2. "Der letzte Kampf der Erysgan" von Christian Montillon
Die AMENSOON ist unterdessen auf dem Weg zu dem mit den Cappins vereinbarten Treffpunkt. Berechnungen ergeben, dass sowohl die Truppen der Lordrichter, die von der Psi-Quelle Murloth geflohen waren, als auch eines der Schiffe, die bei Vassantor in die Flucht geschlagen wurden, die Milchstraße in Richtung Dwingeloo 1 verlassen haben. Atlan schließt daraus, dass sich dort die Zentrale der Lordrichter befinden könnte und fasst den Entschluss, sich in die Höhle des Löwen zu begeben und den Feind dort zu bekämpfen. Laut Kythara lebten viele der Varganenrebellen, die im Standarduniversum zurückblieben, in Dwingeloo 1. Am Treffpunkt mit dem Pedopeiler SYVERON angekommen, erfährt Atlan vom Cappin-Kommandanten Heroshan Offshanor, dass ein Hilferuf der ERYSGAN aus Dwingeloo 1 empfangen wurde. Offshanor eröffnet Atlan, dass in seiner Heimatgalaxis Gruelfin ein verheerender Bruderkrieg tobt, der von den Lordrichtern ausgelöst wurde und bittet den Arkoniden und die Varganin um Unterstützung bei der Hilfsaktion für die ERYSGAN. Zokelag irrt derweil durch die geenterte ERYSGAN, auf der sich Trupps der Lordrichter erbitterte Gefechte mit Cappins liefern. Inmitten der Kämpfe, verlässt Zokelag wieder der Mut. Anstatt seinen Kameraden zu helfen, flieht er vor dem Gemetzel und versucht sich zu verstecken. Doch dies mißlingt. Unfreiwillig wird er in die Kämpfe verstrickt und rettet dabei einer Gruppe Cappins das Leben. Offshanor klärt Atlan inzwischen über die Lage in Gruelfin auf. Aufgehetzt von den Lordrichtern haben dort die Takerer begonnen, die anderen Cappin-Völker mit großer Brutalität anzugreifen. In dem entstandenen Bruderkrieg haben die Ganjasen es sich zur Aufgabe gemacht, gegen die Lordrichter zu agieren. Wie viele Lordrichter es gibt, kann der Cappin Atlan zwar nicht sagen, aber zwei der mysteriösen Gegner, die sich in der Milchstraße aufhalten, sind Offshanor namentlich bekannt : sie heißen Sarkahan und Yyrputna. Die Ganjasen sind jedenfalls in der Lage, ihre Pedopeiler als Transmitter zu nutzen und so begeben sich eine abgekoppelte Komponente der SYVERON und die AMENSOON mittels dieser Technologie nach Dwingeloo 1, um der ERYSGAN beizustehen. Auf der ERYSGAN findet durch Zokelags Feigheit ein weiterer Cappin den Tod. Innerlich zerrissen von Scham und Angst, findet er schließlich vor sich selbst eine Rechtfertigung für sein Tun. Er, Zokelag, und Toragasch sind die beiden Einzigen, die alle über die Lordrichter in Dwingeloo 1 erlangten Informationen kennen. Um diese Erkenntnisse zu bewahren, will er Toragasch überzeugen, mit ihm zu fliehen. Dieser jedoch will die Stellung halten, bis Hilfe eintrifft und weist ihn ab. Zokelag beschließt daraufhin, mit einem Shuttle aus dem Kampfgebiet zu fliehen und mit den erwarteten Rettern bei deren Ankunft Kontakt aufzunehmen. Doch auch dieser Plan schlägt fehl und als der Ganjase auf einen der humanoiden Zaqoor trifft, führt er einfach einen Bewußtseinstransfer durch und übernimmt den Körper des Feindes. Atlan und Offshanor erreichen zwar die bedrängte ERYSGAN, müssen aber erkennen, dass die Lage bereits aussichtslos ist. Es gelingt ihnen Kontakt mit Toragasch aufzunehmen. Dieser übermittelt noch ein Datenpaket mit den in Dwingeloo 1 erworbenen Informationen und will dann die Selbstzerstörung der ERYSGAN aktivieren, um den Lordrichtern nicht in die Hände zu fallen. Unter dem Vorwand, einen Weg zur Rettung zu kennen, dringt Zokelag im Körper des Zaqoor zu Toragasch in die Zentrale vor. Bei der Konfrontation der beiden erzählt Zokelag seinem Mentor von seinen Ängsten und deren Ursprung. Toragasch entscheidet, dass Zokelag mit einer der verbliebenen Fluchtkapseln fliehen soll, während er mit der ERYSGAN untergehen will. Zokelag kehrt in seinen eigenen Körper zurück und Toragasch erschießt den Zaqoor. Die Zentrale der ERYSGAN wird gestürmt und der Kommandant leitet die Selbstzerstörung ein. Offshanor versucht die Fluchtkapsel des Zokelag zu bergen, aber diese wird zerstört und Zokelag findet letztlich doch den Tod. Die AMENSOON und Offshanors MORYR entkommen dem Chaos, aber die ERYSGAN, und mit ihr die Möglichkeit zur schnellen Rückkehr in die Milchstraße, wird zerstört. Gestrandet in Dwingeloo wollen die Verbündeten nun nach versprengten ganjasischen Agenten und weiteren Informationen über die Lordrichter suchen. Eine weitere Hoffnung ruht auf Kalarthras, Kytharas Geliebten, der jedoch weiterhin in einer Art Wachkoma liegt. FazitChristian Montillon legt mit diesem Roman bereits seinen zweiten in der Serie Atlan vor. Nebenher arbeitet er allerdings auch noch für andere Serien, überwiegend bei Bastei. Beiträge zu STERNENFAUST, einer neuen SF-Serie, sind hier ebenso zu nennen, wie MADDRAX und PROFESSOR ZAMORRA. Aber anscheinend wird er künftig auf weniger Hochzeiten tanzen, wie man hört, werden in STERNENFAUST vorerst keine Beiträge mehr von ihm erscheinen, in MADDRAX auch nicht. Nur ZAMORRA und offensichtlich ATLAN bleibt er im Heftroman vorerst treu. Subjektiv betrachtet, ist ihm dieser zweite Roman auch besser gelungen, als der erste. Die Handlung ist schlüssiger, die Figuren sind überzeugender – Zokelag hat mir durchaus gefallen - und spannend geraten ist der Roman auch noch. Insgesamt eine sehr gute Leistung des Autors, die er in dieser Form gerne wiederholen darf. Es ist also alles in Ordnung. Oder? Nun ja, wäre da nur nicht der Plot des Romans, der an sich doch einiges Erstaunen auslöst. Atlan und Kythara fliegen mit den Cappins, soweit so gut. Sie verwenden einen Transmitter, in den sich die Pedopeiler zwischenzeitlich verwandelt haben, auch das ist noch in Ordnung. Fraglich ist aber schon, warumsie das eigentlich tun? Sicher, der Kommandant der ERYSGAN hat um Hilfe gerufen – auch wenn der Titel des Romans sein Ende leider schon vorwegnimmt, kann man das als Grund durchaus gelten lassen. Aber hätten Atlan und Kythara nicht in der Milchstraße noch mehr zu tun? War da nicht eine überaus wichtige Psi-Quelle, die vernichtet werden musste? Trotzdem ist die Milchstraße ein eher unwichtiger Nebenkriegsschauplatz – denken die beiden jedenfalls. Woher sie dieses Wissen haben, erzählt uns leider keiner. Basierend auf der Erkenntnis, dass es doch viel besser ist, den Schauplatz der Handlung weit von der Milchstraße weg zu verlegen, begeben sich die beiden Helden also bereitwillig mit ihrer AMENSOON und Gorgh auf die andere Seite des Transmitterfeldes – und können natürlich nicht mehr zurückkehren. Da kann man Gorgh irgendwie verstehen, der von einer Handlung redet, die man in seinem Volk ne'vi-ryd-tolp nennt. Nett. Wenn man das von hinten her liest, hört sich das doch sehr nach „Plot Driven“ an und genau das wurde ja schon an anderer Stelle der Serie vorgeworfen. Eine gewisse Selbsterkenntnis? Des Autors? Gorghs? Oder gar des Exposéautors? Was auch immer – ähnliche Gefühle beschleichen einen. Der Plot verlangt offensichtlich, dass die beiden so handeln müssen. Also machen sie das halt auch. Die Handlung lässt sich auch äußerst knapp zusammenfassen. Die ERYSGAN wird angegriffen und Atlan, sowie der Kommandant des Pedopeilers, entscheiden sich, zu Hilfe zu eilen. Mit zwei Schiffen. Offensichtlich ging beim Hilferuf etwas schief, denn dass die gegen knapp hundert Gegner kaum helfen werden, erscheint eigentlich verständlich. Drüben angekommen merken sie das auch ganz schnell, erhalten noch kurz Kontakt zum Kommandanten, bevor dieser konsequenterweise das Schiff vernichtet und wollen auch einen retten, der anscheinend mehr weiß – nämlich die Standorte von allen Spionen in Dwingeloo – aber das geht schief, der arme Zokelag schafft es nicht, obwohl man es ihm doch sehr gegönnt hätte – eine Tatsache, die übrigens einen schalen Nachgeschmack hinterlässt. Dafür also der ganze Aufwand? Um ihn sterben zu lassen? Eigentlich überraschend. Und damit schon wieder gut. Aber nun sind wir in fremden Gefilden mal wieder auf der Flucht. Was ebenfalls etwas störend ist, ist die Form der Selbstzerstörung, die die freundlichen Besatzungsmitglieder der ERYSGAN pflegen. Erst wird gewartet, bis alle Gegner in der Zentrale sind und es fast zu spät ist. Dann wird ein Schutzschirm errichtet, der angeblich mehrere Minuten halten soll – aber kurz vor Ende der Minute, die der Kommandant braucht, schon zusammenbricht. Und dann ist die Selbstzerstörung auch noch so toll konstruiert, dass sie zwei Bestätigungen braucht, im Abstand von jeweils dreißig Sekunden, bevor sie endlich akzeptiert und explodiert. Da war es doch fast zu spät. Irgendwie eine Fehlkonstruktion und eigentlich kaum das, was man von einer Selbstzerstörung so erwarten würde. Ebenfalls merkwürdig ist die Geschichte um den Varganen Kalarthras. Da liegt er nun und schlummert vor sich hin. Wo haben wir so etwas doch gleich wieder gelesen? Ach richtig, in dem LORDRICHTER-Zyklus, da hat Atlan ebenfalls ein Wesen gefunden, das er ständig mit sich herumschleppen musste, obwohl es kaum etwas anderes getan hat, als zu schlafen. Im rechten Moment erwachte es dann und rettete die Situation. Und jetzt haben wir schon wieder einen, der schläft, aber angeblich die Galaxis Dwingeloo von früher gut kennt. Wach wäre er da sicher wertvoller. Aber anscheinend ist es interessanter, in jedem Zyklus einen Schläfer spazieren zufliegen. Sorry, aber ich bin Fan der Serie und kein Kritiker. Als Fan bin ich – ganz ehrlich – gerade eher enttäuscht von dem neuen Zyklus, der kaum anders beginnt, als der alte aufgehört hat. Schade, aber da wird doch einiges an Potential verschwendet. Zu guter Letzt noch angemerkt: Atlan ist eine spannende und interessante Angelegenheit – gewesen. Bis der Zyklus mit den Lordrichtern anfing, der uns offensichtlich noch eine Weile begleiten wird. Überzeugend ist das bisher leider nicht. Auch wenn der Roman ganz brauchbar war, trotzdem waren es eigentlich knapp sechzig Seiten, die weit gehend überflüssig für die Handlung waren. Kaum ist Altan wieder eine Endlosserie, schon fangen die Romane an, die man auch weglassen könnte. Insgesamt ergibt sich so eine Bewertung, mit der Christian Montillon sicher nicht zufrieden sein wird. Aber da die Redaktion ja der Meinung ist, dass es besser ist, den Roman so zu beurteilen, wie er dasteht, machen wir das auch: NICHT ÜBEL – obwohl Christian hier mehr verdient hätte. |
Der Dunkelstern
1. Das Ewige Leben der Garbyor |

Die Geschichte beginnt während einer dramatischen Situation an Bord des Cappin-Pedopeilers ERYSGAN. Dieser steht unter massivem Beschuß von Truppen der Lordrichter.. Der Ort der Schlacht wird von den Cappins Gantrain genannt, was, wie sich herausstellt, identisch mit der Galaxis Dwingeloo ist. Die ERYSGAN steht auf verlorenem Posten gegen die Übermacht des Feindes. In dieser Situation richtet sich der Fokus auf zwei Personen an Bord des Cappin-Raumers. Da ist zum Einen der Kommandant Toragasch, der versucht, trotz wachsender Angst vor dem drohenden Tod, seiner Verantwortung für 2000 Ganjasen gerecht zu werden und bis zuletzt kühlen Kopf zu bewahren. Sein Zögling Zokelag jedoch, verliert in dieser Krisensituation die Nerven und lässt sich von seinem Posten ablösen. Während der aussichtslose Kampf der Cappins weitergeht, ist Zokelag bestürzt über seine eigene Feigheit. Als Torghan-Enterkommandos in die ERYSGAN eindringen, nimmt er seinen ganzen Mut zusammen und tritt ihnen entgegen, um seine Schmach zu tilgen.