19. Michael Marcus Thurner - Fremde unter Fremden
Jarvis interessiert deshalb der Planet zunächst einmal nicht weiter. Er schaut sich nach der Kapsel um, verletzt sich selbst mit dem Messer und schreibt die Buchstaben G.T. an die Wand. Ein Eintrag, den zu einem anderen (vermutlich späteren) Zeitpunkt auch John Cloud zu sehen bekommen wird. In Band 17 jedenfalls wies er darauf hin, eine solche Kapsel mit dieser Markierung aus Blut gesehen zu haben. Resnick ist nicht sehr begeistert von dieser Handlungsweise und zieht den Kameraden von der Kapsel weg. Sie gehen merkwürdigen Linien nach, erreichen aber scheinbar keinen Horizont, bis Resnick nicht mehr mag und die Richtung ändert. Quer zu den Linien, erreicht er schließlich ziemlich schnell eine Wand, die sich nach oben hin auch nach innen zu krümmen scheint. Eine Hohlwelt? Immerhin scheint sie einen Ausweg zu haben. Sie verjüngt sich wie ein Flaschenhals und als sie schließlich die andere Seite erreichen, stehen sie in einer weiteren, wesentlich gigantischere Halle, die fast nicht zu überblicken ist. An die viertausend weitere Ausgänge derselben Art können sie erkennen und sie vermuten, daß wohl ebenso viele Stationen für dieses Transportsystem dahinter zu finden sind. Müde sinken sie schließlich nieder und schlafen ein. Acht Stunden später erwachen die beiden GT und Jarvis stellt fest, daß Resnick selbstgespräche führt. Und plötzlich gar nichts mehr sagt. Weil er nämlich feststellen muß, daß er mitnichten mit sich selbst redet sondern daß im Gegenteil etwas aus ihm spricht. Was sich als Parasit erweist, der ihn einfach so übernommen hat und den er einfach nicht mehr los wird. Der Parasit hat sich tief in die Haut seines Körpers gebohrt, seinen Blutkreislauf angezapft und filtert wesentliche Inhaltsstoffe aus seinem Blut heraus. Er stellt ihm in Aussicht, daß er so gut wie tot ist. In spätestens 15 Tagen wird er wohl ausgelutscht sein und er wird sich ein neues Opfer suchen müssen. Bei einer Untersuchung entdeckt Resnick, daß ein Echsenähnliches Wesen an seinem Bauch hängt. Und er wird es nicht mehr los. Währenddessen lernen wir einen weiteren interessanten Charakter kennen. Boreguir ist ein begnadeter Schwertkämpfer, der einem strengen Ehrenkodex folgt. In einem Zweikampf kann er ein anderes Wesen besiegen und sich etwas mehr Respekt gegenüber den anderen erwerben. Das scheint der Lebensinhalt dieser Wesen zu sein, sich jeden Tag den anderen Anwesenden zu stellen, seine eigene Position zu verbessern und einfach nur zu überleben. Sie alle sind mit dem Transportsystem in diese Hohlwelt gekommen. Jarvis und Resnick werden von ihrem Parasiten in die Nähe eines kristallenen Turmes geführt, der mitten in der Hohlwelt zu finden ist. Nur dort, so der Parasit, finden sie sinnvolles Wasser vor, das sie auch verwerten können und das Resnick brauchen wird, um überhaupt so lange überleben zu können. Und sie lernen die Bichistos kennen. Die Käferartigen haben sich als einzige wirklich mit dieser kargen Welt arrangieren können und sich nennenswert vermehrt, sie stellen als einziges eine Population, die über zwei Personen hinausgeht. Alle anderen sind höchstens Paarweise erschienen. Und sie dienen den Wesen als Nahrung. Sie treffen auf Boreguir, der sie zu einem Kampf herausfordert und beinahe tötet. Der Katzenartige hält im letzten Augenblick inne und bietet ihnen seine Freundschaft an. Sie erweisen sich als würdige Gegner und er ist insofern bereit, sie als Freunde zu akzeptieren. Jarvis nimmt an und auch Resnick hat nichts dagegen. Von Boreguir lernen sie noch mehr über diese Welt. Er hat einen Plan, wie er in den kristallenen Turm gelangen kann. Aber der Incus, der Parasit, der Resnick übernommen hat, ist dagegen. Im letzten Augenblick schlägt Jarvis Resnick KO. Boreguir ist misstrauisch, entschließt sich dann aber doch, dem Menschen zu vertrauen. Um den Wassergraben zu überbrücken, der den Kristallturm vollkommen umschließt und mit hochgiftigen Algen durchgängig bewachsen ist, werfen sie die liebestollen Bichistos ins Wasser, die von den Algen getötet werden. Alle anderen wollen die bereits im Wasser befindlichen retten und rennen ebenfalls mit ins Wasser. So bilden sie eine Brücke bis an den Fuß des Turmes, die die drei Mensche nutzen, Resnick allerdings von Jarvis getragen. Und sie schaffen es, kommen auch gerade noch so auf einen Sims, den sie dann nutzen, um nach oben zu marschieren. Der Parasit ist wütend, muß sich aber mit ihnen arrangieren. Sie könnten ihn töten, und Resnick damit wohl auch. Er könnte Resnick ohne weiteres mit in den Tod nehmen. Insofern besteht ein Patt. Und so nehmen sie gemeinsam den Weg nach oben auf sich, treffen auf kristallene Vögel in einer Nebelwand und erreichen schließlich den Gipfel des Turmes. Ein Tor, um das man einfach herumgehen kann, verblüfft sie zunächst. Resnick scheint mehr tot, als lebendig, nur noch von dem Parasiten aufrecht gehalten. Jarvis und der Felide untersuchen das Tor und bemerken, daß man durch es hindurch einen Gang erkennen kann, der auf der anderen Seite nicht zu erkennen ist. Ein Transmitter? Sie durchschreiten das Tor und erreichen schließlich eine gigantische Halle, die wohl kaum in diesem Turm Platz haben würde. Tatsächlich erreichen sie ein Wesen, das sie anspricht, ein riesenhaftes Ding, das allerdings immer die gleichen Worte wiederholt. Eine Aufzeichnung. Und dann greift der Parasit plötzlich Boreguir an. Der Felide kann sich wehren, schlägt aber mit dem Schwert daneben. Der Parasit kommt in seinen Rücken und will sich von hinten in ihn versenken. Im letzten Augenblick fährt der Felide Stacheln am Rücken aus, mit denen er den ungeheuer schnellen Parasiten erwischen kann und schließlich tötet. Und Resnick enthüllt ihnen die letzten Informationen des Parasiten. Unter anderem, wie man die Tarnung ausschalten kann. Enthüllt wird dadurch, daß sie in einem Planeten sind und daß die Felsen eigentlich nur Hologramme waren. In Wahrheit wird Wasser zurückgehalten, das diesen Hohlraum vollständig umgibt. Und der Turm ist eigentlich ein verrostetes Stahlgebilde. Und sie sind in einem Planeten und der rote Sand kommt auch nicht von ungefähr. Denn sie sind auf dem Mars ... Das eigene Sonnensystem strahlt ihnen entgegen und sie versuchen, das Funkgerät zu benutzen. Auf Umwegen haben sie schließlich doch das Ziel erreicht, das sie ursprünglich einmal angeflogen hatten. Aber Jarvis hindert Resnick daran, den Funkspruch zur Erde abzusetzen. Denn er hat Behälter entdeckt, in denen Tiefschläfer liegen. Und Resnick, der sich nur ungern ablenken lässt, muß erkennen, daß die Störung eventuell doch berechtigt erscheint. Denn einer der Eingefrorenen ist ihnen durchaus kein Unbekannter. Es ist kein anderer als Nathan Cloud, der Vater von John, der im ersten Band der Serie noch auf dem Mars verschwunden ist ... FazitJa, das ist ein anderes Kaliber, als die Nummer 16. Ein Roman voller toller Charaktere und interessanter Geschichten, eine Erzählung, die einen Mitfiebern lässt und eine geheimnisvolle Umgebung, die ihre Geheimnisse nur nach und nach frei gibt. Und sich als durchaus bekannte Umgebung erweist. Auf dem Mars sind wir nun also und Nathan Cloud ist tiefgefroren in den Händen dieser Hirten. Oder möglicherweise ist er gar einer der Hirten? Wer weiß das schon. Vielleicht sind die in Band 1 verschollenen die Hirten, die wir suchen? Aber wieso sind diese dann scheinbar keine guten? Oder ist nur deren Experiment entartet? Immerhin haben die Hirten an Bord des Raumschiffes RUBIKON II John Cloud weitgehend geholfen. Man merkt schon, der Roman hinterlässt mehr Fragen, als er beantwortet. Und das nur fünf Romane vor dem Ende des ersten Zyklus. Es wird absolut interessant und die Geschichte ist in eine Richtung gegangen, die mehr als fasziniert. Mehr jedenfalls, als es derzeit Perry Rhodan kann. Mit dem nächsten Band wird ein neuer Autor übernehmen. Alfred Bekker wird hoffentlich da weitermachen, wo Michael Marcus Thurner aufgehört hat. |
Bad Earth1. Armageddon2. Phantomjagd 3. Die letzte Enklave 4. Welt unter Eis 5. Der Auserwählte 6. Flucht in den Aqua-Kubus 7. Meister der Materie 8. Für Menschen verboten 9. Die Grenze zum Nichts 10. Jenseits der Grenze 11. Architekten der Zeit 12. Planet der Kriege 13. Das Komplott der Jay'nac 14. Rückkehr ins Sonnensystem 15. Die Dschungelwelt 16. Hinter dem Schattenschirm 17. Die neue Menschheit 18. Endstation der Träume 19. Fremde unter Fremden 20. Auf dem Gipfel der Macht 21. Operation Omikron 22. Im Herzen der Macht 23. Skytown 24. S.O.S. vom Mars 25. Sobeks Plan Eigene Domainbad-earth.de.vu/ |

Jarvis und Resnick sind in der Kapsel gefangen und werden zu einem Ort gebracht, den sie nicht kennen. Das ist das Ergebnis von Band 16 der Serie gewesen und dort setzt Band 19 an. Der Ort, den sie erreichen, macht zunächst einen nicht sehr aufsehenerregenden Eindruck. Er besteht im Wesentlichen aus einer Ebene, die ziemlich sandig ist und aus einer Atmosphäre, die ruhig und unbewegt erscheint.