Genotype Band 2

Martin Hoyer
Sphärenhammer

Genotype Cover Band 3Die EU beschäftigt sich mit der Erforschung eines Waffensystems, das bereits vor dem Ausbruch der Seuche noch erstellt wurde. Davon weiß aber weder CEENEL, noch Zaati oder Juliette am Anfang des Romans. Dr. Jakobson, der für die EU tätig wird, will auch dafür sorgen, daß es so bleibt. Nachdem in Band 2 Ungeziefer im Bunker gefunden wurde, wurde CEENEL gerufen, um dieses Ungeziefer wieder loszuwerden.

Zaati findet aber schnell heraus, daß dieses Ungeziefer gar nicht das Problem ist. Zwar findet er zwei Überbleibsel der kleinen Monster, die er töten kann und sogar ein riesiges Loch in der Wand, durch das der Rest der Bande wohl verschwunden ist. Aber eine Erkundung des Nestes dahinter zusammen mit Sicherheitspersonal der EU bringt schnell an den Tag, daß die A-Varianten selbst in Probleme geraten sind. Und zwar durch Wesen, die noch wesentlich schlimmer sind. Zaati kann noch ein Gerät anbringen, mit dem künftige Erkundungen wohl einfach möglich sein werden. Dann verlassen sie aber die Unterwelt wieder und zusammen mit Echo Ceenel, der Tochter des Vorstandsvorsitzenden, wird er in einem Quartier geparkt. Einige Differnzen zwischen ihnen, lassen sich beseitigen.

Juli hingegen beginnt ihr Abenteuer in Prag mit einer abenteuerlichen Landung auf einem sehr maroden Landeplatz, der ihr Fluggerät gerade noch so halten kann. Dafür lernt sie aber einen netten Repräsentanten CEENELs kennen. Oleg klärt sie über die hiesigen Zustände auf, stellt ihr die Mitarbeiter CEENELs in Prag vor und zeigt ihr die Stadt. Er teilt ihr mit, wo sie vorsichtig sein muß und verkauft sich dabei so gut, daß Juli ihm vertraut. Ein angenehmes Essen mitten in Prag, reichhaltig und durchaus sehr gut, erweist sich als Gelegenheit, auch die Schattenseiten der Stadt kennenzulernen, denn plötzlich sind sie mittendrin in einer Verfolgung, die anscheinend von den Banden der Mafia inszeniert wurde, die Prag im Griff haben. Bei ihrer Flucht kommen sie auch an einen Steg, der über einen Hinterhof führt und ziemlich gefährlich aussieht. Während Juli gerade noch so hinübergelangt, hat es Oleg da schon schwerer. Ohne ihre Hilfe, hätte er wohl kaum einen Absturz vermeiden können.

Das hilft ihnen aber beiden nicht weiter, denn der Erfolg der Aktion ist, daß sie beide verhaftet werden. Oder besser gefangen genommen, denn bei der Mafia kann man wohl kaum von einer Verhaftung sprechen. So schlimm scheint es aber nicht zu sein. Offensichtlich sind sie in die Hände einer Organisation geraten, die eine eher undurchsichtige, aber nicht unbedingt feindseelige Rolle spielt. Erin Gridwood jedenfalls macht ihnen klar, daß sie nur an Informationen interessiert ist, die ihren letzten Einsatz in Stewardsville betreffen. Ein gewisser Vendenboom war dort Ziel einer Aktion, die von ihrer Organisation in Auftrag gegeben wurde. Weil aber der beauftragte Anführer noch eine Rechnung mit den Anderen offen hatte, ging das schief. Jon Zaati brachte daraufhin die Unterlagen an sich und übergab sie CEENEL. Und Erin will nun näheres darüber erfahren, Informationen, die ihr Juli aber nicht geben kann. Immerhin schafft sie es, das Mißtrauen zu vertreiben und freigelassen zu werden.

Ihr Zusammentreffen mit den Banden hingegen verläuft nicht so, wie geplant. Bei ihrer Unterredung landet plötzlich eine Blendgranate mitten im Raum und die anwesenden Bandenmitglieder schießen aus allen Rohren. Juliette kann sich gerade noch so unter dem Tisch in Sicherheit bringen. Ihr mitgebrachtes Messer, das sie einschmuggeln konnte, hilft ihr wenig. Erst als das Schießen endet, kommt sie unter dem Tisch wieder hervor und sieht sich zunächst mißtrauischen Mienen gegenüber. Aber das Mißtrauen kann schnell zerstreut werden. Vor allem, als sie das einzige Opfer, einen verletzten Eindringling, als Stephen identifizieren kann, den sie noch von einem flüchtigen Abenteuer aus Stewardsville kennt, beginnt man ihr als Repräsentantin von CEENEL ein gewisses Vertrauen entgegenzubringen. Sie stellt dann aber fest, daß der Rest der Gruppe von Stephen um Erin Gridwood inzwischen tot ist und es gefälschte Beweise gibt, die gegen diese Gruppe sprechen. Anscheinend gibt es noch eine Gruppe, die verborgen bleiben will.

Keyner ist inzwischen mit seinem neuen Mitarbeiter nach Kuba gekommen. Dort soll er die Auswirkungen eines Experiments mit dem Sphärenhammer beobachten. Ein Fischer hat alles Live erlebt und berichtet darüber in einer Kneipe, so daß die beiden mithören können. Die Geschichte ist interessant, anscheinend hat die Waffe ein regelrechtes Loch im Ozean hinterlassen, das sich natürlich sofort wieder füllte. Die Druckwelle hätte den Fischer beinahe von seinem Schiff gerissen. Anschließend mußte er sehr viele Fische beobachten, die mit dem Bauch nach oben trieben. Und dazu noch eine Leiche, die beinahe menschlich wirkte, allerdings mit einem deutlich ausdruckslosen Gesicht und darüber hinaus auch noch sehr fischähnlich.

Mit genau dieser Art von Wesen, oder besser einer Abart davon, machen inzwischen Zaati und Echo Ceenel Bekanntschaft. Der Wächter vor der Tür des Raumes, in dem sie die Nacht verbrachten (Zaati natürlich züchtigerweise auf dem Boden, aber er scheint Interesse an Echo zu gewinnen ;-)),ist mausetot und etwas kopflos. Zaati kämpft sich mit Echo durch die Räumlichkeiten, die Verlassen sind von den Soldaten der EU, dafür aber von sogenannten Schnittern wimmeln, Andere, die scharfe, harte Gliedmaßen ihr eigen nennen. Sie treffen in der ehemaligen Hauptzentrale auf Henri Daniels, der ihnen mitteilt, daß sie bereits dabei sind die Gebäude zu säubern. Und Zaati erkennt, daß sie sich vieles hätten ersparen können.

Dafür hat Keyner aber ein Problem, denn sein Ausflug unter Wasser bringt ihn in die Gefangenschaft der Fischwesen.

Und CEENEL verlegt nunmehr sehr eindeutig seine Zentrale in Richtung Prag, wo sich Zaati schließlich wieder mit Juliette trifft.

Fazit

Eine deutliche Steigerung gegenüber der Nummer 2 ist dem Roman anzumerken. Wesentlich lebendiger, witzig-spritzig wie in der Nummer 1, sind die Dialoge zwischen den Figuren und es kommen einige Charaktere neu hinzu. Trotz der langen Pause kam man auch schnell in die Geschichte hinein. Echo Ceenel erweist sich als interessanter Charakter und Zaati und Juli sind gut geschildert, wie bisher eigenltich immer. Aber ihr Aufgabenbereich scheint sich zu erweitern. Sie sind nun so was wie Agenten im Auftrag der Abteilung 11 von CEENEL. Und sie fühlen sich damit richtig wohl. Einziger Kritikpunkt gilt diesmal dem Titelbild: Es scheint recht gelungen zu sein, ist aber definitiv zu dunkel. Man kann die Gestalt in der Mitte praktisch nicht erkennen. Etwas deutlicher wäre schön gewesen. Dafür sind Druckfehler diesmal kaum zu finden.

Auch der Leser fühlt sich damit wieder wohl. Die Nummer 4 kann kommen, wird uns wohl nach Kuba führen und hoffentlich ebenso spannend. So macht Genotype wieder richtig Spaß.

Genotype
1. Die Herde
2. Sprecher der Anderen
3. Sphärenhammer
4. Schatten über Casilda

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