22. Manfred Weinland - Im Herzen der Macht
Scobee genießt die Aussicht aus diesem ehemaligen Raumfahrzeug, das nun ein Turm ist, der die Erde beherrscht. Sie erkennt, daß sie in einer Stadt angekommen ist. Und daß der Turm in dieser Stadt angegriffen wird, aber die Angriffe muten eher wie Nadelstiche an. Aber sie hat nicht lange Gelegenheit, sich umzuschauen oder gar mit Darnok zu reden, denn ohne daß er antworten würde, überfällt sie dieser grauenhafte Schmerz ... Einige Zeit zuvor begleiten wir Sobek auf seinem Rundgang durch das Schiff. Er bezeichnet sich selbst als Foronen, das Schiff SESHA als letzte Hoffnung seines Volkes. Näheres erfahren wir aber vorläufig nicht. Egal, ein neues Geheimnis kündigt sich jedenfalls an. Und Sobek ist ja nicht alleine, er hat sechs Begleiter, die als Hirten seines Volkes gelten. Abgesehen davon ist aber auch sein Schiff angefüllt mit Wesen, die zu seinem Volk gehören und wohl eher untergeordnete Rollen spielen. Und wir erfahren, daß es zwischen den sieben Mächtigen Spannungen gibt, die doch sehr an die irdischen erinnern. Siroona ist nämlich nicht nur eine Mächtige, sondern auch eine sehr gute Freundin des Sobek. Genau genommen sogar eine Geliebte, die ihm sogar Kinder geschenkt hat. Ein Kind genau genommen, das aber im Krieg gegen die Virgh gefallen ist. Wer auch immer diese sind. Jedenfalls kann sie kein weiteres Kind bekommen und damit ist sie nur noch geliebte, nicht aber Mutter für ihn. Und das macht ihn doch sehr traurig. Und dann ist da auch noch Mont. Er ist ein für ihn eher verhasster Charakter, oder besser, er war es, denn sein Schlaftank wurde von ihm manipuliert in einer Weise, die ihn das Leben kostete. Sein Körper ist bereits tot, wie ihm die künstliche Schiffsintelligenz mitteilt. Das weiß er aber schon selbst. Denn er hat ihn ja persönlich getötet. Und die dritte Partei ist die um John Cloud. Viele aus der Gefolgschaft von Sadako, dem Nachkommen des Kaisers, sind bereits auf dem Weg, um den Angriff auf breiter Front gegen einen der Türme zu starten. Und sie selbst wollen an Bord einer Geheimwaffe starten, die sich als Gleiter entpuppt, der den Herrschern der Erde gehört. Wie auch immer er in die Hand des Chinesen geraten ist, er funktioniert. Und damit besteigen Cloud, Aylea und Jelto das Gefährt zusammen mit dem Kaiser. Es transportiert eine spezielle Bombe, die einen der Türme zerstören soll. Und Sadako erzählt von einem Kontakt, den er in einem der Türme hat. Und der ihm von innen heraus sozusagen gegen die Machthaber der Erde hilft. Cloud ist einigermaßen beeindruckt und immer noch bestrebt, dem Chinesen zu beweisen, daß der Verrat von Scobee auch für ihn überraschend kam. Aber das nützt ihm auch nicht wirklich, denn als sie sich niederlassen, werden sie plötzlich ziemlich unlösbar von den Schiffseigenen Sicherheitssystemen mit den merkwürdig geformten Sitzwannen verbunden, die eindeutig nicht menschlich sind. Und Sadako steht daneben, ohne Anstalten zu machen, ebenfalls in dem Gefährt zu reisen. Er macht ihnen klar, daß das auch nie seine Absicht war und daß es ihr persönliches Vergnügen werden wird, mit dem Gefährt in den Turm zu fliegen und dann zusammen mit dem Turm in die Luft gejagt zu werden. Verständlicherweise gefällt das Cloud ganz und gar nicht, andererseits, was hilft es? Er ist ziemlich gefesselt und damit argumentationslos dem Übergriff Sadakos ausgeliefert. Und muß mitansehen, wie der Chinese das Schiff verlässt. Gemeinsam mit den beiden Gefährten erlebt er den Start des Bootes mit, einem unbekannten Ziel entgegen. Welchen Turm auch immer sie angreifen werden, es wird auf jeden Fall ihr Ende sein. Eine vierte Partei sozusagen tritt ebenfalls noch in die Handlung mit ein, und das ist der Master eines weiteren Turms. Auch er scheint ein Artgenosse Darnoks zu sein, noch dazu einer, den Darnok durchaus sehr gut kennt. Wir erfahren noch nicht, wer es ist, aber immerhin erleben wir einen Darnok, der von diesem ihm sehr bekannten Artgenossen (und damit wohl aus der Gruppe stammenden, die wir aus Band 11 noch kennen), unsanft gefoltert wird. Und ihm blutige Rache schwört, sollte er jemals die Gelegenheit dazu erhalten. Bevor das aber passiert, kümmert sich der Master in diesem Schiff aber zunächst einmal um eine Bedrohung, die inmitten des eigenen Systems entstanden ist. Das Undenkbare ist geschehen, eine Entdeckung, die sie bisher erfolgreich vermeiden konnten, von einem Schiff auch noch, das niemand kennt. In seinem Auftrag werfen die eigenen Schiffe spezielle Ortungsnetze aus, die gleichzeitig die Systeme eines angegriffenen Schiffes lahmlegen können. Und als SESHA mit einem dieser Netze kollidiert, erfährt auch Sobek, daß hier etwas ungewöhnliches passiert. Tatsächlich legt das Netz auch sein Schiff lahm, allerdings nur sehr kurzfristig, dann kann er schlimmeres verhindern. Indem er nämlich bislang brachliegende Möglichkeiten des Schiffes aktiviert. Aber nur für einen Augenblick versagten alle Systeme. Das brachte nicht nur die sechs anderen Hirten in ihren Tiefschlafsystemen, sondern auch den Rest des Volkes in Gefahr. Nicht zuletzt machte es das Schiff vollständig sichtbar und schnell wird klar, daß das, was man sieht, sozusagen nur die Spitze des Eisbergs ist, ein Eindruck, den ja bereits Cloud und seine Truppe hatte. Dieser Eisberg ist mehrere Kilometer groß und erschreckt die Menschen in den Schiffen doch sehr. Auch der Master, der sich selbst als Herr der Herren ansieht, ist wenig begeistert. Sah zunächst alles sehr gut aus, erweist sich der Gegner doch plötzlich als nicht gerade einfach zu besiegen. Die Waffe, die Sobek zur Strafe einsetzt, ist sehr unangenehm für die Menschen. Plötzlich wird ihnen klar, was sie eigentlich tun, machen sie sich die moralische Dimension dessen, was ihr Handeln bewirkt, bewußt. Das ist zuviel für die Menschen, die, von ihren eigenen Gefühlen überwältigt, weinend von ihrem Versagen berichten. Und sehr schnell reagieren, mit der einzigen Möglichkeit, die ihnen noch bleibt. Die Selbstzerstörung zerreist ihr Schiff. Und die Master sind erschüttert, denn beinahe hätte diese Waffe auch ihnen Schaden zugefügt. Im letzten Augenblick hat das zentrale Rechengehirn die Verbindung noch unterbrechen können, aber sie sind gebührend geschockt. Und das Schiff ist letztendlich auch der Auslöser, warum sich der Herr der Herren etwas ausgiebiger mit Darnok beschäftigt, denn er will nun doch näheres über diese Angreifer erfahren, den Darnok offensichtlich kennt. Cloud und seine beiden Begleiter erhalten mittlerweile Kontakt zu einem der Master, der sich ihnen höhnisch zu erkennen gibt. Offensichtlich ist er dieser Kontakt im Kreise der Master, der düstere Pläne gegen seine eigenen Artgenossen verfolgt. Und deshalb greifen Sadakos Gefolgsleute mit allen Frauen, Kindern und sonstigen Begleitern nun massiv den Turm in New York an. Während Cloud und seine Freunde in eine andere Richtung zu reisen scheinen. Sie haben gar nicht gemerkt, daß sie sich von den anderen getrennt haben. Aber offensichtlich ist das so. Und sie erleben das Ende der Rebellen mit, die in eine gut vorbereitete Falle fliegen. Keiner von ihnen bleibt übrig. Während sich ihr Schiff weiter auf einen anderen Turm zubewegt und damit den Schluß nahelegt, daß offensichtlich durchaus geplant ist, gegen einen der Türme vorzugehen, auch von dem Verräter innerhalb der Masterriege. Und sie erreichen auch einen Turm in einer Stadt, die sie sehr gut kennen. Ausgerechnet das Weiße Haus hat die Angriffe der Fremden überstanden. Und sie fliegen in den Turm in Washington ein, der sicher nicht der Turm des Verräters ist, so viel scheint jedenfalls klar. Sondern der Turm von einem, den der Verräter ausschalten will. Scobee erfährt inzwischen, mit wem sie es zu tun hat. Der Keelon, der sich mit ihr befasst, ist nicht Darnok. Aber er ist in der Tat ebenfalls ein alter Bekannter. Er gibt sich als Bodor zu erkennen, der sozusagen der Bruder Darnoks gewesen ist. Und er stellt klar, daß Darnok keine Ahnung hat, daß sie alle noch leben. Cloud und seine beiden Begleiter sitzen neben der Bombe, die offensichtliche Absichten deutlich macht, gleich explodieren zu wollen. Aber natürlich tut sie es dann doch nicht, das wäre doch etwas sehr unspektakulär. Als es beinahe passiert wäre, taucht einer auf, den sie schon lange für verschwunden gehalten haben. Das amöbenhafte Glitzerwesen, das sie wie Terminator einige Zeit lang begleitet hat, wirft sich auf die Bombe, kommt aber zu spät. Das Sprengsatz ist bereits entschärft. Er befreit alle miteinander und bringt sie aus dem Schiff. Dort werden sie aber von den Wächtern des Turmes erwartet, die versuchen, sie nach oben zu bringen. Das gelingt auch, allerdings nicht ohne daß der Master des Turmes seine Zeitfähigkeiten einsetzen muß. Denn Cloud mit der Hülle des Wesens mischt die Wachen ganz schön auf. Allerdings sind gegen die Tricks der Zeitwesen kaum irgendwelche Mittel zu finden. Die Amöbe jedenfalls wird im zweiten zeitlichen Anlauf zerstört, nachdem John Cloud den ersten Ablauf nicht überlebt hatte. Im zweiten ist er dann aber wieder mit dabei. Und sie werden dem obersten Keelon des Turms vorgestellt, der zugleich auch der oberste Keelon der Keelon ist. Der Herr der Herren, der in Washington residiert. Und der ebenfalls ein alter Bekannter von Darnok ist. Sobek klärt inzwischen die langsam erwachenden Kollegen über die Vorkommnisse auf, nicht alle allerdings. Er beginnt zunächst einmal mit John Cloud, dem er gewisse Hilfestellungen mitgegeben hat. Glücklich ist er über Siroonas erwachen, er erklärt ihnen, daß die Zeit ihres Schlafes kürzer war, als gedacht, aber daß sie wohl gereicht hat. Was bedeuten kann, daß diese Virgh noch irgendwo sind. Aber das ist mit einiger Sicherheit eine andere Geschichte, die wir nur erfahren werden, wenn Bad Earth noch eine Weile weitergeht. Während Cloud noch einmal ihre Odyssee erlebt, die nun in diesem Turm zu einem Ende zu kommen scheint. Er erlebt die Bilder, aber er hat den Eindruck, daß die Perspektive nicht stimmt. Und dann begreift er, daß diese Perspektive nur einer einnehmen kann. Darnok nämlich. Er findet den Keelon in einem Käfig, aber in einem bedauernswerten Zustand. Zunächst ist er sich schon sicher, daß es Darnok ist, kann ja auch kein anderer sein. Gibt ja nur noch einen Keelon. Aber als ein zweiter plötzlich hinter dem Käfig erscheint, wird ihm klar, daß da was nicht stimmen kann. Und dieser zweite Keelon gibt sich als Herr der Herren zu erkennen. Als Arabim, der einmal der Zeesta Darnoks war ... Und der nun ein Problem hat, nämlich mit dem Keelon Bodor, der sich gegen die Master gestellt hat. Aber keine Chance gegen den ehemaligen Zeesta hat. Arabim hat alles unter Kontrolle und längst den Rechner im Turm von Bodors Turm unterwandert. Dieser übernimmt nun und verpackt Bodor in einem Käfig, ähnlich dem von Darnok, entführt ihn aus seinem eigenen Turm und schleppt ihn zu Arabim. Dort wird er bestraft. Mit der einzigen Strafe, die wohl denkbar ist für ein solches Verbrechen, nämlich dem Tod. Damit ist die Palastrevolution des Bodor gescheitert. Und die Aktionen von Arabim werden ebenfalls ad absurdum geführt, als plötzlich etwas von Cloud heruntertropft, was natürlich nichts anderes als dieser Amöben-Terminator ist, der nur einen kleinen Teil von sich geopfert hat und nun angreift. Er schafft es, Arabim das Bewußtsein zu rauben und will zusammen mit den Freunden in dem Gleiter fliehen, der von dem Turm aus New York herübergeflogen war, um Bodor zu bringen. Als sie im Gleiter sind, fällt Cloud ein, daß es gut wäre, Darnok mitzunehmen. Aber es ist schon zu spät. Sie sind bereits unterwegs, dafür entdecken sie aber eine andere Person in dem Gleiter. Scobee ist bewußtlos, aber sie ist noch am Leben. FazitÜberraschend ist es schon, daß die Keelon noch leben. Die Geschichte selbst ist aber doch etwas vorhersehbar. Im inneren Kreis der Master gibt es also einen Verräter. Und dieser benutzt Shen Sadako lediglich, was dem Kaisersproß aber nicht klar ist. Daß das nach hinten los gehen muß, hätte er sich aber wohl denken können. Warum sollte ein so mächtiges Wesen die Unterstützung von einem Haufen Rebellen benötigen? Bodor hätte jedenfalls zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Der Tod der Rebellen und damit ihre Beseitigung wäre der eine gewesen und die Vernichtung des obersten Masters die zweite. Damit wäre der Weg für ihn frei gewesen. Sie sind sich also nicht grün, die Herren Master. Und da dürfte auch ihre verwundbare Stelle liegen. Interessant wäre schon noch, wo sich Lisee herumtreibt. Ihre Anwesenheit legt nahe, daß sie wohl auch zu den Mastern gehört. Das wäre wohl schade für Darnok. Aber der hat ja gerade andere Probleme. Was auch immer mit ihm geschieht, daß er zurückgelassen wurde, ist sicher nicht gut für ihn. Aber das werden wir wohl erst später erfahren. Spannend war der Roman allemal, das Auftauchen der Keelon macht klar, daß Band 11, der wie ein Lückenfüller anmutete, wohl eher ein Schlüsselroman war. So ist das schön. Das macht auch klar, daß man bei jedem Band aufpassen muß und nichts als unwichtig ansehen sollte. Bin schon gespannt, was das für Susan Schwartz' Einstieg bedeutet. Jedenfalls geht der erste Zyklus seinem Ende entgegen. Die Herren sind entlarvt, jetzt müssen sie nur noch besiegt werden. Und wer steckt eigentlich hinter diesen Foronen? Geheimnisse gibt es noch genug in Bad Earth. |
Bad Earth1. Armageddon2. Phantomjagd 3. Die letzte Enklave 4. Welt unter Eis 5. Der Auserwählte 6. Flucht in den Aqua-Kubus 7. Meister der Materie 8. Für Menschen verboten 9. Die Grenze zum Nichts 10. Jenseits der Grenze 11. Architekten der Zeit 12. Planet der Kriege 13. Das Komplott der Jay'nac 14. Rückkehr ins Sonnensystem 15. Die Dschungelwelt 16. Hinter dem Schattenschirm 17. Die neue Menschheit 18. Endstation der Träume 19. Fremde unter Fremden 20. Auf dem Gipfel der Macht 21. Operation Omikron 22. Im Herzen der Macht 23. Skytown 24. S.O.S. vom Mars 25. Sobeks Plan Eigene Domainbad-earth.de.vu/ |

Scobee steht ihnen gegenüber, den neuen Herren der Erde, die von allen so sehr gefürchtet werden. Und ist zunächst einmal verblüfft, denn an Stelle dieser Herren steht ihr ein Wesen gegenüber, das ihr durchaus sehr gut bekannt ist. Kein geringerer als Darnok bewegt sich auf ihn zu. Es muß Darnok sein, denn er selbst hat ja erzählt, daß die Erinjij sein Volk ausgelöscht haben. Und daß er der letzte seines Volkes ist. Oder doch nicht? Immerhin begegnete er in einem der vorigen Bände ja einer durchaus bekannten Person, nämlich Lisee. Und damit kann er nicht der letzte sein.