45. Manfred Weinland - Die träumende Galaxis

Bad Earth 45Artas hat seine Freunde mit einem Funkimpuls informiert und die Flotte der Satoga ist zum Stock der Virgh gekommen. Über 100.000 Raumschiffe haben sich in diesem Raumsektor versammelt, darunter auch ungewöhnlich große Schiffe, die fast mit der RUBIKON mithalten können, wenn ihr übergroßer, normalerweise im Hyperraum versteckter, Körper komplett sichtbar ist.

Und Artas ist in eines dieser großen Schiffe über gewechselt, das sich EXPANSION EINS nennt. Er selbst nennt sich der erste Expansor.

Den Termin mit den Freunden kann er allerdings nicht einhalten, denn er hat im Augenblick gerade andere Probleme. Die Virgh greifen an und zeigen, dass sie doch nicht so einfach zu besiegen sind. Technisch können sie mit den Satoga, die sich weiterentwickelt haben, während die Virgh auf ihrem Level stehengeblieben sind, absolut nicht mithalten. Aber sie sind hartnäckig und so bekommen die Satoga die Wut der Virgh zu spüren. Außerdem ist Artas mit drei Neuankömmlingen beschäftigt, die über einen Transmitter im Inneren des Stock materialisiert sind. Davon wissen die Menschen aber noch nichts.

Jarvis ist währenddessen damit beschäftigt, mit SESHA über die technische Machbarkeit eines Klonexperiments zu reden. Er würde gerne einen Klon von sich selbst erstellen. In diese Klon würde er gerne seinen Geist transferieren. Aber das Vorhaben ist mit einigen, auch ethischen, Problemen verbunden. Und Jarvis muss erkennen, dass es alles andere als risikolos ist.

Aylea hat da ganz andere Probleme. Sie muss erleben, dass die Pflanze, die Scobee ihr geschenkt hat und die angeblich aus dem anderen Universum stammt, eingegangen ist. Daran ist sie allerdings selbst schuld, denn sie hat sie einfach zu sehr gegossen. Jelto kümmert sich darum. Die Pflanze kann er allerdings nicht retten und aus einem anderen Universum stammt sie auch nicht. Sie stammt aus den Arsenalen der SESHA und aus diesen holt der Klon auch eine neue Pflanze, deren Betreuung er für Aylea klar verständlich niederschreiben will.

Unterdessen erlebt ein Wesen in der fernen Milchstrasse ein Abenteuer ganz anderer Art. Wir lernen Crol, den Finragen, und sein Volk kennen. Die Finragen sind lose an die Organisation CLARON angeschlossen, weil sie ihre Unabhängigkeit bewahren wollten. Ein Abfallprodukt ihrer heimischen Organisation, ein Mycel, hat es dem Bund angetan. Die Finragen beliefern CLARON, haben aber ansonsten nichts mit dem Bund zu tun. Sie leben unter der Erde und haben so ihre Probleme, kommen aber im Großen und Ganzen mit ihrem Leben zurecht. Der Nordkontinent ist weitgehend öde und so für sie sehr gut geeignet, während der Südkontinent von Leben nur so wimmelt. Auf dem südlichen Kontinent hat aber jemand seine Spuren hinterlassen. Crol ist Teil einer Gruppe, die ein Artefakt untersucht, ein Gebäude, das sehr fremdartig aussieht und von fremden Hyroglyphen überwuchert ist. Crol bewundert das Bauwerk, sein Chef allerdings nicht. Der feuert einfach auf das Ding und erzeugt ein gewaltiges Loch in der Außenwand. Etwas kommt daraus hervor, etwas, das merkwürdig schimmert. Und es schnappt sich Crol.

Lange Zeit später kommt Crol zu sich. Er muss allerdings feststellen, dass er allein ist. Und damit hat er ein Problem. So ohne weiteres kommt er nämlich nicht mehr nach Hause.

Merkwürdig ist auch, dass von dem Artefakt nichts mehr zu sehen ist.

Ein Gravopak kann er aber am ehemaligen Landeplatz ihres Gleiters noch finden. Und damit kehrt er nach Hause zurück. Da hat sich aber einiges verändert. Ein gewaltiger Turm steht da, genau an der Stelle, an der es in die unterirdischen Anlagen seines Volkes geht. Und in den Anlagen, sieht er viele fremde Lebewesen, die wie Roboter aussehen. Niemand scheint ihn zu erkennen, auch seine Freundin nicht. Dafür kommt er aber unerkannt in das Büro seines Chefs und kann eine Tagebuchdatei abfragen. Die verrät ihm genug. Unter anderem, dass er mehrere Monate verschollen war ...

Ein Jay'nac erklärt unterdessen Arabim, wie sie Darnok eventuell doch noch auf ihre Seite ziehen können. Bei den Planungen des Jay'nac spielen auch Türme eine Rolle ...

Offensichtlich haben die Jay'nac Egrnif, die Heimat von Crol, doch nicht vergessen. Denn einer der Türme ist auf seiner Welt gelandet. Und sein Volk wurde quasi versklavt, wie er in den Unterlagen erfährt. Chips haben sie in eine Traumwelt geschickt. Und als sie ihn haben, versinkt auch er in einer Traumwelt. Ab diesem Zeitpunkt ist für ihn allerdings alles wieder in Ordnung, denn nun hat er zwar seine geistige Freiheit nicht mehr, aber davon bemerkt er ja nichts. Seine Freunde hingegen erkennen ihn nun wieder und auch seine Frau kennt ihn wieder.

Artas erzählt inzwischen die Geschichte seines Volkes. Dass Mara Forna nicht mit der KMW identisch ist, war eigentlich schon klar. In ihrer Heimat haben sie Luminia entdeckt, ein Stoff, dem die Kräfte des Urknalls innewohnen. Als sie den Stoff abernten und für die Antriebe ihrer Schiffe verwenden, kommen sie den Jay'nac in die Quere. Deshalb kommt es zu einem erbarmungslosen Krieg, bei dem die Satoga sich als überlegen erweisen. Die Jay'nac verschwinden und gehen in die Milchstrasse. Inzwischen haben die Satoga sie aber gefunden und um die Heimat der Menschheit zu retten, wollen Artas und sein Volk gegen die Jay'nac vorgehen. Allerdings haben sie noch einen Grund. Ihre großen Expansions-Raumschiffe, sind vollgeladen mit Brut. Und mit dieser wollen sie in der Heimat der Menschheit siedeln. Auf Welten, die von niemandem beansprucht werden, wie Artas glaubhaft versichert. Aber die Menschen sind sehr misstrauisch geworden. Als die RUBIKON in der EXPANSION EINS aufgenommen wird, will John das verhindern. Artas macht klar, dass das sein gutes Recht ist, dass er aber empfehlen würde, das Einschleusen zu erlauben. Die Satoga wollen in die Milchstrasse und sie sind in jedem Fall schneller, als die Menschen. Außerdem stellt er ihnen auch die drei Wesen vor, die sie im Stock aufgegriffen haben und die den Menschen sehr gut bekannt sind. Sowohl Jiim als auch seine Freunde erkennen sie sofort. Artas verspricht, dass er sie ebenfalls auf die RUBIKON lassen wird. Aber zunächst erzählt er die Geschichte fertig, wie sie die Jay'nac aus ihrer Heimat vertrieben. Und er zeigt die Querverbindungen zu den Virgh und den Keelon auf, die nämlich ebenfalls einer künstlichen Produktion der Jay'nac entstammen. Gleichzeitig bezeichnet er die Keelon als sehr gefährlich, weil er der Meinung ist, dass deren Fähigkeiten ihre Existenz bedrohen. Vielleicht streben die Jay'nac ja an, die Satoga in der Vergangenheit auszurotten...

Als sie die Milchstrasse erreichen, stellt sich aber schnell heraus, dass die Jay'nac nicht unvorbereitet sind. Alle Satoga und auch alle Menschen verfallen in eine Traumwelt. Bis auf eine Ausnahme. Cy kann den Impulsen widerstehen. Er sucht nach Unterstützung und findet sie in den hydroponischen Gärten. Jelto kann in seiner Aura den Impulsen ebenfalls widerstehen und er kann seine Aura so ausdehnen, dass auch die anderen davon betroffen sind. Und so sind plötzlich alle wieder klar, außer SESHA selbst, die John als Sobek bezeichnet und glaubt, immer noch in Tova'Zarah zu sein.

Cloud reagiert gnadenlos. Er lässt die Außenhülle der EXPANSION EINS zerstören und fliegt hinaus. Er kann gegen die feindlichen Schiffe der Erinjij aber kaum etwas ausrichten. Bevor er zum Gegenangriff übergehen kann, liegen sie bereits unter Feuer. Und die Kontinuumswaffe können sie so nahe bei den Freunden ebenfalls kaum einsetzen. Da die RUBIKON die einzige Einheit ist, die Gegenwehr leistet, ist es auch nicht verwunderlich, dass sie sich plötzlich einer Übermacht gegenübersehen. Es sieht ziemlich übel aus, bis sich jemand meldet, den sie möglicherweise kennen. Eines der Schiffeträgt nämlich den Namen ROOGAL. Und der gehört nicht zu einer Stadt auf der Erde, sondern zu den Keelon. In dem Schiff befindet sich ein alter bekannter. Und doch wieder nicht, denn der Keelon erweist sich als Wesen, das aus Arabim und Darnok zusammengemixt ist. Er nennt sich Darabim und er will von John wissen, wieso er sich mit den Gegner der Jay'nac verbündet hätte. John erzählt ihm die Geschichte, woraufhin ihm Darabim eine gänzlich andere erzählt, nämlich die Begründung für den gnadenlosen Kampf der Jay'nac gegen die Satoga. Und plötzlich begreift John: Der Krieg beruht auf einem tödlichen Mißverständnis. Er bittet Darabim darum, die Satoga zu verschonen. Und will selbst als Mittler auftreten. Darabim gewährt ihm die Bitte. Natürlich denkt Artas, John hätte die Seiten gewechselt. Aber der Mensch macht ihm klar, dass er auf seiner eigenen Seite steht. Und dass es Gründe für die Jay'nac gibt, gegen die Satoga so gnadenlos vorzugehen. Denn das Luminium war nichts anderes als die Brut der Jay'nac ...

Die Satoga haben quasi ohne Kommentar, ohne Verständigungsversuch, die Kinder der Jay'nac getötet und als Stoff für ihren Antrieb missbraucht. Und sie glaubten dabei immer, der Gegner würde ebenfalls nur um einen Kraftstoff kämpfen ...

Natürlich wollte Artas das niemals. Und so willigt er in Verhandlungen mit den Jay'nac ein. Beide Gruppen erlauben John und seinen Freunden, an Bord der RUBIKON zurückzukehren. Die Foronen sind aber nicht mehr da. Sie haben die Gelegenheit zur Flucht genutzt, was John an über 80 weitere Rochenschiffe erinnert, die in der Galaxis verteilt sind ...

Und Crol kommt langsam wieder zu sich, als die Jay'nac und die Satoga tatsächlich zu einer Einigung kommen und ihre Besatzer deswegen die Implantate, die sie bisher beeinflusst haben, abschalten. Plötzlich sind all diese Wesen wieder frei, zumindest geistig.

Die Supernovae entpuppen sich ebenfalls als Bluff der Jay'nac, mit denen sie den Gegner in die Galaxis locken wollten. Sie wurden von den Türmen gesteuert, die auf vielen Planeten der Galaxis verteilt errichtet wurden...

Allerdings muss John ein Opfer wirklich beklagen. Sein Vater befand sich in einer Sektion der RUBIKON, die bei den Kampfhandlungen zerstört wurde. Er überlebte diesen Angriff nicht und wird auf dem neuen Bordfriedhof beigesetzt, indem sich insgesamt vier Opfer der Reise befinden. Neben seinem Vater, liegen auch Resnick und Jarvis' Körper, sowie Boreguir in den Gräbern ...

Fazit

Erstaunlich, wie sich wirklich alle losen Fäden wieder zusammenfügen. Manfred Weinland hat scheinbar nichts vergessen, auch wenn das Ende von Darnok doch etwas unbefriedigend ist. Inwiefern war es ein Ende? Gibt es vielleicht noch Hoffnung für den Keelon? Hoffentlich kann auch er in der Fortsetzung der Geschichten bei Zaubermond wieder eine Rolle spielen ...

Der Roman ist ebenfalls sehr flüssig erzählt, auch wenn vieles etwas hingeschludert wirkt. Wirklich verwunderlich ist das aber nicht. Immerhin war es ja nicht Manfreds Schuld, dass die Serie so überstürzt beendet wurde. Vielleicht wäre es gut gewesen, wenigstens noch die letzten Romane bis Band 50 zu nutzen, um ein runderes Ende zu ermöglichen, das nicht ganz so überhastet wirkt.

Trotzdem ist die Geschichte gelungen. Die Zusammenhänge werden verständlich, viele Rätsel klären sich auf. Den Konflikt als Mißverständnis zu entlarven und eine Möglichkeit zum Frieden zu ermöglichen, ist ein geschickter Griff, anders wäre der Konflikt auf den wenigen Seiten auch kaum noch sinnvoll aufzuklären gewesen. Bedauerlich ist, dass die Geschichte um Crol nur noch als Aufhänger für die Errichtung des Turms genutzt wurde. Es wäre sicher interessant gewesen, mehr über das Artefakt zu erfahren, aber viele Geschichten werden leider unerzählt bleiben. Vielleicht besteht ja noch Hoffnung auf eine Nebenhandlung in der neuen Buchserie.

Trotzdem muss man sagen, dass nach dem letzten Band nun doch bedauern einkehrt, dass die Serie ihr Ende gefunden hat. Der Roman glänzt – genauso wie sein Vorgänger – mit einer gewaltigen Informationsfülle, was aber verständlich ist. Die Serie musste in wenigen Bänden beendet werden und da müssen die Informationen sehr viel konzentrierter zusammengefasst werden. Alles in allem ist der Roman dadurch auch nicht absolut überragend, aber immer noch SEHR GUT.

Bad Earth

25. Sobeks Plan
26. Schatten über Crysral
27. Die Arche der Foronen
28. Das Ende der Freiheit
29. Am Rande der Galaxis
30. Jeltos Traum
31. Der Ruf der schwarzen Sonnen
32. Angriff der Gravo-Läufer
33. Der Vergessene
34. Der Meister des verbotenen Wissens
35. Planet aus Glas
36. Die Brut
37. Das Geheimnis der Spore Auri
38. Der Große Krieg
39. Notruf der Cirr
40. Tod den Cirr
41. Das falsche Universum
42. Der letzte Ganf
43. Die Begegnung
44. Der Jahrtausend-Plan
45. Die träumende Galaxis

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