3. "Im Zeichen des Bösen" von Horst Hoffmann
Nur langsam kommt er zu sich, aber davon bemerken Atlan und Kythara zunächst nichts, denn just in diesem Augenblick fallen viele der System aus, unter anderem auch die Überwachung der Medostation und des Varganen, der immer noch nicht wie ein Vargane aussieht, sondern weißes Haar, pechschwarze Augäpfel und eine graue Haut besitzt. Die Verfolger haben sie fast erreicht, beschießen sie und können die AMENSOON zumindest kurzfristig destabilisieren. Aber Atlan und Kythara können mit Gorgh als Unterstützung an den Kontrollen entkommen. Der Wissenschaftler ist davon überzeugt, dass die Garbyor die gesamte Galaxis Dwingeloo unter ihrer Kontrolle haben. Deshalb finden sie sich auch so schnell wieder, obwohl sie im Linearraum unterlegen sind, lange nicht so schnell fliegen, wie die AMENSOON und ihre Halbraumspürer auch nicht sonderlich leistungsfähig ist. Weil sie eben überall sind, deshalb finden sie das Schiff mit den Eindringlingen auch immer sehr einfach. Aber Atlan gefällt diese Erklärung nicht, er ist überzeugt davon, dass es sich gänzlich anders verhält. Kalarthras jedenfalls ist erwacht und als endlich wieder alle Anlange funktionieren, bemerken auch Atlan und Kythara, dass sie fast etwas versäumt hätten. Schnell suchen sie den Varganen auf. Gorgh bleibt in der Zentrale zurück und kümmert sich um das Schiff. Kalarthras ist wach, aber er kämpft, er ist nicht so frei, wie er es sich wohl selbst gerne wünschen würde. Trotzdem kommt er immer mehr zu sich, stabilisiert sich und beginnt, seine Geschichte zu erzählen, die vor über achthunderttausend Jahren beginnt. Mit dem Projekt Kyrlan, das initiiert wurde, um den in der Milchstrasse gestrandeten Varganen eine unerschöpfliche Energiequellen zu bescheren. Unbeirrt folgt er seinem Weg. Und verliert dabei seine erste Gefährtin, die die Einsamkeit kaum ertragen kann und sich deshalb vergiftet. Seine zweite Gefährtin ist Kythara, aber auch sie erlebt die Fertigstellung seines großen Projektes nicht, sie verlässt ihn vorher. Und so erleben andere die Fertigstellung der Psiquellen mit. Kalarthras aber hat daraufhin andere Pläne und Vorstellungen. Schon lange ist er fasziniert von den Varganen, die unternehmungslustig einfach die Milchstrasse verlassen, um an anderen Orten neue Reiche zu gründen. Zwar sind die im Universum zurückgebliebenen Varganen nicht besonders viele, zudem unsterblich und unfruchtbar, aber sie erzeugen trotzdem neue Reiche, bringen Leben in Galaxien und gründen robotische Zivilisationen. Und auch Kalarthras will auf diese Weise eine neue Aufgabe finden. Und so rüstet er eine Expedition in die ferne Galaxie Gantatryn. Zusammen mit einer Gruppe der unsterblichen Varganen und vielen Pyramidenschiffen, macht er sich auf, um diese ferne Galaxis zu erreichen. Das gelingt zwar soweit, aber sofort bei der Ankunft merkt er, dass diese Galaxie von etwas bösem erfüllt ist. Das Böse ist nicht greifbar, aber es scheint sich im Zentrum von Gantatryn zu verbergen. Anstatt nun seiner selbst gewählten Aufgabe zu folgen, will er aber dieses Böse finden. Seine Anhänger folgen ihm daraufhin nicht mehr, entmachten ihn und wollen lieber das versprochene Reich aufbauen. Dies gelingt soweit auch, nur sterben immer mehr der Varganen aus Gründen, die sich nicht eruieren lassen. Weder das Böse wird entdeckt, noch eine medizinische Ursache für die Toten. Kalarthras hat inzwischen eine neue Gefährtin gefunden, die ihm klarzumachen versteht, dass sein Verhalten nicht gut für die Gruppe und besonders nicht für ihn ist. Er sieht das dann auch ein, allerdings erlebt sie das nicht mehr mit, denn sie stirbt ebenfalls an dem unbekannten Einfluss. Kalarthras gibt sich seinem Kummer hin, aber am Besten half gegen seine trüben Gedanken immer, wenn er sich in Arbeit stürzte. Also öffnet er sich den anderen Varganen wieder und übernimmt schließlich auch wieder die Leitung beim Aufbau der Kolonien. Wieder findet er eine Frau, die sich zu ihm hingezogen fühlt. Diesmal ist es eine, deren Gedanken seinen widersprechen. Sie folgt einer Strömung, die nicht wahllos ein Reich aufbauen will, was verbunden ist mit Terraforming und dementsprechend auch der Vernichtung bereits bestehenden Lebens. Er lässt sich diesmal aber nicht überzeugen, sondern folgt seinen Vorstellungen - und nach langen Jahren überzeugt er sie davon, dass es richtig ist. Seine Versuche sind schließlich von Erfolg gekrönt, Menschen nach varganischem Vorbild entstehen auf verschiedenen Welten und angeleitet von den unsterblichen Varganen, entfalten sie auch ihre Machtbestrebungen. Kalarthras und Jertara, seine neue Gefährtin, nehmen in dieser Gruppe eine besondere Stellung ein. Mit den neu entstandenen Menschen können sie sich nicht nur paaren, sondern auch tatsächlich vermehren, was sie denn auch tun und so können sie ihre eigenen Kinder und Enkel in diesen neuen Welten aufwachsen sehen. Letztendlich erfüllt sich Kalarthras Traum, ein neues Reich zu erschaffen. Aber das Böse findet er nicht und kann es so auch nicht besiegen. Nach langer Zeit verlässt er schließlich Gantatryn. Seine Gefährtin begleitet ihn und nach 300.000 weiteren Jahren hat er die Angst, die ihm aus Gantatryn gefolgt war, zumindest für einen Augenblick verdrängt. Und er hat genug gesehen, er will wieder in die Milchstrasse zurück. Dort gibt es aber praktisch keine Varganen mehr, nur noch versunkene Welten, auf denen sie einst zu Hause waren. Schließlich trifft er auch Kythara wieder, seine einstige Gefährtin, die er nie vergessen hat und wohl auch immer noch liebt. Aber er bleibt trotzdem bei Jertara und gemeinsam beschließen sie, in ein zu Hause zu gehen, das sie vor mehr als 300.000 Jahren verlassen haben. Zurück nach Gantatryn. Denn mit der Milchstrasse können sie in dieser Form nichts anfangen, mit Lemurern, die bereits von den Bestien fast besiegt wurden und nur noch leeren Welten ihrer Vorfahren. Also fliegen sie zurück. Um dort auf den Dunkelstern zu treffen. Während er erzählte, sind Atlan und Kythara weitergeflogen zu einem ungeheuer stark strahlenden Stern in Zentrumsnähe. Als sie ihn erreichen, ist auch Kalarthras bei ihnen und beim Anblick des Sterns, kommen ihm die letzten Erinnerungen. Der Stern schleudert Protuberanzen aus einer dunklen Substanz ins All und Kalarthras kann sich daran erinnern, dass er zusammen mit Jertara vor beinahe 50.000 Jahren schon einmal am Rande dieses Sterns stand. Damals hat er das Böse genauso gefühlt, wie er es heute immer noch fühlt. Und die schwarze Substanz hat ihr Schiff vereinnahmt und sein Bewusstsein ausgelöscht. Er bekam nur noch den Eindruck von Varganen, die in der schwarzen Substanz möglicherweise gefangen waren, dann war nichts mehr… Er kann sich weder an seine Begleiterin erinnern, noch daran, wie er von dort aus zurück auf die versunkene Welt gelangen konnte. Als seine Erzählung beendet war, brachten ihn die Medoroboter in seine Kabine, wo sie ihn weiterhin überwachten. Die Gefährten waren aber wieder mitten in der Gefahr. Raumschiffe der Garbyor trafen ein und griffen sofort an. Im letzten Augenblick können sie verschwinden, aber sie wissen, dass der Dunkelstern sie noch eine Weile beschäftigen wird. FazitNicht schlecht, was Horst Hoffmann hier abliefert. Kalarthras erwacht. Er hat sich sehr verändert, weiß aber letztendlich nicht, wodurch. Er klärt einige Geheimnisse, aber nicht ohne neue zu schaffen. Er erzählt aus der Vergangenheit, eine Geschichte, die irgendwie auch an die liebenden der Zeit erinnert, die Hubert Haensel im letzten Perry Rhodan Zyklus geschaffen hat. Nur dass die Varganen nicht sterben müssen, sondern sich allenfalls immer wieder in den Tiefschlaf begeben. Auf diese Weise lässt er uns an einer Zeitspanne von ungeheuren 800.000 Jahren teilhaben. Jetzt haben wir den Dunkelstern also kennen gelernt und er Umweg war nicht einmal sonderlich lang. Nur zwei Bände, im dritten sind wir bereits beim Namensgeber des Teilzyklus. Ein unheimliches Objekt, das böse und gefährlich ist - na ja, das muss wohl so sein. Und es ist im Zentrum seiner Galaxis. Wie so viele der Rätsel und Gefahren, denen Perry Rhodan und Atlan im Laufe ihres Lebens begegnet sind. Das Zentrum aller Galaxien schein ein Hort des Bösen zu sein. Da möchte man ja gar nicht wissen, was in unserer Galaxis noch so lauert, das man bisher übersehen hat ;-). Aber trotz bekannter Elemente, ist die Erzählung, die Horst uns anbietet, durchaus lesenswert. Sicher sind viele der Elemente nicht neu und über weite Strecken, ist die Erzählung von Horst auch weniger Roman, als vielmehr Dokumentation. Das lässt sich in einem solchen Fall wohl auch schwer vermeiden. Die Lebenserinnerung sind irgendwo ja auch das Salz in der Suppe der Serie, vor allem wenn sie gut geschildert sind und Horst hat ja auch bei Perry Rhodan bereits bewiesen, dass er das durchaus kann. Im Vergleich zu seinem Doppelband im vorherigen Zyklus, ist das jedenfalls auch eine gewaltige Steigerung und so ergibt sich auch die Bewertung: GUT. Das kommt dem absoluten Abenteuer schon bedeutend näher. Hoffen wir, dass es auch beim vierten Dunkelstern-Roman, der von einem neuen Autor namens Joachim Stahl geschrieben wurde, spannend weitergeht. |
Der Dunkelstern
1. Das Ewige Leben der Garbyor |

Kalarthras liegt immer noch im Tiefschlaf und Atlan und Kythara, sowie der Wissenschaftler der Garbyor sind nach wie vor in einer fremden Galaxis namens Dwingeloo gestrandet. Aber Dwingeloo ist nur der Name, den die Menschen der fremden Galaxis gegeben haben. Kalarthras nennt sie Gantatryn und er kennt sie besser, als ihm lieb ist. Allerdings weiß er das noch nicht.