12. "Die Obsidian-Kluft erwacht" von Uwe Anton

Atlan Obsidian 12Die schiere Informationsfülle macht es schwierig, diesen Roman zusammenzufassen, weshalb in diesem besonderen Fall einmal keine Zusammenfassung erfolgt. In der Zusammenfassung sind aber Informationen über den Inhalt enthalten, so daß die wesentlichen Punkte trotzdem abgedeckt sind.

Kritik von Ralf König

Wow, was für ein Roman. Uwe Anton verknüpft die losen Fäden und lässt fast keine Wünsche offen. Außer ein paar Kleinigkeiten, was allerdings nicht so sehr auffällt, weil der Leser doch von der Fülle der Informationen und von der Tragweite der Geschichte etwas erschlagen ist.

Was schon auffiel war die Tatsache, dass Atlan anscheinend aus allen Wolken fällt, als er feststellt, dass Sardaengar mal Cagliostro war. Das hat er doch schon in Band 10 erfahren? Außerdem wäre es schon interessant gewesen, zu erfahren, woher Li ihre Imaginären-Aura hat. Oder hat Sardaengar sich da geirrt?

Wie auch immer, das waren die beiden einzigen Punkte, die mir aufgefallen sind. Darüber hinaus erfahren wir umfassende kosmische Zusammenhänge, die eine lange Zeit umfassen, aber sehr gut recherchiert sind. Wenn sich da mal nicht die Festplatte von Rainer Castor bezahlt gemacht hat ;-).

Interessant übrigens auch ein Hinweis, der dem Leser aus jüngster Vergangenheit eigentlich bekannt sein sollte. Aber den man sehr leicht überlesen kann. Da wird eine der Identitäten des Sardaengar auf der Erde benannt. Und zwar als Trimotheus Nackaren. Und dieser zeugte mit Nicht-Cynos Kinder. Jetzt wurde aber mal der entfernte Vorfahr eines gewissen Yornamers namens Trim Marath als Trimotheus Nackaren bezeichnet und damit dürften wir jetzt wohl auch wissen, woher unser Mutant seine Cyno-Gene hat.

Überrascht hat mich persönlich das Ende allerdings schon. Da wird der beeinflusste Sardaenger von der künstlichen Intelligenz des Kristallmondes übernommen und in die Dienste dieser Maschine gezwungen. Und dann stellt sich heraus, dass Sardaengar plötzlich nicht mehr beeinflusst ist, weil zur Steuerung eines so gewaltigen Gebildes wie dieses Urschwarms, der neu entstehen soll, ein unbeeinflusster Geist nötig ist. Hört sich irgendwie nicht besonders an, möchte man meinen. Ist aber eigentlich ein nachvollziehbarer Grund und somit als Auflösung schon fast genial. Die ganze Aufregung also eigentlich wegen nichts. Aber wer hätte damit auch schon rechnen können?

Und so kann Atlan sich, als er dem scheinbar beeinflussten Geist folgt, in aller Ruhe über die Vergangenheit unterhalten. Wir erfahren, dass Sardaengar schon recht frühzeitig in der Kluft angekommen ist und eine besondere Affinität dazu entwickelt hat. So erklärt sich auch, dass er als Tamrat in die Kluft kam und trotzdem später auf der Erde erschien. Er wurde nämlich wieder aus ihr geschleudert und hat so auf der Erde Atlan begegnen können.

Und nun befindet er sich in der Gewalt des Kristallmondes, der aber durch die Kollision mit der Vergessenen Plattform explodiert und durch die Psi-Materie, die einen entsprechenden Sturm entfacht, wird Sardaenger erhöht und entwickelt sich weiter zu einem Imaginären, einen Status den auf der Erde nur zwei Cynos innehatten. Mit der ihm dadurch verliehenen Macht, kann er die Goldenen Technostädte und sonstigen Hilfsmittel entsprechend stabilisieren und die Situation ist gerettet.

Wir erfahren ebenfalls näheres über die Katastrophe, die damals Litrakduurn vernichtet hat. Die Chaotarchen haben also ebenfalls ihre Finger im Spiel gehabt. Was wir allerdings nicht erfahren ist, was aus Li wird. Sie scheint verschwunden oder tot, erwähnt wird das aber nicht mehr.

Dafür trifft Atlan endlich auf die verschollene Kythara. Wo sie war und was sie getan hat, verrät die geheimnisvolle Varganin nicht. Dafür ist sie sichtlich fasziniert von dem Arkoniden, der allerdings ähnlich reagiert. In ihrem Raumschiff, das unter der plötzlich wiederkehrenden Energie angefangen hat, sich selbst zu reparieren, machen sie sich gemeinsam davon, auf den Weg ins nächste Abenteuer, das es ja hocherfreulicherweise geben wird.

Und so werden wir also Kythara und Atlan in den Lordrichterzyklus begleiten. Nach diesem Roman, der insgesamt wenig Handlung, dafür aber um so mehr Informationen bietet, eine Aussicht, die einen nur begeistern kann. Und noch besser: Bereits in zwei Wochen geht es nahtlos weiter.

Der Abschluss ist jedenfalls ein mehr als würdiger und teilweise hätten die doch sehr komprimierten Informationen auch gerne mehr Platz einnehmen dürfen. Einen der anderen Bände, die eher weniger Informationen boten, dafür zu verwenden, wäre durchaus eine gute Idee gewesen. Der Roman jedenfalls hat sich ein SEHR GUT verdient.

Obsidian

1. Im Licht des Kristallmondes
2. Insel der Verdammten
3. Die Savannenreiter von Vinara
4. Tamiljon
5. Im Zeichen des Kristallmondes
6. Die Eisgruft
7. Sardaengars Botschaft
8. Die Technostadt
9. Braune Pest
10. Im Land der Silbersäulen
11. Die Macht des Kristallmondes
12. Die Obsidian-Kluft erwacht

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