16. Manfred Weinland - Hinter dem Schattenschirm
Und Darnok kann sich in das Sonnensystem, zum Treffpunkt mit den Menschen in der RUBIKON II, aufmachen. Wo er niemals ankommt. Weil sich sein Schiff etwa auf Höhe der Oortschen Wolke in Rauch auflöst. Und auch die Beeinflussung der Zeit bringt nix mehr. Darnok hat ein Problem. Von dem die Menschen nichts wissen. Sie warten in der RUBIKON II am Treffpunkt und ahnen nichts von dem, was dem Keelon passiert. Dafür studieren sie den Plan, den ihnen der Zeitreisende von der RUBIKON II gegeben hat und Scobee findet einige neue Features heraus. Zum Beispiel kann man eine virtuelle Reise durch das Schiff machen, in dem man einfach in die Projektion des Gebildes zeigt und sich dann dorthin führen lässt. So findet sie einen Raum, wo sich ein Sarkophag zu befinden scheint. Und diesen Raum zeigt sie Cloud, der sofort dorthin will. Sie finden allerdings nichts dort, nur eine leere Nische, in der sich kein Sarkophag befindet. Und auch sonst nichts. Jedenfalls so lange, bis plötzlich jemand hinter ihnen steht. Der Fremde redet in fremder Sprache auf sie ein, die Cloud ausgezeichnet versteht. Scobee hingegen nicht im geringsten und Cloud reagiert entsprechend verblüfft, als ihn die GT darauf hinweist, daß sie nichts versteht. Er übersetzt daraufhin und macht ihr klar, daß der Kerl von ihnen Demut verlangt. Und sich darüber hinaus als Sobek vorstellt, einer von den sieben Hirten. Oder vielleicht auch nur eine Projektion von der KI des Schiffes, die sich mit der Niederlage immer noch nicht abfinden will. Eine Projektion ist er ganz sicher, wie Cloud herausfindet, indem er durch ihn hindurchmarschiert. Aber ob er wirklich von der KI stammt, da kann man sich nicht so sicher sein. Und als er dann verlangt, daß sie endlich verschwinden, kapiert Cloud als erster die Tragweite dessen, was der vermeintliche Hirte verlangt. Verschwinden, für immer, und zwar nicht nur von diesem Ort, an dem sie sich jetzt befinden, sondern aus der RUBIKON II. Natürlich wollen sie nicht. Aber Sobek hat Argumente. Oder auch die KI. Egal wer, auf jeden Fall ist ihnen der Gegner über. Er bringt sie in die Zentrale zurück, Sobek übernimmt einen der Sessel und lädt Scobee und Cloud ein. Sie verfolgen mit, wie ein Verband von dreizehn Schiffen der Erinjij angreift, wie sich ein Schweif an dem Rochenschiff ausbildet, wie es mit den Schwingen schlägt, etwas, was es noch nie getan hat, und wie sich das Kontinuum verfaltet, aufwirft, sich höchstselbst gegen die Angreifer schleudert und alle dreizehn mit einem Schlag pulverisiert. Erschüttert müssen die Menschen erkennen, daß sie gegen diese Macht nicht die geringste Chance haben. Also tun sie alles, was sie noch tun können. Sie verlassen das Schiff. Zumindest wollen sie das, aber so ohne Raumschiff könnte das ein ungesundes Vorhaben sein. Und zumindest hier zeigt Sobek, der so plötzlich entschied, daß Cloud kein Auserwählter mehr ist, sich kompromißbereit. Er bringt sie in den Raum, aus dem die beiden anderen GenTech verschwunden sind. Alle Kapseln sind plötzlich wieder da, aber von den beiden GT ist nichts zu sehen. Eine der Kapseln öffnet sich und saugt die beiden Menschen ein, mit Blut steht ein "GT" an der Wand, was auf die beiden GenTech hinweist. Aber egal, sie können ohnehin nichts tun, sind minutenlang Passagiere und steigen dann in vollkommener Dunkelheit aus der Kapsel, die nur von Scobee und ihrem Infrarotblick durchdrungen werden kann. Und eine zweite Kapsel wird dann in dem aufflammenden Licht sichtbar, aus dem quecksilbrige Tropfen geschleudert werden, die sich blitzschnell zurückziehen und verschwunden sind, noch ehe sie von den beiden Menschen genauer in Augenschein genommen werden können. Beide Kapseln verschwinden wieder. Und die beiden Menschen erkunden die Station, in der sie sich wiederfinden, um festzustellen, wo dieses "hier", in dem sie sich jetzt befinden, eigentlich ist. In einem anderen Raum finden sie Sarkophage, die wie Bernsteinblöcke aussehen, in denen sich die Körper von Menschen befinden. Chinesen aus der Han-Dynastie, die hier konserviert sind. Ersteres erkennt Cloud an der Kleidung, letzteres an den fremden Schriftzeichen, die Cloud zwar lesen kann, Scobee aber nicht. Immer mehr wird klar, daß nicht mehr Scobee als Klon die Fremde ist, sondern eher Cloud, der plötzlich so unheimliche Dinge kann. Der Mensch muß immer noch mit der Eröffnung der GenTech klar kommen und irgendwie wird ihm immer klarer, daß ihn nur eines wirklich stört, nämlich daß die schöne Scobee ein jahrelanges Verhältnis mit dem Geheimdienstchef hatte. Er mag sie nämlich, will es sich aber nicht eingestehen. Immer noch nicht. Und sie auch nicht so richtig. Wie auch immer, eines kann Cloud tun. Er folgt den Anweisungen, entgegen dem Rat von Scobee, und erweckt einen der Chinesen aus der Stase. Der Bernstein schmilzt, der Chinese erwacht. Trotz Beherrschung der chinesischen Geschäftssprache ihrer Zeit, können sie wohl kaum mit einem Chinesen reden, der möglicherweise mehr als zweitausend Jahre älter ist. Und dann ist immer noch fraglich, ob der Chinese die Erweckung übersteht. Zunächst scheint es zumindest so, dann kippt er aber um und stirbt. Blitzartig verändert er sich, verwest, verschrumpelt und zerfällt zu Staub. Und Cloud weiß nicht, ob er nun ein Mörder ist oder vielleicht doch ein Erlöser. Auf jeden Fall ist er erschüttert, auch wenn ihm klar ist, daß er es kaum ändern kann. Trotzdem macht er sich klar, daß ein weiterer Versuch nicht in Frage kommt. Die Särge fragen danach allerdings nicht, plötzlich verflüchtigen sie sich allesamt und alle Chinesen sterben einfach so hinweg. Und von der Wand im Hintergrund löst sich eine Gestalt, wird humanoid und verfolgt die beiden, die wieder in den Korridor rennen. Terminator 2 lässt Grüßen ,-). Von diesem aus führt nur noch eine sinnvolle Tür weg. Die in einen dunklen Raum führt, in dem sich nur ein Fahrzeug oder Flugzeug befindet. In letzter Sekunde erreichen sie das Fahrzeug, nur dank der Kräfte der GT. Und dank des merkwürdigen Wissens von Cloud können sie das Fahrzeug sogar fliegen. Und flüchten aus der Station, landen schließlich an einem Strand auf einem Planeten, der keine Sterne zu kennen scheint und unglaublich dunkel ist. Wiederum kann nur die GT etwas erkennen, mit ihren besonderen Augen. Zwei Waffen können sie immerhin noch an sich nehmen, dann verlassen sie das Fahrzeug, sehen den merkwürdig amorphen Verfolger wieder, der sich irgendwie an der Außenhülle festgeklammert hat und blitzschnell in dem Flugzeug verschwindet. Es will flüchten. Zunächst schießen sie, lassen es dann aber fliehen, weil das ja eigentlich das Ziel war: Das Wesen loswerden. Und über ihnen öffnet sich eine Lücke, durch die ein Schiff hindurchsinkt. Für wenige Augenblick erkennen sie Sterne, die aber schnell wieder verschwinden, als sich der Durchlass schließt. Und beide erkennen, wo sie sich befinden. Auf der Erde. Die immer noch unter einem Schattenschirm zu liegen scheint. Wie sie es aus der Vergangenheit als letztes Bild mit in die Zukunft genommen haben. Und dann war da noch Darnok, der nicht tot ist. Er sieht sich mit Fesseln konfrontiert, die er nicht sprengen kann. Und mit Stimmen, die er kennt. Erinjij, erkennt er, als sie die Fesseln zumindest so weit lösen, daß er die Augen öffnen kann. Er beschließt, in eingeschränktem Rahmen zu kommunizieren. Und erfährt, daß er nicht der erste ist, den die Menschen eingefangen haben. Aber es sind nicht die anderen Menschen, wie er sehr schnell erkennt. Sondern jemand vollkommen anderes. Außer ihm der letzte noch lebende Keelon in diesem Universum. Oder besser die Letzte. Lisee. FazitJa, der Roman hat wirklich Tempo und obwohl eigentlich nicht viel passiert, macht er Spaß. Jetzt hat er also kein Schiff mehr, ist ohne jegliche Ausrüstung auf der Erde gestrandet und blickt ungewiß in die nahe Zukunft. Darnok findet seine alte Liebe wieder. Und alle miteinander haben keine Ahnung, wie es weitergeht, sind zur Passivität verurteilt und können nur einfach abwarten, was passiert. Sehr lange dauert der erste Zyklus wohl nicht mehr, aber langsam wird es auch Zeit, daß wir endlich an einen Punkt kommen, von dem aus man ein Ziel formulieren kann, denn bisher wirken die Aktionen der Akteure merkwürdig ziellos. Dies mag beabsichtigt sein. Aber wenn man an erfolgreiche Beispiele für SF-Serien aus der Vergangenheit denkt, dann landet man unwillkürlich bei Serien mit fester Hauptfigur, die immer geradlinig geschrieben waren und klare Ziele hatten. Bad Earth ist da anders. Nicht schlechter oder besser, sondern einfach anders. Irgendwie fehlt die Geradlinigkeit aber, man ist etwas orientierungslos und gespannt auf das, was passiert, stellt fest, daß es nicht das ist, was man erwartet hat, aber das ist nicht immer nur positiv. Da kann man nur hoffen, daß die Auflösung ein wirklicher Knaller ist. Auf jeden Fall werden die nächsten drei Romane auf der Erde spielen. Und das ist interessant, denn sicher werden einige Geheimnisse gelöst. Zumindest das Geheimnis, was aus den Menschen auf der Erde geworden ist, wird bald gelüftet werden. Angesichts einer Angabe, die eindeutig als "Nicht-Druckfehler" gekennzeichnet ist, erfährt man, daß es auf der Erde wohl nur noch 150 Millionen Menschen gibt. Es dürfte wohl endlich auf einen Höhepunkt zugehen. Und die kurze Episode mit den gezüchteten Gehirnen macht ebenfalls Neugierde auf mehr ... |
Bad Earth1. Armageddon2. Phantomjagd 3. Die letzte Enklave 4. Welt unter Eis 5. Der Auserwählte 6. Flucht in den Aqua-Kubus 7. Meister der Materie 8. Für Menschen verboten 9. Die Grenze zum Nichts 10. Jenseits der Grenze 11. Architekten der Zeit 12. Planet der Kriege 13. Das Komplott der Jay'nac 14. Rückkehr ins Sonnensystem 15. Die Dschungelwelt 16. Hinter dem Schattenschirm 17. Die neue Menschheit 18. Endstation der Träume 19. Fremde unter Fremden 20. Auf dem Gipfel der Macht 21. Operation Omikron 22. Im Herzen der Macht 23. Skytown 24. S.O.S. vom Mars 25. Sobeks Plan Eigene Domainbad-earth.de.vu/ |

Die Hauptwelt des Bundes CLARON ist ein faszinierendes Gebilde, ein Planet mit sechsfachem Verteidigungsring, der in sich für sechs Völker optimiert ist und natürlich nun auf seinen Untergang wartet. Aber selbst Darnok merkt schnell, daß dieser Planet eine gewaltige Kriegsmaschinerie ist und tarnt sein Schiff entsprechend mit einem speziellen Zeitschirm, den er erzeugt. Von Cy und dem Algorian lässt er sich die Staffelung der sechs Völker und den Sinn der Anlage erklären, dann schleust er beide aus und wartet, bis ein Schiff die Blase mit den Schiffbrüchigen aufgenommen hat. Somit können die beiden Botschafter den Bund CLARON warnen vor den Jay'nac.