5. "AMENSOON in Not" von Michael Berger

Atlan Dunkelstern 5Nach den Kämpfen gegen die Truppen der Lordrichter müssen sich die Gefährten um Atlan und Kythara erst einmal zurückziehen, um quasi ihre Wunden zu lecken. Deshalb steuern sie eine nahe gelegene Welt an, auf der sie sich eine Reparatur ihres Raumschiffes erhoffen. Während dem Landeanflug verändert sich die Welt auf merkwürdige Weise und plötzlich müssen sie feststellen, dass sie auf einen Planeten geraten sind, auf dem alles riesig groß erscheint. Bäume, die in den Himmel wachsen und ungeheuer große Tiere erwarten sie. Kämpfe gegen Spinnenmonster, die gegen die AMENSOON anrennen, lenken den Arkoniden dabei kurzfristig von seinem Problem mit dem merkwürdig unbestimmten Verhältnis zwischen Kythara und Kalarthras ab. Er hat den Verdacht, dass zwischen den beiden doch mehr läuft, als sie ihm gegenüber zugeben und er muss doch immer wieder gegen sich selbst kämpfen, weil er droht, in seiner Eifersucht Fehler zu machen.

Als sie schließlich herausfinden, dass die Einflüsse auf das Schiff von einer Station ausgehen, die sehr weit weg ist und auch sehr groß ist - größer jedenfalls als sowohl Entfernung als auch Anlagen sein dürften - beschließen sie, sich auf den Weg zu diesen Anlagen zu machen. Auch auf dieser Wanderung ist ihnen Flora und Fauna des Planeten im Weg und sie sehen sich mit ungeheuer großen Tieren konfrontiert. Und das alles ohne funktionierende Technik, die auf dem Planeten wieder einmal den Geist aufgibt

Aber schließlich erreichen sie - mit einer Robotersonde, die immerhin noch ein ganz klein wenig Energie hat und ihnen den Weg durch den Urwald ebnen kann - doch noch die Station. Dort kämpft Kythara mit ihren psionischen Sinnen gegen die Anlagen an und schafft es schließlich, dass die AMENSOON aus ihrem Einfluss entlassen wird - was einerseits die Energie wieder zurückbringt, andererseits aber auch einen positiven Effekt auf die Schrumpfung hat, denn plötzlich sind sie wieder normal groß.

Aber irgend etwas scheint mit Kalarthras nicht zu stimmen, zumindest vermutet der Arkonide, dass das der Grund dafür ist, dass sie immer wieder gefunden werden. Der Vargane muss etwas an sich haben - vermutlich auch aufgrund der schwarzen Substanz, mit der er in Kontakt geraten ist - dass seinen Aufenthaltsort an die Lordrichter und ihre Truppen verrät. Obwohl auch Kalarthras diese Vermutung hat, kontern Gorgh und Kythara ihrerseits mit einer Vermutung, nämlich der, dass Atlan selbst der Grund sein könnte, warum sie immer noch am Leben sind. Es könnte nämlich durchaus sein, dass die Lordrichter, die Atlan ja kennen, ihn lebend haben wollen. Auch um seine Kenntnisse bezüglich des Mikrokosmos und gewisser arkonidischer und varganischer Hilfsmittel auszunutzen, mit deren Hilfe man die Schrumpfung und den Übergang in den Mikrokosmos erreichen kann.

Die Experimente mit der schwarzen Substanz - so viel bekommen sie bei ihrem Kampf in der Pyramide immerhin heraus - scheint jedenfalls dem Übergang in den Mikrokosmos und damit faktisch in ein anderes Universum zu dienen.

Fazit

Michael Berger stellt sich selbst am Ende des Bandes vor und scheint ein bereits etablierter Autor zu sein. Er hat bereits Beiträge zur Vampir-Reihe des Pabel-Verlages beigesteuert und auf dem Höhepunkt der Akte X Welle auch Romane für die kurzlebige Ufo-Akten Serie verfasst, wo er unter anderem auch mit Arndt Ellmer zusammenarbeitete. Auch als Übersetzer war und ist er aktiv.

Allerdings muss er bei diesen Serien unter Pseudonym aufgetreten sein, denn der Name Michael Berger taucht dort nicht auf. Vermutungen im Fandom gingen in die Richtung, dass es sich bei Michael Berger um Uwe Voehl handeln könnte.

Wer auch immer sich dahinter verbirgt - im Vergleich zu den unmittelbaren Vorgängern kann sich der Roman von Michael Berger durchaus sehen lassen. Die Geschichte ist einigermaßen interessant, wenn sie auch in einigen Bereichen einen etwas merkwürdigen Nachgeschmack hinterlässt. Der Arkonide verhält sich wie ein Jüngling in der Pubertät, etwas, was bei PR und Atlan immer wieder passiert und mir ehrlich gesagt nicht zusagt. Zellaktivatorträger, die auf eine gewisse Lebensspanne zurückblicken, sollten etwas mehr Souveränität ausstrahlen.

Auch die plötzliche Schrumpfung erscheint merkwürdig. Sie merken es nicht, plötzlich sind sie auf dem Planeten und alles ist riesengroß, die Vermutung, dass sie geschrumpft sein können, liegt ja irgendwo nahe - die Welt wurde vorher ja gar nicht als so groß beschrieben. Besonders oft erwähnt wird das aber nicht.

Die Technik funktioniert - fast überflüssig, das zu erwähnen - auch wieder einmal nicht. Ein Running Gag, der ehrlich gesagt langsam schon nicht mehr witzig ist. Warum wird uns eigentlich nicht gleich Weltraum-Fantasy mit Schwertern statt Waffen geboten? Insgesamt ist der Ausflug zwar wieder eher überflüssig, aber ein klein wenig neues erfahren wir immerhin ja doch.

Auch der Schluss mit dem psionischen Kampf der Varganin ist im Vergleich zum Rest des Romanes doch etwas verkürzt geraten. Anstatt sich auf den Marsch durch den Dschungel zu konzentrieren, hätte man hier sicher auch etwas anderes finden können.

Die schwarze Substanz ist also ein Versuch der Lordrichter, dem Mikrokosmos der Varganen näher zu kommen. Sie wollen in das Universum der Varganen um sich vermutlich auch dort ihrer Machtmittel zu bedienen. Warum, ist allerdings eine Frage, die sich hier aufdrängt. Sie können auch im Standarduniversum ungeheure Macht erlangen und Platz gibt es im Diesseits eigentlich genug. Mal sehen, wohin das noch führen wird.

Am Ende bleibt doch ein etwas schaler Nachgeschmack .Aber wie gesagt - im Vergleich zu den Vorgängern war der Roman von Michael Berger gar nicht so schlecht - NICHT ÜBEL.

Der Dunkelstern

1. Das Ewige Leben der Garbyor
2. Der letzte Kampf der Erysgan
3. Im Zeichen des Bösen
4. Kontakt auf Alarna
5. AMENSOON in Not
6. Die Varganen von Cramar
7. Angriff der Togronen
8. Fluchtpunkt Craddyn
9. Im Bann des Dunkelsterns
10. Vorstoß nach Kopaar
11. Chaos im Miniaturuniversum
12. Endstation Anaksa

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