6. "Die Eisgruft" von Hans KneifelZusammenfassung von Stefan Friedrich
Atlan entkommt auf Vinara Drei nur knapp der Katastrophe der LITRAK indem er sich aus dem Luftschiff abseilt und aus großer Höhe zu Boden fallen lässt. Dabei wird er von einer unsichtbaren Kraft abgefangen, so daß er sich nicht verletzt. Auch Tamiljon und Lelos Enhamor sind unter den Überlebenden. Verursacht wurde der Brand durch eine Explosion an Bord - Sabotage. In Malenke, der Tempelstadt des Litrak-Ordens, kommt Atlan in Kontakt mit dem Inneren Zirkel des Wächterordens, deren Sprecher Acazar Cateiro ist. Die Großmeister erkennen sofort Atlans Aura, die deutlich stärker als die der Varganin Kythara ist. Atlan erfährt auch, daß die TOSOMA auf den Spiegelwelten angekommen ist und bekommt die Bestätigung für die Bedrohung der Planeten durch die Brocken des Kristallmondes. Die Ordensmitglieder berichten ihm ebenfalls von dem gewaltigen Kampf Litraks vor Urzeiten gegen Sardaengar, den Mann der tausend Gestalten. Gemeinsam wird die weitere Expedition zur Eisgruft des Untoten Gottes vorbereitet. Durch ein Obsidiantor gelangt die zwanzigköpfige Gruppe in das Basislager I am Casoreeen-Gletscher von wo aus sie mit dem Luftschiff LITRAKS RETTUNG zur 275 Kilometer entfernten Basis II fliegen. Nahe dem Lager befindet sich eine Silbersäule, die Atlan näher untersucht. Beim ersten Kontakt, kann er mit seinem Arm in die Säule eindringen. Bei den nachfolgenden Versuchen erweist sich die Säule aber auch für den Arkoniden als undurchdringlich. In der Nähe der Lagers befindet sich auch eine Eishöhle mit Fossilien, die von den Litrak-Wächtern bei früheren Expeditionen entdeckt und ausgegraben wurde. In der Höhle befinden sich die Körper von sieben uralten Wesen, die an Riesenkraken erinnern. Zwei der Wesen wurden vollständig freigelegt. Als Atlan das eine Wesen aufschneidet, zuckt es kurz und zerfällt dann rasch zu Schleim. Im gleichen Augenblick erwacht das andere Wesen zum Leben und stößt Laute in einer Vorläufersprache der Sprache der Mächtigen aus. Atlan kann das Wort Srakenduurn (Sammelplatz) verstehen, das schon einmal im Zusammenhang mit der Wiedererrichtung des Virenimperiums von Bedeutung war. Kurz darauf zerfällt auch das zweite Krakenwesen zu zellulärem Brei. Vom Basislager II aus geht es mit Zugtieren und Schlitten weiter in Richtung Eisgruft. Dabei wird der mentale Einfluss immer stärker, der Verstand und Körper des Ordensbrüder zu lähmen droht. Nach einigen Tagen erreicht die Expedition schließlich die Eisgruft des Ewigen Litrak. Es handelt sich um eine Schirmkuppel, die einhundert Meter über den Casoreen-Gletscher aufragt und am Boden ungefähr 650 Meter Durchmesser besitzt. Durch das Eislabyrinth dringt die Gruppe in die Gruft ein. Im Zentrum der Anlage befindet sich ein vieleckiger Turm, der von einer Kuppel gekrönt ist, hinter denen ein roter Lichtschein brennt. Am Fuß des Turms steht eine Silbersäule, die mit zwei weiteren Säulen ein gleichseitiges Dreieck bildet. Im Zentrum des Dreiecks strahlt blendend helles Licht aus einer runden Ruine. Der zwanzig Meter hohe Kegelstumpf ist wie viele der Gebäude der Gruft von einem messingfarbenen Schwamm überzogen, der das Material zerfrisst. Atlan und seine Begleiter schlagen mit Äxten eine Bresche in den Wall, wobei ein Blue von einem herabstürzenden Brocken erschlagen wird. Sein Körper wird von der braunen Kriechpest in kurzer Zeit zerfressen. Als dagegen wenig später auch Atlan in Kontakt mit dem braunen Schwamm kommt, springt er sofort wieder von der Haut des Arkoniden. Schließlich ist die Lücke im Kegelstumpf groß genug und die verliebene Gruppe dringt in das Zentrum vor. Dort befindet sich eine Kristallwolke, die sich wie in einem heftigen Schneesturm bewegt. Die Ordensbrüder werfen die mitgebrachten Kristallsplitter und - stäbe in den Wirbel, doch zunächst geschieht nichts. Erst als Atlan sich der Kristallwolke nähert, fügen sich ausgelöst durch die Aura des Arkoniden die Kristallsplitter zu einem Lebewesen zusammen. Zunächst bilden sich nacheinander drei Fabelwesen, Mischungen aus den verschiedensten Lebewesen. Danach ensteht die Gestalt eines Kosmokratenroboters. Doch auch dieses Wesen zerfließt wieder in Kristallsplitter und es bildet sich schließlich ein riesiger Körper, der an eine Mantis, eine Gottesanbeterin, erinnert. Mit ihren Greifklauen tötet das Wesen drei Ordensbrüder, ein Kristallsplitter triff Tamiljon am Hals. "Ich lebe!" schreit das Wesen, stapft auf Atlan zu und holt zum tödlichen Hieb aus ... Fazit von Ralf KönigHans Kneifel war schon immer ein sprachgewaltiger Autor und das stellt er in diesem Roman auch wieder unter Beweis. Die für einen Roman dieses Autors absolut typisch zergliederten Absätze, in denen zwischen zwei Elementen eines Dialoges philosophische Betrachtungen angestellt werden, können den Lesegenuss diesmal nicht trüben. Zu dieser Art von Geschichte passt sein ausschweifender Erzählstil jedenfalls durchaus. Anders als in seinem letzten Beitrag zur PR-Serie, handeln die Figuren schlüssig. Im Gegensatz zum Showdown zwischen Kantiran und Shallowain, hat er allerdings auch wesentlich greifbarere Figuren vor sich und im Gegensatz zu der Geschichte aus PR muss er sich nicht auf dem eher glatten Parkett einer drittklassigen Spionagegeschichte bewegen, sondern genau dort, wo er sich wohl fühlt. Mit Atlan in einer barbarisch anmutenden Welt. Das kann der Autor der Chronologie der Menschheit, die er mit Atlan als Hauptdarsteller erzählt hat, wie kein zweiter. Atlan ist eine Figur, die endlich einmal konsequent und nachvollziehbar handelt. Seine Begleiter bereichern die Geschichte, anstatt im Weg zu stehen und die Geschichte kann insgesamt voll überzeugen. Auch die zweite Ebene um Lethem ist interessant und gelungen. Mit Varganen kann der Autor ebenfalls umgehen und so kommt der Roman den Stärken des Autors auch absolut entgegen. Was allerdings wiederum eher wenig erfreulich ist, sind die Cliffhanger. Zur Abwechslung muss ja auch mal jemand sterben und diese undankbare Rolle bleibt der Akonin vorbehalten. Der Angriff aus Band 5 erweist sich als ziemlich tödlich. Sie verliert nicht nur im übertragenen Sinne den Kopf. Am Ende der Geschichte muss natürlich fast zwanghaft wieder ein solcher Cliffhanger erfolgen, der allerdings nur ein halber ist. Der Lethem hängt nun also die nächsten zwei Wochen zwischen Himmel und Erde fest, bevor er entweder unten aufschlagen darf oder gerettet wird. Und unser unsterblicher Superheld steht einer Gottesanbeterin namens Litrak gegenüber, die offensichtlich in ihrer eisigen Schlaftstatt etwas wirr geworden ist und nicht nur ihn töten will. Sehr spannend, wenn man bedenkt, dass der Arkonidenhäuptling in der Jetztzeit der PR-Serie gesund und munter an Perrys Seite durch den Sternenozean streunt. Quasi ein Cliffhanger, der keiner ist. Wie bei der alten Zorro-Serie, fragt man sich eigentlich schon nicht mehr, ob, sondern wie der Arkonide da rauskommt. Und Lethem ist meines Erachtens immer noch nicht interessant genug, um wirklich das Interesse für zwei Wochen zu konservieren. Da interessiert mich schon eher, wie die Geschichte sich vor dem Hintergrund der Historie der PR-Serie weiterentwickelt. Und was eine Gottesanbeterin mit Übergröße für Händel mit einem Lemurer hat. Was ebenfalls erstaunt, anscheinend gab es durchaus gute Gründe, in diesen Perlenstützpunkt einzusteigen. Und zwar die Karten und Unterlagen, die die Varganin daraus entwendet. Dieses klitzekleine Detail hat uns aber Bernhard Kempen im Vorgängerband unterschlagen. Was man im Nachhinein mit Herunterstufung der Wertung würdigen müsste. Aber ich will mal nicht so sein ;-). Hans Kneifels Roman jedenfalls verdient seine Wertung durchaus. Er hat mir GUT gefallen. |
Obsidian
1. Im Licht des Kristallmondes |

In der Schwarzen Perle, dem Hauptquartier der Perlenträger von Helmdor auf Vinara I, kämpfen Lethem da Vokoban und seine Begleiter um ihr Leben. Dabei wird die Akonin Enaa von Ammenonter durch den Schwerthieb eines Blue getötet. Nach schwerem Kampf siegen die Eindringlinge zunächst und sammeln sich wieder. Die Varganin Kythara führt die Gruppe auf verschlungenen Wegen durch das Gebäude in eine Bibliothek. Dort finden sie Karten und Folianten mit der Wegbeschreibung nach Mertras, dem Land der Silbersäulen. Durch einen Ausgang am Sockel der Schwarzen Perle können sie aus dem Gebäude fliehen und in Helmdor untertauchen. Sie finden in einem Gasthaus Unterschlupf und während die Gefährten die erbeuteten Folianten und Karten studieren, organisiert Kythara in der Stadt Reittiere und Ausrüstung für die Reise nach Mertras. In Richtung Westen verlassen sie im Morgengrauen die Stadt der Perlenträger. Nach einigen Tagen erreichen sie die Taneran-Schlucht, die auch Canyon der Visionen genannt wird. Vergeblich versuchen sie den in den Karten eingezeichneten Serpentinenpfad durch die Schlucht zu finden. Kythara und Lethem lassen sich an Seilen über den Felsabsturz hinunter. Lethem da Vokobans Seil scheuert jedoch sich allmählich an der Felskante durch und reißt schließlich. Mit einem Schrei auf den Lippen stürzt er rückwärts in den Abgrund ...