1. "Wächter der Intrawelt" von Hubert Haensel
Aber bevor er überhaupt dort ankommt, wird es bereits gefährlich. Sie begegnen einem gewaltigen Gebilde, das von einem weiteren gewaltigen Gebilde begleitet wird. Beinahe werden sie davon zerstört. An Bord des gewaltigeren Gebildes befindet sich ein Wesen, das gerade in einer Phase der Reproduktion ist. Das ist ein Glück für die beiden in dem kleinen Beiboot, denn dadurch werden sie quasi ignoriert, anstatt aufgesammelt und der Rohstoffgewinnung zugeführt zu werden. Atlan jedenfalls vermutet sehr bald, dass die etwas kleineren Gebilde genau zu diesem Zweck geschaffen wurden. Sie folgen den würfelförmigen, fünfzig Kilometer Kantenlänge umfassenden Gebilden so lange, bis diese einfach verschwinden. Wohin sie verschwinden, ist nicht so ganz klar, aber die Vermutung, dass es sich bei diesem merkwürdigen Ort um die Intrawelt handeln könnte, kommt den beiden sehr bald. Sie erinnern sich zurück, wie sie nach dem Ende des Dunkelsterns auf diesem Planeten wieder zu sich gekommen sind. Direkt unter dem Trommelfeuer der Garbyor. Sie müssen fliehen und die sonst viel widerstandsfähigere Varganin, klappt beinahe zusammen. Atlan nimmt sie auf die Schulter und rennt mit ihr weiter, während um ihn herum die Strahlbahnen der gegnerischen Waffen einschlagen und alles vernichten. Bis sie schließlich gestellt werden. Und es scheint immer noch so, dass sie lebendig gefangen werden sollen. Plötzlich aber greifen andere Schiffe der Garbyor ein und vernichten diejenigen, die Atlan und Kythara umzingelt haben. Sie werden von den neu angekommenen Truppen der Garbyor nicht unfreundlich behandelt. Obwohl sie den Eindruck haben, Gefangene zu sein, wird ihnen versichert, dass dem nicht so ist. Außerdem wird ihnen ein Quartier zugewiesen, in dem sie warten sollen. Das Quartier ist allerdings verschlossen. Schließlich werden sie vor Risghor-1 gebracht. Er ist ein Garbyor vom gleichen Volk, wie Gorgh-12. Er ist außerdem der Kommandant der so genannten Konterkraft. Dabei handelt es sich wohl um eine Widerstandsorganisation innerhalb der Garbyor. Er erklärt ihnen, dass es viele ihrer Art gibt, deren Implantat aus den verschiedensten Gründen nicht mehr funktioniert. Bei manchen Artgenossen wurde es gar schlicht vergessen. Insgesamt reichte es jedoch, um über die Jahre hinweg eine Gruppierung aufzubauen, die den Lordrichtern einen gewissen Widerstand entgegensetzen kann. Aber natürlich kann Atlan das nun glauben, oder auch nicht. Er entschließt sich dazu, misstrauisch und vorsichtig zu sein. Der Anführer der Konterkraft macht deutlich, dass es eine Möglichkeit gegen die Truppen der Lordrichter gibt. Und zwar den Flammenstaub. Das soll eine mystische Waffe sein, die in der Intrawelt versteckt ist. Atlan ist wie geschaffen, diese Waffe zu bergen, denn in der Intrawelt kann nur überleben, wer bereits hinter den Materiequellen war. Ein Kriterium, das der Arkonide erfüllt. Atlan ist zwar nach wie vor misstrauisch, aber er stimmt schließlich zu. Und auch Kythara, obwohl sie nie hinter den Materiequellen war, will ihn begleiten. Und so werden sie in ein präpariertes Beiboot gesetzt, mit dem sie auf die Intrawelt zufliegen. Diese erweist sich als riesiges künstliches Gebilde. Mit einem Durchmesser von an die 300.000 Kilometern, ist es um einiges größer, als die Erde. Die Sammler, denen Atlan und Kythara folgen, fliegen durch Lücken in die Intrawelt, aber sie können nicht folgen. Dafür nimmt Atlans Geist Kontakt mit einem Geist in der Intrawelt auf. Die Wesenheit im Inneren erkennt, dass sie irgendwie einen Fehler gemacht hat. Wenn solche Schiffe ankamen, hat sie im Normalfall das Metall absorbiert und die Verunreinigungen in dem Metall entsorgen lassen. Jetzt erkennt die Wesenheit langsam, dass die Verunreinigungen eigentlich Leben waren. Bei Kythara ist das anscheinend noch nicht einmal so sehr der Fall, jedenfalls nach dem Verständnis des Wesens. Aber Atlan mit seinem Extrasinn und seiner ungeheuren Vitalenergie erfüllt die Kriterien durchaus. Und da er in seinem Funkspruch auch noch von den Kosmokraten erzählt und von der Zeit hinter den Materiequellen, wird dem Wesen schnell klar, dass dort jemand kommt, auf den er schon die ganze Zeit gewartet hat. Atlan und Kythara nähern sich mittlerweile der Intrawelt weiter an, allerdings ohne eingelassen zu werden. Dafür finden sie einen Mond, der so etwas wie einen Zugang darzustellen scheint. Sie können aber nicht in der Nähe des Zugangs landen, sondern müssen sich einen Parkplatz auf dem Mond suchen, der von Raumschiffen übersät ist. Von denen scheint es aber keiner geschafft zu haben, den Flammenstaub zu finden. Als sie endlich ausgestiegen und bei der Zugangsstation angekommen sind, fallen zunächst die Anzüge aus. Alle Technik versagt, bis auf den Zellaktivatorchip des Arkoniden. Und als er den Helm öffnet, kann er die Luft doch tatsächlich atmen. Dafür wird er sogleich von einem Wesen angegriffen, das fast vollständig aus Tentakeln zu bestehen scheint. Kritik von Ralf KönigMitten drin in der Thematik, begegnen wir unseren Helden wieder. Im letzten Band, der einen Themenkomplex ja eigentlich abschließen sollte, wurden die Protagonisten nach der gewaltigen Transition zurückgelassen in einem Zustand der Bewusstlosigkeit. Und nun sind sie mitten im Geschehen, von den Ereignissen aus dem vorigen Band ist zunächst nichts mehr zu erfahren. Die Informationen darüber, was passiert ist, werden Stück für Stück nachgeliefert. Die Konterkraft hat sich also der Helden angenommen, ihnen erklärt, was es mit der Intrawelt so auf sich hat und sie auf die Reise dorthin geschickt. Sie sollen sich dort nach dem Flammenstaub umsehen, einer Waffe, die man gegen die Lordrichter einsetzen kann. Aber natürlich könnte die Konterkraft oder zumindest deren Anführer auch durchaus im Sinne der Lordrichter agieren. Damit ist auch klar, wie man zumindest die Neuleser dieses neuen Blocks nicht verärgert. Indem man auf den Cliffhanger erst gar nicht groß eingeht. Denn selbst die nachgelieferten Informationen setzen erst an, als Atlan und Kythara wieder bei Bewusstsein sind und vor den Garbyor davon laufen. Wie sie auf den Planeten gelangt sind, habe ich zumindest nicht mitbekommen. Natürlich ist das auch eine Möglichkeit, aber der geneigte Leser hat lange Zeit das Gefühl, als hätte man ihm irgendwie ein Kapitel vorenthalten, auf das man nach und nach mit kleinen Brocken Bezug nimmt. Ein Kniff, der irgendwie nicht sonderlich gut ankommt, jedenfalls bei mir nicht. Und leider ist es auch so, dass die Abgrenzung zwischen den beiden Handlungsebenen irgendwie nicht sehr deutlich ist, so dass man manchmal einen Abschnitt fast vollständig gelesen hat, ehe einem klar wird, dass dieser ja jetzt wieder bei der Intrawelt spielt und nicht mehr auf der Flucht vor den Truppen der Garbyor. Andererseits ist es zu begrüßen, dass man bei dem Übergang zu einem neuen Exposeautor einen Schnitt macht und ihn in einen vollkommen neuen Bereich vordringen lässt, der ihm auch die Chance gibt, sich von seinem Vorgänger abzugrenzen, ohne den Hintergrund mit den Lordrichtern vollkommen aus den Augen zu verlieren. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Werkstattbericht, der in der SOL erscheinen soll und in verkürzter Form auf der Leserseite des Romans abgedruckt wird. Michael Marcus Thurner hat sich also Gedanken gemacht und die Brocken, die er mitteilt, lassen durchaus ein gewisses Interesse aufkommen. Was man von dem vorliegenden Roman leider nicht behaupten kann. Über weite Strecken schleppt sich die Handlung so dahin. Im Prinzip lässt sich alles in einem Satz zusammenfassen. Atlan und Kythara fliegen zur Intrawelt. Ansonsten passiert eigentlich nicht viel. Die Information wie Atlan und Kythara zur Konterkraft stoßen und von ihnen rekrutiert werden, gehen da eher unter. Insgesamt ist der Roman von Hubert Haensel durchaus routiniert und lesbar geschrieben, aber die Spannung lässt er vermissen. Gelungen allenfalls das Ende, als Atlan auf dem Mond steht, der den Zugang bildet, und die Intrawelt wie einen gewaltigen Mond über sich sieht. Das Bild, das diese Vorstellung im Kopf erzeugt, gefällt durchaus. Und noch was Gutes: Wir sind im ersten Band bereits an der Intrawelt dran, werden im zweiten schon eindringen und vermutlich bis zum Schluss auch drin bleiben. Ergo könnte der Titel des Zyklus tatsächlich auch mal was mit seinem Inhalt zu tun haben, was bei den letzten beiden Zyklen ja eher bedingt der Fall war. Das Sujet mit dem Raumschiffsparkplatz auf dem Planeten erinnert irgendwie an Obsidian. Aber das ist ja zunächst mal nichts Schlimmes. Allerdings fragt man sich bereits im ersten Band des neuen Zyklus, warum man eigentlich noch weiter liest. Und das ist doch sehr schade. Fürchterlich auch, dass wir schon wieder mit dem Ausfallen von Technik anfangen müssen. Schreiben wir hier eigentlich SciFi, oder Fantasy? Und wenn letzteres, warum schreibt man das dann nicht einfach mal so drauf? Als Leser fühlt man sich da - ganz ehrlich - verarscht. Komisch auch, dass die Luft in der Station für Atlan atembar ist. Liegt das jetzt daran, dass die Luft an die Wesen angepasst wird, die ankommen, oder eher daran, dass das Ganze sonst nicht funktioniert hätte? Der Begriff "plotdriven" drängt sich einem mal wieder irgendwie auf. Wenn dem nicht so wäre, dann würde nämlich die Idee mit dem Ausfallen der Energie nicht so ganz funktionieren und den Zyklus umgehend beenden. Und dann wäre ja die ganze "originelle" Idee mit dem Ausfallen der Energie für die Katz … Ganz ehrlich - ich lese die Serie nicht nur, weil Atlan vorne drauf steht und der Arkonide auch ab und an mal durch die Handlung stolpert. Ich erwarte schon ein wenig mehr, wenn ich einen neuen Zyklus aufschlage, als einen Band voller Langeweile. Da darf gerne mal wieder was passieren. Und wenn ihr euch fragt, was das denn sein könnte, dann geht mal Traversan lesen. Oder Atlan exclusiv. FazitEs wäre wirklich schön, wenn Atlan wieder das werden würde, was es einmal war. Nämlich das absolute Abenteuer. Da gehört aber mehr dazu, als eine Galaxie zu nehmen, in der praktisch nichts passiert und dieses Nichts dann über 12 Romane auszuwalzen. Oder gar 24, wenn das so weitergeht. Diesen Fehler hat Uwe bereits im letzten Zyklus gemacht und sicher ist es nach einem Band noch zu früh, aber hoffentlich passiert das nicht noch mal. Der Roman von Hubert jedenfalls, war irgendwie nicht Fisch und nicht Fleisch. Er war ziemlich LAU. Der Übergang von einem Zyklus in den anderen kann so kaum sonderlich befriedigen. |
Intrawelt
1. Wächter der Intrawelt |

In einem kleinen Beiboot fliegen Atlan und Kythara auf die Intrawelt zu. Was ist die Intrawelt? So genau konnte ihnen das der Kommandant der Konterkraft nicht sagen. Die Lordrichter jedenfalls meiden diesen Bereich und so ist es an Atlan, sich dort umzusehen.