4. "Tamiljon" von Susan Schwartz

Atlan Obsidian 4Natürlich setzt der Roman genau da an, wo der Vorgänger ausgeblendet hat. Und so werden gleich mehrere Cliffhanger aufgelöst.

Zunächst wäre da Atlans Problem mit den termitenartigen Wesen, die ihn handlich verpackt unter der Erde abgelegt haben. Nicht nur ihn natürlich, sondern auch seinen Begleicher Jorge. Und noch ein dritter Kokon liegt da, aber Atlan hat zunächst andere Probleme. Die Königin der Termiten will ihm an den Kragen, aber natürlich gelingt ihr das nicht. Plötzlich prallt sie gegen die Wand und wird zermatscht. Und einer der anderen Kokons bewegt sich, wird quasi mit bloßen Händen zerrissen und ein Wesen entsteigt ihm, das Atlan nicht kennt. Aber freundlicherweise hilft ihm der Fremde und befreit ihn aus dem Kokon.<(p>

Jorgen wird ebenfalls befreit, was ihm allerdings wenig nützt, denn er ist im Kokon offensichtlich erstickt. Angeblich, weil die Wesen beim Schnüren des Pakets etwas falsch gemacht haben. Atlan glaubt das aber nicht ganz. Und so flieht er eben alleine mit dem neuen Begleiter, der allerdings kein wirklicher Freund ist, sondern eher schwierig. Susan beschreibt das Verhältnis zwischen den beiden als durchaus problematisch, Meinungsverschiedenheiten sind an der Tagesordnung und Atlan traut dem Fremden nicht wirklich. Auch bereitet ihm der Verlust des einzig noch verbliebenen Begleiters große Probleme, denn er hat versprochen, den Begleiter sicher aus dieser Gefahr zu befreien. Und nun ist er tot.

Tamiljon jedenfalls erweist sich als Begleiter, der mehr weiß, als viele andere auf dieser Welt. Er ist im Besitz eines Stabes, auf dem sich ein Kristall befindet und dieser soll ein Splitter von Litrak sein, auf jeden Fall ein Heiligtum der Wächter. Aber Tamiljon will kein Wächter Litraks sein, er schließt allerdings auch aus, ein Anhänger Sardaengars zu sein.

Und so begeben sie sich zusammen zu dem Obsidiantor. Zwischendurch betreten sie noch die unheimliche Stadt Ardaclak und treffen auf geisterhafte Erscheinungen. Insgesamt ist das Geheimnis dieser Stadt aber kein großes. Jedenfalls finden sie lediglich zwei Gefangene, die Atlan sehr gut kennt. Nämlich Gamondio und Dendia, die den Termiten offensichtlich entkommen sind. Dafür sind sie aber den Geistern in dieser Stadt in die Hände gefallen und stehen nun gefesselt dort, werden aber von Atlan befreit. Tamiljon hilft erst nach einigem Zögern. Die Geister erweisen sich jedenfalls als Roboter, die sich nicht mehr für die Eindringlinge interessieren.

Und in einer Gruft entdeckt der geheimnisvolle Geselle ein Artefakt, einen Splitter, der als Beigabe im Grab eines der Wächter liegt, das er an sich nimmt. Nur deshalb musste er den Umweg in die geisterhafte Stadt Ardaclak machen. Das Skelett des Wächters scheint ziemlich eindeutig das eines Haluters zu sein ...

Lethem da Vokoban hat da schon etwas größere Probleme. Er ist am Ertrinken, kann sich aber retten. Und nach und nach erscheinen auch die Freunde, allerdings nicht alle. Einige sind im Meer zurückgeblieben, zerschmettert auf den Felsen kann er zum Beispiel die Bauchaufschneiderin der Gruppe erkennen. Besonders schmerzlich ist sicher der Tod von Cisoph Tonk, der also auf dieser Welt sein Leben lassen musste. Als alle überlebenden sich versammelt haben, folgen sie der Maghalata, die ihnen die Richtung zu einer der Städte weist. Und zwar einer, die nicht sonderlich weit von dem Obsidiantor entfernt ist, das sie zur Passage verwenden wollen. Ein Zug soll sie von dort aus zum Tor bringen können.

Verfolgt werden sie natürlich auch weiterhin, und zwar von den Anhängern Sardaengars, die sogar von dem merkwürdigen Unsterblichen persönlich zur Verfolgung aufgefordert werden, denn diese Anhänger haben Visionen. Es handelt sich dabei um Bewohner dieser Welt, sogenannte Perlenträger, die von den anderen Bewohnern sehr gefürchtet werden. Sardaenger sagt ihnen genau, welchen Zug sie nehmen sollen. Offensichtlich sind alle auf der Flucht und einen Zug zu bekommen, ist auch für Perlenträger nicht so ganz einfach. Aber sie stimmen zu und warten auf den Zug, schließlich ist es nur der Assistent, der sich mit diesem Problem herumschlagen muss.

Und Lethem und seine Freunde lernen schlangenartige Wesen kennen, die sie in die Stadt bringen. Dort schaffen sie es auch in den Zug und kommen an ihrem Ziel an. Dazwischen aber gibt es noch einige interessante Dinge auf dieser Welt zu entdecken. Zum einen ist der Zug ein qualmendes Ungetüm, das gar nicht so recht in eine hochtechnisierte Umgebung, dafür aber um so mehr in diese mittelalterlich anmutende Welt, passt. Zum anderen treffen sie auf einige interessante Gestalten, die auf dem Weg nach Achin sind und einen sehr an Personen erinnern, die es auch im wahren Leben des Perry Rhodan Fandoms so gibt. Und zum Dritten verfolgt Lethem die Varganin an einen merkwürdigen Ort, der an Stonehenge erinnert und offensichltich der Varganin dazu dient, sich irgendwie aufzuladen mit magischen Blitzen, die in sie fahren. Natürlich erwischt sie den Arkoniden und zeigt ihm die Grenzen auf, aber letztendlich vergibt sie ihm seine Neugier.

Und Li lernen wir auch kurz wieder kennen, sie wird immer noch von den Bewohnern der Plattform verfolgt, während sie auf den Kristallmond zurast. Sie erkennt, dass es Wechselwirkungen zwischen beiden gibt und dass möglicherweise im Inneren dieses Mondes eine Positronik zu finden ist, die mit der Plattform kommuniziert. Merkwürdigerweise ist sie zu Anfang dabei, Daten aus der Positronik herunterzuladen. Eine Szene, an die ich mich aus dem Vorgängerband nicht erinnern kann.

Kurz vor dem Ende lernt Atlan dann die Verfolger kennen, die hinter Tamiljon her sind und die vermutlich mit den Perlenträgern ebenfalls etwas zu tun haben werden. Er stellt sich zum Kampf mit diesen Verfolgern, während Tamiljon durch den Transmitter hechtet und dabei sowohl das Zepter mit dem Kristallsplitter, als auch das Artefakt aus dem Grab mit sich nimmt …

Fazit

Cliffhanger haben wir in der Geschichte wieder mehr als genug. Atlan muss sich also im nächsten Band erst einmal mit den Verfolgern Tamiljons herumschlagen, die im Roman schemenhaft bleiben und nur in der Ferne erscheinen. Gamondio und Dendia sind in dieser Geschichte lediglich Nebenfiguren, die überhaupt nicht mehr wichtig sind und nur noch schnell von Atlan befreit werden, um dann sofort zu verschwinden. Und die Verfolger aus dem dritten Band der Reihe, die aus einem anderen Stamm sind und hinter unseren Freunden her waren, sind offensichtlich verschwunden. Jedenfalls werden sie nicht mehr erwähnt.

Dafür erfahren wir näheres über Handlanger von Sardaengar, die Perlenträger und ihre merkwürdigen Eingebungen. Und wir erfahren weniges über die Varganin, die offensichtlich gerne geheimnisvolle Dinge tut und nicht dabei gestört werden will.

Die Zugfahrt gehört sicher zu den Highlights des Romans, alles andere folgt eigentlich durchaus schlüssig der bisherigen Handlung. Atlans Abenteuer in dieser Obsidiangruft mutieren immer mehr zu einer Fantasy-Geschichte, in der die Technik nicht sehr viel Platz hat. Außerdem scheinen die Romane eine Abfolge von Cliffhangern werden zu wollen, was irgendwie doch immer wieder danebengeht. Entweder, weil die Auflösung schon im Abspann verraten wird, oder weil es eben ausgerechnet Atlan ist, der sich in Lebensgefahr begibt. Ein Stilmittel, das nicht mehr wirklich aufregt, wenn man denn weiß, dass der Arkonide in der aktuellen Handlung noch quicklebendig unterwegs ist. Spannend ist allenfalls, wie er sich diesmal wieder befreien wird, aber nach der x-ten Wiederholung ist es das auch nur bedingt.

Susan liefert durchaus solide Arbeit ab, die Geschichte ist also durchaus lesenswert. Voran bringt uns der Roman aber nicht. Tamiljon ist eine interessante Gestalt, die schillernd ist und vielfältig geschildert wird, die aber durchaus zu Misstrauen Anlass gibt.

Li da Zoltral ist eine Gestalt, die kaum Interesse weckt, anders als in der ersten Miniserie um Atlan und seine Suche nach dem Erbe der Lemuren. Seit sie vom Kosmokratenroboter Samkar übernommen wurde, ist ihr Weg kaum vorherzusagen und eigentlich passiert auf ihrer Handlungsebene so gut wie nichts. Es bleibt zu hoffen, dass dies noch besser wird. Und Lethem und seine Gruppe, ihre Abenteuer sind fast noch die interessantesten. Was allerdings kaum darüber hinwegtäuschen kann, dass es in der Geschichte langsam durchaus zu interessanten Enthüllungen kommen dürfte. Seit drei Folgen jedenfalls dreht sich alles um die gleichen Erkenntnisse und wirklich vorwärts geht es im Moment nicht.

Bleibt zu hoffen, dass Atlans Passage durch das Obsidiantor die Geschichte weiterbringt. Aber die muss er ja erst mal schaffen. Der Autor der Nummer 5 ist Bernhard Kempen, dessen Name allerdings noch eher unbekannt ist. Auch in diesem Zyklus werden neue Autoren ausprobiert, was durchaus zu begrüßen ist. Wir dürfen also gespannt sein. Die Geschichte selbst war durchaus interessant geschrieben, aber die Handlung des Zyklus wird kaum weitergebracht. Deshalb tendiere ich, was die Bewertung im Gesamtzusammenhang angeht, zu einem NICHT ÜBEL. Individuell gesehen war der Roman aber durchaus erheblich besser, als vieles, was uns derzeit in der Perry Rhodan Serie angeboten wird.

Obsidian

1. Im Licht des Kristallmondes
2. Insel der Verdammten
3. Die Savannenreiter von Vinara
4. Tamiljon
5. Im Zeichen des Kristallmondes
6. Die Eisgruft
7. Sardaengars Botschaft
8. Die Technostadt
9. Braune Pest
10. Im Land der Silbersäulen
11. Die Macht des Kristallmondes
12. Die Obsidian-Kluft erwacht

This page is part of PROC Community. There are many other interesting projects at the PROC Community:

News:

×