9. "Das Symbol der Flamme" von Arndt Ellmer
Atlan erkennt schnell, dass er den Flammenstaub immer noch in sich trägt. Und er will Antworten. Aber er muss sich zunächst gedulden, denn der Rhoarxi hat andere Pläne. Antworten gibt es frühestens, wenn sie in seiner Heimat angekommen sind. Dort müssen sie aber erst einmal hin gelangen. Und so machen sie sich auch den Weg zur nächstgelegenen Station der Maulspindler. Diese scheint in der Parzelle Frozenheim zu liegen. Die hört sich nicht nur sehr frostig an, sie ist es auch, was vor allem an den Eisquallen zu liegen scheint, die es auf die Besatzung der ausgeborgten Schwebeplattform abgesehen haben. In einem abenteuerlichen Kampf, in deren Verlauf Tuxit die Schwebeplattform opfert, kann der Rhoarxi das Nervenzentrum der Quallen vernichten und sie somit besiegen. Atlan und Jolo bleiben dabei eher Statisten, schaffen es nur knapp, überhaupt zu überleben. Das Cueromb fällt unerklärlicherweise aus, aber im rechten Augenblick funktioniert es dann doch wieder, so dass sie ohne weitere Verzögerung in die Station des Maulspindlers gelangen. Uquart ist einer der Nachfolger Tuxits als Hüter des Flammenstaubs und obersten Brüters der Stadt Aspoghie. Aber etwas stimmt nicht in der Stadt, das wird am deutlichsten, als plötzlich das Symbol der Flamme vor ihm erscheint, inmitten der Kathedrale seines Volkes. Es macht deutlich, dass es bald an der Zeit ist, einen neuen Obersten Brüter zu bestimmen. Ihm ist auch klar, wer das sein könnte. Kein anderer als der verschollene und sogar tot geglaubte einstige Hüter Tuxit kann dahinterstecken. Beinahe stirbt er, als während seiner Verschmelzung mit dem obersten Brütern der beiden anderen Städte Zismatim und Benenses ein psionischer Impuls ihre Verbindung stört. Das weckt den alten Hass in ihm wieder zum Leben. Er wird sich nicht so einfach geschlagen geben, er wird kämpfen. Atlan und Jolo folgen Tuxit von der Bodenstation zur Flachstation LOB-78. Von dort aus geht es weiter zu einigen Hochstationen wie OB-66. Jolo scheint irgendwie ängstlich, er stellt in Aussicht, dass sie sich der Region der Angst und des Untergangs annähern, wie er rätselhaft zu bedenken gibt. Trotz seines Hungers, scheint er von gänzlich anderen Gedanken beherrscht zu werden. Er fragt nach Essen anscheinend nur aus Gewohnheit. Atlan fragt sich, was mit dem Freund los ist. Tuxit traut er jedenfalls nur noch bedingt. In einer der Gondeln sehen sie sich einem Angriff ausgesetzt, als ein offensichtlich behinderter Driete sie angreift. Er ist in der Gestalt eines Breiten Mannes, hat sich auf ihrer Gondel festgesetzt und will nachts zu ihnen herein. Verstoßen von seinem Volk, ist er zu einem Räuber geworden, der von Beutezügen auf den Fäden des Himmelsnetzes lebt. Als er von Atlan schließlich aus der Gondel getrieben wird, atomisiert ihn Tuxit endgültig mit seinem Cueromb. Schließlich erreichen sie die Parzelle Nabuzym, die gerade von Aspoghie durchwandert wird. Währenddessen erinnert sich Uquart an die Vergangenheit. Tuxit war die große Hoffnung der Rhoarxi. Jung, aber voller Energie, wurde er schon sehr frühzeitig zum Obersten Brüter bestimmt, der zugleich den Flammenstaub behütete. Uquart war das zwar nicht recht, weil er ihn für zu jung hielt, aber die Erfolge des Rhoarxi überzeugten auch ihn. Die Stadt gelangte zu ungeheurem Wohlstand. Aufgebaut aus Potista, das von den genialen Geistern der großen Baumeister ideal beeinflusst und in beinahe jede Form gebracht werden kann, blüht Aspoghie regelrecht auf, als der junge Rhoarxi die Führung übernimmt. Aber er mutet sich zu viel zu, arbeitet fast rund um die Uhr und ist der Verantwortung zunehmend nicht mehr gewachsen. Schließlich entscheidet er sich, der Stadt den Rücken zu kehren. Da für die Beherrschung des Gebildes offensichtlich Flammenstaub nötig ist, wird es gefährlich für die Stadt, die dabei zerstört wird. Nur der Geistesgegenwart Uquarts ist es zu verdanken, dass wenigstens die meisten der Bewohner überleben. Mit Unterstützung der beiden anderen Städte, in deren Schuld sie seither stehen, kann Aspoghie aber wieder aufgebaut werden. Mehrere Brüter bewahren den Zustand der Stadt, ohne besondere Fortschritte zu erreichen. Es läuft nicht sehr gut, auch Selbstmorde kommen vor. Und dann tauchen plötzlich die Hinweise auf, dass jemand Flammenstaub benutzt. Uquart ist klar, dass das nur einer sein kann. Und ihm ist auch klar, dass eine Konfrontation kaum zu vermeiden ist. Nicht nur in ihm, sondern auch in vielen anderen Bewohnern der Stadt, kommt Hass auf den Brüter auf, der sie vor 30.000 Tagen so schmählich verlassen hat. Tuxit nähert sich nur langsam seiner alten Heimat, weil er wohl auch merkt, dass ihn viele nicht sehen wollen. Aber es gibt auch noch einen anderen Grund, in der Stadt gibt es Schmarotzerwesen namens Therabols, denen sich Atlan und seine Begleiter erst noch erwehren müssen. Sie besiegen auch diese Bedrohung, die, genauso wie die Eisquallen, nahelegt, dass Teph seiner Aufgabe nicht immer gewachsen ist. Er lässt zu viele Wesen ein, die für die Intrawelt eher ein Problem darstellen. Was Atlan klar macht, dass man auch ihm nicht unbedingt mit Wohlwollen gegenübertreten wird, wenn er denn jemals heil nach Aspoghie kommt. Tuxit zeigt ihnen den Weg der Stadt, die Hinterlassenschaften wie alte Möbel, teilweise ganze Gebäude oder auch tote Körper, die die Stadt ausscheidet. Auf diese Weise erneuert sie sich beständig und ist somit die ideale Spielwiese für ein Volk, das nur aus Baumeistern besteht. Atlan versteht und lässt sich von Tuxit die genaue Wirkung des Potista erklären. Jolo begreift es irgendwann auch und damit können sie sich schließlich ihrer letzten Aufgabe zuwenden. Nämlich in die Stadt gelangen, sich den dortigen Einwohnern und dem Obersten Brüter Aspoghies stellen. Das erweist sich als sehr gefährlich, denn als sie die Stadt erreicht haben und in das Potista eindringen, bleibt Atlan schnell die Luft weg, als das Material in seinen geöffneten Mund eindringt und ihn scheinbar ersticken will ... Dass inzwischen Peonu ebenfalls in Nabuzym eingetroffen ist, bekommt er jedenfalls nicht mehr mit. Der Seelenhorter sucht die Entscheidung ... Kritik von Ralf KönigEisquallen, ein behinderter Driete und die Therabols sind die Hindernisse des Arkoniden auf seinem Weg nach Aspoghie, der Stadt der Erbauer, der genialen Baumeister aus dem Volk der Rhoarxi, die aus Dwingeloo verschwunden sind, weil sie offensichtlich mit der Intrawelt ein neues Betätigungsfeld bekommen haben. Sie hüten den Flammenstaub und Atlan will von Tuxit zumindest die Zusicherung haben, dass er welchen bekommt. Die kann ihm Tuxit aber nicht geben, im Gegenteil, er macht dem Arkoniden klar, dass der Flammenstaub gefährlich ist für jedes normale Lebewesen. Anscheinend verstehen sich die Rhoarxi nicht als normal, aber das können sie auch kaum sein, wenn sie die Aufgabe als Hüter einer so gefährlichen Substanz bekommen haben. Aber damit wird es auch recht fraglich, ob Atlan die Substanz erhalten wird, wegen der er in die Intrawelt gekommen ist. Es ist ihm jedenfalls klar, dass er gegen den Willen der Rhoarxi kaum Chancen darauf hat, sein Ziel zu erreichen. Bis es so weit ist, erfährt er jedenfalls das eine oder ander. So zum Beispiel, dass die Rhoarxi ihre drei schwebenden Städte - oder vielleicht besser wandernden Städte - aus Potista herstellen, das wohl Silizium entspricht. Dieses Silizium kommt vor allem im Sand so mancher Wüste vor, weswegen die Städte auch gerne in diesen Regionen wandern. Und sie zu steuern, bedarf es offensichtlich besonderer Kräfte, die einem der Flammenstaub aber verleiht. Was auch erklärt, warum die Stadt vernichtet wird, als sich ausgerechnet Tuxit, der Hüter des Flammenstaubs und Oberste Brüter, aus dem Staub macht. Wir erfahren nebenbei auch, dass die Dhedeen wohl ebenso Erfindung der Rhoarxi ist. Und über Teph erfahren wir auch neues, das aber so neu nicht ist, nämlich dass sein Urteilsvermögen offensichtlich für die Intrawelt oftmals eher eine Gefahr, als ein Segen ist, denn er lässt zu viele Monster herein, die sich ausgerechnet gegen Atlan und seine Getreuen stellen. Andererseits wäre ohne die Mithilfe des Pförtners die Aufgabe für Arndt Ellmer schwieriger geworden, denn dann hätte er wohl kaum Schmarotzervölker gehabt, die Atlans, Jolos und Tuxits Suche nach Asphogie noch ein wenig aufhalten. Dafür hätte er aber sicher mehr Platz gehabt für die durchaus lesenswerte Schilderung der Stadt Asphogie, ihrer Herkunft und Vergangenheit. Weniger Monster der Woche, dafür mehr Sense of Wonder, das hätte man sich hier gerne gewünscht. Aber die Handlungsführung obliegt nun einmal dem Autor bzw. Exposegestalter und nicht dem Leser. Und wenn man den Roman liest, fühlt man sich zumindest gut unterhalten. Insofern hat Arndt Ellmer seine Aufgabe, die ihm wohl reichlich kurzfristig zufiel, auch sehr gut gelöst. FazitDer Roman ist flüssig geschrieben und interessant erzählt. Arndt Ellmer spielt seine sprachlichen Stärken voll aus und erzählt eine streckenweise sogar spannende Geschichte, die überzeugen kann. Bis auf die Verzögerungen durch diverse Kämpfe mit Monstern, ist der Roman so durchaus gelungen. Eine GUTe Vorstellung, die das Niveau der Intrawelt-Romane wieder deutlich nach oben bringt. Insgesamt scheint die Geschichte gut durchdacht, werden interessante Fäden ausgelegt und immer wieder verknüpft. Der neue Exposeautor leistet insgesamt bisher gute Arbeit. Das macht Neugier auf mehr und diese Neugier wird vom Altmeister Hans Kneifel hoffentlich bald befriedigt werden. |
Intrawelt
1. Wächter der Intrawelt |

Tuxit erinnert sich an seine Vergangenheit. Er war einer der Großen seines Volkes, hat den Flammenstaub in sich getragen, sich aber dann von seinem Volk entfernt. Nach dem Tod des Anstitzen Kartnich, erinnert er sich aber wieder an seine Verantwortung. Ihm wird klar, dass er so nicht weitermachen kann. Und er erklärt den Anstitzen, dass sich künftig einiges ändern wird. Wer so für seine Arbeit lebt, soll nicht auch noch darunter leiden müssen.