10. "Flucht nach Varxodon" von Arndt Ellmer

Atlan Lordrichter 10Im Kardenmogher herrscht zunächst wenig zielgerichtetes Handeln. Kythara ist bewußtlos und der Arkonide kann nur zuschauen, was passiert. Langsam kommt Kythara wieder zu sich und muss feststellen, daß der Kardenmogher nur bedingt einsatzbereit ist. Er ist nämlich ein klein wenig unvollständig. Ein sogenannter Hegnudger fehlt noch und der ist sehr wichtig, wenn sie etwas gegen die Lordrichter ausrichten wollen.

Aber den gibt es nur auf einer der versunkenen Welten oder VARXODON. Und da die Sternenstadt näher liegt, fliegen sie dort hin.

Nach einigen Umwegen und kleineren Problemen, erreichen sie schließlich die Dunkelwolke, in der sich die gigantische Station der Varganen versteckt. Es ist gar nicht so einfach, in die Dunkelwolke, die wie eine fremdartige Hand aussieht, einzufliegen. Nur langsam schleicht sich die Varganin in das Gebilde und erklärt, dass die Prozedur des Anflugs gleichzeitig auch ein Hinweis an die Varganen ist, dass es sich um ein Schiff des eigenen Volkes handelt, das hier einfliegt.

Sie erreichen schließlich die nähere Umgebung von VARXODON, aber sie erleben eine unangenehme Überraschung. Die Sternenstadt der Varganen ist von einer Flotte fremder Schiffe umzingelt. Fremder Schiffe, die offensichtlich VARXODON nach außen abschirmen. Und diese Schiffe sind Völkern zuzuordnen, die zu den Helfern Lordrichtern gehören.

Außerdem sind auf der Oberfläche der Welt zwei rote Seesterne zu erkennen – die Schiffe, die den Lordrichtern zur Verfügung stehen.

Also können sie den Hegnudger nicht auf VARXODON holen – denkt zumindest Gorgh-12, der Atlan noch nicht lange genug zu kennen scheint. Klar kann man das, aber dazu muss man ein Täuschungsmanöver starten. Und dafür eignet sich das Insektenwesen hervorragend.

So ganzt einverstanden ist der Wissenschaftler aber nicht, denn eigentlich wollte er sich vor dem eigenen Volk in Sicherheit bringen und nicht in Gefahr geraten. Aber Atlan kann ihn überzeugen, denn er kann eigentlich sonst nur zu seinem Volk zurückkehren – und das will Gorgh ganz sicher nicht.

Also entern sie ein Schiff, schleichen sich so in der Dunkelwolke ein – zusammen mit dem Kardenmogher, der sich zerlegt und in dem gekaperten Schiff versteckt. Aber sie werden entdeckt und gefangen gesetzt. Der Kardenmogher ist wichtiger, als sie selbst, deshalb lassen sie sich gefangen nehmen, um die Truppen der Lordrichter vom Schiff wegzulocken.

In der Gefangenschaft, werden sie dann auf eine strenge Befragung vorbereitet. Folterknechte machen sich bereit, aber Atlan ist noch lange nicht so weit, sich von der Leibgarde der Lordrichter, die sich aus humnoiden Zaqoor rekrutiert, ausfragen zu lassen. Er greift an und muß feststellen, daß einer der anderen Eleven sich auf ihre Seite stellt. Verblüfft nimmt er dies zur Kenntnis, besiegt die Gegner und flüchtet dann zusammen mit den anderen. Auch das Saqsurmaa wird in Sicherheit gebracht, es schläft immer noch.

Und Atlan erfährt, dass sich in dem Zaqoor das Bewusstsein eines Cappin befindet. Ein Pedotransferer hat zugeschlagen und das Wesen übernommen. Er hilft Atlan, Kyhtara, dem Wissenschaftler und dem Saqsurmaa, über viele Bereiche von VARXODON zu fliehen, auch Bereiche, die sie nur erreichen können, weil Kythara die Zugangscodes kennt.

Schließlich erreichen sie wieder die gelandeten Raumer. Der Cappin in dem fremden Körper zieht die Kämpfe auf sich, so dass die anderen fliehen können. Aber dabei wird der Körper, in den er transferiert war, getötet. Atlan kann ihm nicht mehr helfen, aber er hofft, ihn wieder zu sehen.

Ihnen ist klar, dass sie nur deshalb fliehen können, weil vermutlich das Schiff entsprechend präpariert ist. Die Lordrichter wollen wissen, wohin sie nun fliehen. Aber das macht nichts. Sie bauen den Kardenmogher in einem sehr verdichteten Bereich der Dunkelwolke zusammen und schleusen das Schiff aus. Sie schaffen es gerade noch, zu fliehen, und lassen das Schiff zurück. Nur haben sie nun natürlich zwei Probleme: Zum einen fehlt immer noch der Hegnudger und zum anderen ist VARXODON in der Hand des Feindes. Eine Erkenntnis, die vor allem Kythara nicht wahrhaben will. Sie will sofort zurück in die Dunkelwolke. Atlan kann sie aber überzeugen, daß es nun eher Sinn ergibt, nach Vassantor, eine der versunkenen Welten der Varganen, zu fliegen, um den Hegnudger zu holen. Zögernd stimmt Kythara zu.

Fazit

Konsequent wird der Zyklus fortgesetzt – der Kardenmogher ist natürlich nicht ganz in Ordnung und außerdem fehlt etwas. Wenig überraschend, denn das scheint das Konzept der modernen ATLAN Serie zu sein, dass Technik einfach nicht mehr funktionieren mag, egal ob mit Hyperimpedanz oder ohne. Auch am Ende steht so eine Beschädigung des Kardenmoghers.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass der Kardenmogher sie zwingt, noch einen Zwischenstopp einzulegen.

Tatsächlich ist auf VARXODON eine starke Präsenz der Lordrichter zu erkennen. Nicht nur die Hilfsvölker, gleich zwei der Richter sind dort anzutreffen. Und die bereiten Atlan und Kythara auch richtig Probleme – die aber alles im Griff haben. Letztendlich endet der Ausflug damit, dass VARXODON nur eine Zwischenetappe ist. Sie müssen doch noch zu einer der versunkenen Welten, um das Zusatzgerät zu finden. Und das einzigerfreuliche ist, dass die Lordrichter den Kardenmogher nicht in die Hände bekommen haben.

Planetenhopping nun nicht mehr mit Transmittern, sondern mit einem Raumschiff – das Konzept bleibt sich gleich. Immerhin lässt Arndt Ellmer aber ein wenig SciFi-Feeling aufkommen, denn wir sind endlich im Weltraum.

Auch nach dem zehnten Band sind wir den Lordrichtern kaum näher gekommen – was doch vermuten lässt, dass der Zyklus mit Band 24 allenfalls eine Zwischenetappe erreichen wird und danach weitergeführt wird.

In der weiteren Handlung sollen Cappins vorkommen – das ist mit dem vorliegenden Roman immerhin erfüllt worden. Ein Cappin hilft den beiden. Ist schon die Art und Weise, wie VARXODON erreicht wird, ein Produkt vieler Zufälle, so ist auch die Befreiung aus dieser Situation kaum weniger zufällig. Atlan weiß nicht, dass er einen Helfer hat. Trotzdem geht er ein Risiko ein. Mit einem der Folterknechte im Rücken, greift er den Gegner an und setzt ihn mit einem Dagor-Griff außer Gefecht. Er wundert sich dann sogar noch, dass der Folterknecht hinter ihm ihm nicht einfach seine Schere in den Körper stößt. Scheint gut vorbereitet zu sein, die Flucht des Arkoniden. Das wirkt alles etwas hemdsärmlig, auch die nachfolgende Flucht, die Dank des Cappins gelingt.

Der Zyklus wird also noch eine Weile weitergehen, vermutlich über Band 24 hinaus im nächsten Kurzzyklus eine Fortsetzung finden. Das ist eine schöne Erkenntnis. Fraglich ist aber, ob einige der eher uninteressanten Romane der Vergangenheit, die den Handlungsbogen teilweise unnötig strecken, der neuen Serie insgesamt einen Gefallen tun. Denn wenn die einzelnen Reihen schon auf 12 Bände angesetzt sind, dann erwartet der Leser auch, dass der Handlungsfortschritt schneller ist. Das kann man nun aber von den letzten Romanen nicht behaupten.

Fazit: Arndt Ellmers Beitrag ist über weite Strecken recht unterhaltsam, aber konzeptionell reiht er sich bei den Vorgängern ein. Einige Elemente sind allerdings etwas optimistisch geraten. Ein Fortschritt ist insgesamt weiterhin kaum zu erkennen. Der Roman „Flucht nach VARXODON„ ist immerhin noch NICHT ÜBEL. Stellenweise ist die Geschichte unterhaltsam und das ist der wesentliche Grund, weshalb die Romane gelesen werden.

Die Lordrichter

1. Kytharas Erbe
2. Gefangen im PSI-Sturm
3. Die fünf herrlichen Städte
4. Murloths Berg
5. Aufruhr auf Narukku
6. Kampf um Maran'Thor
7. Der Zorn des Erzherzogs
8. Azaretes Weg
9. Der Turm des Denmogh
10. Flucht nach Varxodon
11. Mond der Visionen
12. Angriff der Lordrichter

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