6. "Ein Zentralgehirn in Not" von Luc Bahl
Kritik von Ralf KönigLuc Bahl ist dem Leser kein Unbekannter mehr. Für die Bastei-Serien Bad Earth und Sternenfaust hat Achim Schnurrer unter diesem Pseudonym ebenfalls bereits gearbeitet und durchaus gute Romane abgeliefert, insofern konnte man vom Debüt des Autors in der Atlan-Serie schon einiges erwarten. Der Roman erfüllt allerdings die Anforderungen für einen ?Lückenfüller? fast schon optimal. In letzter Zeit setzt sich ja auch zunehmend der Ausdruck Spamroman durch, und das war Band 6 der Flammenstaub-Reihe eigentlich auch. An sich ist das noch nicht schlimm, denn im Rahmen einer solchen Geschichte gibt man dem Autor die Freiheit, eine gute Geschichte zu erzählen. Leider hat Luc Bahl aber diese Chance auch nicht genutzt. Luc Bahl erzählt die Geschichte einer Mission an Bord des Sammlers, der bereits im letzten Band entdeckt wurde. Und damit es nicht nur um eine reine Erkundungsmission geht, wird ein Konflikt konstruiert, der schon so alt ist, wie die Perry Rhodan Serie selbst. Das Zentralgehirn des Sammlers hat Probleme mit der veränderten Realität und kann Atlan und seinen Begleitern keinen Status zuordnen. Gast oder Feind? Das ist hier die Frage, deren Beantwortung uns einen ganzen Roman kostet. Im Endeffekt wird der Konflikt aufgelöst, indem das Gehirn selbst eliminiert wird. Denn es war gar nicht das richtige Gehirn, sondern quasi nur ein unwichtiges Untergehirn, das sich verrechnet hatte. Und dafür müssen Atlan und seine beiden Begleiter durch den halben Sammler marschieren. Um das Thema etwas zu variieren, gibt es diesmal auch einen organisch anmutenden Roboter namens Florymonthis, der eine Schwester des ?Diebs von Gruelfin? zu sein scheint. Diese Schwester ist einerseits scharf auf unsere Lieblingsarkoniden, was dem alten Schwerenöter doch einige graue Haare bereitet. Andererseits ist sie aber wichtig für den Arkoniden, denn sie hat sich eindeutig auf ihre Seite geschlagen. Damit stellt sie sich auch ein klein wenig gegen das Zentralgehirn. Vollends wirr wird es dann, als sich Zamptasch, der alte Egoist, dafür entscheidet, die beiden anderen zu verraten. Er denkt sich eine tolle Geschichte aus, die er dem Gehirn erzählen kann, und outet sich dann als wahrer Unterstützer des Gehirns, während Atlan und Abenwosch angebliche Verräter sind. Zu dumm nur dass das Gehirn sich für die Händel zwischen den Cappins nicht im Geringsten interessiert. Mit der schlauen Anmerkung, dass sich das Gehirn ja bereits gegen die Takerer gewendet hat, bringt Zamptasch das Gehirn dann wenigstens kurzfristig auf seine Seite. Der Sammler erweist sich als ziemlicher Schrotthaufen, wie Atlan und seine Begleiter feststellen müssen. Dazu kommt noch, dass das Quartier, das eigentlich für Ovaron vorgesehen war, aufgrund der lange vergangenen Zeit ebenfalls in einem erschreckenden Zustand ist. Und das Schiff lässt auch eine Menge Sauerstoff aus all den Lecks, die es mit sich herumschleppt. Nicht gerade die beste Unterstützung, die sich dem Arkoniden da präsentiert. Aber was hat er schon für eine Wahl. Zamptasch übrigens hat sich verrechnet, welche Überraschung. Das Gehirn kommt zu dem Schluss, dass die Kommunikation mit einem organischen Wesen auf normale Weise doch eher langsam ist, deshalb wird der Organismus kurzerhand in das Gehirn integriert. Atlan und Abenwosch bietet sich ein fürchterlicher Anblick, als sie den zerschnippelten Körper ihres Begleiters wieder sehen. FazitDenkbar uninteressant und für die weitere Handlung auch kaum wichtig, ist die Geschichte, die uns hier präsentiert wird. Dazu kommt noch, dass die Umsetzung auch nicht gerade gelungen ist. Gerade kommt die Geschichte ein wenig in Fahrt, schon legen wir wieder eine Pause ein, um den Sammler und seine Besatzung näher kennen zu lernen. Und das in epischer Breite, einen ganzen Roman spendiert uns der Exposeautor dafür. In einer Reihe, die ohnehin nur 12 Bände hat, sind solche Romane wirklich fehl am Platz, auch wenn man einem neuen Autor einen einfacheren Einstieg erlauben will. Das geht auch anders, wie die Intrawelt gezeigt hat. Insofern muss man einfach langsam auch mehr erwarten. Mit einem Bonus für den Neuling, insgesamt NICHT ÜBEL. |
Flammenstaub
1. Zwischen den Dimensionen |

