4. "Die Versammlung" von Hans Kneifel
Aber sie beherrscht sich und Atlan akzeptiert den alten Mann, weil er sich denkt, dass er ihnen noch helfen kann. Und er tut noch mehr. Er setzt etwas von dem Flammenstaub ein, um in den Rechner der Juclas für Daten über sein ausgesprochen gutes Verhältnis zum Volk der Cappins im Allgemeinen, und dem Ganjo der Ganjasen Ovaron insbesondere, zu sorgen. So kommt er auch in guten Kontakt mit Abenwosch-Pecayl 966, der mit seiner Hilfe gerne der Anführer der Juclas werden würde und deswegen das Thein einberufen lässt. Eine Versammlung, bei der sich alle Juclas regelmäßig treffen, bei der auch für eine Vermischung der Clans gesorgt wird, so dass sich die genetische Varianz erweitert. Und nachdem er in dem Krieg so viele der Seinen verloren hat und die Flotte des Clans der Ercourra sich gerade einmal halbiert hat, ist es auch eine gute Gelegenheit, die Anzahl der Mitglieder seines Clans wieder zu erhöhen. Atlan und seine Besatzung werden in den Verbund des Ercourra-Clans integriert, erhalten ihren festen Platz zwischen den verbundenen Schiffen, direkt beim Schiff des Clanführers. Und sie haben genug Zeit, diese Wesen kennen zu lernen und sich eine Strategie zu überlegen, wie sie beim Thein vorgehen. Was Atlan stört, ist vor allem, dass er keine technischen Hilfsmittel auf den Planeten mitnehmen kann, die dazu geeignet wären, von der Versammlung Übertragungen durchzuführen, Funkkontakt mit dem Schiff aufzunehmen oder Aufzeichnungen zu machen. Das soll alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Und das ist schon ein Problem, denn gerade der Arkonide weiß ja, wie es ist, wenn man in einer technisierten Welt beständig ohne jegliche Ausrüstung dasteht. Das ist nicht erfreulich und so muss er sich etwas einfallen lassen. Ausgefeilte Ausrüstung wie zu Zeiten der USO steht ihm aber leider nicht zur Verfügung. Und er darf nur einen Begleiter mitnehmen. Atlan entscheidet sich für Zamptasch, den alten Giftzwerg, der schon bei vier Theins zugegen war und das unter vier verschiedenen Clansfürsten. Er kennt sich also aus auf dem Mond, in dessen Terminator das Geschehen stattfinden soll. Ein Mond, der eine offensichtlich atembare Atmosphäre hat, sich aber nicht um die eigene Achse dreht, sondern immer nur eine Seite der Sonne und eine dem kalten Weltall zuwendet. Nur in einer schmalen Zone dazwischen, gibt es angenehme Temperaturen. Und in dieser Zone treffen sie sich. Zusammen fliegen sie zu dem Mond, als das Thein schließlich einberufen wird. Jeder Clansführer bringt eine Delegation von 50 Personen mit. Und alle halten sich an die Regeln, wird Atlan bedeutet, als er ein Funkgerät mitnehmen will. Er liefert es zähneknirschend ab, aber eigentlich hat er den Verlust schon einkalkuliert. Dafür kann er andere Gegenstände mitnehmen, die aber wahrscheinlich nicht so sehr helfen. Atlan hat irgendwie so ein komisches Gefühl. Er kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass irgendetwas nicht so laufen wird, wie gedacht. Sie machen sich erst einmal mit der Umgebung vertraut, beziehen die ihnen zugewiesenen Quartiere und die ersten Pärchen verziehen sich in den Wald, in dem es alsbald zu freudigem Liebesspiel kommt. Aus der Richtung droht wohl keine Gefahr, denkt sich Atlan und schaut sich weiter um, aber da scheint sonst alles in Ordnung zu sein. Als das Thein beginnt, merkt er aber schnell, dass ihn sein Instinkt nicht getrogen hat. Abenwosh-Pecayl 966 kommt gar nicht dazu, die besonderen Neuigkeiten zu verkünden, die er hat. Ausgerechnet der Herr des Clans der Schamenhyn mischt sich ein und kündigt an, dass er etwas noch besseres hat. Es ist keine neuartige Waffe, wie sich der Clanführer der Ercourra kurz einbildet. Es sind angebliche neue Verbündete, die der Widersacher präsentiert. Ein Zaquoor nähert sich und kündigt an, dass er den Juclas helfen kann, besondere Bedeutung zu erlangen. Dazu müssten sie ihm nur folgen, dann würden sie die verhassten Takerer schon besiegen können. Das Schwert der Ordnung arbeitet mit den Takerern aber bereits bestens zusammen, wie Atlan durchaus klar ist und so merkt er schnell, dass der Zaquoor etwas gänzlich anderes vorhat. Er schnappt sich den Clanführer der Ercourra und den alten Zamptasch und macht sich auf in die umgebenden Wälder. Und das nicht zu unrecht, denn kaum hat der Zaquoor eine Waffe gezogen, die er ja eigentlich gar nicht dabei haben dürfte, schon beginnt das Chaos. Das erste Opfer ist der Clansführer der Schamenhyn. Er wird fast beiläufig erschossen. Dann folgen viele andere der anwesenden Juclas. Und schließlich zu guter Letzt ein Angriff auf die Schiffe im Weltall, die die Juclas umgehend dezimieren sollen. Gerade noch können sich Atlan, Abenwosh-Pecayl und Zamptasch ins Unterholz retten. Aber die Zaquoor sind ihnen schon auf den Fersen, geben sich nicht damit ab, ihre Gegner auf dem Versammlungsplatz zu töten sondern wollen auch jeden erwischen, der sich retten kann. Damit wird es auch für Atlan und seine Begleiter eng… Kritik von Ralf KönigEigentlich hätte man es sich ja denken können. Wenn ein Roman schon "Die Versammlung" heißt, dann geht es um eine solche natürlich eher am Rande. Denn das eigentliche Thein hat auf die letzten paar Seiten gepasst. Zuvor passiert eigentlich das übliche. Wir wollen irgendwie auf diesen Planeten, müssen aber erst einmal die üblichen Schwierigkeiten überwinden. Damit auch ja keine Spannung aufkommt, darf man auf dem Planeten natürlich auch nichts dabeihaben, was irgendwie nach Technik aussieht. Und ebenso natürlich versucht man, dieses Verbot zu umgehen. Wirklich erfolgreich sind damit aber wie immer nur die anderen, die ignorieren nämlich einfach alles, was so vorgeschrieben ist und greifen gleich an. Allerdings erst gegen Schluß, zuvor muss man ja erst einmal die Clans vorstellen, insbesondere die Ercourra, denen Atlan angehört. Das passiert auf nicht ungeschickte Weise. Hans Kneifel präsentiert uns den Greis Zamptasch, der eigentlich gar nicht so alt ist. Das Problem der Jungen Clans ist, dass ihre Körper bereits mit 20 eigentlich die von alten Männern sind. Das war von den Takerern auch so vorgesehen. Sie haben es inzwischen aber geschafft, ihre Lebenserwartung auf 30 Jahre zu steigern. Die ersten zwanzig Lebensjahre laufen dabei in einer Art Zeitraffer ab, man erlebt alles, was man erleben muss, sehr schnell und in sehr jungen Jahren. Was mich überrascht ist, dass es keinerlei ältere Cappins in diesen Clans zu geben scheint. Cappins, die anderen Völkern angehören, Ganjasen zum Beispiel. Denn es muss ja einen Grund haben, warum die Juclas ihr Lebensalter verlängern können. Dass sie das selbst geschafft haben, kann man kaum glauben, denn wie soll in diesen wenigen Jahren, in denen vorwiegend der Kampf im Mittelpunkt steht, eine solche Entwicklung passieren? Sie muss also von außen beeinflusst werden. Davon bemerkt man aber nichts, außer dem eigentlich Akt der Takerer, mit genetischen Manipulationen eine Kaste junger Krieger zu schaffen, scheint es nichts derartiges zu geben. Das ist auch schon in Christians Roman negativ aufgefallen, die Juclas scheinen viel zu isoliert, um wirklich solche Fortschritte machen zu können. Aber es ist ja auch nicht so wichtig, denn die potentiellen, neu gewonnen Freunde, sind viel zu mächtig. Zusammen wären sie mächtig genug, das cappinsche Staatengebilde hinwegzufegen. Das ist offensichtlich auch Michael Marcus Thurner klar, denn der Autor bekommt offensichtlich die Vorgabe, die Juclas gleich wieder aus der Serie zu schreiben. Ausgerechnet die Schamenhyn mit ihrem Anführer haben offensichtlich bereits Bekanntschaft mit dem Schwert der Ordnung gemacht. Atlan hat wieder mal ein dummes Gefühl, aber wie immer zieht er natürlich keine Konsequenz daraus. Als der Zaquoor auftaucht, hat er es natürlich wieder mal kommen sehen. Aber er kann nichts dagegen tun, denn ihm fehlen die vor allem technischen Hilfsmittel. Insofern bleibt nicht fiel für Abenwosch-Pecayl, Zamptasch und ihn selbst. Sie flüchten in die Wälder des Planeten, in der Hoffnung, dass sie in dem Chaos untergehen. Soweit scheint das auch zu klappen, die Zaquoor haben genug damit zu tun, die Anführer der anderen Clans abzuschlachten und nebenbei mit ihren Flotten auf die nunmehr weitgehend führungslosen Schiffe im Orbit zu feuern. So können Atlan und seine beiden Begleiter in die Wälder des Planeten flüchten. Da sie sich allerdings im Terminator einer Welt aufhalten, die sich nicht um die eigene Achse dreht, ist das Gebiet, das ihnen zum Ausweichen zur Verfügung steht, so gut wie nicht vorhanden. Und Zamptasch und Abenwosch-Pecayl sind wohl auch eher Bremsklötze am Bein des Arkoniden, als dass sie ihm wirklich helfen können. Immerhin kennt sich Zamptasch, der als einziger bereits vier mal bei einem Thein dabei war, einigermaßen aus. Mit einer Art Cliffhanger verlassen wir dann die Handlung. Atlan und seine beiden Begleiter hängen in den Wäldern fest, im Orbit ist das Schiff des Arkoniden immer noch an die Schiffe des Ercourra-Clans angedockt und die Zaquoor kommen … FazitDer Roman ist nicht unbedingt berauschend, auch wenn er handwerklich sauber erzählt ist und deswegen durchaus ein gewisses Lesevergnügen aufkommt. Hans Kneifel versteht es, eine gewisse Spannung aufzubauen, wo eigentlich keine ist. Allerdings stehen wirklich Spannung die wieder einmal viel zu gehäuft auftretenden, gekünstelten, merkwürdigen Gefühle des Arkoniden im Weg. Atlan sollte wirklich unter die Telepathen gehen, oder gleich unter die Teletemporarier, denn irgendwie ahnt er es immer schon voraus. Dazu kommt noch, dass die Geschichte im Wesentlichen auf das Thein hinführt, das dann auf den letzten zehn Seiten viel zu schnell abgehandelt wird. Irgendwie ist das alles nicht Fisch und Fleisch, man fragt sich, was besser gewesen wäre, das dargebotene oder eine Actionhaltige Geschichte, die im Wesentlichen das Massaker beim Thein schildert. Beides ist aber nicht unbedingt befriedigend, und so bleibt eigentlich nur das Gefühl, dass die Geschichte für einen kompletten Heftroman nicht so richtig viel hergibt. Dazu haben wir nun wieder eine Situation, die uns nur allzu bekannt ist. Atlan allein mit zwei Begleitern, die irgendwie zum Sterben verurteilt sind und mit dem Arkoniden alleine durch die Wälder eines Planeten rennen, den es eigentlich gar nicht geben sollte. Hoffen wir, dass die Sache mit dem Planetenhopping nicht wieder ausgegraben wird und hoffen wir, dass Atlan ein geheimes Lager der Varganen entdeckt, mit dem er schnell den waffen- und gerätelosen Zustand beenden kann. Denn der ist langsam wirklich LAAANGWEILIG!!! Der Roman von Hans Kneifel war zwar soweit in Ordnung, aber im Kontext gesehen ist er allenfalls NICHT ÜBEL. Hoffentlich geht es langsam mal wieder los, der neue Zyklus braucht schon viel zu lang, um in die Gänge zu kommen. Aber da die Situation ja noch nicht einmal aufgelöst ist, hofft man darauf wohl vergebens. |
Flammenstaub
1. Zwischen den Dimensionen |

Atlan und die Besatzung der AVACYN müssen sich nach der Schlacht zunächst orientieren. Da gibt es viele, die eventuell ihrer Hilfe bedürfen. Letztendlich können sie aber nur einen Jucla retten, der in einem Rettungsboot treibend aufgefunden wird. So handeln sie sich Zamptasch ein, einen sturen, alten Mann, der zwar erst knapp über zwanzig ist, aber schon extrem vergreist. Und ein alter Griesgram noch dazu. Vor allem die Takererin Kaystale mit ihren Implantaten muss sich von dem Jucla einiges unfreundliches anhören.