15. Horst Hoffmann - Die Dschungelwelt
Zumindest wir erfahren nun, wohin es unsere beiden zum Tode verurteilten verschlagen hat. Auf eine Dschungelwelt nämlich, wie nicht nur der Titel des Romans bereits vorwegnimmt. Die Kapsel öffnet sich und weil GenTech ja über überragene Fähigkeiten verfügen, erkennen sie sofort, daß die Gegenstände in der Kapsel weitgehend Waffen sind. Granaten zum Beispiel, sind ohne weiteres zu identifizieren und auch Strahler gibt es zuhauf und da beide selbstverständlich vorsichtig sind, nehmen sie so viele Waffen, wie nur möglich, mit. Ob das nun wirklich welche sind, oder nur unnützer Ballast, ist zunächst unklar und wohl auch weniger wichtig. Einer der beiden probiert einen Strahler in einem leeren Hangar zumindest aus, und siehe da, er schießt tatsächlich. Immerhin etwas. Dafür ist ansonsten nicht sehr viel in der Station zu finden. Sie ist leer. Ob nun wirklich leer im Sinne von gar nichts da, ist nicht so ganz klar. Aber zumindest Lebewesen gibt es definitiv nicht. Also beschließen die beiden GenTech, die Station zu verlassen. Auf der Stelle. Und dazu begeben sie sich in einen Hangar. Zuvor haben sie zumindest noch auf einem Schirm gesehen, daß die Kugel, in der sich die Station befindet, in der Mitte eines Sees ist. Und demzufolge ist auch der Ausstieg unter Wasser. Sie tauchen auf, nicht ahnend, daß Krell, das Monster der Woche (oder der Vierzehntage in diesem Fall ;-)) bereits auf sie lauert. Er ist hungrig und da immer mal wieder Fleisch aus der Kuppel kommt, kann es in dem Fall ja auch nur einfach ein neuer Happen sein. Das Fleisch schwimmt los und erreicht das 2 Kilometer entfernte Ufer auch beinahe. Aber Krell schnappt sich einen der beiden kurz vorher und zieht ihn unter Wasser. Anstatt ihn an Ort und Stelle zu verspeisen, will er ihn aber mitnehmen. Ein Fehler, denn das Fleisch wehrt sich, schneidet ihm Tentakel ab. Und der andere verbrennt ihm das nicht vorhandene Gehirn. Also denkt sich der Krell, daß es wohl besser wäre, sich vom Acker zu machen und verschwindet. Zunächst mal, denn da er ja kein Hirn hat, weiß er haargenau, daß sie wiederkommen. Hat bisher jedes Fleisch gemacht. Obwohl es ja eigentlich schon vorher vernascht wurde. Naja. An Land wird es nicht besser. Affen belästigen unsere Superhelden und hauen sie mit ihren Schwänzen. So lange jedenfalls, bis Jarvis zupackt, einen von ihnen am Schwanz erwischt, vom Baum holt und sozusagen den Hintern versohlt. Bringt natürlich nix, die Affen sind schlauer. Sie ziehen sich zurück und schmeißen dafür halt jetzt mit Obst nach den beiden. Na, ob das wirklich besser ist ;-). Auf einer Lichtung machen sie Halt und ein Feuerchen. Ein merkwürdiger Termitenhügel mitten auf der Lichtung findet wenig Beachtung. Wird schon nicht so schlimm sein. Der Besuch von urweltlichen Flugsauriern sorgt für Abwechslung. Die Tierchen sind zutraulich, lassen sich von Resnick streicheln. Jarvis ist eher vorsichtig. Dafür macht er wenig später ein Nickerchen. Jedenfalls bis Resnick weg ist. Dann wacht er auf und merkt, daß Resnick nicht mehr da ist. Vermutlich irgendwie in den Bau verschleppt. Von wem auch immer. Aber die Spuren sind eindeutig. Der Einstieg ist allerdings nicht mehr zu öffnen. Wird ein GT da nervös? Jarvis jedenfalls nicht. Er beschäftigt sich erst mal mit den Affen, die plötzlich wieder da sind. Er erkennt den Affen, den er persönlich vermöbelt hat und der mit Früchten nach ihm wirft. Da er doch plötzlich gemerkt hat, daß Nahrungskonzentrate auf Dauer nicht so gut sind und Wasser ohnehin fehlt, fängt er eine auf ihn geworfene Frucht und isst sie demonstrativ, nachdem der Anzug eine Frucht, die auf seinem Anzug zerplatzt ist, als essbar bezeichnete. Der Affe merkt, daß es dem Menschen schmeckt, und bringt ihm noch mehr von dem Obst, auch Wasser bringt er für den Menschen. Welch ein Glück, daß die Affen nicht ganz so dämlich sind und ihn mit so wichtigen Dingen versorgen. Was hätte er eigentlich gemacht, wenn dem nicht so gewesen wäre? Naja, das Wasser im See ist ja auch trinkbar. Aber vielleicht nicht so gesund für geschwächte GT. Wäre schon besser, was anderes zu finden. Ja, was denn eigentlich? Einen Fluß, eine Quelle? Und wo? Wäre das Flußwasser besser? Vermutlich ja eher nicht. Aber was solls. Logik ist ohnehin nebensächlich in dem Roman. Resnick kommt inzwischen zu sich. Seine Waffen hat er alle noch und glücklicherweise funktioniert einer der Strahler. Er öffnet die Tür mit Waffengewalt und spaziert auf den Gang hinaus, trifft dort auf echsenähnliche Wesen und wird von ihnen verhauen. Bewußtlos wird er wieder in einen Kerker gezerrt, diesmal nicht eingesperrt, nur gefesselt und von zwei Kameraden bewacht. Und dann kriegt er essen. Er erkennt, daß er gemästet wird. Damit er nicht so vom Fleisch fällt, wenn sie ihn dann später vernaschen. Jarvis schafft es in der ersten Nacht nicht, in den Bau zu kommen. Als sich der öffnet und die Wesen aus ihm rauskommen, will er sich mit ihnen anlegen. Aber die Nordlichter, die am Himmel stehen, mischen sich ein und ihn trifft sozusagen der Blitz. Er wird bewußtlos, als er wieder zu sich kommt, sind alle andere verschwunden und es ist Tag, der gesamte Tag auf dieser Welt ist nur 12 Stunden lang. Jarvis wird immer noch nicht nervös. Schließlich ist Resnick auch ein GT, er muß schon selber schauen, wie er klarkommt. Dafür freundet er sich weiterhin mit dem Affen an, den er Shadow nennt. Auch von den anderen trauen sich immer mehr auf die Lichtung, jedenfalls dann, wenn die Echsenartigen nicht da sind. Jetzt muß man aber doch ernsthafter an der Befreiung des Kollegen arbeiten, denkt sich Jarvis und macht Pläne für die nächste Nacht. Als es so weit ist, versteckt er sich erst mal im Dschungel. Ach nein, vorher haut er sich noch mit einem Affentiger, der ihn von hinten angreift. Er kann ihn niederschlagen und das Tierchen verkrümelt sich daraufhin winselnd. Als die Echsen kommen, verschwindet er im Gebüsch und wartet, bis die Wesen sich in den Wald begeben haben, um dort zu jagen. Und zwar seine Affenfreunde. Elegant schleicht er sich um die Lichtung herum, der Affenfreund Shadow lenkt so lange die Kameraden ab, die den Echsenbau bewachen. Dann dringt er in den Bau ein, in dem merkwürdigerweise fast nichts abgeht. Resnick findet er zunächst nicht, dafür bringt er den einen oder anderen von den Echsen um und präsentiert merkwürdige Moralvorstellungen, als er es nur kurz bedauert, daß er eines der Wesen zu fest geschlagen hat und es dann starb, dafür aber fast traurig ist, als er ein anderes gerade noch in den Rücken schießen konnte, bevor es ihn verraten konnte, und dann sich Vorwürfe macht, daß er einen Angebörigen eines außerirdischen Volkes in den Rücken schoß. Im einen Fall ist es für ihn wohl weniger verwerflich, wie im anderen. In einem fremden Bau, der von Feinden nur so wimmelt, sollte man da eventuell weniger zart besaitet sein. Ist er dann auch nicht, als er Resnick findet, wie er gerade für das Opfer vorbereitet wird. Gemästet, was? Wenn er ohnehin gleich in der nächsten Nacht geopfert werden soll, hätte man sich das Mästen ja wohl sparen können, zumal, wenn Nahrung ohnehin nicht wirklich leicht zu finden ist. Oder gab es einen Grund, die Hinrichtung vorzuziehen? Horst enthält uns diesen jedenfalls vor. Sie kämpfen sich gemeinsam nach draußen durch und wollen dann auch den Vorhof der versenkbaren Höhle verlassen, aber da kommen doch ausgerechnet die Jäger wieder. Also Kampf an zwei Fronten. Ein Glück, daß wir die Handgranaten haben. Schnell betätigt Resnick den Knopf und sieht fünf Lichter aufleuchten. Dann vier. Dann drei. Countdown? Schnell wirft er die Bombe und sie stürmen aus dem Bau, der gleich darauf zu brennen anfängt, ein Brand, der gar nicht mehr aufhören will. Alle Insassen des Baus müssen sterben. Die Krieger, die auf sie zustürmen, sind so entsetzt, daß sie gleich wieder davonlaufen. Den beiden dämmert, daß der Ausflug möglicherweise doch keine so gute Idee war. Sie verabschieden sich von Shadow und den Affen, die immer besser zu verstehen scheinen, was sie so von sich geben und sogar schon zu sprechen anfangen. Dann gehen sie zurück zum See und wollen wieder zur Station schwimmen. Wenn da mal nur Krell nichts dagegen hat. Und wirklich, er greift wieder an, obwohl ihm der Kopf immer noch raucht von dem Treffer und ihm klar ist, daß er sterben muß. Aber nun will er sich rächen. Und die Echsen wollen das auch, sie verfolgen unsere beiden Superhelden und springen hinter ihnen her in den See. Als sie die beiden erreichen, gibt es eine Wasserschlacht, die von Krell jäh unterbrochen wird. Das Monster kümmert sich um die Verfolger, die beiden GT erreichen beinahe sogar die Station. Kurz vor der Schleuse, kommt Krell wieder. Aber sie kommen gerade noch so hinein. Und schmeißen gleich noch eine von den Brandbomben in den Rachen des Wesens. Als sie einen Bildschirm erreichen, ist von dem See nichts mehr übrig. Nur noch ein Krater und eine Stadt an ihrem Grund. Wieder was zum untersuchen, denken sich die beiden und gehen in den Hangar. Aber von da aus gibt es keine Möglichkeit, nach unten zu kommen. Ein Glück, die Saurier kommen. Sie fliegen unsere Freunde nach unten. Obwohl Jarvis mit den Affen so gut konnte, mißtraut er aber immer noch den zutraulichen Sauriern. Resnick kennt da weniger Zurückhaltung. Er vertraut sich dem Saurierrücken gleich an und gemeinsam erreichen sie dann den Grund, stolpern ein wenig in der Stadt herum und manipulieren einige Rechner, die sie in Energiekäfige einsperren wollen. Gleichzeitig können sie damit auch merkwürdige Schatten aufhalten, aber wie sie das gemacht haben, wissen sie nicht wirklich. Ist ja auch egal, sie fliegen einfach wieder nach oben, als sie genug haben. Und erfahren dann die Geschichte dieser Welt, die sich als Luur entpuppt, der Heimatwelt der Luuren. Diesmal haben sich die Vaaren schlimme Dinge ausgedacht. Sie wollten nur die besten Künstler der Luuren haben, um sie in ihrem eigenen Kubus zu integrieren. Diejenigen, die nicht wollten, versteckten sich in dem unterirdischen Tunnelsystem und degenerierten, währen ihre intelligenten Geister oder Seelen zu den Nordlichtern wurden. Und die Nordlichter waren es auch, die den GT die Saurier geschickt haben. Leider hat der Einsatz der beiden GT nicht das erhoffte Resultat gebracht. Die Anlage, die von den Vaaren installiert wurde, um die Nordlichter an Ort und Stelle zu bannen, konnte nicht deaktiviert werden, im Gegenteil, die Nordlichter verloren zwei ihrer Seelen. Bevor sie noch mehr anstellen können, verziehen sich die GT in die Kapsel und ziehen sozusagen vom Sog gezwungen weiter. FazitPuh, ein Feuerwerk war das nun wirklich nicht. Die eigentliche Grundidee ist ja absolut gelungen und zumindest die Geschichte um Shadow und die langsam intelligenter werdenden Affen, war wirklich schön. Am Schluß sind die Affen die Gewinner, die mutiger geworden sind, Shadow zum ersten Anführer wählen und in die Stadt hinunterklettern. Messer und Werkzeuge sind ihre Beute und sie benutzen diese, um im Wald eine erste befestigte Siedlung zu errichten. Der Grundsatz zu Intelligenz dürfte damit gelegt sein, Sesshaftwerdung ist da wohl eine wichtige Station. Aber sonst ist einiges danebengegangen. Warum untersuchen die beiden die Station nicht schon am Anfang genauer? Vielleicht hätte man sich den Ausflug dann sparen können. Der war sicher dafür wichtig, die Geschichte mit den Luuren vollständig zu verstehen, aber er wirkte vollkommen unmotiviert. Warum verlassen die beiden die Station? Weil keiner da drin ist? Ohne sie wirklich gründlich zu durchsuchen? Da hätte man sich eine Bedrohung in der Station selbst vorstellen können, die beide nach draußen treibt, so bleibt aber doch ein merkwürdiges Gefühl dabei. Dann die Suche nach dem Wasser. Auch die hätte man schon in der Station beginnen können. Erst auf der Lichtung auf die Idee zu kommen, zeugt nicht gerade von Umsicht. Von Supermenschen sollte man da schon mehr erwarten können. Und der naive Umgang mit Waffen, die ja vielleicht auch gefährlich sein könnten, ist schon erstaunlich. Immerhin kommt Resnick noch der Gedanke, daß die vermeintliche Handgranate ja eine Miniatombombe sein könnte. Oder vielleicht nur ein Radio? Schmeißen tut er sie aber trotzdem. Daß er nicht draufgeht, hat er wohl eher dem Expose zu verdanken und einem Horst, der gerade gute Laune hatte ;-). Und die Freilegung der Stadt ist dementsprechend ein reines Zufallsprodukt, obwohl es für die Geschichte ja einigermaßen wichtig ist. Fahrlässig ist hingegen der Umgang der beiden GT mit der Technik in dieser Stadt. Wahlloses Drücken auf Knöpfe kann durchaus ungesund sein und das Ableben von zwei Seelen ist ja nun auch ein Ergebnis, das man wohl kaum als gut bezeichnen kann. Um die Geschichte der armen Luuren näher zu beleuchten, taugt der Roman zwar schon. Aber etwas durchdachter hätte die Handlungsführung schon sein dürfen. Horst hat noch vor wenigen Jahren so schöne Romane geschrieben. Wenn ich an Jedder Colousha in Alashan denke, das waren Geschichten, die einen noch berührt haben, oder das Leben von Kaif Chiriatha. Aber irgendwie hat einen das Schicksal der Figuren nicht wirklich interessiert, die logischen Widersprüche fielen deshalb geradezu erschreckend auf. Normalerweise hätte man die vielleicht nicht einmal bemerkt, wenn die Charakterisierung geradliniger und nachvollziehbarer gewesen wäre. Ich hoffe, Horst schreibt noch mehr für Bad Earth. Und ich hoffe, daß er sich mal wieder auf seine Stärken besinnt. Nämlich die Beschreibung von faszinierenden Charaktern, die in ihrem Umfeld glaubwürdig agieren. Das wäre mal ein Vorsatz fürs neue Jahr. Und damit wäre er eine absolute Bereicherung für das Team. |
Bad Earth1. Armageddon2. Phantomjagd 3. Die letzte Enklave 4. Welt unter Eis 5. Der Auserwählte 6. Flucht in den Aqua-Kubus 7. Meister der Materie 8. Für Menschen verboten 9. Die Grenze zum Nichts 10. Jenseits der Grenze 11. Architekten der Zeit 12. Planet der Kriege 13. Das Komplott der Jay'nac 14. Rückkehr ins Sonnensystem 15. Die Dschungelwelt 16. Hinter dem Schattenschirm 17. Die neue Menschheit 18. Endstation der Träume 19. Fremde unter Fremden 20. Auf dem Gipfel der Macht 21. Operation Omikron 22. Im Herzen der Macht 23. Skytown 24. S.O.S. vom Mars 25. Sobeks Plan Eigene Domainbad-earth.de.vu/ |

Es ist schon einige Wochen her, daß unsere beiden Freunde Jarvis und Resnick von einem unwiderstehlichen Sog in eine Kapsel gezogen wurden. Danach waren sie für unsere beiden anderen Freunde Scobee und Cloud verschwunden. Und für uns auch.