10. "Im Land der Silbersäulen" von Ralf Schuder
Bevor Atlan dort aber ankommt, erfahren wir erst, wie sich die Situation mit Lethem und Li da Zoltral weiterentwickelt. Die Imaginäre im Körper einer Arkonidin ist von dem Angriff Sardaengars offensichtlich schwer verletzt worden. Und so lässt Lethem sie von den Robotern zurück in die fliegende Stadt bringen, wo sie ärztlich versorgt werden soll. Dazu werden von der Stadt auch Medo-Roboter eingesetzt, aber auch der Anzug arbeitet ja nur auf der Plattform und so beginnt auch gleich der Heilungsprozess bei Li. Ondaix will dem insektenhaften Wesen, zu dem der Cyno geworden ist, nur mit einer Axt bewaffnet folgen. Er erreicht es aber nicht. Dafür greifen die Bewohner dieses Teils von Vinara II an und attackieren Lethem und seine Freunde schwer. Ondaix wehrt sich heftig und auch Dismedeer erweist sich als wertvoller Kampfgenosse. Aber es sind einfach zu viele Gegner. Und als es ihnen auch noch gelingt, eine brennbare Flüssigkeit auf Dismedeer zu werfen und diese zu entzünden, ist der Kampf so gut wie entschieden. Der Fonshoord wirft sich in das Wasser des nahe gelegenen Hafens. Er ist etwas verstört. Aber dank des Eingreifens der Roboter von der Plattform, können die Freunde gerettet werden. Viele der Angreifer sterben. Ondaix und Zanargun werden in dem Kampf verletzt und ebenfalls auf die Plattform gebracht, um dort versorgt zu werden. Dafür hat Kythara nun den Vorschlag, auf eine nahe gelegen Insel zu reisen, um in den Selonad-Tempel einzudringen. Zanargun und Ondaix müssen allerdings verletzt zurückbleiben. Der Fonshoord wird sie schwimmend dorthin bringen. Anee und die Vecorat erweisen sich als hartnäckige Begleiter für Atlan. Sie sind fest davon überzeugt, dass sie den Einflüsterungen der Träume widerstehen können. Und auch Atlan ist sich sicher, dass er dank seines Monoschirms keine Beeinflussung zu befürchten hat. Tamiljon ist immer noch mit seinen Kristallen beschäftigt, die seinen Kopf inzwischen fast überwuchert haben. Als sie in die Schlucht vordringen, kommt es aber doch sehr schnell zu merkwürdigen Träumen, die nicht nur seine Begleiter, sondern Atlan selbst auch betreffen. Sie erweisen sich als nicht ganz ungefährlich, denn sie verleiten zum Beispiel dazu, Wasser zu trinken, das im einen Augenblick kristallklar aus einem Brunnen sprudelt, im nächsten Augenblick aber zu einer stinkenden und hochgradig giftigen Brühe wird. Auf diese Weise verliert Atlan nicht nur Anee, sondern auch die Vecorat-Königin fällt einem dieser Träume zum Opfer. Tamiljon ist ebenfalls nicht sehr resistent, und es ist als erstes Atlan, der sich aus dem Bann der Träume befreien kann. Und feststellt, dass niemand wirklich gestorben ist, sondern dass das ebenfalls Teil des jeweiligen Traums gewesen ist. Währenddessen reisen Lethem und Kythara zusammen mit Scaul Rellum Falk auf dem Rücken des Fonshoord über das Meer zu der Insel, auf der sich der Tempel befinden soll. Auf der Reise werden sie angegriffen, obwohl Lethem lange unter Wasser ist, können sie dem Wesen, das ihn gefangen hat, heil entkommen. Die Insel Eian liegt unmittelbar vor ihnen. Kythara liefert eine Begründung, warum sich vermutlich niemand von der Bevölkerung in der Nähe des Tempels und der sich darin befindenden Obsidiankugel aufhält. Trotzdem müssen sie mit Wachen rechnen und Lethem und Scaul sind insofern wertvolle Begleiter, um in den Tempel zu gelangen. Kythara will die Kugel zerstören, indem sie ein Ritual durchführt. Lethem bezichtigt sie aber der Lüge, als ihm klar wird, dass es das Fest, von dem Kythara sprach, gar nicht gab. Die Bewohner müssen also aus anderen Gründen verschwunden sein. Kythara reagiert auf die Beschuldigungen verunsichert, aber sie dringen gemeinsam in den Tempel ein, wo sie bereits erwartet werden. Die Priesterin Nitimar Ninallarun und Kythara scheinen sich zu kennen und sie scheinen sich nicht zu mögen. Zu dem angesprochenen Ritual kommt es jedenfalls gar nicht erst. Die Kugel schlägt mit einem Faden aus dunkler Energie nach der Pristerin und tötet sie. Danach verschwindet sie in einem tiefschwarzen Schacht und beginnt, alles um sie herum mit ins Nichts zu zerren. Alles scheint zu verschwinden, als sie vor der entarteten Obsidiankugel flüchten. In letzter Minute, können sie der Kugel entkommen. Atlan findet inzwischen die Ursache für all die Visionen. Er kommt zu einem Bauwerk, an dessen Tür sich ein goldener Türklopfer befindet. Und darin befindet sich niemand anders als Cisoph Tonk, der bereits zu Anfang verstorbene Waffenleitsyntroniker der TOSOMA. Schnell stellt sich heraus, dass er ein Spiegelwesen ist und er berichtet Atlan von seinen Erinnerungen, als er ertrank. So erfährt der Arkonide näheres über die Expedition, die ihn suchen soll und auch davon, dass es Verluste gegeben hat. Cisoph und Anee, die hinter Atlan das Bauwerk ebenfalls erreichte, scheinen sich zu kennen und sind sofort sehr vertraut miteinander. Cisoph ist aber nicht nur ein Spiegelwesen, er ist sogar ein Biophorenwesen, hat mit den Biophoren aus dem Backup-System Kontakt gehabt. Atlan erinnert sich an seine Vision, als er in der vergessenen Syntronik von einer Pflanze träumte. Diese übergroße, tulpenartige Pflanze mit roten Blüten, erschien ihm nun wieder und führte ihn auch erst an diesen Ort. Offensichtlich hat sie ihn gerufen. Sie erweist sich als telepathisch begabtes Lebewesen. Und stellet sich und ihre Artgenossen als Xybhan-K'hir vor, die aus einem Sonnensystem stammen, das Atlan kennt. Und er weiß sogar, was mit den Wesen von dieser Welt geschehen ist. Aber er bemüht sich, nicht daran zu denken, dass es dieses Volk gar nicht mehr gibt. Offensichtlich versuchen die Xybhan-K'hir, den Ewigen Litrak zu beeinflussen und ihn so daran zu hindern, dass er weiteren Schaden anrichten kann. Die Halbschläfer, wie sich die Xybhan-K'hir auch nennen, wollen einen Weg aus der Obsidian-Kluft finden. Sie rufen deshalb oft nach Wesen von außerhalb, in der Hoffnung, dass es irgendjemandem gelingt, sie wieder nach draußen zu bringen, so dass sie zu ihrem Volk zurückkehren können. Außerdem erzählen sie Atlan von den Kristallen, die es hier überall gibt, und die Litrak benötigt, um zu voller Stärke zurückzufinden. Sie verhelfen Atlan dazu, sich an Sardaengar zu erinnern, der ihn tatsächlich schon in der Vergangenheit der Erde kennengelernt hat. Nicht nur auf der Venus als Arkonide, sondern in der weiteren Folge auch sehr oft auf der Erde traf er auf ihn. Sardaengar erweist sich als der echte Cagliostro, dem Atlan in seiner Zeit auf Terra bereits begegnete. Außerdem erzählen sie ihm von der Rolle, die die Obsidian Kluft spielt, als Backup-System, und von der Beschaffenheit des Kristallmondes, der aus Psi-Materie besteht. Mehr können sie ihm aber auch nicht sagen. Im Kristallmond befindet sich das Bewusstsein des echten Litrak und die Gottesanbeterin, die Atlan kennen lernte, ist offensichtlich nur ein schwacher Abklatsch des echten Litrak. Das Wesen versucht nun, die Kristalle zu integrieren und auf den Mond zurückzugelangen, um wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Außerdem erzählen ihm die Halbschläfer, dass Litraks Bewusstsein sich etwas verwirrt hat, so lange es auf den Originalkörper wartete. Nun wird auch erklärt, warum Litrak so verbittert auf die Kosmokraten reagierte. Offensichtlich haben sie ihn einmal im Stich gelassen und nur deshalb kam er überhaupt in diese Situation. Immerhin konnte er noch die Obsidian-Kluft formen. Sie sollte gegen Übergriffe von außerhalb schützen, war also eine Art Schutzschild. Sinn des ganzen, war einen Tresor zu schaffen und die Freisetzung von On- und Noon-Quanten zu verhindern. Da sie allerdings etwas löchrig wurde, ist sie kein vollkommener Schutz mehr. Die Halbschläfer geben Atlan noch den Auftrag, Litrak aufzuhalten, da sie selbst ihn nicht mehr lange beeinflussen können. Sie verlieren die Macht über ihn und Atlan und Tamiljon verabschieden sich schnell von der Vecorat-Königin und Anee, um sich dem Gegner zu stellen. Inzwischen wird Sardaenger vom Kristallmond integriert und bekommt so eine Menge mehr von dem mit, was in der Kluft vor sich geht. Unter anderem sieht er auch die vergessene Positronik. Die gerade dabei ist, sich in den Kristallmond zu bohren. Was sich auch nicht mehr verhindern lässt. Es kommt zur Kollision… Tamiljon leitete Atlan durch die Kristalle, was ihm seine Affinität zu ihnen ermöglichte, die von den Kristallen kommt, die ihn überwucherten. Sie können allerdings nichts mehr tun, bevor Litrak erscheint. Er ist merklich kleiner geworden. Trotzdem ist er immer noch gefährlich und Atlan und Tamiljon lassen sich auf einen tödlichen Zweikampf mit ihm ein. Und auch Lethem und seine Begleiter geraten wieder in Gefahr. Alles scheint sich aufzulösen, von einem Nichts angezogen zu werden, einschließlich der Gefährten Lethems und er selbst. Sie schaffen es gerade noch, auf die Plattform zu flüchten, aber letztendlich hilft ihnen auch das nicht. Als einer der letzten verschwindet er in dem merkwürdigen schwarzen Nichts und hört auf zu existieren. FazitWieder ein Cliffhanger, der am Anfang erst aufgelöst werden muß. Wenigstens scheint diesmal alles gepasst zu haben, auch wenn ich anfangs an einen Fehler glaubte, als die Veccorat-Königin auf eigenen Beinen rannte. Aber anscheinend war da doch alles korrekt, denn die Königin kam wenige Absätze vorher zu sich und so ist es nicht verwunderlich, daß sie lieber selber läuft ;-). Trotzdem reicht es langsam mit den Cliffhangern, hoffentlich wird damit in dem neuen Lordrichter-Zyklus sparsamer umgegangen. Schade auch das plötzliche Misstrauen gegenüber Kythara, obwohl es andererseits auch irgendwo zu erwarten war. Kythara ist eine geheimnisvolle Figur und noch nicht wirklich zu durchschauen. Hoffentlich erhält sie noch Gelegenheit, ihre wahre Motivation zu erklären. Kythara, Lethem und seine Gruppe sollen nun also tot sein? Zumindest nicht mehr existent, was ja nicht unbedingt das gleiche sein muss. Hoffen wir, dass wir ihnen noch einmal begegnen. Der Zyklus hat nur noch zwei Romane und damit ist das Ende nur allzu nahe, insofern kann jeder Cliffhanger natürlich auch der letzte für die betreffende Person sein. Was in vielen Fällen doch inzwischen schade wäre. Ebenfalls noch zu klären ist, wie es denn sein kann, dass ein gewisser Sardaengar sich auf der Erde aufhielt, obwohl er doch schon seit langer Zeit als angeblicher Tamrat in der Obsidian-Kluft festsitzt. Ein Fehler? Wir werden sehen. Bedauerlich ist die Rolle, die Li zu spielen scheint. Anfangs tauchte sie nur sehr sporadisch auf. Nun ist sie zwar in der Handlung angekommen, aber doch auch nicht so richtig, denn in praktisch jedem Band liegt sie nutzlos herum und lässt ihren widerrechtlich übernommenen Körper reparieren. Die Helfer der Kosmokraten sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren ;-). Eine etwas aktivere Rolle, würde ihr jedenfalls nicht schaden. Andererseits ist sie ja ohnehin nicht die richtige Li. Sie aus der Handlung zu lassen, wäre vielleicht besser gewesen. In den letzten zwei Romanen wird sie so viel auch nicht mehr retten können. Obwohl ihr sicher noch ein großer Auftritt bevorsteht, trotz ihres Verschwindens in dem schwarzen Nichts. Fazit: Es wäre zu begrüßen gewesen, wenn ein Roman so kurz vor dem Schluss etwas mehr Aufklärung geboten hätte. Insgesamt war es doch etwas dünn, zumal viele der Informationen, die Atlan am Ende bekommen hat, dem Leser bereits bekannt waren. Viel Neues hat die Geschichte somit nicht geboten und auch die Wendungen kamen nicht allzu überraschend. Im Gegenteil, war die Geschichte ziemlich geradlinig und schnörkellos erzählt, was nicht unbedingt schlecht ist. Aber insgesamt, zu diesem Zeitpunkt im Zyklus, auch nicht wirklich befriedigen kann. So richtig spannend wird es eigentlich selten, obwohl Ralf Schuder durchaus lesenswert erzählt. Ein GUT hat sich der Roman aber trotzdem verdient. |
Obsidian
1. Im Licht des Kristallmondes |

Atlan flüchtet zusammen mit Tamiljon vor der Braunen Pest und hat auch noch die Königin der Vecorat an ihrer Seite, sowie die Seherin Anee. Gemeinsam entkommen sie der Braunen Pest im letzten Augenblick und erreichen durch den Transmitter Vinara I, wo sich nicht nur Sardaengar normalerweise aufhalten soll, sondern ebenso auch der Canyon der Visionen in der Taneran-Schlucht.