24. Michael Marcus Thurner - S.O.S. vom Mars
An seiner Seite befindet sich - neben Aylea, Scobee und Jelto - immer noch das amorphe Wesen, das immer noch hin und wieder verschwindet. Langsam wird klar, daß ihm die Begegnung mit der Zeit nicht so gut getan hat, er muß immer wieder in die Vergangenheit springen, um die zeitlichen Verwirrungen, die ihn in die Zukunft reisen wollen, zu überwinden. So erreichen sie schließlich die Station und werden tatsächlich eingelassen. Immerhin kennen sich Scobee und Cloud schon etwas in der Station aus. So wissen sie sehr gut, daß es einen Raum gibt, in dem sich Menschen befunden haben, die in einer Art Stase eingefroren waren. Diese Menschen sind aber alle gestorben, als John versuchte, sie wiederzuerwecken. Er möchte damit nichts mehr zu tun haben. Dafür betritt er aber den Raum, in dem sich die Zentrale der Station befindet. Ein Tisch, der wie ein Altar wirkt, wird nun von ihm bedient, auch in diesem Fall versteht er instinktiv oder besser von den Überresten der Maschinen, die in seinem Körper sind, geleitet, wie der Tisch funktioniert. Er erweist sich als technisches Wunderwerk, das alles kann und aus vielen sehr flachen Schichten besteht, die übereinander abgelegt sind. Wenn eine andere Schicht oben gebraucht wird, dann verschwindet die oberste Schicht einfach weiter nach unten. Und wenn man die richtige Kombination aktiviert, fliegen alle Schichten nach und nach zur Seite und gruppieren sich im Raum. John beginnt, die Tafeln zu studieren. Mit Scobees Hilfe gelingt es ihm auch, eine Gruppe von Tafeln für die Kommunikation zu konfigurieren. Sie erreichen den Mars und hören einen Funkspruch, der offensichtlich von den GenTec Resnick und Jarvis abgesetzt wurde. Diese sind immer noch eingeschlossen in der Station auf der Spitze des Turmes und sie haben die Absicht, die Zeit zu nutzen. Obwohl sie langsam die Schwäche in ihren Körpern spüren und immer deutlicher wird, daß sie wohl immer mehr destabilisieren und deshalb auch beschleunigt altern, kämpfen sie immer noch um ihre Rettung. Sie haben es geschafft, die Funkanlagen zu aktivieren und einen Funkspruch als Endlosschleife ins All zu schicken. Die KI der Station hinderte sie nicht daran, weil diese selbst genug Probleme hat. Sie ist nämlich nicht mehr in der Lage, die Station zu beherrschen, versteht nicht, was diese Wesen dort tun oder wie sie sich gegen sie verteidigen kann. Aber langsam regeneriert sie sich. Und Jarvis und Resnick, sowie der Freund, den sie in der unterirdischen Hohlwelt gefunden haben, machen sich auf einen Rundgang, bei dem sie noch mehr eingefrorene Menschen finden. Nicht nur der Vater ihres Kommandanten ist in einen Block eingegossen, sondern viele andere Menschen aus allen Epochen der Erde, seit mindestens 2000 Jahren. Als sie in die Augen des eingegossenen Nathan Cloud blicken, merken sie aber sehr schnell, daß es schwierig werden wird, mit diesen Menschen in Kontakt zu kommen. Zwar gibt es eine manuelle Möglichkeit, die Blöcke zu öffnen, aber wenn man sich die Augen der eingeschlossenen anschaut, merkt man, daß sie nicht mehr wirklich klar sind. Offensichtlich sind die Schläfer nicht ohne Bewußtsein, sondern bekommen alles mit, was in ihrer Umgebung passiert. Sie können sich nicht rühren, starren immer wieder auf den gleichen Fleck, mit weit geöffneten Augen. Und das teilweise seit mehr als 2000 Jahren. Viele, wenn nicht alle dieser Wesen, werden dem Wahnsinn nahe sein. Und tatsächlich, als sie einen der Blöcke auftauen, kommt das Wesen schreiend zu sich, ist nicht ansprechbar und zerfällt sehr schnell. Es scheint sogar dankbar, daß seine endlose Gefangenschaft vorüber ist. Jarvis und Resnick sind entsetzt, aber sie hoffen immer noch auf eine Rettung und deshalb versuchen sie es erneut, ein solches Wesen aufzutauen. Diesmal besonders langsam. Es scheint auch tatsächlich besser zu gelingen, die Frau schreit nicht sofort, sondern ist vollkommen ruhig, wird aus dem Block gelöst und auf den Boden gelegt. Aber auch sie ist angegriffen, als sie in den Mund der Frau schauen, wird deutlich, daß sie innerlich bereits zerfällt. Und das Ergebnis dieser Behandlung ist, daß sie irgendwann auch zu schreien beginnt und noch ein letztes Danke hauchen kann, während sie bereits im Sterben liegt. Jarvis stört das nicht, er will weitermachen, aber Resnick ist davon nicht sehr begeistert. Er sieht es so, daß sie den Menschen die letzte Lebenszeit nehmen, die sie noch haben. Aber da die bisher aufgetauten offensichtlich dankbar sind, hält es Jarvis nicht für schlimm. Und deshalb will er weitermachen. Er überlegt es sich aber doch, als plötzlich eine ganze Reihe von Blöcken auftaut und viele Menschen schreiend heraustaumeln und sich sofort zum Sterben hinlegen. Nur Borreguir, ihr Begleiter, kommt auf die Idee, daß das möglicherweise eine Aktion der KI der Station sein könnte, die auf die Eindringlinge doch langsam reagieren. Derweil gelingt es Cloud, den amorphen mit einem vollkommen verrückten Manöver, das ihn fast das Leben kostet, zumindest kurzzeitig zur Kooperation zu zwingen. Die Masse ist offensichtlich darauf programmiert, ihn zu schützen. Und deshalb greift er Einrichtungen der Station an, die sofort mit heftiger Gegenwehr reagiert. Sie schießt auf ihn. Er kann kaum noch ausweichen, als endlich der amorphe reagiert und ihn im letzten Augenblick rettet. Scobee ist sehr erzürnt über seinen Leichtsinn und haut ihm eine runter, was auch durchaus berechtigt erscheint. Aber immerhin können sie den amorphen überreden, ihnen eine Passage auf die SESHA zu besorgen. Und so stehen sie schon bald wieder vor Sobek. Aber bevor der sie ins Schiff läßt, bekommen sie auf der Außenhülle eine Diashow zu sehen, Filme, Träume der offensichtlich noch halb schlafenden fünf Hirten, die schreckliche Szenen zeigen von spinnenartigen Tieren, die sie angreifen und Foronen töten. Schließlich lässt die KI SESHA sie ins Schiff, aber Aylea wird sofort von ihnen getrennt. Sie sind erzürnt, aber Sobek erklärt ihnen nicht, warum. Dafür nimmt er Kurs auf den Mars, denn die KI SESHA hat Kontakt mit der KI der Station bekommen und deshalb erfahren, daß die beiden GT dort sind. Wir erfahren, daß Sobek dahintersteckte und die Reise der beiden GT von ihm gesteuert wurde. Inzwischen geht es den beiden GT nicht mehr sehr gut. Sie sehen aus wie alte Männer und haben keinerlei inneren Antrieb mehr. Einzig Borreguir kann an ihr Ehrgefühl appellieren, was nötig ist, als sie sich einem Raum nähern, in dem die KI residiert. Sie schickt einen Wurm aus, den sie auf die drei Eindringlinge hetzt. Der Wurm ist riesig und vollkommen unempfindlich gegen die Gewalten, die sie gegen ihn einsetzen. Keine Messer und auch nicht das Schott, das sie schnell wieder schließen, kann ihn aufhalten. Er wirft sich mit tumber Zerstörungswut gegen das Schott und die entkräfteten GT kehren zurück in die Zentrale. Aber sie haben keine Chance. Das Wesen folgt ihnen und als sie ihm eine Falle stellen wollen, indem sie es in die sich schließende Tür einklemmen, gehen sie selbst in die Falle. Der Schließmechanismus reagiert nicht und Resnick ist zu langsam, er erreicht den Ersatzmechanismus auf der anderen Seite nicht mehr rechtzeitig. Zu allem Überfluß, gerät er auch noch in die Quere des helfenden Borreguir, der mit dem Schwert schneller an dem Auslöser ankommt. Aber Resnick wirft sich im letzten Augenblick nach vorne und verliert dadurch die Hand, die von dem scharfen Schwert des Borreguir abgetrennt wird. Der Wurm stürzt sich auf die beiden anderen, Jarvis und Borreguir, und der Schwertkämpfer schlägt zu. Was nur dazu führt, daß das Schwert aus seiner Hand geschleudert wird. Nun erweist sich ein eher nerviges Hologram eines Foronen als hilfreich, das immer wieder die selben Worte wiederholt. Als der Wurm in das Hologram geschleudert wird, wird er von den Energien erfasst und langsam verbrannt. Resnick sitzt dabei auf seinem Rücken und verwandelt sich sehr schnell ebenfalls in einen verkohlten Leichnam, der noch lange genug lebt, um zu erkennen, daß der Wurm unter ihm im Sterben begriffen ist. Er könnte sich auch nicht mehr retten, denn sein Arm ist eingeklemmt. Und so stirbt er einen helfenhaften Tod auf dem Rücken des Wurmes. Jarvis begreift zuerst nicht, als er wieder zu sich kommt. Aber dann wird ihm klar, was da auf dem in dem Hologram herumtobenden Wurm sitzt. Er ergreift wütend das Schwert und zerschlägt damit die Säule, in der das Wasser eingeschlossen ist. Die Station wird überflutet und die KI an weiteren Aktionen gehindert, weil Wasser ihr sehr schadet. Sie nennt es das verhasste Element und kann nicht dagegen ankämpfen, sie hat alles vergessen. SESHA kommt aber im letzten Augenblick und hilft. Die gesamte Station wird von dem Planeten geborgen. Dazu wird die Oberfläche von einer Waffe aufgelöst, das Gebilde dann an Bord der SESHA gezogen. Die Wesen, die in dem Hohlraum waren, sterben entweder an herabfallenden Trümmern oder der nicht mehr vorhandenen Atemluft. Das wissen die Menschen in der SESHA aber nicht. Sobek erklärt, daß es sich dabei um einen einstmals über einhundert Kilometer durchmessenden Krater handelte, den sie überdacht haben und für ihre Zwecke genutzt. Da die Foronen aber schon sehr lange im Tiefschlaf liegen, kann er solches eigentlich gar nicht wissen. Ob ihm das die KI SESHA verraten hat? Woher hat er überhaupt so viele Informationen über die Zeit, die er eigentlich gar nicht mehr miterlebte? Jedenfalls steht Cloud plötzlich allein - Scobee und Jelto wurden von Sobek weggeschickt - vor den drei Körpern. Einen davon erkennt er nicht, den von Borreguir nämlich. Aber auch bei den beiden anderen hat er Probleme, in dem zwar noch lebenden, aber vollkommen vergreisten Wesen kann er unmöglich Jarvis erkennen. Aber dann wird ihm doch klar, wen er da vor sich hat. Und damit erkennt er auch, daß das verkohlte Etwas wohl die Überreste von Resnick sind. Cloud bittet Sobek und die fünf anwesenden Projektionen der noch halb schlafenden Hirten um Hilfe für den Freund, die er aber nicht bekommt. Angeblich ist der Verfall zu weit fortgeschritten. Nur einen Gefallen kann ihm Sobek noch tun. Er lässt die wieder etwas Genesene amorphe Erscheinung, die er als Konstrukt, als Rüstung eines Hirten, bezeichnet (eine solche trägt er übrigens auch selber) Cloud übernehmen. Die Rüstung gehörte einst dem verstorbenen Hirten Mont. Und nun wirft sie sich zusammen mit Cloud auf Resnick und tötet ihn. Cloud ist sehr wütend. Er beginnt, die Hirten zu hassen. FazitDas ist ein Feuerwerk, das MMT da präsentiert. Die Geschichte, wie Cloud auf die SESHA kommt, ist dabei nur ein Nebenschauplatz, der recht gefällig daherkommt, aber wenig neues bietet. Anders ist das bei dem Schauplatz um die beiden GT. Dort passiert wirklich einiges und vor allem das Ende von Resnick ist aufregend geworden und sehr interessant geschildert. Das Verhältnis zu den Hirten ist offensichtlich schwierig. Sobek ist skrupellos, obwohl er auf der anderen Seite aber auch entgegenkommend erscheint. Eine merkwürdige Mischung. Auch die anderen Hirten sind ziemlich halbseidene Gesellen. Als sie erfahren, daß Mont nicht mehr lebt, wollen sie näheres wissen. Sobek redet sich mit einem Defekt heraus, von dem aber die KI nichts weiß. SESHA vermutet daraufhin, daß Mont einfach an Altersschwäche starb, obwohl er lediglich ein Drittel seiner normalen Spanne schon gelebt hat. Eine Untersuchung wird ihm aber von allen sechs überlebenden verwehrt, da der Körper den Foronen heilig ist und unversehrt bleiben muß. Daß Mont der einzige Tote ist, auch wenn man die anderen Foronen, die noch an Bord im Schlaf liegen mit einbezieht, wird deshalb wohl ein ewiges Rätsel bleiben. Was Sobek vorhat, werden wir wohl im nächsten Band erfahren, der den ersten Zyklus abschließt, aber auch gleich den zweiten nahtlos eröffnet. |
Bad Earth1. Armageddon2. Phantomjagd 3. Die letzte Enklave 4. Welt unter Eis 5. Der Auserwählte 6. Flucht in den Aqua-Kubus 7. Meister der Materie 8. Für Menschen verboten 9. Die Grenze zum Nichts 10. Jenseits der Grenze 11. Architekten der Zeit 12. Planet der Kriege 13. Das Komplott der Jay'nac 14. Rückkehr ins Sonnensystem 15. Die Dschungelwelt 16. Hinter dem Schattenschirm 17. Die neue Menschheit 18. Endstation der Träume 19. Fremde unter Fremden 20. Auf dem Gipfel der Macht 21. Operation Omikron 22. Im Herzen der Macht 23. Skytown 24. S.O.S. vom Mars 25. Sobeks Plan Eigene Domainbad-earth.de.vu/ |

John Cloud ist zusammen mit seinen Gefährten noch auf der Erde, eingesperrt in das Warrik, das Unterwassergefährt der Foronen. Sie bewegen sich auf die unterseeische Station zu, über die Scobee und Cloud vor längerer Zeit die Erde betreten haben. Cloud will zurück auf die SESHA, die er für sich immer noch RUBIKON II nennt. Aber er geht damit ein Risiko ein, denn Sobek hatte ihm damals versprochen, ihn zu töten, sollte er jemals wieder in das Schiff zurückkehren.