17. Manfred Weinland/ Susan Schwartz - Die neue Menschheit
Der einzige Ausweg scheint der Urwald zu sein, der allerdings nicht wie ein Wald wirkt, der von der Erde stammt. Viele außerirdische Gewächse finden sich, aufgelockert von einigen einheimischen Gewächsen. Betreut werden sie von einem „Grünen“, einem Klonwesen, das für die Pflege dieses sehr natürlich wirkenden Parkes verantwortlich ist. Und dieser wird auf den Plan gerufen, weil seine „Kinder“, die Pflanzen, plötzlich Schmerzensschreie ausstoßen. Verursacher sind die verfolgenden Soldaten, die plötzlich am Strand auftauchen und rücksichtslos in das Gehölz feuern. Scobee und Cloud ist schnell klar, daß die Technik unglaublich ist, trotzdem verstehen sie nicht, wieso sie nicht zielgerichtet eingesetzt wird. Die Menschen haben jedenfalls keine Probleme, sich in dem Unterholz zu verstecken. Ein Treffer wäre eher Zufall. Dafür ist aber der Urwald selbst absolut tödlich und so verschwinden beide in einem fleischfressenden Gewächs, das ihre Körper zu verdauen versucht. Der Grüne will die Soldaten an ihrem Tun hindern, die das allerdings nicht sehr interessiert. Der Klon verfügt aber über Fähigkeiten, die er offensichtlich selbst kaum kontrollieren kann, denn plötzlich, in einer seltsam traumhaften Sequenz, erlebt der Klon fürchterliches. Schreie von Vögeln, die auf die Soldaten stürzen. Und plötzlich sind alle Soldaten tot, nur die Gleiter sind noch übrig. Der Grüne ist entsetzt und sucht nach den Verfolgten, die er dann in einer der Pflanzen findet. Mit seinen merkwürdigen Sinnen überredet er die Pflanze, die Körper freizugeben. Verblüfft stellt er fest, daß beide noch leben, obwohl ihre Haut rot geworden ist, angegriffen von der Säure der Verdauungssäfte. Er nimmt die beiden Menschen mit. Gleichzeitig lernen wir ein junges Mädchen kennen.Mashanabá ist eine Packa, ein Hunde- oder Tigerähnliches Wesen. Aber Mashanabá ist anders, als die anderen. Ihr Fell ist weiß, sie ist eine Albino. Und dementsprechend wird sie von den anderen auch behandelt. Takaké nimmt ihr ein Amulett weg, das ihr viel bedeutet. Sie erobert es zurück, indem sie den anderen über den Pausenhof jagt und ihn beißt. Ein Verhalten, das nicht mehr unbedingt normal ist für die Packa dieser Zeit, die wesentlich friedliebender geworden sind. Sie geht zurück in das Schulgebäude, um ihre Prüfung abzulegen, die sie schon zweimal nicht bestanden hat. Diesmal aber scheint es ganz leicht zu sein und Mashanabá ist klar, daß sie von nun an vermutlich nie wieder Probleme haben wird, solche Aufgaben zu lösen. Dafür ist Tataké nun wütend. Er stellt sie außerhalb der Stadt, wo sie ihren natürlichen Trieb, zu laufen und zu jagen, ausleben wollte. Allerdings ohne das Wild wirklich zu erlegen. Takaké ist da aber anderer Ansicht. Er will sehen, wie sie es erlegt. Anhand der Abstrahlung ihres Individualchips konnte er ihr folgen. Und zwingt sie nun, ein Wesen zu erlegen. Sie geht scheinbar darauf ein, flieht dann allerdings, eine Flucht, die beinahe tödlich endet. Von einer Klippe aus stürzt sie ins Wasser und stirbt beinahe, weil sich ihr Bauchfell mit dem Wasser vollsaugt und sie nicht mehr nach oben kommt. Über die Klippen, die sich unter Wasser fotsetzen, zieht sie sich nach oben und schafft es so gerade noch, zu überleben. Kehrt zurück in ihre Stadt, wo ihr aber Takaké auflauert. Und da wird sie dann gestört. Nicht die Packa, sondern Aylea. Cloud und Sobee kommen wieder zu sich und stellen zunächst verblüfft fest, daß sie noch leben. Beide sind vollkommen nackt, vor allem Johns Haut ist noch rot, während Scobees langsam besser wird. Die überlegenen Fähigkeiten der Klone, wird ihm klar, ihre Selbstheilungskraft hilft ihr natürlich. Ihre Nacktheit ist ihm etwas unangenehm, aber schnell wird ihm klar, daß sie nicht in einer Position sind, wo sie sich davon irritieren lassen dürfen. Sie suchen den Herrn des Hauses und finden ihn in einem Nebenraum. Er glüht. Strahlt so auf seine Pflanzen aus und gibt ihnen seine Kraft. Er bemerkt die beiden Beobachter und kommt zu ihnen. Vor allem von Scobee ist er fasziniert, weil er sie als Klon erkennt, was er selbst ja auch ist. Und dann bricht er zusammen und es stellt sich heraus, daß er schwer verletzt ist, ein Splitter steckt in seinem Rücken. Und Scobee hilft ihm mit ihrer medizinischen Ausbildung. Jelto, so der Name des Klons, kann sie noch über das Geschehen informieren. Über den Tod seiner Kinder. Und seine Aufgabe in diesem Teil des Dschungels. Scobee hat Probleme, ihm zu helfen, sie droht ihn zu verlieren. Aber Cloud ist damit nicht einverstanden, er macht ihr klar, daß Jelto die einzige Hoffnung ist. Verbissen kämpft sie um sein Leben. Aylea löst sich aus der virtuellen Realität und stellt uns in der Folge das Paradies vor, in dem sie lebt. Eine Erde, auf der es keinen Hunger, keine Not und kein Elend mehr gibt. Sie wohnen in einer Stadt, eine Familienidylle. Es gibt alles für jeden Einwohner ohne daß man dafür etwas bezahlen muß. Jeder nimmt sich einfach, was er braucht. Die Nahrung ist ausgewogen und gesund, die Menschen dementsprechend in guter Verfassung, ebenfalls gesund, es gibt praktisch keine Krankheiten mehr. Das Paradies scheint perfekt. Wenn da nur nicht ihre Mutter wäre, die ihr immer verboten hat, in die Welt des Cyberspace einzutauchen, weil sie dieser Welt mißtraut. Langsam darf sie diese Welt kennenlernen, nicht nur um zu lernen, es ist üblich, in eine Schule zu gehen und nicht nur zu Hause von Maschinen unterrichtet zu werden. Der persönliche Kontakt ist wichtig für die Heranwachsenden, um soziale Kompetenz zu erlangen. Und der Cyberspace desgleichen. Deshalb darf sie langsam in diese Welt eindringen, schafft sich ihre eigenen Charaktere, wie zum Beispiel Mashanabá. Cloud und Scobee haben inzwischen doch massive Probleme. Die Soldaten sind mit Verstärkung wiedergekommen. Jelto lebt zwar noch, aber so wirklich gut geht es ihm nicht. Und die Soldaten greifen an. Sie wissen nicht, was sie tun sollen. Es bleibt ihnen aber kaum was anderes übrig, als, wie befohlen, sich zu ergeben. Sie wollen dies gerade tun, als plötzlich einer der Gleiter explodiert. Bei genauerer Beobachtung erkennen sie, daß die Explosion von einer Gestalt ausgelöst wurde, die merkwürdig quecksilbrig aussieht und nun unter den Gleitern entlangrennt. Sie wird beschossen, aber das scheint der Gestalt nichts auszumachen. Im Gegenteil, sie springt hoch und umschließt einen weiteren der angreifenden Gleiter vollständig, presst ihn zusammen und bringt ihn zur Explosion .Plötzlich sind die Angreifer die angegriffenen. Cloud und Scobee wollen sich vor dem Wesen verstecken, vor dem sie immer noc h großen Respekt haben. Jelto zeigt ihnen einen Kellerraum. Weitere Explosionen, plötzlich beginnt die Luke, sich aufzulösen, die quecksilbrigen Tropfen dringen hindurch und das Wesen ist mitten im Raum. Aylea kehrt zurück in die Welt des Cyberspace, um zu erfahren, was Mashanabá nun gegen Takaké unternommen hat. Aber etwas ist ganz und gar nicht so, wie es sein soll. Die Packa scheint sich einer Präsenz in ihrem Kopf bewußt, sperrt sich gegen Aylea. Das Mädchen ist verblüfft, eine künstlich geschaffene Figur sollte sich nicht so verhalten. Aber plötzlich steht Mashanabá vor dem Spiegel, zeigt auf sich selbst und sagt: „Raus aus meinem Kopf“. Aylea ist vollkommen verblüfft. Wie kann so etwas sein? Sie macht Mashanabá klar, daß sie nicht echt, nichts weiter als eine Figur in einem Spiel ist. Und durchsucht mit ihr zusammen das Netz, tatsächlich finden sie eine verschlüsselte Datei. Aus dem Netzwerk der Menschen. Und Aylea kann sie entschlüsseln. Entsetzt stellt sie fest, daß Mashanabá recht hat. Die Packa sind ein real existierendes Volk, alle Mitglieder sind mit Chips vernetzt und an das Netzwerk der Menschen angeschlossen. Diese benutzen sie, verwenden sie als Figuren in einem Computerspiel. Und die Packa sind sich nicht bewußt, normalerweise zumindest, daß sie versklavt werden. Nur Mashanabá, deren Chip wohl irgendwie fehlerhaft ist. Sie erzählt Aylea, daß sie Takaké umgebracht hat, seine Kehle zerrissen, getrieben von den Ideen, die sie ihr eingepflanzt hat, zeigt ihr sogar die Leiche, die sie außerhalb der Stadt versteckt hat. Und sie läßt sich von Aylea zu nichts mehr zwingen, auch nicht dazu, abends auszugehen. Sie wehrt sich gegen den Menschen in ihrem Kopf, geht zur Klippe zurück und stürzt sich in das Wasser. Aylea kann sich erst von ihr lösen, als sie tot ist. Sie alarmiert schreiend ihre Mutter, die ihr nicht glauben will .Als sich Aylea aber nicht beeindrucken lässt, alarmiert sie die Behörde. Ihr Vater und sie selbst verabschieden sich von Aylea, als sie von den beiden Mitarbeitern der Behörde abgeholt wird. Aylea ist arglos, sie vertraut allen in dieser Welt, in der es niemanden zu geben scheint, dem man mißtrauen muß. Sie folgt den beiden vertrauensvoll, die sie lediglich an einen Ort bringen wollen, wo man sich um das von ihr festgestellte Problem kümmern wird. FazitDer Roman fängt recht langsam und gemütlich an, aber natürlich ist es auch ein Doppelband und somit gibt man der Geschichte Zeit, sich zu entwickeln. Die eine Handlungsebene mit den beiden Menschen aus der Vergangenheit ist durchaus spannend und außerdem Actiongeladen. Absolut lesenswert, aber lange nicht so faszinierend, wie die andere Handlungsebene, die vermutlich von Susan gestaltet wurde. Sowohl Mashanabá, als auch Aylea, sind interessante Charaktere, die sich nur langsam entwickeln, aber als das Geheimnis von Mashanabá entdeckt wird und gemeinsam mit Aylea aufgeklärt wird, wird schnell klar, daß die Menschheit wirklich auf einer „Bad Earth“ lebt. Die Menschen sind ins Universum hinausgegangen, haben Planeten erobert oder Völker vernichtet. Wer erobert wurde, wurde in das Netz integriert. Die Völker wurden versklavt. Nur die Menschen, die behütet aufwachsen und in dieser Welt leben, wissen offensichtlich nichts davon. Die Fortsetzung wird wohl aufklären, was mit Aylea passiert. |
Bad Earth1. Armageddon2. Phantomjagd 3. Die letzte Enklave 4. Welt unter Eis 5. Der Auserwählte 6. Flucht in den Aqua-Kubus 7. Meister der Materie 8. Für Menschen verboten 9. Die Grenze zum Nichts 10. Jenseits der Grenze 11. Architekten der Zeit 12. Planet der Kriege 13. Das Komplott der Jay'nac 14. Rückkehr ins Sonnensystem 15. Die Dschungelwelt 16. Hinter dem Schattenschirm 17. Die neue Menschheit 18. Endstation der Träume 19. Fremde unter Fremden 20. Auf dem Gipfel der Macht 21. Operation Omikron 22. Im Herzen der Macht 23. Skytown 24. S.O.S. vom Mars 25. Sobeks Plan Eigene Domainbad-earth.de.vu/ |

Von zwei Autoren verfasst, spielt die Geschichte auch auf zwei Ebenen. Die eine Ebene konzentriert sich auf die beiden Hauptdarsteller John Cloud und Scobee. Auf der Erde angekommen, verabschieden sie sich von dem Gestaltwandler, der mit dem Gleiter zu flüchten scheint. Nur wenige Augenblicke später kommt es zu einer Explosion. Anscheinend ist der Gleiter mitsamt dem Wesen explodiert. Und die Verursacher der Explosion erscheinen fast sofort auf dem Plan und suchen nach den beiden Menschen aus der Vergangenheit.