10. "Wanderstadt Aspoghie" von Hans Kneifel
Atlan dringt währenddessen in die Stadt Aspoghie ein. Sie werden von dem Potista ins Innere befördert, wobei ihnen aber die Luft abgeschnürt wird. Gerade so schaffen sie es ins Innere, wo Tuxit keine Zeit verliert. Er wirft sich sofort auf Uquart, ein Zweikampf scheint losbrechen zu wollen, aber der Mob und die Impostoren verhindern dies. Sie wollen die beiden voneinander trennen, erst im Horst soll geklärt werden, was nun passieren soll. Atlan und Jolo werden von den Rhoarxi hingegen zwar gastfreundlich empfangen, aber genötigt, ein Gästequartier aufzusuchen. Immerhin erhalten sie dort Nahrung, was besonders Jolo erfreut, aber auch der Arkonide greift zu. Erfreut nutzt er die Chance auf eine ausgiebige Dusche und etwas Schlaf. Erst dann macht er sich auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Jolo folgt ihm erst später. Demio ist mittlerweile klar, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Aber da ist etwas, was die alte Brutamme noch erledigen muss. So lange wird sie nicht sterben. Die Rhoarxi wollen Atlan nicht in die Stadt lassen, aber der Arkonide macht deutlich, dass er sich nirgends ungefragt einmischen wird. Er besteht aber schon darauf, dass man seine Ansprüche an Tuxit anerkennt. Schließlich genehmigt man ihm den Ausflug in die Stadt, er soll sich aber vom Horst fernhalten. Atlan sagt dies zu, bemerkt dabei auch, dass man von ihm die Holos fernhalten will, die Tuxit und die Versammlung zeigen. Jolo folgt ihm und gemeinsam machen sie sich auf die Erkundung der Katakomben der Wanderstadt. Dort erfahren sie unter anderem, dass die Rhoarxi in der Tat Gentechniker sind. Sie haben neben den Dhedeen offensichtlich auch Teph, den Wächter der Intrawelt, geklont und arbeiten auch daran, diese Schöpfungen zu verbessern. Tuxit erfährt unterdessen, dass nach seiner Flucht seine gesamte Familie mit allen Brütlingen hingerichtet wurde. Die Blutrache wurde an seinen Anverwandten vollstreckt und er ist wütend auf den Überbringer der Nachricht. Zentilli ist der oberste Impostor, Tuxit kann sich gerade noch beherrschen, er tut dem Wesen nichts. Aber dafür will er sich gegen Uquart stellen. Er berichtet von Missständen, die nur er beseitigen kann. Und deswegen verlangt er das Kommando zurück. Niemand will ihm zuhören, alle sehen eher die Probleme, die seine Anwesenheit für alle mit sich bringen. Zwei Flammenstaubträger bringen nur Unruhe herein, einer muss auf jeden Fall verschwinden. Deswegen soll Tuxit die Stadt verlassen, was er aber vehement ablehnt. Der Arkonide ahnt nicht, dass er in das Labor von Curxari gekommen ist. Der Biologe bemerkt, dass die Atmosphäre in der Stadt vergiftet ist und es immer schwieriger wird, saubere Arbeit zu leisten. Also macht auch er sich auf den Weg in den Horst. Atlan und Jolo verlassen die Laboratorien, in denen sie von den Gen-Experimenten erfahren haben. Sie betreten stattdessen ein Museum und kommen von dort aus in eine große Höhle. Atlan ist verwundert über den gewaltigen Hohlraum, sieht man als Kontrast die drangvolle Enge der sonstigen Stadt. Aber er vermutet, dass diese Anlage für die Psychohygiene der Rhoarxi sehr wichtig ist. In dem dunklen Raum gibt es eine Nachbildung einer Galaxis, die Dwingeloo sein dürfte. Außerdem ist dort ein ausgefeiltes Gondelsystem zu finden, mit dessen Hilfe die Rhoarxi quasi ihre alten Flugfähigkeiten simulieren können. Anscheinend waren sie tatsächlich einmal richtige Vögel. Inzwischen haben sie sich verändert. Mit Krallen, die sie statt Händen einsetzen können und dem Schnabel, den sie für den gleichen Zweck haben, haben sie sich sehr weiterentwickelt. Schreiben können sie mit der Hilfe von Hilfsmitteln, die wie Finger aussehen und auch so funktionieren. Außerdem haben sie ihren Geist, mit dem sie das Potista beherrschen. Die Rhoarxi haben sich von ihrer einstigen Form wegentwickelt. Aber da ist immer noch das Problem Tuxit, das Atlan plötzlich wieder zu Bewusstsein kommt. Sie machen sich deswegen auf den Weg zu Tuxit und dem Horst. Offenbar sind sie aber die einzigen, die sich noch nicht um den Hohen Horst geschart haben. Denn nun kommen sie durch die versammelten Rhoarxi kaum noch an den Ort des Geschehens heran. Sie umlaufen das Zentrum der Stadt und suchen einen Weg ins Innere und nach oben, beobachten dabei immer wieder Rhoarxi, die unter der Ausstrahlung der beiden Flammenstaubträger leiden müssen und spüren auch selbst den mentalen Druck. Dabei entdecken sie nebenbei noch die Lager voller Nahrungsmittel, woher die Nahrung kommt, interessiert sie aber nicht mehr. Und sie begegnen schließlich Curxari, dem alten, der sich von einem exponierten Platz aus die Menge anschaut. Der erklärt ihnen auch, warum alle so sauer auf Tuxit sind. Offensichtlich hat die Stadt ihre Adhäsionsfähigkeit verloren, als Tuxit sich entfernte, was zum Untergang der Stadt und allen weiteren Folgen geführt hat. Und er stellt fest, dass Aspoghie langsamer geworden ist. Dann entschließt er sich dazu, etwas zu unternehmen. Und Atlan und Jolo mitzunehmen, die ersten Fremden seit etwa 20.000 Tagen, die zu ihnen gestoßen sind. Demio flieht, als sie bemerkt, dass das Potista - wieder einmal - flüssig wird. Sie nimmt dabei ihr Geheimnis mit. Es scheint sich um einen Brüterich zu handeln. Atlan und Jolo folgen Curxari in die Gebäude, erfahren dabei nebenbei, dass auch die Maulspindler letztendlich geklont sind und gerade verbessert werden. Über ein Gondelsystem, gelangen sie in den Diskus, der oben im Hohen Horst als wahres Zentrum der Stadt dient. Dort stehen sich die beiden Flammenstaubträger im Zweikampf gegenüber. Im letzten Augenblick kann Atlan das Schlimmste verhindern. Er betäubt Tuxit und wirft sich Uquart über die Schulter. Beide müssen nach draußen gebracht werden. Tuxit wird von Jolo und Curxari gerettet. Die Stadt zerfällt mehr und mehr, viele der Rhoarxi sterben. Vor der Stadt schließlich treffen sich die beiden Kämpfer wieder. Ohne langes Zögern, greifen sie sofort wieder an und kämpfen weiter. Der Arkonide kann es nicht verhindern. Bis schließlich Uquart erkennt, was eigentlich passiert und ebenso erkennt, dass Tuxit der stärkere von ihnen beiden ist. Also gibt er auf, entleibt sich selbst mit Hilfe seines Cueromb. Damit hat Tuxit gewonnen, aber er ist Sieger eines Kampfes, der mehr vernichtete, als rettete. Die Stadt ist fast vernichtet und von den Rhoarxi sind nicht sonderlich viele übrig geblieben. Sogar Curxari wurde bei der Flucht von Trümmerstücken erschlagen. Da taucht auch noch Peonu auf. Er zwingt Atlan, ihn als Freund vorzustellen und nähert sich so den drei Gestalten, die wie gelähmt auf ihn warten. Demio hat sich in Sicherheit gebracht und ihr kleines Geheimnis auch. Sie will es an Tuxit übergeben. Dereinst war sie wohl seine Brutamme und das Geheimnis, das sie gerettet hat, ist der letzte Brütling des geflohenen obersten Brüters Tuxit. Er soll seinen letzten Brütling wiederbekommen. Wenn nicht von ihr, dann von jemand anders … Kritik von Ralf KönigHans Kneifel, als Altmeister im Team der Atlan-Autoren, übernimmt den drittletzten Band der Intrawelt. Und er macht dies durchaus gut. Der Arkonide wird so charakterisiert, wie man ihn kennt. Bedenkt man allerdings, dass ein guter Teil dieser Charakterisierungen von dem Autor selbst in die Rhodan-Historie eingebracht wurde, ist das schon gar nicht mehr so verwunderlich. Aber nicht nur Atlan, sondern auch seine Gefährten werden gut vorgestellt. Sogar Jolo ist doch etwas mehr, als ein Stichwortgeber, der lediglich dazu da ist, über seinen Hunger zu klagen. Es wirkt in diesem Fall nicht aufgesetzt, wie sich das Echsenwesen verhält. Und Hans Kneifel kann einfach schreiben, mit seinem bildgewaltigen und absolut lesbaren Stil, mit seiner ungeheuren Erfahrung, erschafft er eine interessante Welt vor dem inneren Auge des Lesers, die man eigentlich am Ende fast gar nicht verlassen will. Die Lektüre des Bandes hat insofern Spaß gemacht. Allerdings fallen trotzdem einige Widersprüche auf. So zum Beispiel gleich zu Anfang, als Atlan vom Potista ins Innere der Stadt gezogen wird. Bei Arndt Ellmer hatte er das Potista bereits im Mund und drohte zu ersticken. Hans setzt etwas früher noch einmal an und wiederholt so den Einstieg des Arkoniden in das Potista. Aber das ist an sich noch nicht so schlimm, auch wenn man fast meinen könnte, dass hier von der Redaktion nicht sauber gearbeitet wurde. Deutlicher wird das aber an zwei anderen Stellen. Zum einen, als Atlan die "Ausscheidungen" der Stadt sieht und sich darüber wundert, als der Extrasinn ihm dann als Ergebnis seiner Schlussfolgerungen mitteilt, dass so wohl der Müll entsorgt wird. Atlan hat doch bereits in Ellmers Roman die Ausscheidungen gesehen, warum erstaunt ihn das dann so? Überraschend ist doch auch, dass beim Zweikampf zwischen Uquart und Tuxit der amtierende Brüter als der jüngere von den Beiden geschildert wird. In Ellmers Roman klang das eher so, als wäre er der ältere, da er sich über die mangelnde Erfahrung und Reife des neuen obersten Brüters wunderte und ihm nicht so viel zutraute. Da hätte man doch eher erwartet, dass Uquart, der ältere von den beiden ist? Aber vielleicht habe ich da auch was falsch verstanden. Verwunderlich wäre das nicht, denn in einigen Punkten ist der Roman - genauso übrigens, wie der vorige von Arndt Ellmer - doch etwas verwirrend geraten. Da gelangen sie in die Stadt und der Zweikampf beginnt. Dann wird er gleich wieder unterbrochen und Atlan legt sich erst mal schlafen. Nachdem er natürlich etwas gegessen hat. Schließlich macht er sich auf, um die Stadt zu erkunden und verschläft dabei beinahe das Entscheidende. Sicher macht er auch einige Entdeckungen, andererseits keine, die besonders neu gewesen wären. Die Fähigkeiten der Rhoarxi als Gentechniker waren jedenfalls schon in der Vorwoche bekannt und die Vergehen Tuxits desgleichen. Dass die Maulspindler auch zu den gezüchteten Wesen der Intrawelt gehören, ist wohl auch nicht so verwunderlich, dass man es ausgerechnet dann erzählen muss, wenn Atlan auf dem Weg zum finalen Endkampf und zur Errettung der Wanderstadt ist. Übersieht man aber all das, dann bleibt ein durchaus gefälliges Sittengemälde der Wanderstadt Aspoghie mit einem etwas dramatisierten und in die Länge gezogenen Endkampf, der etwas verwirrend endet. Der Roman ist gut erzählt und macht Neugierig auf das Ende. Insofern hat er seine Aufgabe erfüllt, nämlich kurz vor den finalen Abschlussbänden noch zu unterhalten, ohne zu viel zu verraten. Übrigens ist es auch bezeichnend, dass Atlan die Speisekammer der Rhoarxi entdeckt und dabei zu seinem Extrasinn sagt, dass er das aber jetzt ganz gewisslich nicht auch noch erkunden wird. Eine durchaus gute Idee des Arkoniden ;-). Eines hat mich persönlich etwas überrascht. Vielleicht habe ich da aber auch was falsch verstanden. Atlan findet heraus - von Curxari - dass seit etwa 20.000 Tagen kein Besucher mehr gekommen ist. Meint er damit die Intrawelt oder die Wanderstadt Aspoghie? Wenn er nämlich die Intrawelt meint, dann wundert es mich im Nachhinein doch sehr, dass Atlan im zweiten Band bereits am Eingang zur Intrawelt abgefangen wurde. Vor dem Zugang zu warten, wenn doch schon so lange kein Wesen mehr die Intrawelt betreten hat, kommt mir jedenfalls merkwürdig vor. Aber vielleicht habe ich da ja was falsch verstanden. Gestört hat es jedenfalls nicht sonderlich. FazitHans Kneifel beschreibt den Arkoniden, wie man es aus seinen Romanen kennt und lässt damit fast schon nostalgische Gefühle aufkommen. Er zeigt in dem Roman auch, dass er spannende Romane schreiben kann und schafft es somit, spannend zu unterhalten. Dementsprechend ist auch das Lesevergnügen. GUT. Die beiden nächsten Romane werden von den Österreichern im Team verfasst. Michael Marcus Thurner und Leo Lukas werden die Reihe abschließen. Da darf man auf jeden Fall gespannt sein. |
Intrawelt
1. Wächter der Intrawelt |

Demio ist eine alte Rhoarxi, die ein Geheimnis hat. Für dieses Geheimnis, das sie ihren Traum nennt, sucht sie ein Versteck. Eine Tätigkeit, die sie offensichtlich öfter ausübt. Die Kassette mit dem geheimnisvollen Inhalt versteckt sie in einer Röhre, die sie dank ihrer Kontrolle über das Potista auch mühelos verschließen kann.