3. "Todeszone Schimayn" von Christian Montillon

Atlan Flammenstaub 2Angekommen im Pedopeiler, lernt Atlan einige Cappins aus dem Volk der Ganjasen kennen. Aber sicher werden ihm nicht alle in angenehmer Erinnerung bleiben. Zwar erhält er ein Beiboot mit einer durchaus erfreulichen Besatzung, aber der Kommandant des Pedopeilers erweist sich als Wesen, das die Belange des eignen Volkes über die Bedürfnisse des Arkoniden stellt.

Gerne würde Atlan in seine Heimat zurückkehren, um den Lordrichtern dort die Stirn zu bieten. Aber nein, der böse Kommandant der Cappins kann nicht anders, er muss den Arkoniden einfach in die Galaxis der Cappins schicken, denn irgendwie kann er sich wohl des Eindrucks nicht erwehren, dass es ohne einen direkten Bekannten des alten Ganjos der Ganjasen, Ovaron, in der Galaxis nicht mehr gehen wird. Und deswegen schickt er den Arkoniden, ohne dessen Wissen, in eine Kleingalaxis, die Gruelfin vorgelagert ist.

Und da passiert dann im Wesentlichen dasselbe, wie 24 Bände vorher, als Atlan in Dwingeloo erschienen ist. Er lernt einen anderen Kommandanten eines anderen Pedopeilers kennen, erfährt, dass der ihn nicht wieder nach Hause schicken darf, weil es der andere Kommandant so verfügt hat und wird umgehend in eine Raumschlacht verwickelt. Die Takerer sinds, die die Flotte der Ganjasen mitsamt dem Peiler angreifen. Und obwohl sie alle tapfer kämpfen, löst sich der Peiler in Rauch und Flammen auf. Und schon wieder steht Atlan da und muss feststellen, dass der Weg in die Heimat abgeschnitten ist. Diesmal nur leider ohne Kythara an seiner Seite.

Auf einer anderen Ebene lernen wir die Juclas kennen. Einer der Jungen Clans, der Clan der Ercourra, befindet sich in der Gegend und ist auf Beutejagd. Innerhalb des Clans findet gerade ein Ringen um die Führerschaft statt. Abenwosch-Pecayl muss feststellen, dass er einen Konkurrenten hat. Und das ist nicht etwa sein Sohn, der sein Nachfolger werden soll, sondern der 965ste Abenwosch-Pecayl wird von einem Widersacher einer anderen Familie herausgefordert. Und der Sohn des derzeitigen Regenten kann zwar den Vater des Widersachers töten, aber nur um dann selbst unter der Hand von dessen Sohn zu sterben.

Und so kommt es, dass die Ercourra einen sehr jungen, neuen Abenwosch-Pecayl erhalten. Sogar einen, der so etwas wie Zurückhaltung kennt, obwohl das an sich nicht Art der Juclas ist. Sie sind Produkt genetischer Experimente der Takerer. Nach nur zwanzig Lebensjahren sind sie bereits zum Sterben verurteilt, was sie auf dreißig Jahre ausweiten konnten. Allerdings vergreisen sie trotzdem nach dem zwanzigsten Lebensjahr sehr schnell. Und deswegen findet der neue Herrscher es auch richtig, dass er schon in sehr jungen Jahren zum Herrscher wurde.

Als er feststellen muss, dass Takerer in der Nähe sind, ist es mit seiner Zurückhaltung dann aber vorbei. Er eilt Atlan und den Ganjasen zu Hilfe und kämpft gegen die Takerer. Dem Pedopeiler kann aber auch er nicht mehr helfen.

Kritik von Ralf König

Die Cappins als Verräter, wer hätte das gedacht. Obwohl sie das ja eigentlich nicht sind, denn zum einen folgen sie nur einem Expose, zum anderen ist ihr Handeln auch ein klein wenig nachvollziehbar. Wobei man sich schon fragen muss, warum der Kommandant des Pedopeilers so versessen darauf ist, den Arkoniden in die Sombrero-Galaxis zu schicken, anstatt nach Hause. So versessen, dass er es sogar hinter dem Rücken der eigenen Besatzung tut. Das ist doch ein klein wenig übertrieben, da hätte es sicher elegantere Möglichkeiten gegeben.

Egal, was zählt, ist das Ergebnis. Der Arkonide ist in Gruelfin angekommen, er kann den Cappins helfen, es bleibt ihm auch wenig anderes übrig. In Dwingeloo mögen die Lordrichter schwer angeschlagen sein, aber in Gruelfin und der heimischen Milchstrasse sind sie es nicht. Und damit hat Atlan noch einiges vor sich, bevor er im zwölften Band dieses Zyklus triumphieren darf. Denn davon kann man ja eigentlich ausgehen.

Kaum hat er sich von seinem Schrecken erholt, schon muss er feststellen, dass er wieder mitten im Geschehen gelandet ist. Die Besatzung seines Beibootes will sich dem Pedopeiler nähern, bei dem sie herausgekommen sind, das klappt aber nicht so recht. Denn wieder einmal wird ein Pedopeiler angegriffen, diesmal fallen die Ganjasen einem Angriff der Takerer zum Opfer. Atlan ist mitten drin und stellt fest, dass er wieder einmal nur zuschauen kann. Zwar kann er mit Hilfe seiner Fähigkeiten als Admiral der arkonidischen Flotte auch der Kommandantin des Beibootes zu einer guten Taktik verhelfen, aber insgesamt ist sein Erscheinen in Gruelfin wieder einmal reichlich fremdbestimmt.

Er muss erleben, wie die Flotte der Ganjasen zusammengeschossen wird und die Takerer zu triumphieren scheinen. Immerhin kommt es aber nicht zum äußersten. Denn glücklicherweise ist einer der Clans der Juclas in der Nähe, einem Zweigvolk der Takerer, das aus Genexperimenten entstanden ist. Die Jungen Clans bestehen aus Wesen, die nicht älter werden können, als dreißig Jahre. Dabei zeichnen sie sich durch Unbeherrschtheit und Aggression aus. So wurden sie von den Takerern gezüchtet. Und dafür hassen sie die Takerer mit Leidenschaft.

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass sich der Clanführer der Ercourra in den Kampf stürzt und gegen die Takerer wendet. Atlan hat so einen unvermuteten Unterstützer gefunden.

Und das gedenkt er auszunutzen, indem er die Juclas auf seine Seite zieht. Wenn sie ihn denn lassen.

Zunächst einmal kann er froh sein, dass der neue Clanführer der Ercourra offensichtlich bei aller Wildheit ein wenig Grips von seinen Vorfahren geerbt hat. Anders als viele seines Volkes, kann er sich auch ab und an beherrschen. Aber letztendlich ist er zu sehr Jucla, als dass er das auf Dauer könnte. Bei dem Kampf mit den Takerern wird beinahe die Hälfte des eigenen Clans vernichtet. Und so kommt es gerade recht, dass er einen Thein einberufen muss, um Atlan den anderen Clanführern zu präsentieren. Denn den Arkoniden, der noch Ovaron kannte, gedenkt er für seine Zwecke zu nutzen und sich mit seiner Hilfe zum Herrn über alle Clans zu machen. Und so wird Atlan in den Verbund aufgenommen. Da die Juclas nur kurz leben, legen sie Wert darauf, sich oft treffen zu können, weswegen ihr Schiffe mit Schlauchkonstrukten verbunden sind. Mit solchen wird auch das Beiboot der Cappins in den Komplex aufgenommen.

Atlan muss wieder einmal feststellen, dass ihm das Schicksal einen Weg nach Hause verbaut hat, denn der Pedopeiler wäre sicher seine Rettung gewesen. So bleibt ihm mal wieder nichts anderes, als sich in den Kampf um Gruelfin hineinziehen zu lassen. Und dabei wäre es wichtig, dass er zu Hause gegen die Lordrichter kämpft.

Fazit

Die Vergangenheit wird wieder einmal lebendig, wenn die Cappins ins Spiel kommen. Takerer, Ganjasen, Juclas und natürlich Ovaron, alles Figuren aus der Vergangenheit, die einem Fan, der den gleichnamigen Zyklus der PR-Serie schon gelesen hat, wohlige Schauer über den Rücken jagen. Allerdings kann dieser Effekt auch einmal verpuffen. Es kommt immer drauf an, was man draus macht, wie man so schön sagt, aber dazu kann man bisher noch nicht allzu viel sagen. Die Geschichte fällt im direkten Vergleich mit seinem Vorgänger etwas ab, es stört auch etwas, dass man wieder einen Transfer in eine fremde Galaxis mit einer Vernichtung des Pedopeilers in einer Raumschlacht darstellt und wenn mich nicht alles täuscht, auch noch vom gleichen Autor. Trotz allem macht die Geschichte neugierig auf mehr.

Atlan will die Lordrichter in den verbleibenden neun Heften besiegen. Das ist ein sportliches Ziel, wenn man bedenkt, wie langsam die Handlung eigentlich fortschreitet. Insgesamt ist der dritte Band des Flammenstaub-Zyklus jedenfalls NICHT ÜBEL.

Flammenstaub

1. Zwischen den Dimensionen
2. Hauch des Todes
3. Todeszone Shimayn
4. Die Versammlung
5. Die Rache der Juclas
6. Ein Zentralgehirn in Not
7. Entscheidung auf Extosch
8. Der Zorn der Lordrichter
9. Eschens Welt
10. Lordrichter Saryla
11. Die verlorenen Rhoarxi
12. Das Schwert der Ordnung

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