Lemurer zu einer raumfahrenden Rasse mit. Seine Frau ist Zephalonexpertin und Soziologin. Sie analysiert das soziale Gefüge ihrer Gesellschaft. Die Konos haben vor langer Zeit die Lemurer an den Rand ihrer Ausrottung gebracht. Deshalb haben sie das große Solidar erfunden. Fast alle Lemurer ziehen seither an einem Strang, arbeiten für das gemeinsame Wohl und profitieren gleichzeitig davon. Aber als sich die Lemurer mehr und mehr zu einer raumfahrenden Nation entwickeln, wird schnell klar, dass es auch Störungen des Paradieses geben wird. Ein geheimnisvoller Verkünder, der vorgibt, der zwölfte Heroe zu sein, taucht auf. Er verkündet, dass die lemurische Menschheit im All bereits erwartet wird. Ein gewaltiger Feind wird erscheinen, der sie ausrotten will. Er steuert seine Anhänger in eine Richtung, die ihnen klar macht, dass die Rettung nur im Weltall liegen kann. Generationenraumschiffe sollen losfliegen, voll mit Kolonisten, und die Saat der Lemurer in alle Teile des Universums tragen.

Paronn arbeitet in eine ähnliche Richtung und unterstützt zunehmend die Splittergruppe der Sternensucher, bis er seines Postens als Direktor des Raumfahrtsolidars enthoben wird. Apian wird schon lange vorher misstrauisch, weil er recherchiert, woher Paronn kommt. Es gibt Ungereimtheiten, aber Apian vertraut Paronn und seinen Versicherungen. Er begegnet schließlich auch dem Verkünder, den er verdächtigt, mit Paronn identisch zu sein. Da der Verkünder nur in Maske auftritt, ist das schwer zu sagen. Aber das Gesicht, das der vermeintliche Vehraáhto zeigt, ist ihm fremd.

Als Paronn schließlich seines Postens enthoben wird, lässt er gleich zwei Masken fallen. Zum einen die des Verkünders und zum anderen die Maske mit der er sich gegenüber Apian tarnte. Er bezeichnet sich selbst als Unsterblichen. Das erste Generationenschiff der Sternensucher ist zu diesem Zeitpunkt fast fertig.

Schließlich stirbt Apians Frau und lässt ihn einsam und verzweifelt zurück. Aber da taucht Paronn auf. Der Verkünder bietet ihm ein Geschenk an, das ihm das ewige Leben gewähren könnte. Er gibt Apian einen Zellaktivator. Apian zögert, weil er seiner Frau mehr als nachtrauert. Aber schließlich nimmt er das Gerät an, gleichzeitig erkennend, dass damit ein Mythos zerstört wird. Die Unsterblichkeit des Verkünders ist keinesfalls göttlich. Sondern einem Gerät zu verdanken.

In der Asteroidenstation, viele Jahrtausende in der Zukunft, wird Denetree bei den Kämpfen von den anderen getrennt. Sie landet in der Tiefe der Station, die sie mit einem Antigravschacht erreicht. Dort findet sie zentrale Anlagen und lauscht merkwürdigen Dialogen zwischen zwei Wesen, die sich darüber streiten, dass das Leben zu bewahren sei. Schließlich findet sie ein Labor, in dem ein toter Haluter liegt. Und kurz darauf ein weiteres, in dem sich ein sehr lebendiger Haluter in einem Stasefeld befindet. Durch ihr Eingreifen wird der Haluter befreit. Er zertrümmert erst die halbe Einrichtung, bevor er vor Denetree stehen bleibt. Er identifiziert sie als Terranerin, als Angehörige eines Volkes, das „sein Freund Tolotos vor kurzem entdeckte“. Er muss sich also schon lange in dieser uralten Falle befinden. Durch eine Waffe, die speziell gegen Haluter entwickelt wurde, wird er schwer verletzt. Aber er will Tolotos noch eine Nachricht überbringen. Und da der sich in der Station befindet, bittet er Denetree, ihn zu ihm zu bringen.

Tolot hat unterdessen die entflohenen Kriecherbesatzungen entdeckt und hilft ihnen gegen ihren Verfolger. Aber es wird knapp, als der Stationsrechner wiederum mit Energiefeldern angreift. Die Rettung kommt, aber die Eingeschlossenen wissen nicht, aus welcher Richtung.

Das bekommen nur Jorgan und seine Freunde mit. Es ist gefährlich in der Station, in der sie sich aufhalten. Sie werden angegriffen und können den Robotern immer im letzten Augenblick entkommen. Jorgan lauscht auf das Lied der Maschinen, er ist auf der Suche nach der Maschinenfrau, die ihm in seinen Träumen erscheint. Aber er findet sie nicht – bis er selbst, Darhel und Memerek als letzte Überlebende von den Maschinen getötet werden. Plötzlich fehlt ihm sein drittes Bein, plötzlich kann er mit den Maschinen singen, versteht ihr Lied und nimmt seine beiden Freunde in sich auf. Und plötzlich steht er vor der Maschinenfrau. Die große Alahandra tritt aber sofort in den Hintergrund, als er der kleinen Alahandra begegnet, die sich als eine der Mentia von einem der Planeten entpuppt. Gemeinsam schaffen sie es, das Leben zu bewahren und werden so zu Helfern gegen die Station, die sich nicht mehr anders zu helfen weiß, als die Selbstzerstörung einzuleiten.

Auf Lemur eskaliert die Situation. Levian Paronn wird seines Amtes enthoben. Er ist nun nicht mehr der erste Dirigent der offiziellen Raumfahrt. Dafür nimmt er die Maske ab. Nach langen Jahren, in denen er im Verborgenen wirkte, gibt es sich doch als der Verkünder zu erkennen, als Zwölfter Heroe, als Unsterblicher. Und er zeigt auch seine zweite Maske, mit der er Deshan Apian hinters Licht führte. Er wechselt zu den Sternensuchern. Und arbeitet ab sofort daran, sie ins Weltall zu bringen. Aber immer wieder gibt es Anschläge auf sein Leben, gibt es Sabotageakte. Während Mira, Apians Frau, den Wechsel in der Gesellschaft bemerkt. Einen Wechsel, der offensichtlich begründet scheint, denn Paronn ist überzeugt davon, dass es eine große Gefahr gibt, größer noch als die Konos, die die Lemurer beinahe ausgerottet haben.

Mira stirbt und Deshan ist untröstlich. Er beerdigt seine Frau in dem See neben dem mnemonischen Institut, in dem er ausgebildet wurde. Er kann den Verlust noch nicht ganz begreifen, aber es wird ihm immer klarer, dass er sie niemals wiedersehen wird, als er ihre Asche über den See verstreut hat. Und in dieser Situation tritt Paronn an ihn heran und überreicht ihm ein Geschenk, das Apian fast nicht annehmen will – die Unsterblichkeit. Aber er träumt von seiner Frau und er träumt, dass sie es gewollt hätte. Als er erwacht, liegt der Aktivator um seinen Hals.

Jahre später sollen die ersten Generationenschiffe starten – als eine schwarze Kugel ins System einfliegt. Niemand glaubt ihm, dass es die erwarteten Angreifer sind. Erst als es Tote gibt, werden die Offiziellen seinen Argumenten zugänglicher. Aber die Erste will trotzdem verhandeln. Während Paronn gnadenlos reagiert, mit zwei fast fertigen Schiffen losfliegt und einen Angriff wagt. Da das Schiff der Bestie beschädigt ist, kann er es tatsächlich vernichten. Er tauscht Funknachrichten mit dem Wesen aus, und zwar in dessen Sprache, wie sein Chronist feststellt.

Danach können aber endlich die ersten Schiffe starten, Lemuria ist endlich auf dem Weg ins All.

Aber die Erste ist dagegen. Sie ersinnt einen Plan, mit dem sie den angeblichen Zwölften Heroen loswerden kann. Sie will ihn töten. Das geht aber schief. Sie wird ihres Amtes enthoben und da es ohnehin bereits Anhänger der Sternensucher unter den Solartamanen gibt, gibt es auch bald eine offenen Zusammenarbeit, obwohl es auch handfeste Argumente gegen den Plan gibt. Die Ressourcen des Planeten leiden unter dem Projekt und eine Eiszeit lässt sich kaum noch verhindern.

Immer wieder fliegen Schiffe ins All, auch die schon bekannten Namen tauchen irgendwann auf. Und jeder Kapitän eines Schiffes, der ins All geschickt wird, erhält ebenfalls ein Geschenk – nämlich die Unsterblichkeit in Form eines Zellaktivators, den Paronn selbst herstellt.

Ein Artefakt auf einem Saturnmond wird entdeckt, das Paronn am liebsten vernichten lassen würde. Aber da er das nicht so ohne weiteres kann, beschließen sie, noch einen Tag zu warten, bis die politische Führung des Systems eintrifft. Paronn denkt, dass das Artefakt eine Sonde, möglicherweise eine Relaisstation des Feindes ist und der nun über die Flugrouten der Schiffe Bescheid weiß. Ein tag erweist sich als ein Tag zuviel, das Artefakt verschwindet. Sie hören nichts mehr davon und nach langen Jahren denkt selbst Paronn, dass er sich geirrt haben könnte.

Apian erlebt als Unsterblicher vieles unangenehme, was zum Leben eines Unsterblichen gehört – er muss seine eigenen Kinder beerdigen. Tamaha, sein erstes Kind, stirbt als erste. Und immer wieder kehrt er zum See zurück, um mit seiner Mira zu reden, die er immer noch dort glaubt. Als alter Mensch den Aktivator zu erhalten, erweist sich auch nicht als allzu glücklich, die Rückenschmerzen sind ihm geblieben und er lebt weiterhin mit all den Gebrechen des Alters. Bis schließlich der Tag kommt, an dem die Erfindung des Hyperantriebes unmittelbar bevorsteht und es klar wird, dass das Projekt der Sternensucher damit an einem Punkt angekommen ist, an dem es enden muss. Die letzten beiden Archen machen sich auf den Weg mit ganz besonderen Kommandanten. Nämlich dem Chronisten Deshan Apian, der das vorletzte Schiff GALAN BAL kommandiert und Paronn selbst, der die ACHATI UMA kommandieren wird. An Bord derselben wird sich auch die Chronik von Apian befinden, das jeweils fertige Stück ist ohnehin in jedem der Schiffe verfügbar gewesen, aber die ACHATI UMA wird als einzige die fertige Version transportieren.

Und es wird immer klarer, dass Paronn nicht der ist, der er zu sein vorgab. Er hat Apian niemals verraten, wer er wirklich ist. Anscheinend aber jemand, der vieles aus einer Zukunft weiß, die er selbst erlebt zu haben scheint. Und Paronn hat einen Plan, der mit der Rettung der Menschheit zu tun hat. Der Rettung vor einem Feind. Außerdem scheint er einen vierarmigen Freund zu haben, der ihm vieles aus der Zukunft verraten hat. Seine Botschaft richtet sich an eine ganz bestimmte Person.

Bedauernd denkt er an die anderen Kommandanten, denen er selbst gebaute Zellaktivatoren mitgab. Weil er nämlich nicht immer alle nötigen Ersatzteile zur Verfügung hat, kann es durchaus sein, dass nicht jeder Aktivator zuverlässig funktioniert ... Auf der akonischen Station wird es für die Geretteten wiederum gefährlich. Der Atombrand kommt immer näher, aber wieder werden sie von den neuen Verbündeten gerettet und zu zwei weiteren Opfern gebracht, die sich als Denetree und einem Haluter entpuppen, der allerdings im Sterben liegt. Torg Kaltem hat eine Nachricht für Tolot, und das offensichtlich seit langer Zeit. Gerade als Tolot mit dem damaligen Solaren Imperium Kontakt aufnahm, ist er in das Stasefeld der Station geraten, aus dem er von Denetree befreit wurde. Und bevor er stirbt, flüstert er Tolot noch schnell etwas zu, das sich wie Koordinaten anhört.

Danach sind die Beteiligten nur noch auf der Flucht. Erst auf einer Antigravplattform, die sie durch einen Schacht nach oben trägt, dann durch einen Schacht rennend. Tolot läuft schon mal voraus, an Bord seines Schiffes, und schickt ihnen Gleiter entgegen, die sie gerade noch so vor dem Atombrand retten können. Im Schiff scheinen sie sicher, aber es erweist sich als nötig, sich den Weg frei zuschießen. Das ist zwar gefährlich für die Helfer, aber die können sich über einen Funkimpuls retten, wo Jorgal die Symphonie des Weltalls hört und in ihr endlich die Form von Perfektion findet, die er immer gesucht hat.

Tolot und seine Begleiter kommen gerade noch so aus der Station heraus. Und die Episode scheint ihren Beitrag geleistet zu haben, das Vertrauen zu den Akonen zu vertiefen.

Perry Rhodan wird nach dem Bericht endlich wieder wach. Er kennt nun vieles aus der Vergangenheit. Und als er von den Akonen erfährt, dass ein weiteres Sternenschiff aufgebracht werden konnte, machen sie sich sofort auf den Weg nach Akon. Das Schiff trägt nämlich einen Namen, der Perry Rhodan seine Wichtigkeit bewusst macht. Es ist die ACHATI UMA.

Aus einer merkwürdigen Kluft heraus, werden die beiden Besatzungsmitglieder eines Frachtschiffes beschossen, ihr Schiff wird vernichtet. Aber der Gegner bleibt noch im Dunkel ...

Fazit

Für diesen Roman gibt es einige passende Attribute, aber an erster Stelle nur das eine: Er ist schön. Andreas Brandhorst ist ein ausgezeichneter Erzähler, was für das längere Format eines solchen Taschenbuches auch notwendig ist. Leider gibt es im Team nicht so viele, die diese Eigenschaft haben. Gleichzeitig kann er aber auch Technik auf eine Weise beschreiben, die mir zumindest ausreicht. Er hat es jedenfalls sehr gut verstanden, den Spagat zwischen einer tollen Erzählung und einer technischen Information zu schaffen.

Die Gesellschaft der Lemurer wird anschaulich beschrieben, weckt Interesse und ist nachvollziehbar geschildert, die ganze Geschichte ergibt Sinn, ist nicht übertrieben und macht neugierig auf die nachfolgenden Bände, denn es gibt noch einige Geheimnisse, obwohl der Roman auch schon viele Fragen beantwortet. Dafür wirft er aber eine Menge neuer Fragen auf.

Die Figuren werden sehr greifbar, sehr lebendig und man kann mit ihnen mitfiebern. Manchmal rühren sie einen auch zu Tränen. Brandhorst ist ein einfühlsamer Autor, der es versteht, in seinen Lesern Gefühle zu wecken. Der Roman ist insofern spannend, ohne es nötig zu haben, mit vordergründiger Action zu operieren. Im Gegenteil, entsteht die Spannung aus der Situation heraus. Die Geschichte ist einem nicht egal, wie das noch beim Band 2 der Serie über weite Strecken der Fall war.

Band 3 der Serie ist insofern ein Meisterwerk, das kaum überflüssige Seiten enthält. Die Geschichte scheint durchdacht, ist flüssig geschrieben und handwerklich sehr gut gemacht, was in der Vergangenheit nicht immer selbstverständlich war. Autoren wie Andreas Brandhorst sollten öfter in diese Reihen eingebunden werden. Die Wertung ergibt sich aus dem Geschriebenen eigentlich fast von selbst. Der Roman ist SEHR GUT. Leo Lukas lernte man in der Vergangenheit ebenfalls als ausgezeichneten Erzähler kennen, was die Hoffnung weckt, dass Lemuria insgesamt ein Höhepunkt im Taschenbuch werden wird ...

Eines sollten die Nachfolger aber schon noch erklären. Die Archen, die Perry Rhodan bisher gefunden hat, waren weit davon entfernt, die Letzte zu sein. Wie es dann sein kann, dass Perry Rhodan trotzdem den vollständigen Bericht des Chronisten zu hören bekam, ist nicht so ganz klar. Da tut Aufklärung dringend Not.

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1. Die Sternenarche
2. Der Schläfer der Zeiten
3. Exodus der Generationen
4. Der erste Unsterbliche
5. Die letzten Tage Lemurias
6. Die längste Nacht


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