11. "Die Kathedrale von Rhoarx" von Michael Marcus Thurner

Atlan Intrawelt 11Tuxit errichtet Aspoghie nach dem Untergang der Wanderstadt neu. Als Oberster Brüter hat er die Macht und Energie dazu. Demio berichtet ihm von einem Geheimnis das sie über viele, viele Jahre bewahrt hat. Es ist ein Ei, indem sich ein Sprößling des vogelähnlichen Wesens befindet. Er erzählt Atlan von der Geschichte seines Volkes.

Die Rhoarxi haben eine bewegte Vergangenheit in der Galaxis Dwingeloo. Nachdem sie alle Gegner in der vor Leben strotzenden Galaxis Dwingeloo besiegt haben, kämpfen sie gegen sich selbst und dezimieren sich gegenseitig immer mehr. Bis schließlich mit den Togronen nach langer Zeit einmal wieder ein Gegner auftaucht, der den Rhoarxi gewachsen ist. Die Rhoarxi waren nicht glücklich und fingen mit neuerlichen Kriegen an. Bis nur noch sieben der ursprünglichen Stämme übrig waren, von denen drei bei weiteren Kämpfen untergingen. Nur noch vier waren übrig. Da erschien Lae.

Das Wesen bot ihnen den Flammenstaub an, der den Aggressionstrieb der Rhoarxi im Zaum halten sollte. Die Rhoarxistämme glaubten das nicht so ganz und griffen das Wesen, das mit einem kobaltblauen, walzenförmigen Raumschiff erschienen war, sofort an. Ohne großen Erfolg allerdings. Also akzeptierten sie das Angebot, gegen den Flammenstaub gelegentliche Aufgaben für die hohen Mächte des Universums auszuführen. In der Kathedrale von Rhoarx sollte die Weihung stattfinden.

Die Führer der jeweiligen Stämme kehrten geläutert zurück und brachten endlich Frieden. Als die Flammenträger starben, drohte der Krieg wieder aufzuflammen, doch immer wieder kehrte Lae zurück und weihte neue Anführer. Die Rhoarxi wurden abhängig vom Flammenstaub. Sie taten alles, was Lae wollte, selbst als er Angriffskriege von ihnen forderte, gehorchten sie. Alles in allem dauerte der Dienst der Rhoarxi 300.000 Jahre. Einer der Stämme wollte das nicht mehr mitmachen, seine Spur verlor sich.

Nach dem Ende ihres Dienstes, entwickelten sich die Rhoarxi zu Baumeistern in ganz Dwingeloo, was heute noch sichtbar ist. Die Kathedrale stand nun jedem offen. Also beschlossen sie den Bau der Intrawelt. Mit Hilfe der Urvölker, den Anstizen, den Drieten und den Nomaden, machten sie sich an die ungeheure Aufgabe. Bevor die Varganen in Dwingeloo auftauchten, konnten sie so unauffällig von der Bildfläche in der Galaxis verschwinden.

Atlan erkennt, daß viele der Wesen, denen er begegnete, aus genetischen Experimenten der Rhoarxi hervorgegangen sind. Maulspindler oder auch das Wesen Teph entstammen den Labors der vogelähnlichen. Tuxit will davon nichts hören, er findet ihr Handeln richtig, aber er arbeitet trotzdem daran, vieles von dem Unrecht der Vorfahren wieder auszubügeln.

Mittlerweile sind sie in einer der obersten Stationen des Himmelsnetzes angekommen. Und da ist nur noch der Urfaden, der zur Kathedrale führen wird. Als die Sonne sich abschaltet, wird auch klar, wo sich die Kathedrale befindet. Sie fliegen darauf zu. Das Gebilde erscheint jedem anders, berichtet Tuxit, und Atlan sieht das, was er sehen will, als sie sich dem Gebilde nähern. Schließlich erreichen sie das Gebilde und docken an. Sie wissen aber nicht, wo sie hingehen müssen. Eine Kammer soll es geben, in der sich der Flammenstaub befindet. Sie durchwandern ziellos die Kathedrale, lange Zeit ohne etwas zu finden. Atlan wird Peonu in gewisser Weise immer ähnlicher, er kennt keine Rücksicht mehr und streitet ständig mit Tuxit. Bis ihm klar wird, daß sein Verhalten seinen Freunden schadet. Jolo ist schon fast tot, als Atlan das bemerkt. Atlan wird sehr demütig und findet dadurch eine Landschaft mit einem Bach, dessen Wasser Jolo wieder retten kann. Atlan kennt nun den Weg, ihm wird klar, was er zu tun hat.

Atlans Vergangenheit wird regelrecht lebendig, seine Gefährten bekommen viel davon mit, bis zur Gegenwart. Sie erreichen die Kammer, Tuxit und Atlan betreten sie. Peonu und Jolo warten vor der Tür, auch wenn der Seelenhorter unwillig ist. Tuxit will den Arkoniden vor den Gefahren des Flammenstaubs schützen. Selbst allein mit Tuxit, schafft der Arkonide es nicht, eine Warnung an Atlan auszusprechen. Atlan wird zum Spielball der Wahrscheinlichkeiten, als er den Flammenstaub in sich aufnimmt. Und Tuxit muß ihn stoppen, sonst nimmt er zuviel davon auf. Bis er die Intrawelt verlässt, wird noch nicht allzuviel passieren. Aber dann muß er sich in Acht nehmen, denn der Flammenstaub wird seinen Träger töten wollen.

Als sie die Kammer verlassen, will Atlan seine Chance nutzen. Er greift Peonu an, will ihn überraschen. Das gelingt aber nur bedingt. Durch die Verbindung zwischen beiden, verpufft der Angriff fast und Atlan hat keine Chance gegen den einstigen Chaotarchendiener. Jolo scheint auch der Kontrolle des Seelenhorters zu unterliegen. Er greift Tuxit an, der ebenfalls keine Chance hat. Atlan verliert das Bewußtsein. Als er wieder zu sich kommt, ist Jolo nicht mehr am Leben. Tuxit bewegt sich nur schwach, aber er kommt wieder zu sich. Und Peonu ist verschwunden, die Tür zur Kammer einen Spalt geöffnet. Er hat den Flammenstaub in sich. Atlan ist klar, daß er das Wesen jagen muß, denn er würde mit dem Flammenstaub viel Schaden im Universum anrichten können.

Da aktiviert sich die Sonne wieder. Atlan und Tuxit sitzen fest. Und der Extrasinn fragt seinen Träger, warum Peonu sie leben ließ.

Kritik von Ralf König

Atlan und sein Widersacher werden von Tuxit zur Kathedrale geführt und erleben eine Überraschung, denn der Ort, an dem sich der Flammenstaub befindet, war die ganze Zeit direkt vor ihren Augen. Die Sonne der Intrawelt nämlich ist der Ort und Tuxit macht es auch sehr geheimnisvoll, erst als sie sich auf der wichtigsten Station des Netzes befinden, nicht weit von der Sonne entfernt, enthüllt er das Geheimnis.

Aber damit ist die Kathedrale noch lange nicht erreicht. Sie stellt sich wohl jedem anders dar, die eigenen Einstellung, die eigene Erwartung, bestimmt, welche Erscheinungsform die Kathedrale annimmt. Und sie hat nur auf Atlan gewartet.

Aber der Arkonide erreicht sie trotzdem nicht, denn er ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Erst als er merkt, dass er mit seinem Verhalten Jolo fast getötet hat, denkt er nach und kann so schließlich den Weg frei machen. Nicht nur für sich, sondern auch für den Widersacher.

Tuxit zeigt ihm schließlich, wie er den Flammenstaub in sich aufnehmen kann. Und Atlan nimmt genug davon mit sich. Der Übergang, von dem er den Flammenstaub nimmt, reizt ihn sehr. Aber er erliegt der Versuchung nicht.

Dafür wendet er sich sofort anschließend gegen den Seelenhorter. Chancenlos allerdings, er verliert nicht nur gegen den Seelenhorter, sondern muss auch feststellen, dass Jolo ihn verrät. Dieser stürzt sich auf Tuxit, der ihn schließlich tötet. Als Atlan nach seinem Kampf wieder zu sich kommt, hat Peonu die Kathedrale bereits verlassen. Noch schlimmer, auch das Licht schaltet sich wieder an, so dass der Widersacher auch noch einen gewaltigen Vorsprung gewinnen kann. Und da er ebenfalls von dem Flammenstaub genommen hat, muss er verfolgt werden …

Fazit

Michael Marcus Thurner bereitet das Ende der Geschichte auf durchaus dramatische Weise vor. Peonu tötet weder Atlan, noch Tuxit. Nur Jolo muss dran glauben. Und der Arkonide fragt sich, warum das Wesen ihn am Leben gelassen hat. Aber er muss nun alles unternehmen, um ihn aufzuhalten. Und da Peonu ebenfalls hinter den Materiequellen war, kann er die Intrawelt auch wieder verlassen. Ebenso, wie Atlan.

Schöner Roman, aber nicht ganz so schwungvoll, wie eigentlich erwartet. Trotzdem macht Michael Marcus Thurner sowohl als Autor, als auch als Exposeautor, einen durchaus guten Job. Deswegen auch die Bewertung: SEHR GUT.

Intrawelt

1. Wächter der Intrawelt
2. Vorstoß in die Intrawelt
3. Der Seelenhorter
4. Gefangen im Himmelsnetz
5. Konvent der Händler
6. Das dritte Gesetz
7. Im Hort der Drieten
8. Die Architekten der Intrawelt
9. Das Symbol der Flamme
10. Wanderstadt Aspoghie
11. Die Kathedrale der Rhoarx
12. Atlan, Bote des Flammenstaubs

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