29. Alfred Bekker - Am Rande der Galaxis
Eines der Schiffe geht auf Kurs in eine gänzlich andere Richtung. Vor der SESHA, mit den Menschen an Bord und außerdem zweien der Sieben Hohen, nämlich Sironaa und Sobek, liegt der Abrund zwischen den Galaxien, der Leerraum, der die Große Magellansche Wolke oder Samragh von der Milchstraße trennt. Sobek macht sich auf den Weg und sie erreichen sehr schnell den Rand der Galaxis. Das Schiff fliegt dabei nicht durch das Meer der Sterne hindurch, sondern fliegt nach »oben«, sozusagen auf die Milchstraßenhauptebene, um die Galaxis auf diesem Wege schnell hinter sich zu lassen. Dann nehmen sie Kurs auf die Große Magellansche Wolke. Bis sie schließlich auf eine Gefahr treffen. Eine Art Sonde trifft auf die Schirme des Schiffes, wird von der KI der SESHA aber nicht als großes Problem wahrgenommen. Deshalb fliegen sie zunächst weiter, jedenfalls bis sie einigen Schiffen gegenüberstehen, die Sobek sehr genau kennt. Die Angreifer sind Dreizackschiffe, ein Schiffstyp, den die Foronen eindeutig den Virgh zuordnen können. Es gibt den verhassten Feind also offenbar noch und er lässt sie nicht einmal in die Nähe ihrer Heimat gelangen, er hält sie bereits voher auf. Die KI reagiert allerdings sehr merkwürdig auf die Eindringlinge. Sie scheint keine Chance zu sehen und plötzlich reagiert das Schiff selbst auch kaum noch so, wie sich Sobek das vorstellt. Es meldet Eindringlinge und kann nicht gegen sie vorgehen, sehr schnell wird aber klar, daß die Eindringlinge aus dem eigenen Schiff stammen, Die Nanoroboter, die eigentlich reparieren sollten, zerstören plötzlich. Verwirrt reagieren die Foronen auf die Bedrohung, können aber nichts dagegen machen. Und Sobek findet auch keine Erklärung. Er lässt die KI eine Überprüfung ihrer eigenen Funktionen vornehmen, bekommt aber eine negative Meldung. Es scheint alles in Ordnung zu sein mit dem Schiff. Das kann aber nicht sein, und deshalb lässt Sobek langsam das Energieniveau auf dem Schiff absenken. Dadurch erreicht er, daß immer mehr wichtige Funktionen von der KI abgekoppelt werden und schließlich nur noch Basisfunktionen vorhanden sind. Als die KI praktisch lahmgelegt ist, befiehlt er einen Neustart der Systeme. Und tatsächlich, auf seine Grundfunktionen reduziert, kann das Bordgehirn tatsächlich die Gefahr, die dem Schiff drohte, lokalisieren und beseitigen, die Nanoroboter reparieren nun das Schiff wieder, wie sie es ja eigentlich auch sollen. Und Sobek erfährt bei der Analyse, daß die Sonde offensichtlich einen Fehler verursachte und die KI entsprechend beeinflußte. Diese Gefahr ist aber nun gebannt. Dafür können sie nun weiterfliegen und erreichen sehr schnell einen Bereich im Leerraum, der sich als sehr gefährlich für das Schiff erweist. Und wir erfahren nun auch etwas über den Antrieb des Schiffes. Dieser wird nämlich sehr energiearm betrieben. Das Schiff selbst benötigt sehr wenig Energie, während es fliegt, nutzt es einfach die Energie, die sowieso überall vorhanden ist, um einen Riß zu schaffen, der es sozusagen beständig durch den Raum schwimmen lässt. Deshalb bewegen sich auch die Flügel des Raumschiffes in diesem Raum, die Dunkle Materie, die ihn ausmacht, ist das Medium, das dem Schiff seine Fortbewegung ermöglicht. Gespeichert ist von dieser Materie nur sehr wenig. Und das Wenige ist nun aufgebraucht, als plötzlich eine Tote Zone erreicht wird, eine Zone, in der keine Dunkel Energie und keine Dunkle Materie mehr zu finden ist. Die Foronen rätseln, auf was sie da gestoßen sind. Währenddessen ist Sar-To auf seiner eigenen kleinen Welt dabei, über die Überlieferungen seines Volkes nachzudenken. Die Jaroviden leben schon seit sehr langer Zeit auf den Überresten ihrer eigenen Welt. Über die Katastrophe, die zu der jetzigen Situation geführt hat, erfahren wir nicht allzu viel, vor allem nicht, wer dafür verantworlich war. Aber offensichtlich wurde ihre Welt zerstört und in ihren Trümmern haben sie eine Stadt namens Jar errichtet, in der an die zwei Millionen Arachnoide überleben könnten. Die Jaroviden bestehen aber nur noch aus ungefähr zweihunderttausend. Ein Grund dafür ist, daß bei den Zellteilungen, die sie ausführen, immer wieder etwas schief geht und deshalb die neuen Wesen, die entstehen, nicht mehr richtig Lebensfähig sind. Deshalb stirbt das Volk langsam aus. Von den Planetentrümmern kommen sie nicht mehr weg und die Sonne ist nur noch ein weißer Zwerg, der ihnen nicht mehr sehr viele Hoffnungen lässt. Sie warten deshalb auf einen Retter, den der Gott Antoq ihnen bringen wird. Sie glauben fanatisch daran, daß Zellteilung der einzig sinnvolle Weg der Fortpflanzung ist und leben deshalb in Symbiose mit tödlichen Viren, die ihnen diese Teilung ermöglichen. Eine Verzögerung der Teilung wird als Sakrileg betrachtet und widerspricht den Grundlagen ihrer Religion. Sar-To steht kurz vor dem Eintritt in diese letzte Phase seines Lebens. Er weiß, daß nach der Teilung die beiden Wesen, die entstehen werden, gewisse Basiserinnerungen behalten werden, aber das Meiste bei der Teilung ausgelöscht werden wird. Und er freut sich nicht darauf. Aber trotzdem wird er den Anordnungen seiner Religion nicht Widersprechen. Als er sich mit der Situation endlich abgefunden hat, erhält er einen Anruf von den Oberbefehlshabern seines Volkes. Der Stellvertreter Antoqs auf Jar ruft ihn zu sich, weil er als ehemaliger Kommandant eines Ernteraumschiffs ihnen noch helfen kann. Obwohl er kurz vor der Teilung steht, bittet ihn der Stellvertreter in den Palast und erklärt ihm die Situation. Sie haben ein Schiff geortet, das sich Jar nähert und wollen mit diesem Schiff Kontakt aufnehmen, denn sie glauben daran, daß diese Fremden ihnen helfen werden. Sie sollen die Retter sein, die von antoq angekündigt wurden. Aber Sar-To war schon einmal einer solchen Situation ausgesetzt und ihm als einzigem sind die verdächtigen Signale aufgefallen, die die damaligen Ankömmlinge als Retter disqualifizierten. Diesmal soll er ihnen wieder helfen und mit seiner Erfahrung einen Rat geben, wenn es nötig werden sollte. Und natürlich wird es das. Die Fremden denken nicht wirklich daran, den Jaroviden zu helfen, was Sobek allerdings zunächst gut zu verbergen weiß. Er will nur wissen, wohin die ganze Dunkle Materie verschwunden ist, nimmt die primitiven Arachnoiden aber nicht wirklich ernst, die mit Raumschiffen in der Gegend um die Trümmerstücke ihrer Welt herumfliegen, die mit Atomkraft betrieben werden. Sie begeben sich in die Stadt Jar, nachdem sie eine Möglickeit gefunden haben, die tödlichen Viren von sich selbst abzuhalten. Und dort sprechen sie dann persönlich mit dem Stellvertreter, der sich als durchaus visionärer Arachnoide entpuppt. Er lädt sie zu einem festlichen Mahl ein, das Jelto nicht sehr gefällt, denn die Würmer, die die Jaroviden essen wollen, verspeißen gerade Pflanzen, die ihre Hilferufe an ihn richten. Als die Arachnoiden zum Festmahl übergehen, wird der Stellvertreter über einen Funkempfänger darüber informiert, daß die Fremden in dem Schiff die Energiespeicher scannen und offensichtlich großes Interesse an ihrer dunklen Materie haben. Scobee und Cloud haben bereits zuvor vermutet, daß die Schiffe der Jaroviden zur Ernte unterwegs sind und daß sie eine Möglichkeit gefunden haben, die Dunkle Energie für sich zu nutzen, sie aber noch nicht für die Raumfahrt verwenden oder verwenden können. Tatsächlich haben sie wohl Recht und als die Arachnoiden merken, daß die Foronen nur an ihren Energievorräten interessiert sind, greifen sie das Schiff an. Sie haben aber keine Chance. Dafür macht ihnen Sobek klar, daß sie die Energievorräte der Jaroviden vernichten werden, wenn sie angegriffen werden und ihr Leben in Gefahr gebracht werden sollte. Die bereits erschienenen Soldaten lassen die Waffen wieder sinken und die Fremden abziehen. Wenn sie gewußt hätten wie sich Sobek weiterhin verhalten würde, hätten sie es eventuell darauf ankommen lassen. Kaum an Bord, lässt er die eigenen Energievorräte aufladen und nimmt dabei den Arachnoiden soviel davon weg, daß die Schirme tatsächlich zusammenbrechen. Am Schluß äußert er noch, daß er die Wesen schon bedauert und ihnen gerne helfen würde, indem er sie vernichtet, aber er will keine Energie dafür verschwenden, weil er befürchtet, dann doch nicht aus dieser toten Zone entkommen zu können. Diese zynische Haltung ist der Auslöser für Jelto, um Sobek deutlich zu sagen, was er von einer solchen Einstellung hält. Betroffen müssen die Menschen miterleben, wie Sobek Kurs setzen lässt und die angeschlagenen Überlebenden in der Stadt sich selbst überlässt. Die Jaroviden haben nun praktisch keine Chance mehr auf Rettung. Und Cloud wird immer klarer, daß er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. FazitKeine schlechte Geschichte, die uns Alfred Bekker da präsentiert. Die Foronen sind nach wie vor nachvollziehbar geschildert und verhalten sich so, wie man das erwarten kann. Sie werden immer unsympathischer und es wird sehr klar, daß sie für das Überleben ihres Volkes alles tun werden. Auch John Cloud und die Menschheit sind da eher in Gefahr, als wirklich von den Foronen profitieren zu können. Es ist jedenfalls klar, daß sie kaum eine Chance haben werden, wenn Sobek zu der Überzeugung kommt, nicht mehr von ihnen profitieren zu können. Warum er aber überhaupt einen solchen Narren an Cloud gefressen hat, das liegt nach wie vor im Dunklen und es wäre schon langsam an der Zeit, zu erklären, woher dieses Vertrauen in den Menschen kommt. Nur deshalb, weil er damals die SESHA aus dem Kubus geflogen hat, kann es eigentlich nicht sein. Da müßte Sobek eher vorsichtig sein, denn immerhin hat der Mensch versucht, das Schiff für seine eigenen Zwecke zu benutzen. Aber das werden wir sicher noch erfahren. Zu Alfred Bekker noch ein Wort. Ich finde seinen Schreibstil zwar nicht schlecht, aber er sollte noch etwas daran arbeiten. Es ist natürlich schon schwierig, eigentlich sollte das Lektorat hier korrigierend eingreifen, aber wenn es das nicht tut, dann ist der Autor gefordert. Was mir auffällt ist, daß Alfred sehr gerne Worte in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen wiederholt, anstatt ein Synonym zu verwenden.Zum Beispiel auf Seite 12 unten und Seite 13 oben: »... welchen Teil des Weges bis in die alte Heimat der Foronen die SESHA schon zurückgelegt hatte. Das Raumschiff hatte bereits eine ungeheure Strecke zurückgelegt, ...« Da wäre eventuell ein anderer Satzanfang besser gewesen. Oder ebenfalls auf Seite 12: »Jetzt kam es angeblich auf eine im Vergleich dazu vergleichsweise kurze Zeitspanne an?« Zum Einen würde der Lehrer vermutlich »Satzbau« an den Rand kritzeln ;-). Aber vor allem hat entweder »vergleichsweise« oder »im Vergleich dazu« da eindeutig nichts verloren. Andere Beispiele werde ich mir aber verkneifen, es dürfte klar geworden sein, was gemeint ist. Schlimm ist das alles nicht, schließlich sind wir im Heftroman. Allerdings ist SF immer irgendwie eine Ausnahme, da sind die Erwartungen doch gänzlich andere, die von Manfred Weinland, Michael Marcus Thurner und Susan Schwartz bisher auch erfüllt wurden. Von den anderen Autoren auch, mal mehr mal weniger. Ein Lektorat sollte solche Feinheiten aber finden und ausbügeln. Trotz der kleinen Kritik finde ich den Roman von Alfred aber besser, wie seinen Vorgänger. Diesmal war es geschickter erzählt, daß die Arachnoiden den Raum leergefischt haben, ist mir jedenfalls nicht sofort klar gewesen. Und das Volk der Jaroviden war sehr interessant geschildert, das ist eindeutig eine Stärke des Autors. Auf jeden Fall können wir uns auf weitere Abenteuer aus seiner Feder freuen, Band 32 und 33 sind ebenfalls von ihm. |
Bad Earth25. Sobeks Plan26. Schatten über Crysral 27. Die Arche der Foronen 28. Das Ende der Freiheit 29. Am Rande der Galaxis 30. Jeltos Traum 31. Der Ruf der schwarzen Sonnen 32. Angriff der Gravo-Läufer 33. Der Vergessene 34. Der Meister des verbotenen Wissens 35. Planet aus Glas 36. Die Brut 37. Das Geheimnis der Spore Auri 38. Der Große Krieg 39. Notruf der Cirr 40. Tod den Cirr 41. Das falsche Universum 42. Der letzte Ganf 43. Die Begegnung 44. Der Jahrtausend-Plan 45. Die träumende Galaxis Eigene Domainbad-earth.de.vu/ |

Noch einmal geht es um die Schäden, die die Replizierung der vielen Schiffe angerichtet haben, und noch einmal werden die anderen Schiffe ausgeschickt, um teilweise mit einem der Sieben Hohen in einen Bereich von Bolcrain zu fliegen.