5. Manfred Weinland / Werner K. Giesa - Der Auserwählte

Bad Earth 5Am Anfang steht die Suchen. Nach was erfahren wir allerdings nicht. Mit der Suche und der "Nachgeburt" Algorian fängt die ganze Geschichte an, erklärt uns allerdings nicht, wie der Translator dieser Geschichte so versagen konnte und den Zweitgeborenen einfach als "Nachgeburt" übersetzen konnte. Allerdings ist das wohl auch ein Stück weit Absicht. Nachgeburten sind nämlich wesentlich weniger wert, wie der "Erstling", zumindest bei den Aorii.

Und sie suchen.

Nach was auch immer.

Aber zumindest findet er etwas. Eine Spur nämlich. Wenn auch nicht ganz so klar ist, was für eine Spur das sein soll. Das ist aber zunächst auch einmal gar nicht wichtig, denn die Spur endet, nachdem das Volk und ihre Lebensweise kurz vorgestellt wurden, an einem Frachter der Erinjij.

Und damit die gute Nachricht. Im fünften Roman erfahren wir endlich Hintergründe dieser Welt, in die es uns mit der Lektüre von Bad Earth verschlagen hat. Der angedeutete, ist der erste von insgesamt vier Handlungssträngen, die den Roman ausmachen. Außer dem Algorian haben wir es mit Cy zu tun, mit einer Invasion und - endlich, bin ich versucht zu sagen - mit der Erde.

Cy ist ein Aurige. Er lebte auf der Spore Auri und hat diese zusammen mit zwei Freunden verlassen, weil die Nahrungsquelle plötzlich versiegte. Sie versuchen, gemeinsam zwar, alsbald aber getrennt von den unwirtlichen Bedingungen im Mahlstrom, die Nahrungsquelle wiederzufinden und ihr Volk zu retten. Dabei kollidiert aber der Dragg, ein lebendiges Raumfahrzeug, mit einem Trümmerstück und verendet. Aus den Überresten des Weltraumseglers fertigt Cy ein Floß und versucht, mit ihm seine Aufgabe doch noch zu erfüllen. Er findet viele weitere Trümmer und den Ursprung des Trümmerfeldes und er sichtet eine Sonne, die allerdings nur wenig bestand hat.

Die Erde dieser Zeit wiederum versucht zu expandieren. Die Zeitangabe 17 n.A. ist allerdings eher rätselhaft. Auf jeden Fall ist das Ziel, das die Admiralität vorgegeben hat, eine Welt namens Tarrant. Da leben Foraner und Liscombianer und sie mögen sich nicht sehr. Getarnt als Forschungsmission, nähern sich die drei Schiffe KYOTO, BAGDAD und KIEW unter Führung der KYOTO dieser Welt und greifen an. Nur mit erfahrenen Eliteeinheiten, aber mit einem geänderten Plan. Anstatt sich nur auf die Foraner zu konzentrieren, werden diese zwar angegriffen, aber auch die Liscombianer müssen dran glauben. Und die Invasoren erleben eine Überraschung. Der Gegner wagt es nämlich, sich zu wehren! Und das auch noch erfolgreich! Unglaublich, so was. Dezimiert und am Rande einer Niederlage, formiert Captain Deckert die Überreste seiner Kampftruppen und versucht alles, um doch noch das Ruder herumzureisen.

Und die gute alte Erde wird mit der Zeitangabe aus Band 1 angekündigt. 2041 a.D. (anno Domini?) ist die Welt von den Invasoren in den Aeskulapschiffen übernommen. Es ist merkwürdig friedlich auf der Erde. In China erleben wir mit, wie Xian zusammen mit ihrem Mann Wei in eines der Schiffe geht, das nicht mehr wie ein Schiff sondern wie eine Kathedrale aussieht. Xian sinniert über die Niederlage dieser Welt, über das neue Regime, das China seit vielen Jahren beherrscht, den Kaiser, der sie unterdrückt und wie unzufrieden sie mit dieser Situation ist. Anstatt den Herrschern zu gehorchen, fliehen sie nicht vor den Invasoren, sondern gehen ihnen entgegen. Und als sie das Schiff - gegen den Willen ihres Mannes - betritt, trifft sie ihren Vater wieder, der von der Diktatur getötet wurde. Der eröffnet ihr, daß sie denkbar ungeeignet für ihre Vorhaben ist und deshalb doch bitteschön wieder verschwinden solle. Auch ihr Mann legt ihr sofortiges Verschwinden nahe und sie gehorcht. Sie begreift, daß sie ihn niemals wieder sehen wird.

Dafür lernt die ehemalige Präsidentin der USA die Originalkörper der Klone Scobee, Resnick und Jarvis kennen. Hays erblasst, als sie verlangt, daß die in Stase versetzten Körper aufgeweckt werden. Er flieht aus der Station, bevor es passieren kann. Warum, wird wenig später deutlich. Als die Körper erwachen, springt Scobee aus dem Schlafsarg und wird sehr wütend. Und das, obwohl die GenTec ihre Gefühle eigentlich unter Kontrolle haben. Der Grund ist einfach: Sie ist eigentlich der Klon und die Matrix ist mit der RUBIKON gestartet! Was das zu bedeuten hat, erfahren wir allerdings nicht mehr. Wir verlassen die Erde wieder. Hoffentlich nicht wieder so lange.

Dafür kehren wir in die Zukunft zurück, genauer gesagt ins Jahr 17 n.A. Deckert erreicht die Hauptstadt der Foraner. Er will den Präsidenten in Gefangenschaft nehmen und als Geisel von dieser Welt enführen. Dafür soll sie dann Kolonisten von der Erde zur Verfügung stehen. Als sie sich in den Thronsaal durchgekämpft haben, werden sie von Priestern des Solo Hasradun aufgehalten. Sie erklären ihnen, daß es den Präsidenten in Wahrheit gar nicht mehr gibt. Vor 200 Jahren bereits ist er verstorben und wird nun nur noch als Heiligenbild verehrt. Aber was heißt nur noch? Er ist wie ein Gott und die Statue fast so wichtig, wie er selbst. Also entführt Deckert die Statue und schafft es auch unverletzt mit seinen Männern aus der Hauptstadt heraus. Als sie das Shuttle anfordern, ändert sich die Situation allerdings. Der Hohepriester will ihre Abreise verhindern und wird dafür erschossen. Die Soldaten der Foraner greifen an und Sergeant Brenner schießt - auf die Statue, die vernichtet wird. Das ist ihr Tod und die Niederlage für die Invasoren von der Erde, die auf der anderen Seite des Planeten auch gegen die Liscombianer verloren haben.

Mallory wird allerdings nicht zur Verantwortung gezogen. Im Gegenteil - er wird von der Admiralität wieder auf die Welt geschickt. Diesmal schickt er Feuer in die Atmosphäre und verbrennt alle Einwohner. Später wird er zum Admiral befördert. Diese Episode war der Anfang des Konflikts zwischen den Erinjij und den anderen Organischen.

Nun werden auch zwei anderen Handlungsfäden verknüpft. Der Erstling und Algorian suchen nach Cy, obwohl sie es noch nicht wissen. Sie finden ihn auch und treffen dabei auf einen Kreuzer der Erinjij.Sie überleben den Kampf mit Glück. Ein Meteoritenschwarm vernichtet den Gegner. Und nicht nur ihn, sondern auch die Spore Auri. Von Cys Volk bleibt niemand übrig, außer ihm selbst. Das freut die beiden Wesen nicht, aber sie nehmen ihn mit. Die Trümmer sind übrigens Überreste einer Maschine, die die Nahrungsmittel der Auri produzierte. Auch sie wurde von Meteoriten vernichtet. Cys Aufgabe ist aber eine bedeutende. Es wäre besser gewesen, noch fünf von seiner Art zu finden, aber nun muß er es allein schaffen. Er soll die Bewußtseine der Herrscher der sechs wichtigsten organischen Völker in sich aufnehmen und sie zu den Anorganischen bringen, den Jay'nac. Denn die Organischen haben am meisten Angst nicht vor den Erinjij, sondern vor den Jay'nac. Der Grund ist profan. Wenn sie sich wirklich gegen die Menschen stellen, würden sie den anderen Organischen möglicherweise einen Gefallen tun aber vielleicht auch selbst Gefallen am Töten von Organischen finden und den durch die Allianz lange unterdrückten Konflikt erst auslösen. Das wollen sie mit einem ganz speziellen Unterhändler verhindern, der zwar nicht sie selbst sein werden, sondern Cy, mitsamt den Kopien ihrer Bewußtseine. Cy ist der Auserwählte.

Fazit

Irgendwie sind der Setzerei so einige Buchstaben durcheinandergeraten, oder haben wir das Korrekturlesen vergessen? Auf jeden Fall häufen sich Druckfehler in diesem Band, die man von den Produkten von Bastei so eigentlich nicht gewöhnt ist. Auch sprachlich holpert es etwas, und das in einem Roman, an dem Manfred mitgearbeitet hat. Wie kann das sein?;-)

Abgesehen davon ist die Geschichte aber lesbar und wird auf den letzten zwanzig Seiten sogar richtig spannend. Wir erfahren endlich näheres von der Erde und wir erfahren auch etwas von den Hintergründen dieses Universums. Da gibt es also einen Bund der Organischen namens CLARON und die sind auf der Suche nach etwas, das die Aorii finden sollen. Und da gibt es Anorganische. Die Menschen haben sich von den Organischen abgewendet und ziehen ihr eigenes Ding durch, mit unglaublicher Brutalität und Boshaftigkeit. Als Erinjij sind sie gefürchtet.

Die Jay'nac sind Anorganische, die nicht gewillt sind, diese Situation weiter hinzunehmen und stellen sich gegen die Menschen. In diesen ausbrechenden Konflikt hinein platzen die Menschen von der Erde aus der vermeintlichen Vergangenheit.

Die Handlungsfäden in dieser Geschichte werden durchaus geschickt verknüpft. Zumindest die Suche und Cy. Die Angriffe der Menschen können noch als Vorgeschichte gelten, aber die Geschichte aus der Vergangenheit läuft da völlig nebenher. Aber sie gehört ja auch zu einem übergeordneteren Handlungsstrang. Noch ist es jedenfalls nicht vorüber.

Handwerklich war der Roman in Ordnung, auch wenn das Korrekturlesen durchaus besser hätte sein können.

Bad Earth

1. Armageddon
2. Phantomjagd
3. Die letzte Enklave
4. Welt unter Eis
5. Der Auserwählte
6. Flucht in den Aqua-Kubus
7. Meister der Materie
8. Für Menschen verboten
9. Die Grenze zum Nichts
10. Jenseits der Grenze
11. Architekten der Zeit
12. Planet der Kriege
13. Das Komplott der Jay'nac
14. Rückkehr ins Sonnensystem
15. Die Dschungelwelt
16. Hinter dem Schattenschirm
17. Die neue Menschheit
18. Endstation der Träume
19. Fremde unter Fremden
20. Auf dem Gipfel der Macht
21. Operation Omikron
22. Im Herzen der Macht
23. Skytown
24. S.O.S. vom Mars
25. Sobeks Plan

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