2. "Insel der Verdammten" von Uwe AntonZusammenfassung von Stefan Friedrich
In einem weiteren Erinnerungsschub erlebt Atlan mit, wie Nevus Mercova-Ban mit einem seiner Mitarbeiter über lange zurückliegende Forschungsarbeiten in Hol Annasuntha (Lemurisch für Insel der Geborgenheit alias Omega Centauri) spricht. Der Kugelsternhaufen war ursprünglich eine Kleingalaxis, die von der viel größeren Milchstraße eingefangen wurde. Allerdings fehlen etliche Sonnensysteme von denen man vermutet, daß sie in Halbraumblasen ausgelagert sind. Daher wurde der lemurische Sonnentransmitter im Jahr 6153 dha-Tamar (entspricht dem Jahr 50250 vor Christi) so konstruiert, daß man in diese ausgelagerten Enklaven eindringen könnte. Keine der abgestrahlten Expeditionen kehrte jedoch zurück. Bei den Experimenten materialisierten aber immer wieder Obsidian-Brocken im Sonnentransmitter. An der letzten Expedition, die im Jahr 6204 dha-Tamar verschollen ist, nahm der Wissenschaftler und hohe Tamrat Sardaengar persönlich teil. Sardaengar war zuvor gelungen den Zeitpunkt an dem die Zwerggalaxis eingefangen wurde mit vor 546 Millionen Jahren zu berechnen. Dies läßt Atlan aufhorchen, da es vor 542 Millionen Jahren in der Milchstraße zur Kambrischen Explosion, der schlagartigen Entstehung und Ausbreitung von Leben, gekommen war. Atlan und sein Begleiter müssen sich diversen Angriffen der Fauna des Planeten erwehren, so von wolfsähnlichen Scaffrans und Flugsaurieren. Nachdem sie einen Karawanenpfad entdeckt haben, werden sie schließlich von einem Rudel von Raubsauriern angegriffen. Die Lage scheint aussichtslos ... In einem Zwischenspiel wird die weitere Handlung um "Li da Zotral" geschildert. Ihr Körper wurde von Samkar wiederbelebt und erneut in den Einsatz geschickt. Das von dem Kosmokratenroboter aufgeprägte Zweitbewußtsein ist nach dem Transfer und Tod des Bewußtseins der eigentlichen Li da Zoltral alleine im Körper der Arkonidin. Samkar hat sie, ausgestattet mit umfangreicher Technik, auf eine Beobachtungsmission geschickt. Nach ihrem Auftauchen im Sonnnendodekaeder materialisiert Li da Zoltral nun in der Vergessenen Plattform und muß sich auch der Spinnenroboter erwehren. Nach und nach versagt auch bei ihrer Ausrüstung die Technik. Zuvor kann sie jedoch herausfinden, daß der Obsidianstrom, mit dem die Plattform beschossen worden war, sich auf der Umlaufbahn des Kristallmondes zu einem Ring um Vinara geformt hat. Durch die Obsidian-Brocken werden Splitter aus dem Kristallmond herausgeschlagen, der nahezu komplett aus kristallisiert-erstarrter Psi-Materie besteht. Zusammen mit den Obsidian-Bruchstücken werden die Kristallsplitter in absehbarer Zeit mit gewaltiger Wucht auf die Planeten prallen und das Leben auf diesen Welten auslöschen ... Währenddessen stürzt die TOSOMA auf Vinara zu. Da sämtliche Systeme ausgefallen sind, scheint ein verheerender Aufprall unausweichlich. Doch durch einen Fremdeinfluß wird die TOSOMA abgefangen und hart, aber doch recht glimpflich aufgesetzt. Es gibt zwar eine Vielzahl von Verletzten, aber keine Toten. Da der Kommandant January Khemo-Massai und andere Führungsoffiziere verletzt ausfallen, macht sich der Pilot Lethem da Vokoban an die erste Erkundung. Als er zusammen mit Scaul Rellum Falk das Schiff verläßt, erblicken sie eine flache Geröllebene auf der Tausende von Raumschiffswracks stehen. Neben lemurischen, arkonidischen und akonischen Kugelraumern sind auch Schiffe der Blues, Springer und anderer galaktischer Völker vorhanden. Sogar ein Raumer der Varganen befindet sich in dem riesigen Raumschiffsfriedhof. Nachdem die Besatzung die TOSOMA verlassen hat, taucht eine Vielzahl ovaler Flugroboter auf. In Fesselfeldern werden alle Überlebenden des Absturzes über das Meer nach Viingh gebracht, die Insel der Verdammten. Direkt an einer Meeresbucht befindet sich die Stadt Viinghodor, die aus mehreren aufeinander gebauten Ebenen besteht, deren Durchmesser sich in Art einer Stufenpyramide nach oben hin verjüngt. Die überwiegend humanoiden Bewohner Viinghodors sprechen ein Kauderwelsch aus Lemurisch, Akonisch, Interkosmo und etlichen anderen Sprachen der Milchstraße. Der Barde Umrin Zeles Barbinor, ein Überschwerer, nimmt sich Lethems an und versorgt ihn mit Informationen - im Austausch gegen die Geschichte der TOSOMA. So erfährt Lethem, daß die Roboter nicht nur die Ebene der Wracks bewachen sonder auch die Versorgung der Stadtbevölkerung mit Nahrung, Kleidung und einfachen Gebrauchsgegenständen sicherstellen. Sie werden von mächtigen Maschinen im Innern der Bergstadt gelenkt. Die Viiin, wie sich die Bewohner Vinaras und der übrigen vier Planeten, die auch als Spiegelwelten bezeichnet werden, nennen, stammen von den Raumfahrern ab, die auf der Insel der Verdammten gestrandet sind. Die Spiegelwelten sind über die sogenannten Obsidian-Tore erreichbar, zumindest für diejenigen, welche die Tore zu bedienen wissen. Vinara ist eine Welt der Sagen und Legenden, die von mysteriösen Technostädten, rätselhaften Orten der Kraft, von leuchtenden Säulen, die sich bis zum Kristallmond spannen, und absonderlichen Geschöpfen mit besonderen geistigen Kräften berichten - und auch von Plätzen an denen sich die Juwelen der Obsidian-Kluft befinden. Einer der beiden Götter der Mythologie Vinaras, der Uralte Sardaengar wird auch der Herr der Welten genannt und lebt der Sage nach in der Gebirgsbastion Grataar im Herzen der Ograhan-Gebirges, in Mertras, dem Land der Silbersäulen. Vor Urzeiten besiegte er den Ewigen Litrak, den anderen Gott Vinaras, konnte ihn aber nicht töten. Denn Litrak ist unsterblich und alle Bewohner Vinaras müssen sterben, wenn sein Leben doch einmal endet. Sardaengar verbannte ihn in das Ewige Eis des Casoreen-Gletschers auf der Spiegelwelt Vinara Drei. Seitdem gilt Litrak als Untoter Gott im Eis. Weil Lethem da Vokoban sich auf die Suche nach Atlan machen will, wird er von Umrin an die Maghalata (Ehrwürdige Heilige) verwiesen, die aufgrund ihrer kriegerischen Vergangenheit aber auch Lahamu (Herrin der Schlachten) genannt wird. Hinter diesen Namen verbirgt sich die überirdisch schöne und charismatische Varganin Kythara, deren Wort in Viinghodor Gesetz ist. Die goldäugige Kythara ist, wie alle Varganen, zur Kommunikation auf telepathischer Basis fähig. Zu den Gefährten Kytharas gehören der Springer Ondaix und die Akonin Enaa von Amenonter, die als eine der wenigen Bewohner Viinghodors den Wusch verspürt die Spiegelwelten verlassen zu können. Lethem informiert die Varganin über die drohende Gefahr durch die Obsidian-Bruchstücke auf der Umlaufbahn des Kristallmondes und bittet sie ihm bei der Suche nach Atlan zu helfen. Kythara kann jedoch nach ihrer Aussage Lethem bei seiner Mission nicht helfen ... Fazit von Ralf KönigEine Varganin, und das mitten in einem Atlan-Roman. Wenn nicht gerade parallel die Varganen in einer gewissen anderen Atlan-Serie auftauchen würden, dann wäre ich jetzt irgendwie beeindruckt. So kann man wohl sagen, erleben wir Cross-Marketing Teil 2. Allerdings ist es trotzdem ein beeindruckender Roman. Uwe Anton versteht es, die beiden Ebenen interessant zu beschreiben und die Protagonisten, wenn schon nicht deutlich voran zu bringen, so doch gut zu charakterisieren. Die Personen, vor allem die neuen, werden zu einem Leben erweckt, das sie im ersten Band noch nicht hatten. Nur eines würde mich interessieren. Muss es denn wirklich sein, dass man wieder mal die Technik kaputtgeschrieben hat? Scheint ja langsam das Stilmittel des Jahrhunderts zu sein, dass die Technik ausfällt, damit unsere Herren Raumfahrer auch ja nicht von ihren tollen SERUNs gerettet werden können. Aber vermutlich liegt das einfach daran, dass ich die Serie schon zu lange lese ;-). Dafür lernen wir aber eine neue Welt kennen, die uns Lethem vorstellt, und die kurz vor einem Untergang steht. Ob die Varganin da wirklich helfen kann? Und ob Atlan seine Li wiedererkennen wird, wenn sie nur noch aus Körper besteht und den Geist eines Wesens hat, das von Samkar geschickt wurde? Im Augenblick hat er allerdings andere Sorgen. Der Cliffhanger ist diesmal jedenfalls doch etwas gelungener, denn der geneigte Redakteur konnte sich verkneifen, die Lösung im Abspann zu verraten ;-). Allerdings, wenn man sich den Titel des dritten Bandes so anschaut … na ja. Eigentlich sollte Klaus das ja besser können. Die Leistung des Autors hätte jedenfalls ein sehr gut verdient. Andererseits stimmt mich die Wiederholung des "die-Technik-versagt-mal-wieder"-Motivs doch etwas grimmig, weshalb ich mich für ein GUT entscheide. Genau genommen ist dieser Roman weit eher ein Auftaktband, als der Vorgänger und er bereitet durchaus Lesevergnügen. Viele Informationen und interessante Geheimnisse werden aufgeklärt, die sicher über zwölf Bände für Spannung sorgen können. Die Konzeption erscheint bereits jetzt irgendwie gelungener, als beim Vorgänger, der aber hervorragende Einzelromane geboten hat. Wir dürfen gespannt sein. |
Obsidian
1. Im Licht des Kristallmondes |

Atlan und Jorge Javales, die an Bord der Vergessenen Plattform durch das "Leuchten von Hoagh" gegangen sind, materialisieren in einem Tor aus zyklopischen Steinquadern auf einem der Vinara-Planeten. Auf den Quadern befinden sich Reliefs, die Lebensformen, Pflanzen, aber auch das Sonnensystem darstellen. In das grauschwarze Gestein sind Obsidiankristalle eingelassen, die anscheinend als Empfangspol des Transmittersprungs gewirkt haben. Da sämtliche Systeme ihrer Schutzanzüge ohne Energie sind - auch die Waffen funktionieren nicht mehr - müssen Atlan und sein Begleiter die savannenähnliche Umgebung zu Fuß erkunden. Dabei hat Atlan wieder eine Vision, in der ihm weitere Informationen zufließen. Er sieht riesige goldene Plattformen, die über den Planeten des Kristallmondes fliegen und von deren Turmspitzen leuchtende Energiesäulen in Richtung des Mondes eilen. Und eine riesige Schlucht, die mit Kristallen gefüllt ist in deren Mitte ein Wesen sitzt. Wieder taucht der Begriff Sardaengar in seinem Bewußtsein auf. Atlan erfährt auch, daß die Welt Vinara heißt und ihre Bewohner sich Viin nennen. Die Sonne wird Verdran genannt und der Kristallmond Vadolon.