11. "Die Macht des Kristallmondes" von Michael H. Buchholz
Und gefunden. Durch die Wüste wandeln sie und erreichen schließlich den Raumhafen, wo sie dank des fotografischen Gedächtnisses Tassagols, der über einen aktivierten Extrasinn verfügt, ihr Raumschiff schnell wieder finden. Nicht, ohne wenigstens von einem der augenscheinlich inaktiven Raumer beschossen zu werden. Ein Raumschiff, das noch aus der Zeit des Robotregenten stammt, ist der Übeltäter und ein Versuch, die Transportmittel an Bord des Schiffes zu nutzen, um wenigstens das letzte Stück schneller überwinden zu können, scheitert sehr schnell. Tassagol hat die Idee, die besondere Schaltung auszunutzen, die bereits Atlan vor langer Zeit kennen lernte. Er stellt sich als nicht degenerierter Arkonide vor, aber die Positronik ignoriert ihn einfach. Später gerät die Kugel ins Rollen und rollt genau hinter den Arkoniden her, die sich gerade noch in das Schiff retten, dem es etwas an Energie fehlt. Diese reicht gerade so noch aus, um das Schiff mit einem Prallschirm zu sichern und mit einem Alarmstart in die Luft zu bekommen, dann müssen aber erst einmal die Speicherbänke gefüllt werden. Und die Suche nach Atlan muss aufgenommen werden, der allerdings schnell gefunden ist. Währenddessen muss Atlan erleben, wie Tamiljon den Zweikampf gegen Litrak führt und scheinbar verliert. Oder gewinnt, so genau kann man das nicht erkennen. Litrak jedenfalls zerfällt in seine Kristalle, allerdings genau in dem Kristallfeld, das er nicht erreichen soll. Tamiljon wird daraufhin von allem überwuchert, was an Kristallen zur Verfügung steht. Diese verflüssigen sich und überziehen das Wesen. Atlan kann sich darum allerdings nicht so recht kümmern, denn plötzlich steht ihm Lethem gegenüber, zusammen mit einigen seiner Freunde. Und einer gewissen Li oder besser ihrem Körper, wie Atlan erschüttert feststellen muss. Lethem erzählt ihm, dass sie von Vinara II verschwunden sind und plötzlich hier erschienen sind. Li stellt klar, dass die Rückkehr mit dem Zusammenprall zwischen Kristallmond und Plattform zu tun hat. Dadurch wird der Kristallmond einigermaßen instabil und die Spiegelwelten lösen sich in Nichts auf. Zusammen mit den Spiegelwesen. Eine Sicherheitsschaltung greift und versetzt alle originalen Wesen zurück nach Vinara I, der ursprünglichsten aller Welten. Und so kamen sie alle nach Vinara I. Dass sie ausgerechnet im Canyon gelandet sind, haben sie einem Eingreifen der speziellen Technik der Imaginären Li zu verdanken. Alle? Nein, alle wurden nicht versetzt. Die Varganin fehlt, aber Li bleibt die Erklärung schuldig. Anscheinend ist es eher eine Entscheidung der Varganin gewesen. Dafür verrät sie Atlan eine ganze Menge. Etwa, dass das Backup-System schon sehr alt ist, älter, als die Schwärme. Vor diesen gab es nämlich Urschwärme, die etwas anders funktionierten, als das bereits bekannte System. Sporenschiffe verteilen die Grundvoraussetzung von Leben in Form von On- und Noon-Quanten, wie bereits bekannt ist. Und danach kommt ein Schwarm, der die Intelligenz durch Beeinflussung der fünfdimensionalen Feldlinien in der Region erhöhen konnte. Oder senken, wie der entartete Schwarm in der Milchstrasse. Dieses Konstrukt wurde von den Sieben Mächtigen gelenkt und die Erbauung der Schwärme auch von ihnen in die Wege geleitet. Aber noch bevor es die Erste Gruppe der Sieben Mächtigen gab, gab es bereits so genannte Urschwärme. Ein Vorläufersystem, das aus Galaxiengroßen Schwärmen bestand, die gleichzeitig die On- und Noon-Quanten verteilte, sowie die Intelligenz anhob. Dies war insofern ein Langzeitauftrag, und ein solcher Urschwarm verharrte lange Zeit in einer bestimmten Region. Einer dieser Urschwärme wurde von Litrak gesteuert. Und er wurde von den Kosmokraten eines Tages im Stich gelassen. Litrakduurn, der Urschwarm des Litrak, kollidierte eines Tages mit der Milchstrasse. Warum auch immer das passieren konnte, die Kosmokraten entschlossen sich, nicht zu helfen. Der Schmiegschirm löste sich auf, Litrak schaffte es aber, ein Notsystem zu aktivieren. Und das war Vadolon. Ein Bewusstseinstransfer war nötig, um das System überhaupt aktivieren zu können. Aber nur ein Teil seines Bewusstseins konnte transferiert werden. Sein echter Körper wurde dabei zerstört. Er selbst starb, aber Reste von ihm überlebten. Und diese Reste wussten natürlich, dass die Kosmokraten nicht geholfen haben. Wirklich funktioniert hat das Notsystem insofern nicht, aber immerhin konnte es die Obsidian-Kluft errichten, was gegen den zerfallenden Urschwarm half. Und gleichzeitig eine Art Tresor für die On- und Noon-Quanten bildete, die ansonsten unkontrolliert freigesetzt worden wären. Aber diese Barriere ist nicht mehr so richtig undurchdringlich und damit wird das Backup-System zur Gefahr für die gesamte Galaxis. Wenn das Programm ablaufen kann, dann wird ein neuer Urschwarm entstehen, der so groß wie die Milchstrasse wäre und die bekannte Milchstrasse soweit zerstören würde, um Platz für sich selbst zu schaffen. Und das muss Atlan verhindern. Omega Centauri, der Kugelsternhaufens, ist der Rest des damals kollabierten Urschwarms. Sardaengar hingegen ist eher durch Zufall in dem Gebilde gelandet, und erwies sich als unvermutete Gefahr, denn wenn er sich an Stelle Litraks vom Kristallmond übernommen würde, dann wäre das Ergebnis dasselbe: Das Ende der Galaxis. Als Atlan mit der Besatzung der TOSOMA Kontakt aufnimmt, ist die Verbindung schnell hergestellt und das Schiff erscheint über dem Grathaar, der Festung des Sardaengar. Der Schirm erweist sich als schwer zu knacken, aber im Verbund mit einem Springerschiff, gelingt das Eindringen dann doch. Allerdings der Dunkelschirm, der unter dem weißen Schirm erscheint, erweist sich als unüberwindbar. Zumindest für Waffen. Hindurchgehen kann man allerdings, auch wenn Atlan, Li und der wieder mobil gewordene Tamiljon in seinem Kristallpanzer es zu Fuß schaffen, bis zur Festung zu kommen. Nur nackt kommen sie allerdings durch, und so macht sich ein nackter Atlan zusammen mit zwei nackten Begleitern auf den Weg, die Galaxis zu retten. Nur ein Turm der Festung ist begehbar, das hatte Li bereits herausbekommen. Und diesen betreten sie auch. Aber die Gefahr geht von einem anderen Turm aus, von dem es eine direkte Verbingung zur Syntronik zu geben scheint. Mit einem improvisierten Drachen fliegt Atlan zu dem anderen Turm, was nackt mehr als gefährlich ist. Er nimmt ein Seil mit, an dem sich Li und Tamiljon hinüberhangeln sollen. Dies ist nicht so schwierig, es reicht, sich über das Seil nach unten gleiten zu lassen, denn der andere Turm ist niedriger, als der, von dem die drei kommen. Li schafft es auch ohne Probleme, aber Tamiljon ist mit seinem Kristallmantel etwas zu schwer und stürzt durch den Angriff eines Vogels ab, als das Seil reist. Er ist verschollen und Atlan und Li sind die letzten beiden, die sich über die Wendeltreppe nach oben begeben können. Oben begegnen sie Sardaengar, der irgendwie mit dem Kristallmond verbunden ist. FazitMit Michael H. Buchholz übernimmt den Staffelstab ein Autor, der besondere Erfahrungen mit dem Arkoniden bereits sammeln konnte. Michael H. Buchholz ist nämlich einer der Autoren der von Rüdiger Schäfer aus der Taufe gehobenen Atlan Fanzine Serie, die nach dem Ende der alten Atlan-Serie mit Billigung des Verlages im Atlan Fan Club herausgegeben wurde und immer noch läuft. Immer wieder erscheinen neue Romane, die Serie hat es auf inzwichen 23 Folgen gebracht und die ersten zehn Romane sind in zwei Paperbacks in der Fanzentrale erschienen. Diese hat allerdings inzwischen die Lizenz zurückgegeben, und mit dem Mohlberg-Verlag konnte ein neuer Verleger gewonnen werden, der die Reihe weiterführen wird. Mit dem alten Serienlogo aus den Anfängen der Atlan-Originalserie, wird die Fanzine Serie also weitergehen. Abgesehen davon hat Buchholz eine Reihe von Sachbüchern geschrieben, die sich mit Persönlichkeitstraining und -entwicklung befassen. Er gibt auch Seminare zu dem Thema. Buchholz kennt sich mit Atlan aus, und genauso wie Rüdiger Schäfer ist er ein Fan von Atlan, was man dem Roman auch anmerkt. Der abenteuerliche Atlan scheint geradezu wiederzuerstehen in der Geschichte und der Arkonide wird überzeugend charakterisiert, endlich erkennt man die Figur wieder. Außerdem überzeugt der Roman mit der Enthüllung vieler Geheimnisse, was in Band 11 auch zu erwarten ist. Nur einen Band vor Schluss, sollte der Leser doch langsam erfahren, worum es bei der ganzen Sache eigentlich geht. Und das übernimmt Buchholz auf überzeugende Weise. Er ist ein wortgewaltiger Autor, der manchmal schon sprachlich zu viel des Guten tut und auf diese Art und Weise einen manchmal dazu zwingt, einen Satz mehrfach zu lesen, bis man ihn denn verstanden hat. Er ist gleichzeitig aber auch ein guter Erzähler, der die Geschichte spannend herüberbringt. Insofern macht die Lektüre des Romans durchaus Spaß. Einzig schmerzhaft ist die Abwesenheit der Varganin, die so plötzlich und unerwartet verschwunden ist und sich im ganzen Roman nicht mehr blicken lässt. Der Titel des dreizehnten Bandes lässt vermuten, dass sie es immerhin in den Lordrichter-Zyklus schaffen wird, aber die Hoffnung besteht, dass sie in diesem Zyklus doch vielleicht auch noch einmal auftauchen wird. Abgesehen davon, gewinnt der Leser auch den Eindruck, dass Buchholz selbst Spaß beim Schreiben hatte, entsprechend leicht lesbar ist die Geschichte auch. Insgesamt verdient sich der Roman ein SEHR GUT. |
Obsidian
1. Im Licht des Kristallmondes |

Der Roman ist in zwei Handlungsebenen unterteilt. Auf der einen, versuchen die Bewohner von Viingh, der Insel der Verdammten, wieder zu ihren Schiffen zurück zu kommen. An vorderster Front die Besatzung der TOSOMA, die schnell feststellt, dass die Technik plötzlich wieder funktioniert. Großes Hinterfragen findet nicht statt. Schnell wird reagiert, die Stadt der Verbannten verlassen und der Weg zum großen Raumhafen - oder besser Raumschiffsschrottplatz - gesucht.