7. "Sardaengars Botschaft" von Michael Marcus ThurnerZusammenfassung von Stefan Friedrich
In der Eisgruft auf Vinara Drei hält der Ewige Litrak im letzten Moment mit seinem vermeintlich tödlichen Schlag ein und verschont den "Kosmokratenknecht" Atlan. Anschließend flieht das mantisähnliche Kristallwesen in die Anlagen der unterirdischen Station. Die Überlebenden der Expedition des Litrak-Ordens versorgen die Verletzten und begraben die Toten. Tamiljon, der von einem Kristallsplitter Litraks am Hals getroffen worden war, scheint jedoch unverletzt. Ohne die lebenserhaltende Ausstrahlung der Kristallstäbe sterben in der Folge die ältesten Ordensgroßmeister. Atlan und seine Begleiter machen sich an die Verfolgung Litraks, verlieren aber bald die Spur des Untoten Gottes. Während der Suche treffen sie immer wieder auf von der Braunen Pest überwucherte Anlagen. Als Atlan, vor dem die braune Masse zurückweicht, an einer großen Kuppel experimentiert, stürzt das völlig zerfressene Gebäude ein. Dabei stirbt ein weiteres Mitglied der Expedition. Wenig später spürt Atlan eine vorsichtige geistige Kontaktaufnahme. Es sind die Nanomodule, die er bei seiner ersten Kontakt mit einer Silbersäule nahe der Basisstation II aufgenommen hat. Als der Arkonide versucht in eine der Silbersäulen der Eisgruft einzudringen, gelingt ihm dies mühelos. Im Innern findet er einen fünf Meter durchmessenden Raum mit gewölbter Decke. Die Silbersäule nimmt mentalen Kontakt zu Atlan auf und meldet ihre Funktionsbereitschaft. In der Folge erhält der Arkonide von einer Holoprojektion Sardaengars wertvolle Informationen über dessen Kampf gegen Litrak. Erstaunt erkennt Atlan, dass der ehemalige Hohe Tamrat des 38. Tamaniums ein langlebiger Vargane ist. Das Hologramm schildert, wie Sardaengar, nachdem er in die Obsidianschlucht verschlagen wurde, eine unbewusste Verbindung zum Kristallmond Vadolon aufbaute, der auf die Anwesenheit des Varganen reagierte. Aus den Vorstellungen und Phantasien der auf Vinara gestrandeten Raumfahrer ließ Vadolon nach und nach die vier Spiegelwelten entstehen. Auch die Silbersäulen, Technostädte und alles andere in der Obsidian-Schlucht sind Materialisationen des Kristallmondes. Bald nach der Manifestation von Vinara Drei materialisierte das Kristallwesen Litrak. Vom ersten Moment an bestand ein unsichtbares Band, eine paranormale Verbindung zwischen Litrak und Sardaengar. Zusammen mit dem Varganen wollte das Kristallwesen das enorme Potential des Kristallmondes ausnutzen. Sardaengar widerstand jedoch der Verlockung der Macht und in der Folge kam es unausweichlich zum Kampf mit Litrak. Da der Vargane das Kristallwesen nicht töten konnte, transferierte er die Silbersäulen mit der Stadt nach Vinara Drei um für den Ewigen eine Falle zu errichten. Der Plan gelang und der Kristallene wurde mit Hilfe der Nanotechnologie der Silbersäulen in sein eisiges Gefängnis eingeschlossen. Auch die Spiegelwesen, die der Kristallmond ausschickte, konnten die Gruft nicht öffnen. Als Jahrhunderte später der Litrak-Orden entstand, assimilierten die Wächter als Initiationsritual einen Mondsplitter. Die kristallinen Substanzen hatte Litrak während des Kampfes ausgeschieden und auf den Spiegelwelten als Mentalrelais eingesetzt. Die größte Ansammlung der Kristalle befindet sich im Canyon der Visionen und ist vermutlich das erste Ziel Litraks nach dessen Befreiung. Die Holoprojektion des Uralten warnt Atlan schließlich noch eindringlich vor dem Shainshar, der Braunen Pest, das den schützenden Einfluss der Silbersäulen zum Erlöschen zu bringen droht. Bevor der Arkonide die Silbersäule verlässt erhält er noch einen Armreif aus Nanomodulen. Unterdessen haben die Ordensbrüder in der Gruft ein Krakenwesen entdeckt, das sich Abs-Tel-Merkam nennt. Bevor das von Litrak erschaffene Biophoren-Wesen von der Braunen Pest getötet wird, erhält Atlan weitere Informationen. Er wird gewarnt, dass Sardaengar und der Kristallene auf keinen Fall gemeinsam Vadolon erreichen dürfen. Sonst würde Litrak die Kontrolle über die Hypertronik im Innern des Kristallmondes erhalten. Zudem sei Sardaengar durch den zunehmenden Einfluss des Kristallmondes nun eine viel größere Bedrohung als es Litrak jemals gewesen war. Mit Hilfe der Nanomodule findet Atlan die Spur des Kristallenen und stellt ihm eine Falle. Als Litrak sich in dem Netz aus Nanomodulen verfängt, scheint die Gefahr gebannt. Jedoch tötet der Ewige zwei Ordensbrüder, die sich zu nahe heranwagen mit seinen Beinen. Als Atlan durch das sich nähernde Shainshar kurz abgelenkt wird, kann sich Litrak befreien und fliehen. Während Atlan und seine verbliebenen Begleiter sich der Braunen Pest erwehren müssen, erhebt sich die Eisgruft aus dem Casoreen-Gletscher. Es handelt sich in Wirklichkeit um eine Goldene Technostadt! Der Ordensbruder Aundar-Aundar stürzt über den Rand der Stadt und Tamiljon ist der Einzige, der ihn mit seinen telekinetischen Kräften noch retten kann... Fazit von Ralf KönigAuch diesmal glänzt Michael Marcus Thurner wieder durch einen Roman, der einen Handlungsbogen hat und darüber hinaus auch sehr schön erzählt ist. Die Geschichte spielt auf zwei Ebenen, die sich inzwischen als die beiden Hauptstränge der Geschichte herausstellen. Auf der einen Ebene muß Atlan gegen den wieder erwachten Litrak antreten, auf der anderen ein an sich selbst zweifelnder Lethem, der kaum von der Stelle kommt. Da haben wir dann auch schon eine der Schwächen der Geschichte. Eine von mehreren, die aber nicht alle dem Autor anzulasten sind, der auch in den schwachen Teilen der Geschichte durchaus sein Bestes gibt. Lethem da Vokoban muß mal wieder sein Leben retten. Als ob er das nicht schon gewohnt wäre. Diesmal hing er ja zwei Wochen in der Luft, war am hinunterfallen, und komischerweise passiert da was anderes, wie beim letzten Mal. Der Lethem fiel eindeutig. Und soweit ich mich erinnere, hingen Lethem und die gute Varganin ungefähr auf gleicher Höhe. Diesmal fällt er nicht gleich zu Anfang. Er merkt sogar, daß das Seil am Reißen ist, was er in Kneifels Roman nicht tat. Und er versucht, näher zu Kythara zu kommen, was ihn letztendlich dann ja auch rettet. Tja, und somit sehen wir an diesem schönen Beispiel, was bei solchen Cliffhanger passieren kann. Der Leser weiß ja sehr genau, wie die Gefahr im Band vorher aufgebaut wurde. Und wenn dann zur Auflösung plötzlich was anderes passiert, dann ist der Leser gar nicht glücklich. Zumal es wirklich zu viel ist. In den sieben Romanen wurde der Leser mit an die fünfzehn Cliffhanger konfroniert (in einigen Romanen waren nicht bloß zwei, sondern noch mehr, deshalb reicht das vielleicht gar nicht mehr).Das ist in jedem Fall zuviel und in einer Serie, bei der man weiß, daß Atlan auf jeden Fall heimkehren wird, haben Cliffhanger mit ihm eigentlich gar nichts verloren bzw. sollten sehr sparsam eingesetzt werden. Auch Lethem in Gefahr regt nicht wirklich auf. Als Anführer wird er sicher nicht vor Band 12 sterben, höchstens man will den Weg für Kythara frei machen, was meines Erachtens nicht logisch wäre. Bisher hat sie sich nicht als Führerin aufgedrängt, eher als gute Seele im Hintergrund. Und ob sie das wirklich ist, sei noch dahingestellt. Somit bleiben vielleich zwei, drei wirkliche Cliffhanger und entlarven die anderen als das, was sie sind, nämlich ein billiges Mittel, um Action zu erzeugen. Die Geschichte hat das aber gar nicht nötig, insofern stört das nur. Eines wollen wir aber trotzdem klarstellen. Auch wenn in dem Strang mit Lethem und Kythara kaum was passiert, kommen unsere Freunde doch immerhin bis fast an Sardaengars Festung heran und Michael weiß trotz der dünnen Handlung zu unterhalten. Die Figuren sind toll charakterisiert und Thurner-typisch überzeichnet, die skurrilen Gestalten sind einfach köstlich. Da macht es fast nichts, daß in der Ebene nichts wirklich vorwärts geht. Kommen wir zu Atlan, der ja dem erwachten Litrak gegenüberstand. Dieser wird von Atlans Ausstrahlung daran gehindert, den unsterblichen zu töten. Dafür verschwindet er in der Station unter dem Eis und macht merkwürdige Dinge. Die eingeschlossenen Fragen sich, was er denn wohl tut, während Atlan endlich mal was neues erfährt. Der bisher als lemurischer Tamrat bezeichnete Sardaengar erweist sich als viel mehr als das. Man konnte sich solches schon denken, denn er ist ja ein Unsterblicher. Wie er das schafft, löst der Roman auf. Sardaenger ist nämlich ein Vargane und unwillkürlich fragt man sich, welche Verbindung er da wohl zu Kythara haben wird? Ausser daß sie demselben Volk entstammen, natürlich. Da wird es sicher noch spannend werden. Die unterirdische Station erweist sich als Goldene Technostadt und ist als Falle für Sardaengar präpariert und der Unsterbliche hinterlässt Atlan Informationen über seinen Kampf mit dem kristallinen Ungeheuer und was zu tun ist, wenn Litrak wieder erwachen sollte. Die braune Pest wird langsam zum Problem, wie es damit weitergeht, nachdem die Stadt nun am Fliegen ist, wird sich hoffentlich noch herausstellen. Und Atlan bekommt einen Helfer nanotechnischer Art, den ihm Sardaengar bzw. dessen merkwürdige Hilfswesen schon früher zukommen ließ, nämlich im Vorgängerband, als er den ersten dieser Wesen im Eis entdeckte. Die Nanopartikel helfen ihm, an all die neuen Informationen heranzukommen. Der Roman ist eindeutig ein Schlüsselroman und Thurner kommt sowohl mit den wichtigen Informationen in Atlans Ebene, als auch mit den Füllern in Lethems sehr gut zurecht. Damit bewertet sich auch die Leistung des Autors mit einem klaren SEHR GUT. |
Obsidian
1. Im Licht des Kristallmondes |

An der Taneran-Schlucht auf
Vinara lassen sich Kythara und Lethem an Seilen über den Felsabsturz hinunter um
den Pfad durch den Canyon zu suchen. Lethem da Vokobans Seil scheuert sich
jedoch allmählich an der Felskante durch und reißt schließlich. Im letzten
Moment kann er die Hand der Varganin ergreifen und sich schließlich mühevoll auf
einen Felssaum retten, der zum gesuchten Pfad durch die Taneran-Schlucht gehört.
Durch einen Tunnel, der nahe des Lagers endet, gelangt Lethem zurück zu seinen
Gefährten. Nachdem sie sich von den Anstrengungen erholt haben, macht sich die
Gruppe mit ihren Xarran-Reittieren auf den Weg und erreicht gegen Abend die
Talsohle. Als sie am nächsten Tag nach einem anstrengenden Aufstieg die
nordwestliche Kante der Schlucht erreichen, erstreckt sich eine hügelige
Landschaft vor ihnen. Bis zu Sardaengars Bastion sind es noch etwa zweihundert
Kilometer Luftlinie. Kurze Zeit später begegnet ihnen eine Goldene Technostadt,
die ungewöhnlich tief über sie hinweg fliegt und dabei einen Orkan entfesselt,
den Lethem und seine Begleiter nur knapp überleben. Sie verlieren jedoch fast
ihre gesamte Ausrüstung und die meisten ihrer Reittiere. Notgedrungen müssen sie
sich zu Fuß auf den Weg machen. Als ein Kristallmeteorit in wenigen Kilometern
Entfernung einschlägt, rast ein riesiges saurierähnliches Wesen auf sie zu. Im
letzten Moment kann Kythara den Saurier stoppen indem sie es anspricht.
Dismeeder Bonweerd ist ein hochintelligenter Fonshoord und der Varganin
freundlich gesinnt. Auf seinem Rücken setzt die Gruppe ihre Reise zur Bastion
Sardaengars fort. Als die Festung fast erreicht haben, schwebt erneut eine
Technostadt in geringer Höhe über ihnen und droht auf sie zu stürzen...