12. "Endstation Anaksa" von Uwe Anton
Insbesondere die Visionen, die sie heimsuchen, von schrecklichen Wesen, die auf sie zu kriechen. Wesen, die irgendwie schon am Varganen erinnern, aber merkwürdig verformt sind. Als würden sie aus einem Alptraum stammen. Und Atlan und seine Begleiterin können sich nicht wehren, als die schrecklichen Gestalten auf sie zu gekrochen kommen. Sie können nur abwarten, was passiert. Bis die schwarze Substanz ihnen unerwartet zu Hilfe kommt. Denn sie trifft eines der Wesen, dringt in es ein, lässt es sich verwandeln, wie in einem rückläufigen Prozess wieder zu einem vollwertigen Varganen werden. Dessen Haut sich dann schwarz verfärbt, eine Schwärze, die auch seine Augäpfel erfasst. Und damit sieht er beinahe so aus, wie Kalarthras auch. Schließlich steht er vor den beiden, die sich immer noch nicht bewegen können. Passiv liegen sie auf dem Boden, schauen auf die Gestalt, in dem Bewusstsein, dass nichts sie mehr retten können wird. Außer dem Wesen selbst, das plötzlich inne hält, als lausche es auf etwas und ihnen dann verkündet, dass die Prioritäten sich geändert haben. Nun ist nicht mehr ihr Tod gewünscht, sondern sie sollen alles erfahren. Sie erleben das Spiel der Varganenkindern mit. Kythara ist davon vollkommen gefangen, denn Kinder der Varganen kennt sie nicht. Schließlich sind die Varganen in diesem Universum unfruchtbar, können keine Kinder mehr mit ihresgleichen bekommen. Nur mit anderen Wesen, zum Beispiel Arkoniden, wie Atlan sehr wohl weiß. Diese Kinder spielen ein Spiel. Und sie sind die im Dunkelstern gefangenen Varganen. Im Zentrum des Mondes, in dem sich Atlan und Kythara befinden, ist eine Art Abbild des Dunkelsterns zu finden, der den Kern des varganischen Projektes befindet. Der Mond selbst ist so eine Art Lebewesen im Weltall, ähnlich wie die Mobys aus Andromeda, an die sich Atlan erinnert. Und in seinem Inneren wurde etwas geschaffen, ein Projekt der Varganen, das dazu dienen sollte, den Übergang zwischen dem Universum der Menschheit und dem Mikrokosmos der Varganen stabil zu halten. Dieses Experiment ist gleichzeitig wie eine Garantie für die Unsterblichkeit, den die Varganen, die den Übergang benutzen, können wesentlich länger leben, als ihre normale Lebenszeit betragen würde. Wie man an Kythara auch heute noch sieht. Aus den Perspektiven von verschiedenen Wissenschaftlern, erfahren Atlan und Kythara die Geschichte des Dunkelsterns und der Experimente, die dort passiert sind. Wie zum Beispiel auch dem Projekt, den Varganen die Fähigkeit zurückzugeben, wieder Kinder zu haben. Daran allerdings sind die Wissenschaftler wohl gescheitert. Heute sind die Bewusstseine im Dunkelstern gefangen. Und sie haben Angst. Auch Kathara hat Angst. Ihr ist sehr wohl bewusst, dass das Verhalten der Varganen nicht immer frei von Kritik sein kann. Manchmal verhalten sie sich wie Despoten, erschaffen künstliche Lebewesen oder auch Klone, zwingen sie dazu, wie Sklaven zu leben. Altan erkennt das ebenso, wie Kythara. Und die Varganin muss sich ihrer Angst stellen. Das machen ihr all die Bewusstseine klar, nur so kann sie gegen die Lordrichter bestehen. Vor allem einem gewissen Yagul Mahur. Die beiden Varganen werden verfolgt von einer Gruppe der Zaquoor unter Führung des Gestaltwandlers, der im Rang aber weit unter Garbgursha, dem Erzherzog, steht. Dieser versteht immer weniger, was da vorgeht. Der Gestaltwandler allerdings ist zufrieden. In ihm steckt das Bewusstsein des Lordrichters. Sein Körper ist sozusagen der Aktionskörper Yagul Mahurs. Dieser hat ähnliche Fähigkeiten, wie die Cappins, so dass er das Wesen übernehmen kann. In dessen Gestalt, jagt er persönlich die Verfolgten, als Heronar, der Soldat. Und erwischt sie auch beinahe. Aber immer wieder können sie ihm entkommen. Bis sie schließlich im Zentrum angekommen sind. Da endet es dann. Zwar kann Atlan noch den Zugang verschließen, aber das nützt nichts, denn der ganze Bereich wird von Kameras überwacht, so dass Heronar/Mahur den Code kennen lernt. Und er folgt Atlan und Kythara sofort nach, stellt sie, nimmt ihnen die Waffen ab. Die Varganin ist noch nicht wieder genesen. Ihr Geist ist noch abwesend. Atlan hingegen erkennt Veschnaron sofort wieder. Er stellt sich den Gegnern zum Kampf, weil er unerwartet Unterstützung erhält. Ohne langes Zögern, stürmt Gorgh-12 heran, der sie so lange begleitet hat. Er eröffnet das Feuer und bringt die Angreifer sofort in die Defensive. Atlan reagiert sofort, greift sich seine Waffe und die eines seiner Gegner, feuert auf die Angreifer, bis er sich Luft verschafft hat. Kythara kämpft zwar auch, aber sie ist immer noch abgelenkt und so kommt sie in Bedrängnis. Atlan wird mittlerweile klar, warum sich Heronar/Mahur/Veschnaron so gut auskennt. Ihm wird klar, dass genau das passiert ist, was Kalarthras für unmöglich gehalten hat. Veschnaron ist der echte Veschnaron und er hat sein Volk verraten. Gemeinsam mit der erstarkenden Kythara, kann er schließlich Mahur besiegen. Der Lordrichter verschwindet, bevor sie seiner habhaft werden können. Und Gorgh-12 gab sein Leben, um seinem neuen Kollektiv zu helfen. Atlan und Kythara stehen nun an der Schwelle zu einem neuen Abenteuer. Der Dunkelstern droht zu explodieren, weil sie die Bewusstseine entsprechend angeregt haben. Die Station transitiert und verschwindet so aus dem Gefahrengebiet. Und im Ergebnis, verlieren die beiden das Bewusstsein. Was weiterhin passiert, erleben sie zunächst nicht mehr mit. FazitUnd die geneigten Leser leider auch nicht. Merkwürdige Politik des Verlages, einerseits abgeschlossene Minizyklen zu vermarkten, einen solchen dann aber mit einem Cliffhanger enden zu lassen. Das hat mit abgeschlossen nun wahrlich nichts zu tun. Es mag schon sein, dass die Abenteuer um den Dunkelstern beendet sind. Der Megazyklus um die Lordrichter aber noch lange nicht. Und wenigstens sollte man den Anstand haben, einen solchen Zyklus nicht damit zu beenden, dass die Helden in einer ausweglosen Situation zurückgelassen werden. Für einen Neueinsteiger im nächsten Zyklus, ist das genauso ärgerlich, wie für einen, der den Dunkelstern-Zyklus durchgestanden hat und nun erleben muss, dass die Thematik nicht einmal aufgelöst wird. Das ist schon ziemlich schwach. Der Roman selbst ist durchaus gut geschrieben und somit sehr lesbar, aber konzeptionell ist der gesamte Minizyklus eine ziemliche Katastrophe. Das liegt vermutlich daran, dass die Handlung allenfalls für vier Romane gereicht hat, aber auf zwölf ausgewalzt wurde. Die Ergebnisse sind entsprechend in die Länge gezogen. Dazu kommt noch, dass einige der Autoren ihre Chance nicht genutzt haben, um wenigstens eine gute Geschichte zu entwickeln. Viele der Romane lesen sich sehr ähnlich, weil sie alle das "Dr. Kimble auf der Flucht" Schema widerspiegeln. Und damit kann Spannung auch innerhalb der Romane kaum aufkommen. Nur wenige davon sind wirklich fesselnd gewesen. Da bleibt wirklich nur zu hoffen, dass im nächsten Zyklus die Zahl der interessanten Geschichten überwiegt. Über den Zyklus gibt es eigentlich nur zwei positive Dinge zu sagen: Er ist zu Ende und der nächste Zyklus wird von Michael Marcus Thurner gestaltet. Interessant an dem Roman sind die letzten Sätze, in denen Atlan seine Erleichterung über das Ende dieser Abenteuer ausdrückt. Fast kommt es einem vor, als spreche da der Autor. Mag sein, dass die Belastung, neben den Romanen in der PR-Serie auch noch die Exposes und Romane bei Atlan zu machen, für eine Person zu viel war. Die Konsequenz ist nun gezogen. Wie es im nächsten Zyklus weitergeht, wird nun von Michael Marcus Thurner abhängen. Für das Finale am Dunkelstern kann man nur feststellen, dass ein letzter lesbarer Roman den Rest des Zyklus kaum aufwerten kann. Letztendlich war es einem irgendwie egal, wie die Auflösung denn nun wirklich sein würde. Dass Gorgh-12 der Grund für die beständigen Ortungen war, das konnte man schon in den Romanen davor vermuten. Es blieben nicht mehr viele Möglichkeiten. Das Implantat lag insofern nahe. Oder auch die Frage, warum Heronar sich wie der Kommandant und nicht wie ein einfacher Soldat verhielt. Dass er von Mahur ferngesteuert wird beziehungsweise dessen Bewusstsein in sich trug, war ebenfalls schon frühzeitig zu vermuten. Wenn auch dieses Rätsel vielleicht noch am elegantesten vorbereitet war. Was allerdings nicht viel heißen mag, wenn man sieht, wie wenig elegant die anderen präsentiert wurden. Ähnlich anspruchslos war denn auch die Lösung um den Spion und Verräter, auf den viele Hefte lang fast alles hinwies. Und der es dann auch war. Eine Wendung mehr hätte der Geschichte in dem Bereich wahrlich nicht geschadet. Die Leistung von Uwe rettet den Roman noch ein wenig, aber die Einbettung in den Zyklus und vor allem das unbefriedigende Ende ziehen ihn dann doch auf ein LAU herunter. Hoffentlich wird das besser. Sonst muss man für den Fortbestand der Serie einigermaßen schwarzsehen. |
Der Dunkelstern
1. Das Ewige Leben der Garbyor |

Atlan und Kythara sind im Inneren des Dunkelsterns gefangen. Sie unterliegen immer noch den Beeinflussungen, können sich deshalb auch kaum bewegen, und müssen insofern auch alles, was passiert, weitgehend passiv über sich ergehen lassen.