10. "Vorstoß nach Kopaar" von Arndt Ellmer
Atlan lässt das kleine Schiff bis an den Rand des erzeugten Miniatur-Universums fliegen. Die Golfballraumer folgen ihnen, genau die gleichen drei, die ihnen schon lange folgen. Er kommt der Grenze immer näher, ohne sie allerdings durchfliegen zu können. Da sie extrem verkleinert sind, würde ein Durchstoßen allein vermutlich auch kaum reichen. Deswegen will Atlan auch nichts erzwingen. Aber er testet den Kardenmogher aus, indem er ihn so nahe wie möglich an die Grenze heranführt. Die drei Golfballraumer können dorthin aber nicht folgen. Das ist ihr Ende. Atlan fliegt daraufhin zurück zur AMENSOON. Da sie mit dem Kardenmogher entdeckt wurden, vermuten sie nun eher, dass der unabsichtliche Verräter an Bord des Kardenmoghers war. Was Farangon, der im stärksten Verdacht steht, entlasten würde, aber auch Gorgh, der ja immerhin auch noch unbeabsichtigt etwas verraten könnte. Hingegen ist nun wieder Kalarthras stärker unter Verdacht. Auf einer zweiten Ebene erfahren wir näheres über den Erzherzog Garbursha und einen Gestaltwandler. Veschnaron scheint sehr nahe an einem der Lordrichter zu stehen. Er wird nicht bestraft für sein Versagen bei dem Arkoniden, nicht so richtig jedenfalls. Auch sonst ist das Verhalten des Gestaltwandlers alles andere als Nachvollziehbar. Schilderungen aus der Vergangenheit legen nahe, dass er seine Kompetenzen gerne mal überschreitet und niemand ist so richtig sicher, ob er das nun tut, weil er es darf, oder es ihm einfach egal ist. Auf jeden Fall wird Veschnaron so zu einem Konkurrenten für Garbgursha. Immerhin ist auch der Erzherzog ein Gestaltwandler. Letztendlich entscheiden sich Atlan und Kythara zu einem Angriff auf Kopaar, aber ohne dem Cappin Farangon genaueres zu verraten. Offiziell wollen sie die Maschine, die das Miniaturuniversum erzeugt, ausschalten. Dazu müssen sie sich auf Kopaar einschleichen. Und das gedenken sie, mit Hilfe des Kardenmoghers zu tun. Diese Idee scheint auch nicht schlecht zu sein, denn die AMENSOON befindet sich nach wie vor im Fadenkreuz des Erzherzogs, der das Schiff aber derzeit dort belässt, wo es sich befindet. Von dem Erscheinen des Kardenmoghers wird er aber überrascht, er scheint das Gebilde auch nicht zu erkennen. Und so ist es kein Problem für Atlan und Kythara, sich einen Plan einfallen zu lassen. Sie schicken Heroshan Offshanor los, um den Kapitän eines Transportschiffes zu übernehmen. Es existiert offensichtlich tatsächlich eine Verbindung zum Dunkelstern und über diese kommt immer noch Nachschub. Sie übernehmen nicht nur den Kapitän, sondern alle Besatzungsmitglieder. Dann werfen sie einen der Transportcontainer über Bord und lassen den Kardenmogher die Gestalt eines solchen annehmen. Auf diese Weise kommen sie tatsächlich auf den Planeten. Dort angekommen, müssen sie sich aber etwas einfallen lassen, denn spätestens wenn die Fracht gesichtet wird, werden sie auffliegen. Farangon weiß immer noch nicht, was passiert, er wird auch im Unklaren gelassen, denn ein Ausflug von Offshanor zum Herrscher von Kopaar bringt einige neue Erkenntnisse. Zum einen, dass sich der Erzherzog in der Umlaufbahn des Planeten befindet und zum anderen auch, dass es tatsächlich einen Verräter gibt. Ein Doppelagent, der sich an Bord der AMENSOON zu befinden scheint. Da kommt eigentlich nur Faragon in Frage. Und so isolieren sie ihn und geben ihm eine Aufgabe, die ihn ablenkt aber ihm kaum noch Gelegenheit lässt, etwas Falsches zu tun. Sie verraten ihm auch nicht ihren Plan, der gar nicht darauf ausgerichtet ist, die Maschine auszuschalten oder eventuell die Hintertür zum Dunkelstern zu übernehmen. Nein, sie haben etwas ganz anderes vor. Sie nutzen die Möglichkeiten des Kardenmoghers zu einem Täuschungsmanöver, bei dem die Ladung des gelandeten Schiffes verrutscht und so ist zunächst einmal für Unruhe gesorgt. So können sie unbemerkt und getarnt starten. Bevor bemerkt werden kann, dass ein Teil der Ladung fehlt, sind sie weit genug vom Planeten entfernt, um zum zweiten Teil des Planes überzugehen. Und langsam merkt auch Farangon, dass etwas nicht passt. Er wird im weiteren Verlauf der Geschehnisse überwältigt und quasi kaltgestellt. Während das Schiff selbst seine gefährlichste Waffe einsetzt, die bereits dazu benutzt wurde, um die Psi-Quelle zu vernichten. Mit Hilfe des Hegnudgers, verstärken sie die Kräfte der Gravo-Zyklon Projektoren und vernichtgen kurzerhand den gesamten Planeten. Sie schaffen es im letzten Augenblick, sich von dem Planeten abzusetzen. Auch der Erzherzog schafft dieses und so sind die wichtigsten Protagonisten nach wie vor auf freiem Fuß. Das größte Problem ist nun aber die Begrenztheit des Miniaturuniversums. Sie müssen aus ihm heraus, andernfalls werden sie von den Kräften bei der Zerstörung von Kopaar trotzdem noch in Gefahr gebracht. Sie müssen die Trennschicht durchqueren, bevor die Schockwellenfront der Schwarzen Substanz sie erreicht hat… Aber auch der Erzherzog ist in Schwierigkeiten. Er gibt Befehl an seine Flotte, die Flucht zu ergreifen, als ihm klar wird, was eigentlich passiert … FazitWieder mal ein Cliffhanger, der eine eigentlich spannende Szene im dramatischten Augenblick unterbricht und auf den nächsten Band vertagt. Und das nach einem Roman, der fast zur Hälfte aus dem Standardplot des Zyklus besteht: Atlan oder Kythara oder beide an Bord der AMENSOON oder des Kardenmoghers sind auf der Flucht … Weder ist dieses ewig gleiche Strickmuster dafür geeignet, wirkliche Spannung aufkommen zu lassen, noch sind die neuerlich wieder gehäuft auftauchenden Cliffhanger sonderlich Spannungssteigernd. Es wäre wirklich schön, wenn man sich bei der Schwesterserie Perry Rhodans wieder mehr auf eine stringente und nachvollziehbare Handlung besinnen würde. Bei PR sind es die Viererblocks, die dramaturgisch problematisch sind, hier ist es langsam das Zwölfergerüst der einzelnen Zyklen, mit dem sich die Macher der Serie keinen wirklichen Gefallen tun. Wenn es so weitergeht, ist Atlan jedenfalls nicht mehr lange für die Ausblidung von Nachwuchs geeignet - weil es die Serie dann nämlich nicht mehr geben wird. Darüber kann auch die zumindest teilweise interessante Geschichte von Arndt Ellmer nicht hinwegtäuschen. Dieser Zyklus leidet unter seiner Konzeption, die um ein Nichts von Rahmenhandlung herum eine Geschichte aufbauen soll. Das Ergebnis ist, dass man fast jeden Roman der Reihe nebeneinander legen kann und feststellt, dass das Ergebnis fast in jedem Fall genau das gleiche ist. Flucht ist die Hauptzutat einer Geschichte, bei der Atlan und Kythara fast ständig in einer defensiven Rolle sind, einer Rolle, bei der sie nur reagieren und sehr selten oder gar niemals agieren. Wir sind nun zwei Romane vom Ende der Reihe entfernt. Das einzig positive ist, dass der Dunkelstern bereits erreicht ist. Trotzdem kommt der Zyklus nicht so recht in die Gänge - und dabei ist er doch fast schon vorbei! Wenn die Reihe wirklich noch eine Weile weiterlaufen muss, dann muss sich etwas ändern. Das ist auch passiert, wie wir wissen, wird der nächste Zyklus von Michael Marcus Thurner konzipiert, der auch den vorletzten Roman beisteuern wird. Der letzte Roman des Zyklus kommt von Uwe Anton, dem bisherigen Exposeautor, der aber der Reihe glücklicherweise nicht verloren gehen wird. Er wird auch weiterhin für Atlan schreiben. Aber seine Doppelbelastung als PR-Autor und Atlan-Exposeautor und Autor war wohl doch zu viel. Mag sein, dass diese auch der Grund für das eher oberflächliche Konzept der Geschichte ist. Auf jeden Fall treibt diese Personalie die Erwartung an den neuen Zyklus gewaltig in die Höhe. Möge Atlan mit Michael Marcus Thurner zu neuen Höhen finden. Aber zurück zu dem Roman von Arndt Ellmer, auch wenn sich das schon nach einer Zyklusbewertung anhört, wollen wir dafür die letzten beiden Romane doch noch abwarten. Auch wenn die Geschichte zumindest in Teilen nicht uninteressant ist, enttäuscht sie auch in manchen Bereichen. Das Versteckspiel um den Verräter geht also weiter. Wiederum erfahren wir praktisch nichts, was verwertbar ist, nur sehen wir diesmal auf der Seite des Erzherzogs, dass es tatsächlich etwas gibt, womit unsere Helden verfolgt werden können. Bis das Geheimnis gelüftet wird, wird es vermutlich leider kaum noch einen interessieren. In diesem Fall wäre es begrüßenswert gewesen, die Auflösung früher zu erhalten. Und was den Spion angeht - ob das wirklich Farangon ist, wage ich irgendwie zu bezweifeln. Es geht auch aus dem Ende des Romans, nachdem Farangon festgesetzt ist, nicht so richtig hervor, ob der Cappin nun gesteht, oder nicht. Welche Motivation sollte er auch haben? Auf jeden Fall wäre es auch zu offensichtlich, wenn ausgerechnet der Cappin dahinterstecken würde, denn auf den weißt ja nun alles hin. Eine andere Lösung wäre hier vielleicht besser. Ich persönlich würde ja Gorgh als die Lösung favorisieren - der steht so herrlich unbeachtet an den Instrumenten, so dermaßen unverdächtig, dass es schon wieder verdächtig erscheint. Aber wenn er es wirklich ist - dann soll es halt Farangon sein. Leider ist der Zyklus insgesamt sicher nicht einer der Besten, die das Label Atlan verpasst bekommen haben. Insofern ist das Beste an diesem Zyklus vermutlich sein Ende. Feinheiten wie die Identität des Verräters sind da wirklich nicht so wichtig. In diesem Zyklus gab es jedenfalls schon schlimmeres, was Arndts Roman auf ein NICHT ÜBEL rettet. |
Der Dunkelstern
1. Das Ewige Leben der Garbyor |

Wiederum müssen sie vor den Gegner fliehen, die sie in dem erzeugten Mikrouniversum jagen. Diesmal allerdings sind sie zunächst zweigeteilt, einerseits die AMENSOON, die sich in der Nähe von Kopaar versteckt, während der Kardenmogher, der von Atlan nun DENMOGH genannt wird, mit Atlan, Kalarthras und Heroshan Offshanor an Bord, unterwegs ist.