9. Werner Kurt Giesa - Die Grenze zum Nichts

Bad Earth 9Im Prolog wird die Königin der Vaaren von einem Boten aufgefordert, ihr zu folgen. Sie folgt, wenn auch zögerlich, bereut es aber nicht wirklich, denn der Bote bringt sie in einen Raum, in einem längst vergessenen und stillgelegten Teil des Palastes. In diesem gigantischen Saal setzt sie sich auf einen Sessel, der sie anschließend gar nicht mehr aufstehen lassen will, und fühlt sich geistig übernommen. Allerdings offensichtlich nur zu dem Zweck, ihr Wissen zu übermitteln, uralt, lange vergessen, das ihr künftig helfen soll.

Dieses Ereignis, so kurz nach dem Kampf gegen die Erinjij-Schiffe und der Flucht der Fremden, gibt ihr zu denken und so stellt sie ein Ultimatum an die eingedrungenen Menschen unter John Clouds Führung. Ergeben sollen sie sich und aus der Zone wieder zurückkehren, die heilig für die Vaaren ist. Umgerechnet zwei Stunden gibt sie ihnen, dann wird sie den Kubus in Bewegung setzen und die Neutralität der Vaaren aufgeben. Als Schiedsrichter wird sie in die Geschicke der Milchstraße eingreifen und den Menschen angedeihen lassen, was sie schon längst verdient haben.

Die Menschen glauben nicht daran, daß der Kubus wirklich zu einer Gefahr werden kann und dringen immer tiefer in die Heilige Zone ein. Dabei werden sie allerdings vom Zorn der Königin verfolgt, und das nicht nur im übertragenen Sinne. Die Königin teilt dem Luuren Rurkka sein Todesurteil mit. Sein Ende sei es, stellt sie ihm in Aussicht, und das Urteil wird sofort vollstreckt. Rurkka bricht zusammen, kommt aber wieder zu sich. Cloud glaubt nicht daran, daß die Königin eine solche Macht hat, aber offenbar ist genau das passiert, die Königin hat einen Befehl erteilt und das Todesurteil wurde sofort vollstreckt. Überlebt hat der Luure nur, weil er schon zuvor seinen eigenen Körper manipulierte, um länger zu leben. Deshalb überlebt er den Todesimpuls der Königin.

Bevor er vollends sterben kann, bitten ihn die anderen, ihm ihre Atmung wiederzugeben. Ihre Lungenatmung natürlich, denn auch unter Wasser können sie atmen, aber eben nicht mehr ohne Wasser. Rurkka stimmt zu und Resnick bricht zusammen. Aber er erholt sich schnell wieder.

Scobee bestimmt die Reihenfolge. Jarvis soll zuerst zurückverwandelt werden, weil er am stärksten von allen erscheint. Danach kommt dann sie selbst, danach der zusammengebrochene Resnick der unter den GenTec wohl derzeit das schwächste Glied ist. Cloud kommt erst zum Schluß, weil er als Mensch absolut das schwächste Glied darstellt. John gefällt das nicht, das bemerkt auch Scobee. Aber sie registriert ebenfalls, daß er es akzeptiert, weil er einsieht, daß sie recht hat. Und deshalb wird es genau in dieser Reihenfolge gehandhabt.

Fahrlässig erscheint allerdings die Übergabe der wiederhergestellten. So lange die Behandlung dauert, sind sie unter Wasser. Und wenn die Behandlung abgeschlossen ist, müssen sie schnell in einen luftgefüllten Bereich, was allerdings nicht schnell genug geht. Für die GenTec ist das kein Problem, sie versetzen sich selbst in ihre Stase. Für John wird es aber zum Problem. Rechtzeitig konstruieren sie einen speziellen Sarg, der verschlossen werden kann und sofort nach der Behandlung von Wasser befreit werden wird. Aber John hat ein Problem. Der Tod des Luuren steht unmittelbar bevor. Er experimentiert deshalb und das Ergebnis ist natürlich entsprechend oberflächlich. Nicht alle Maschinen konnten entfernt werden, aber John atmet Sauerstoff.

Kurz vor der Behandlung haben die Menschen die "letzte Grenze" erreicht. Ein löchriges Feld, das einen Kern umschließt, der vollkommen wasserfrei ist und den Vaaren endgültig den Rest gibt. Sie geraten in Panik, von der John nichts mitbekommt, weil er gerade behandelt wird. Sie sterben einfach, stellen das Leben sozusagen ein, weil sie bereuen, daß sie gegen die Regeln verstoßen haben. Und das Schiff löst sich gleich mit auf.

Vorher passiert aber sozusagen alles auf einmal. Zuerst entschlüsselt Darnok die Tafeln mit der Hilfe eines der Vaaren, den er genau aushorcht. Aber er teilt den Menschen nicht mit, was da steht, offensichtlich ist es so schrecklich. Dann klappt auch noch Jarvis zusammen und die Behandlung von John wird durch den Tod des Luuren beendet. Scobee rennt einfach durch das Feld durch, das den luftgefüllten Bereich vom wassergefüllten Bereich trennt. Praktischerweise ist dieses Feld so eingestellt, daß es "feste Körper, nicht aber flüssiges" durchlässt. Aha. Das bedeutet vermutlich, daß von Scobee nur das auf der anderen Seite ankommt, was nicht aus Wasser ist? Und da der menschliche Körper ja fast ausschließlich aus Wasser besteht ... Aber lassen wir das. Vermutlich wollte Werner einfach sagen, daß das Feld einen köerpkonturierten Durchlass gebildet hat. Und wir haben uns einfach nur verlesen ;-).

Jedenfalls scheint John, noch bevor er wieder rückverwandelt wird in einen Lungenatmer, dieses Feld jenseits der Grenze sehr bekannt zu finden. Wie auf der Erde, denkt er, kurz bevor sie durch das schwarze Loch bei Jupiter mußten. Da war auch so ein schwarzes Feld, das die Erde scheinbar verschlang und dieses scheint verwandt. Findet er hier die Verbindung? Mitten im Aqua-Kubus? Es wird interessant, wie es scheint ...

Nicht mehr aber in Band 9. Denn wir vertagen die Entscheidung auf die nächste Nummer. Darnok muß das Schiff über die Grenze steuern. Eine Reise an den Rand des Kubus würde bei nur 100 möglichen Kilometer pro Stunde mehrere Jahre dauern, in das Zentrum ist es da schon kürzer. Und obwohl da eigentlich trotzdem keiner hin will, erscheint es als kleineres übel, als zerstörerische Protomaschinen ankommen um ihnen den Rest zu geben. Die Königin hat sie also nicht vergessen. Und deshalb fliehen sie in das Feld.

Im unpassenden Moment wird John dann noch von seinen Implantaten genervt. Darnok kümmert sich darum und bietet dem Menschen an, ihm die Wissensimplantate zu entfernen. John stimmt zu. Mitten während der Behandlung müssen sie allerdings in das Vakuum fliehen und John kriegt fast nichts davon mit, weil er von Darnok operiert wird.

Und beobachtet werden sie auch noch, nämlich von einem Schiff der Menschen namens HAMM. Sie können allerdings nichts machen, sind lediglich auf Beobachtung festgelegt.

Und das wars dann auch endgültig.

Fazit

Normalerweise wird die erste Seite gar nicht gelesen, aber diesmal habe ich eine Ausnahme gemacht. Und es war durchaus interessant. Genaugenommen hätte ich das niemals getan, wenn ich gewußt hätte, wie interessant... Erwarten würde man ja, daß dort der bisherige Inhalt noch einmal zusammengefaßt wird, um dem Neueinsteiger den Einstieg zu erleichtern. Anfangs war das auch so. Aber dann tauchten immer mehr Details auf, die mir so aus den bisherigen Bänden nicht in Erinnerung war. Offensichtlich beinhaltete dieser Text Informationen, die aus dem vorliegenden Band stammen! Vorab, sozusagen! Wenn dem so ist, würde ich jedem raten, künftig diesen "Einstiegstext" eher am Schluß zu lesen. Erfreulich ist das jedenfalls nicht.

Aber vielleicht ist das ja auch eine Ausnahme. Bisher ist mir das jedenfalls so noch nicht aufgefallen ...

Und nun zum Roman selbst. Der Werner hat überzeugt, kann ich nur sagen. Man merkt schon gleich, ob einer schreibt, der Routine und Feuer hat oder einer, der neu und unverbraucht ist, oder einer, der einfach keine Lust hat. Jedenfalls ist das Ergebnis in diesem Fall absolut überzeugend. Die Charaktere haben mir wirklich richtig gut gefallen. Personen wie Ren Dhark oder Perry Rhodan beziehen ihr Charisma daraus (oder bezogen ;-)), daß sie eine Ausstrahlung haben, daß sie eine Machermentalität besitzen und daß man ihnen anmerkt, daß sie etwas bewegen wollen und können. John Cloud verkörpert das in diesem Roman stellenweise. Außerdem ist der Roman absolut gekonnt erzählt. Die Handlung ist schlüssig und nachvollziehbar, erweckt sogar mehr als nur Interesse. Je näher wir dem Schluß kommen, desto spannender wird die Geschichte und am Schluß ist man wirklich interessiert am Ergebnis. Und natürlich erwartet uns wieder ein Cliffhanger. Diesmal hängen wir mitten in diesem verbotenen Bereich ohne Wasser und ohne sonst irgendwas und warten auf den nächsten Band. Da tut es gleich dreifach weh, den Band am Kiosk liegen zu sehen, aber nicht kaufen zu wollen, weil er ja in einigen Wochen ohnehin per Abo ankommt. Vielleicht sollte ich doch wieder auf Kiosk umsteigen ...

Auf jeden Fall wird deutlich, daß Werner ein absoluter Meister des Heftromanes ist. Seine Geschichte hat gefallen und wir wollen gerne mehr von ihm lesen. Ich hoffe jedenfalls, daß ich nicht der einzige bin, der das so sieht ;-)

Bad Earth

1. Armageddon
2. Phantomjagd
3. Die letzte Enklave
4. Welt unter Eis
5. Der Auserwählte
6. Flucht in den Aqua-Kubus
7. Meister der Materie
8. Für Menschen verboten
9. Die Grenze zum Nichts
10. Jenseits der Grenze
11. Architekten der Zeit
12. Planet der Kriege
13. Das Komplott der Jay'nac
14. Rückkehr ins Sonnensystem
15. Die Dschungelwelt
16. Hinter dem Schattenschirm
17. Die neue Menschheit
18. Endstation der Träume
19. Fremde unter Fremden
20. Auf dem Gipfel der Macht
21. Operation Omikron
22. Im Herzen der Macht
23. Skytown
24. S.O.S. vom Mars
25. Sobeks Plan

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