8. "Fluchtpunkt Craddyn" von Rüdiger Schäfer
Gefesselt von energetischen Feldern nähern sie sich einem Transmitter, der sie wegbringen soll. Und plötzlich sind die Fesselfelder weg. Sie scheinen sich sehr sicher zu fühlen. Atlan reagiert sofort und auch Kythara verwandelt sich in eine Kampfmaschine. Die Gefechte verlaufen anfangs durchaus erfolgreich. Aber schließlich wird Kythara in die Enge getrieben. Sie verlangt von Atlan, dass er verschwinden soll, was er zögernd auch tut. Oder auch doch nicht. Aber die Entscheidung wird ihm abgenommen. Er trifft einen Zaquoor, der sich auf ihre Seite stellt. Weil er nämlich von einem Cappin-Agenten übernommen ist. Und der hat auch dafür gesorgt, dass Atlan und Kythara freikommen konnten. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht. Die unterirdische Station lässt Atlan dann von der AMENSOON aus mit Quecksilber überfluten, indem er die Anlagen beschädigt und so den Fluten aus dem See das eindringen ermöglicht. Zumindest beschäftigt dürfte der Gestaltwandler damit einem Weile sein. Die Ganta wird dabei auch beschädigt. Als sie das System verlassen, versucht Atlan an eine Probe der schwarzen Substanz zu kommen. Im Lagrange-Punkt zwischen den beiden Sonnen hat sich einiges davon angesammelt. Aber das funktioniert nicht, denn die Verzerrungen des Raumzeitgefüges erlauben dies nicht. Immerhin können sie aus den Informationen des Agenten Gevaron einiges ableiten. Unter anderem kommt Atlan darauf, dass die Garbyor von den Horden von Garbesch abstammen. Die Varganen sind aber nicht beeindruckt von seiner Theorie. Erst als er die sprachliche Verwandschaft des Begriffes Garbogthera, wie das Schwert der Ordnung auch genannt wird, mit Begriffen aus der Sprache von Seth-Apophis' Hilfsvolk der Anximen nachweisen kann, sind sie beeindruckt. Endlich treffen sie auch wieder auf Heroschan Offshanor und sein Raumschiff MORYR. Seine Stellvertreterin, Nareile Sharakan, scheint aber nicht sehr begeistert von Atlan. Die Cappins und Atlan bringen sich gegenseitig auf den neuesten Stand. Dabei stellt sich heraus, dass die Cappins Agenten bei den Truppen um den Dunkelstern platziert haben. Und die haben herausgefunden, dass in der Anaksa-Station ein Umsetzer existiert, mit dem ein beiderseitig nutzbarer Zugang geschaffen werden soll. Der Umsetzer soll mit schwarzer Materie aus dem Dunkelstern betrieben werden. Die Lordrichter suchen auch etwas in Dwingeloo, was eine besondere Ausstrahlung haben soll. Das erinnert Atlan an Schilderungen Kalarthras', der ebenfalls von merkwürdigen Ausstrahlungen in Dwingeloo berichtet hat. Weitere Informationen können sie von den Agenten direkt bekommen. Aber nicht an Bord des Raumschiffes, sondern auf Craddyn. Sie haben offensichtlich etwas zu übergeben, was materiell ist und deswegen können sie auch nicht einfach zurückspringen, um ihnen die Informationen direkt zu geben. Praktischerweise pulsiert die Sonne Crad des entsprechenden Systems in einem Rhythmus bei dem nach einigen Stunden immer elfminütige Phasen auftreten, in denen Technik versagt. Als Atlan und seine Freunde auf dem Planeten landen, um auf die Agenten zu warten, treffen sie auch alsbald auf gegnerische Soldaten der Zaquoor. Bei den Kämpfen werden Atlan und Nareile von den anderen getrennt. Atlan kommt dabei in eine Situation, in der er nicht nur Nareile retten muss, sondern auch mit ihr unter dem Gestein begraben wird. Elf Minuten lang funktioniert die Hypertechnik nicht. Und damit haben sie ein Problem, als der Arkonide so unter der Cappin-Frau liegt. Sie werden nämlich von dem Gestein langsam erdrückt, das auf sie niedergeprasselt ist und ihren Prallschirm langsam zusammendrückt. Sie können es unmöglich schaffen. Es sei denn … Der Arkonide hat da eine Idee, als er feststellt, dass das Metall um sie herum Eigenschaften wie PEW hat. In der elfminütigen Phase erwachen sie zu einer Intelligenz, die offensichtlich nur auf Existenz ausgelegt ist, aber nicht auf einen spezifischen Zweck. Auf jeden Fall reicht es aus, um Nareile zu ermöglichen, in das Metall zu transferieren. Als ihr Körper zu einer amorphen Masse zerfließt, wird der Arkonide gerade so weit entlastet, dass er die elf Minuten übersteht. Und als die Hypertechnik wieder funktioniert, können sie gemeinsam doch entkommen. Atlan schafft es dann auch, einen Behälter an sich zu nehmen. Das Unternehmen kostet einen der Agenten das Leben, der andere kann zurückkehren in seinen Körper, aber ist schwer verletzt. Nur einer ist soweit in Ordnung. Und das Beutestück, das er übergeben wollte. Eine Probe der schwarzen Substanz … FazitRecht überzeugend präsentiert Rüdiger Schäfer die weiteren Abenteuer des Arkoniden Atlan in Dwingeloo. Dabei erweist sich Schäfer als der Atlan-Experte, der er nach seinen Ausflügen in die Atlan Fanzine Serie wohl auch ist. Der Arkonide wird sehr nachvollziehbar geschildert, er verhält sich so, wie man es auch erwarten würde. Und sein Verhältnis zu Kythara ist ebenfalls sehr gut dargestellt. Anscheinend hat er seine pubertäre Phase zu Beginn des Zyklus inzwischen doch überwunden und begegnet der wesentlich älteren Varganin mittlerweile wieder eher auf Augenhöhe. Gelungen ist die Flucht geschildert, die an den Cliffhanger im vorherigen Band nahtlos anknüpft. Atlan ist offensichtlich immer noch im Zentrum des Interesses seiner Gegner. Er schafft es mit knapper Not, zu entkommen, auch indem er beinahe die Varganin zurücklässt, die ihn konsequenterweise auch wegschickt. So ganz kann er aber nicht von ihr lassen und so will er zu ihrer Rettung zurückkehren. Aber er lässt es dann doch bleiben, was angesichts der Rettungsaktion durch den Pedotransferer der Cappins auch eine weise Entscheidung ist. Das begründet auch sehr gut, warum die Fesselfelder plötzlich nicht mehr existent waren und den beiden die Flucht überhaupt erst ermöglicht haben. Mal kein Versagen der Technik, sondern wirklich eine sinnvolle Erklärung. Eigentlich schade, dass man das heute extra erwähnen muss. Nachdem sie den Gestaltwandler erst einmal auf Eis gelegt haben - wenn er wohl auch noch nicht ganz besiegt ist, machen sie sich auf den Weg zu den Cappins, die sie nach einigen Umwegen endlich, in Band 8 des Zyklus, auch erreichen. Aber später greift das Technik-Syndrom dann doch wieder um sich. Diesmal ist es ein merkwürdiger Planet, dessen Stern Schwankungen aufweist, die immer wieder für elf Minuten die Geräte ausfallen lassen. Natürlich passiert das gerade in dem Augenblick, als Atlan und Nereile auf gemeinsamer Flucht die Hypertechnik dringend brauchen würden. Und so sehen sie sich festgenagelt unter gewaltigen Massen von Gestein, nur geschützt durch einen letzten Rest eines Prallfeldes, das aber immer schwächer wird. Die Hypertechnik glänzt durch Abwesenheit. Aber wiederum gelingt es Rüdiger Schäfer, die Auflösung glaubhaft und interessant zu präsentieren. Auch gelungen sind die Rückgriffe in die Serienvergangenheit Perry Rhodans. Er stellt den Bezug zu den Horden von Garbesch her, aus denen offensichtlich die Lordrichter von Garb entsprossen sind. Und er erklärt auch den Bezug zu Seth Apophis über das Schwert der Ordnung. Etwas Ähnliches hat die verhinderte Superintelligenz auch schon ins Zentrum ihres Wirkens gestellt. Schließlich retten sie einen geheimnisvollen Behälter, den drei Agenten unter Einsatz ihres Lebens aus Feindesland geschmuggelt haben. Und als Inhalt finden sie ein wenig von der Schwarzen Substanz, die wohl so etwas ähnliches wie eine Nebenwirkung der Umsetzer-Experimente der Lordrichter darstellt. Die Substanz alleine ist aber noch nicht das Wichtigste. Auch die Koordinaten eines Umsetzers kann der Cappin bieten. Und so ist der weitere Weg ja quasi vorgezeichnet - auch wenn die Vorschau vermuten lässt, dass doch wieder was dazwischen kommen wird. Naja, die Handlung auf direktem Weg weiterbringen, wäre ja mittlerweile gänzlich ungewohnt ;-). Wie auch immer, Band 8 des Dunkelstern-Zyklus ist auf jeden Fall durchaus gelungen. Er bietet neben glaubwürdigen Charakteren und einer interessanten Handlung auch einen durchaus nachdenklichen Arkoniden. Rüdiger Schäfer nutzt den Platz auch, um die Personen lebendig werden zu lassen, was teilweise sehr gut gelingt. Außerdem wird endlich mal wieder die Technik auch eingesetzt und so gehört der Band in eine bisher leider nicht sehr große Kategorie lesenswerter Romane in diesem Zyklus. GUT. |
Der Dunkelstern
1. Das Ewige Leben der Garbyor |

Sie sind umzingelt von den Gegnern. Es scheint keinen Ausweg mehr zu geben und das ist schlecht, denn beide erkennen sehr schnell, dass der Gestaltwandler ganz gute Möglichkeiten hat, wenn er einfach als Atlan oder Kythara auftritt, auch ihre Freunde zu überwältigen.